Verderben
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Description
Mikael Blomkvist reist von Stockholm in den hohen Norden zur Hochzeit seiner Tochter. Im Zug erfährt er von Entwicklungen, die den Enthüllungsjournalisten neugierig machen: Abseits des medialen Rampenlichts tobt dort oben ein Kampf internationaler Firmen um natürliche Ressourcen und Billigstrom. Zur selben Zeit begibt sich Lisbeth Salander nach Nordschweden, um ihre Nichte kennenzulernen. Die junge Svala hat sich geschworen, ihre verschwundene Mutter, eine Sami, zu finden und sich endlich gegen ihren Stiefvater zu wehren. Denn wie ihre Tante ist Svala furchtloser und genialer, als sie aussieht. Nach Jahren treffen Salander und Blomkvist wieder aufeinander und befinden sich bald im Auge eines Sturms.
»Die Staffelübergabe von David Lagercrantz an Karin Smirnoff ist ein Geniestreich. Niemand hätte es besser machen können. Außer Stieg Larsson selbst.« Upsala Nya Tidning
Book Information
Author Description
Karin Smirnoff, geboren 1964 in Umeå, ist durch ihre Romane um die Figur Jana Kippo eine der bekanntesten Autorinnen Schwedens. Ihr Debüt „Mein Bruder” war für den bedeutenden August-Preis nominiert. Zuvor hat sie u.a. als Journalistin, Altenpflegerin und Karatelehrerin gearbeitet. Bereits der Auftakt zur ihrer neuen Millennium-Trilogie, die die Erfolgsreihe von Stieg Larsson fortsetzt, war in Schweden ein Nr.-1-Bestseller. Allein in Deutschland haben sich die Romane um Blomkvist und Salander 10 Millionen Mal verkauft. Smirnoff und Larsson stammen aus derselben Region in Nordschweden.
Posts
Alles ist anders. Eine neue Autorin, ein neuer Schreibstil, ein neuer Handlungsort, neue Charaktere und Situationen. Veränderung muss nicht immer schlecht sein und das wird auch mit Verderben bewiesen. Klar,an muss sich anfangs schon umstellen und daran gewöhnen, aber ich fand die Story schon echt gut. Es fühlt sich für mich düsterer, brutaler und actionreicher an und so kommt kaum Langeweile ins Buch. Kritik bleibt aber nicht aus. Zum einen sind Situationen entstanden zwischen dem letzten Band und diesem, aber kaum erzählt wie es zb dazu kam. Ein anderer Punkt ist der, das Ereignisse teilweise gefühlt durch gepresst wurden. Ansonsten fand ich das Lisbeth und Mikael iwie sich als Charaktere ganz anders gelesen haben. Zb das Lisbeth auf einmal mehr soziale Kompetenz besitzt und Mikael sich teils iwie wie ein Weichei las. 😅 Aber im großen und ganzen freue ich mich schon auf das nächste Band. Hoffe man muss nicht allzu lange warten. 😀
Wie fand ich das? Die Original Millennium Trilogie hab ich geliebt und zitiere oft beim Lesen von Krimis, dass es oft so banal ist, dass es um "Männer geht die Frauen hassen". Dieses Buch ist genau das, aber auch nur das. Ich bin noch nicht sicher ob ich die anderen beiden Bände noch lesen will. Ich bin ausversehen mittendrin eingestiegen....Vielleicht muss ich das aufholen? Naja so wie es jetzt gekommen ist. Sehr ok und mittel
Ich habe verpasst, dass dazwischen 3x Lagercrantz kam und hab den Band in der Bibliothek "entdeckt". Es geht langsam los. Ist dann viel desselben. Männer die für Geld über Leichen gehen und dabei Frauen schänden. Am Ende zieht es an, aber ob das reicht leser bei der Stange zu halten weiß ich noch nicht. Wir werden es 2026 sehen, ob es auf der Leseliste auftaucht. Hat mich nicht umgehauen...
Was ist nur aus Millennium geworden?
