Verstrickte Philosophie. Heidegger und der Nationalsozialismus

Verstrickte Philosophie. Heidegger und der Nationalsozialismus

Hardback
4.01

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Was bleibt von einem der umstrittensten deutschsprachigen Philosophen?

Auf der einen Seite steht einer der größten Philosophen, auf der anderen Seite sein Engagement für den Nationalsozialismus. Wie passt das zusammen?
Das fragte sich schon der 23-jährige Student Jürgen Habermas, der mutig eine Diskussion um seine philosophische Leitfigur anstimmte und die Vorzeichen für die folgenden Diskussionen setzte.

Oliver Jahraus geht der Frage nach und zeigt, wie dieses Spannungsverhältnis – noch verstärkt durch die Skandale um die Veröffentlichung von Heideggers »Schwarzen Heften« – seine Rezeption bis heute prägt, wie vielfältig diese Verstrickung aufgegriffen wurde, welche Positionen zwischen Verteidigung und Verdammung, zwischen Apologie und Polemik es gibt, und in welcher Form Heideggers Philosophie selbst nationalsozialistisch ist. Jahraus plädiert für eine offene Auseinandersetzung mit Heidegger, die seine Verstrickung als Teil dieser Philosophie ernstnimmt.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Philosophy
Format
Hardback
Pages
239
Price
24.70 €

Author Description

Oliver Jahraus, geb. 1964, ist Professor für Neuere deutsche Literatur und Medien an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er forscht zur Literatur-, Medien-, Kulturtheorie und insbesondere zu Kafka, Freud, Luhmann und Heidegger.

Posts

1
All
4

Wenn große Gedanken dunkle Schatten werfen

Philosophie kann trocken sein. Kann. Muss aber nicht. Hier knallt gleich zu Beginn diese unangenehme Frage auf den Tisch. Wie passt ein Denker von Weltrang zu politischer Verblendung. Genau da wird es spannend und auch ein bisschen unbequem. Kaffee wird plötzlich schneller kalt, weil der Kopf dauernd weiterdenkt. Oliver Jahraus nimmt das Thema ohne Samthandschuhe, aber auch ohne moralisches Holzhammern. Statt Schwarz Weiß gibt es Grautöne. Mal nickt man zustimmend, mal rutscht man im Stuhl hin und her. Besonders stark ist der Blick auf die Rezeption. Wer verteidigt, wer verdammt, wer ringt ehrlich um Einordnung. Genau dieses Ringen fühlt sich beim Lesen sehr nah an. Überraschend zugänglich geschrieben. Keine philosophische Nebelmaschine, sondern klare Gedanken mit Tempo. Trotzdem bleibt genug Reibung. Mehr als einmal der Gedanke, ob man Heidegger überhaupt noch getrennt lesen kann. Und genau da liegt die Stärke des Buches. Es zwingt nicht zu einer Antwort, sondern zu einer Haltung. Am Ende bleibt ein leicht mulmiges Gefühl, aber auch Respekt vor der offenen Auseinandersetzung. Kein bequemes Lesen, eher ein gedanklicher Boxkampf. Und genau deshalb lohnt es sich.

Wenn große Gedanken dunkle Schatten werfen
Create Post