Und damit meine ich nicht nur die Zeitschrift, sondern auch die Buchreihe. Die ersten drei Bänder von Stieg Larsson selbst spielen Anfang der 2000er ab. Die Übernahme von David Lagercrantz erfolgte erst Jahre später, jedoch war der Übergang der Inhalte fließend und gut gemanagt. Einzelne Faktoren waren an die aktuelle Zeit angepasst. Und wieder Jahre später, erfolgt die Übernahme von Karin Smirnoff. Ich hatte viele Hoffnungen nach dem nicht ganz so epischen Ende von Band 6, wurde aber leider enttäuscht. Band 6 endet mit Camillas Selbstmord und der Tatsache, dass Mikael schwer verletzt wurde. Band 7 setzt Jahre später nach den Geschehnissen von Band 6 an. Das Buch beinhaltet auch keine Datumsangabe mehr, weshalb man weder weiß, wie viel Jahre genau Band 7 nach Band 6 ansetzt, noch hat man einen konkreten Überblick darüber, in welchem zeitlichen Rahmen sich die Handlung von Band 7 abspielt. Auch der Schreibstil oder viel eher die Perspektive ist sehr gewöhnungsbedürftig und teilweise anstrengend. Oftmals wird mitten in Szenen zwischen der Perspektive der Beteiligten gewechselt, was es manchmal schwer macht, nachzuvollziehen, wer etwas gesagt, getan oder gedacht hat. Mikael fährt zu der Hochzeit seiner Tochter Pernilla nach Gasskas. Die Handlung spielt nicht mehr federführend in Stockholm ab, ein Szenenwechsel, was an sich auch nichts negatives ist. Wer sich auch einen Überblick über die genannten Örtlichkeiten verschaffen will, stellt auch schnell fest, dass die Ortschaften teilweise sehr weit auseinander liegen - was eine nicht ganz irrelevante Strecke beinhaltet. Das Verhältnis von Entfernung und Zeit wird in dem Buch auch nicht sonderlich vermittelt. Mikael hatte in den bisherigen Büchern kaum oder eher schlechten Kontakt zu Pernilla. Doch jetzt wird er auf ihre Hochzeit eingeladen - was im Grunde schon etwas seltsam ist wenn man bedenkt, wie der Kontakt zwischen den beiden aussah. Darüber hinaus, Pernilla heiratet nicht nur, sie hat auch schon einen neunjährigen Sohn - von jemand anderem als den, den sie heiratet. Der leibliche Vater von Lukas wird auch nicht erläutert. Auf der Fahrt nach Gasskas lernt Mikael Säpo-IB kennen, was zu Beginn viele Hoffnungen weckt, doch Säpo-IB bleibt im Grunde nur eine Randperson und die Geschehnisse im Buch werden nicht von der Säpo verfolgt. Mikael ist jetzt alt - wie alt, weiß man nicht genau, aber in den letzten Bändern hatte er schon eine Midlife-Crisis. Das ist natürlich und nach der persönlichen Meinung des Lesers nervig oder nicht. Es wird kein Ton darüber verloren, was im letzten Band mit Mikaels Beinen passiert ist - keine Traumata, keine Folgeschäden. Mikael trauert nur um die Auflösung der Zeitschrift, die Anpassung an die moderne Welt. Die Redaktion war ein Pfeiler der Reihe - aber in diesem Teil hat er völlig gefehlt. Das Thema mit dem Windpark vermittelt schnell den Anschein, dass Mikael in Gasskas eine spannende Entdeckung machen wird, aber die übliche haargenaue Recherche bleibt aus. Marco Branco wird im Zusammenhang mit dem Windpark als der neue Antagonist dargestellt. Die Geschichte ist sehr verstrickt doch am Ende laufen alle Fäden ohne weiteres in dieselbe Richtung. Wo es Zusammenhänge geben kann, gibt es Zusammenhänge. Die relevanten Charaktere werden knapp gehalten und ein Dutzend werden unnötigerweise als Füllmaterial verwendet. Parallel, verläuft die Geschichte mit Lisbeth. Auch hier findet sich für eingesessene Fans der Buchreihe ein Zuckerstück: Niedermann hat eine Tochter, welche dieselbe Krankheit hat wie er. Lisbeth wird vom Jugendamt angefragt, ob sie sich um ihre Nichte kümmern könnte. Svalas Mutter ist verschwunden. Die Geschichte rund um Svala hat zu Beginn einen guten Einstieg. Svala ist nett und freundlich, aber auch klug und sie will um jeden Preis ihre Mutter zurück haben. Svala legt sich mit ihrem Stiefvater und dessen Bande an. Doch trotz, dass Svala intelligent ist, vermittelt die Handlung im weiteren Verlauf immer stärker den Anschein, dass ihre Gegner - im Verhältnis zu Millennium - nicht die Schlimmsten sind. Insbesondere Stiefpeder wird sehr naiv dargestellt und man muss unweigerlich an die Handlung der bekannten Weihnachtsfilme > Kevin allein zu Haus < denken. Svala wirkt zwar noch etwas kindlich, aber auch übermäßig gewaltbereit und geplant. Sie versucht eine Superheldin zu sein. Alles in einem, wirkt ihre Performance im Gesamtblick unschlüssig und übertrieben zugespitzt zugleich. Die Handlung mit Svalas Mutter Märta und Pernillas Verlobten Henry nimmt ihren Lauf und endet schließlich bei Branco. Grundplot ist der, dass Henry Grundstücke für den Bau eines Windparks freigegeben will und zwei Grundstücksbesitzer sich quer stellen. Zum einen wären das die Hiraks - Märtas Familie zu der sie keinen Kontakt mehr hat - und eine alte Dame, die sich im Endeffekt als Henrys Mutter herausstellt. Der Zusammenhang wäre meines Erachtens nach nicht unbedingt notwendig für die Handlung gewesen. Der Plot um Branco und den Windpark hätte viel schärfer aufgebaut werden können. Branco hat Henry bedroht und erpresst damit er die Grundstücke bekommt. Dafür hat er Henrys Stiefkind Lukas kidnappen lassen. Mikael hatte zwar noch versucht gehabt die Entführung zu stoppen, wurde dann aber leider angeschossen. Danach ist er im Grunde auch aus der aktiven Handlung raus, was ziemlich schade ist. Für gewöhnlich sorgt Brancos "Reiniger" dafür, dass Menschen verschwinden. Nur hat es sich bei dem Reiniger nun mal auch um Henrys Bruder gehandelt. Auch ein Zusammenhang, der nicht unbedingt hätte sein müssen. Parallel stellt man fest, dass Svalas Mutter Märta ihren Mann ans Messer liefern wollte. Der Stiefpeder arbeitete unteranderem auch für Branco. Und da Märta auch die Geliebte von Henry ist und die Entführung von Lukas nur wenig gefruchtet hat, beschließt Branco auch noch Märta als Geisel zu halten. Als weitere Geisel von Marco diente auch noch eine "Puppe". Die Geschichte um Sophia und das vor ihr anscheinend noch andere zu Branco gebracht worden sind, hat keinerlei Zusammenhang mit dem Windpark und dient bloß der Darstellung, dass Branco Jugendliche entführen lässt um sie zu vergewaltigen. Diese Nebenhandlung hätte auch ohne weiteres gestrichen werden können. Generell wirkt es so, als ob s*xuelle Themen im Zusammenhang mit Gewalt bewusst platziert worden sind. In den Vorgängern stand dies im Gesamtbegriff der Handlung. Das Thema S*x hat sich generell stark verändert. Früher war Mikael der Weiberheld und Lisbeth war meistens nur pragmatisch unterwegs. Das war das erste Buch, in welchem Mikael nur einen netten Plausch mit Birna hatte und Lisbeth hingegen nicht aufhören konnte an Jessicas "Barbiebeine" zu denken. Auch der Abschnitt mit dem "griechischen Chinesen" war im Grunde nur Puffer ohne Tiefe. Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen dient wahrscheinlich noch Hans Faste der sich ebenfalls von Stockholm nach Gasskas verirrt hat. Hans Faste hat nur ein paar Auftritte und sein Fehlen hätte auch nichts ausgemacht. Zu den wichtigen Pfeilern der vorherigen Millennium Bücher hätte meiner Meinung nach auch das Team von Bublanski dazugehört. Dass man ausgerechnet Hans Faste rausnimmt und ihm dann aber kaum "Screentime" schenkt ist mehr schlecht als recht. Auch wurde an der HackerRepublic und Plague gespart. Ein weiterer Pfeiler von Millennium der scheinbar ignoriert worden ist. Plague und Lisbeth wechseln in dem ganzen Buch nur wenige Nachrichten miteinander aus. Der Svavelsjö MC ist in diesem Buch zwar ebenfalls am Start, aber wirkt auch nicht so groß und bedrohlich wie er mal war. Der Bikerclub kommt einfach viel zu kurz und Sonny Nieminen wirkt auch nur aus Prinzip platziert. - Das Buch erweckt den Gesamteindruck, dass an den falschen Stellen gespart worden ist - unabhängig davon was die Autorin bearbeitet hat und was im Lektorat beim Verlag beschlossen worden ist. Früher hat die Buchreihe selbst, den Eindruck von investigativ Journalismus vermittelt. Jetzt war der Inhalt nur noch auf die nötigsten Fakten runtergebrochen damit die Handlung vorangeht. Es wurden Nebenhandlungen aufgegriffen die nichts oder nur wenig mit dem Windpark zu tun hatten und für das Gesamtbild nicht nötig gewesen wären. Mikael und Lisbeth sind nur noch ein Schatten ihres alten Ichs. Auch wenn man behaupten kann, die Charaktere sind jetzt älter, reifer oder haben sich auf andere Weise weiterentwickelt. Es ist in meinen Augen keine würdige Fortsetzung der Werke von Stieg Larsson sondern eine einfach runtergebrochene Fanfiction die Wert auf gewisse Elemente der Vorgänger legt. Auch wenn das Ende von Band 6 nicht besonders war, wäre es besser gewesen, man hätte es bei diesem Ende belassen. Sofern die Reihe über Band 8 hinaus weiter geführt wird, hoffe ich sehr, dass die Reihe mehr von ihrem alten Charme zurückbekommt. Aktuell ist Band 7 nichts weiter wie ein mittelmäßiger Krimi der einen wirtschaftlichen Umwelt-Plot mit vulgären Elementen mixt. Seriös wofür Millennium mal stand? Ich würde das Abo beenden...
Grundsätzlich hat mir das Buch sehr gefallen. Der Auftakt der dritten Trilogie ist spannend, kurzweilig und viel versprechend. Doch ich vermisse den Schreibstil von Stieg Larsson. Für meinen Geschmack fehlen hier etwa 150-250 Seiten. Manche Dinge sind plötzlich dar oder entwickeln sich viel zu schnell. Die lange, akribische Arbeit fällt dadurch hinten runter. Mikael ist zu einem Nebencharakter verkommen. Er hat in diesem Band nichts Nennenswertes geleistet, war mehr Statist als alles andere. Ich hoffe, dass im kommenden Band das sich so toll ergänzende Duo aus Lisbeth und Mikael wieder mehr in Erscheinung tritt.
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Mikael Blomkvist reist von Stockholm in den hohen Norden zur Hochzeit seiner Tochter. Im Zug erfährt er von Entwicklungen, die den Enthüllungsjournalisten neugierig machen: Abseits des medialen Rampenlichts tobt dort oben ein Kampf internationaler Firmen um natürliche Ressourcen und Billigstrom. Zur selben Zeit begibt sich Lisbeth Salander nach Nordschweden, um ihre Nichte kennenzulernen. Die junge Svala hat sich geschworen, ihre verschwundene Mutter, eine Sami, zu finden und sich endlich gegen ihren Stiefvater zu wehren. Denn wie ihre Tante ist Svala furchtloser und genialer, als sie aussieht. Nach Jahren treffen Salander und Blomkvist wieder aufeinander und befinden sich bald im Auge eines Sturms.
»Die Staffelübergabe von David Lagercrantz an Karin Smirnoff ist ein Geniestreich. Niemand hätte es besser machen können. Außer Stieg Larsson selbst.« Upsala Nya Tidning
Book Information
Author Description
Karin Smirnoff, geboren 1964 in Umeå, ist durch ihre Romane um die Figur Jana Kippo eine der bekanntesten Autorinnen Schwedens. Ihr Debüt „Mein Bruder” war für den bedeutenden August-Preis nominiert. Zuvor hat sie u.a. als Journalistin, Altenpflegerin und Karatelehrerin gearbeitet. Bereits der Auftakt zur ihrer neuen Millennium-Trilogie, die die Erfolgsreihe von Stieg Larsson fortsetzt, war in Schweden ein Nr.-1-Bestseller. Allein in Deutschland haben sich die Romane um Blomkvist und Salander 10 Millionen Mal verkauft. Smirnoff und Larsson stammen aus derselben Region in Nordschweden.
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Alles ist anders. Eine neue Autorin, ein neuer Schreibstil, ein neuer Handlungsort, neue Charaktere und Situationen. Veränderung muss nicht immer schlecht sein und das wird auch mit Verderben bewiesen. Klar,an muss sich anfangs schon umstellen und daran gewöhnen, aber ich fand die Story schon echt gut. Es fühlt sich für mich düsterer, brutaler und actionreicher an und so kommt kaum Langeweile ins Buch. Kritik bleibt aber nicht aus. Zum einen sind Situationen entstanden zwischen dem letzten Band und diesem, aber kaum erzählt wie es zb dazu kam. Ein anderer Punkt ist der, das Ereignisse teilweise gefühlt durch gepresst wurden. Ansonsten fand ich das Lisbeth und Mikael iwie sich als Charaktere ganz anders gelesen haben. Zb das Lisbeth auf einmal mehr soziale Kompetenz besitzt und Mikael sich teils iwie wie ein Weichei las. 😅 Aber im großen und ganzen freue ich mich schon auf das nächste Band. Hoffe man muss nicht allzu lange warten. 😀
Wie fand ich das? Die Original Millennium Trilogie hab ich geliebt und zitiere oft beim Lesen von Krimis, dass es oft so banal ist, dass es um "Männer geht die Frauen hassen". Dieses Buch ist genau das, aber auch nur das. Ich bin noch nicht sicher ob ich die anderen beiden Bände noch lesen will. Ich bin ausversehen mittendrin eingestiegen....Vielleicht muss ich das aufholen? Naja so wie es jetzt gekommen ist. Sehr ok und mittel
Ich habe verpasst, dass dazwischen 3x Lagercrantz kam und hab den Band in der Bibliothek "entdeckt". Es geht langsam los. Ist dann viel desselben. Männer die für Geld über Leichen gehen und dabei Frauen schänden. Am Ende zieht es an, aber ob das reicht leser bei der Stange zu halten weiß ich noch nicht. Wir werden es 2026 sehen, ob es auf der Leseliste auftaucht. Hat mich nicht umgehauen...
Was ist nur aus Millennium geworden?
Und damit meine ich nicht nur die Zeitschrift, sondern auch die Buchreihe. Die ersten drei Bänder von Stieg Larsson selbst spielen Anfang der 2000er ab. Die Übernahme von David Lagercrantz erfolgte erst Jahre später, jedoch war der Übergang der Inhalte fließend und gut gemanagt. Einzelne Faktoren waren an die aktuelle Zeit angepasst. Und wieder Jahre später, erfolgt die Übernahme von Karin Smirnoff. Ich hatte viele Hoffnungen nach dem nicht ganz so epischen Ende von Band 6, wurde aber leider enttäuscht. Band 6 endet mit Camillas Selbstmord und der Tatsache, dass Mikael schwer verletzt wurde. Band 7 setzt Jahre später nach den Geschehnissen von Band 6 an. Das Buch beinhaltet auch keine Datumsangabe mehr, weshalb man weder weiß, wie viel Jahre genau Band 7 nach Band 6 ansetzt, noch hat man einen konkreten Überblick darüber, in welchem zeitlichen Rahmen sich die Handlung von Band 7 abspielt. Auch der Schreibstil oder viel eher die Perspektive ist sehr gewöhnungsbedürftig und teilweise anstrengend. Oftmals wird mitten in Szenen zwischen der Perspektive der Beteiligten gewechselt, was es manchmal schwer macht, nachzuvollziehen, wer etwas gesagt, getan oder gedacht hat. Mikael fährt zu der Hochzeit seiner Tochter Pernilla nach Gasskas. Die Handlung spielt nicht mehr federführend in Stockholm ab, ein Szenenwechsel, was an sich auch nichts negatives ist. Wer sich auch einen Überblick über die genannten Örtlichkeiten verschaffen will, stellt auch schnell fest, dass die Ortschaften teilweise sehr weit auseinander liegen - was eine nicht ganz irrelevante Strecke beinhaltet. Das Verhältnis von Entfernung und Zeit wird in dem Buch auch nicht sonderlich vermittelt. Mikael hatte in den bisherigen Büchern kaum oder eher schlechten Kontakt zu Pernilla. Doch jetzt wird er auf ihre Hochzeit eingeladen - was im Grunde schon etwas seltsam ist wenn man bedenkt, wie der Kontakt zwischen den beiden aussah. Darüber hinaus, Pernilla heiratet nicht nur, sie hat auch schon einen neunjährigen Sohn - von jemand anderem als den, den sie heiratet. Der leibliche Vater von Lukas wird auch nicht erläutert. Auf der Fahrt nach Gasskas lernt Mikael Säpo-IB kennen, was zu Beginn viele Hoffnungen weckt, doch Säpo-IB bleibt im Grunde nur eine Randperson und die Geschehnisse im Buch werden nicht von der Säpo verfolgt. Mikael ist jetzt alt - wie alt, weiß man nicht genau, aber in den letzten Bändern hatte er schon eine Midlife-Crisis. Das ist natürlich und nach der persönlichen Meinung des Lesers nervig oder nicht. Es wird kein Ton darüber verloren, was im letzten Band mit Mikaels Beinen passiert ist - keine Traumata, keine Folgeschäden. Mikael trauert nur um die Auflösung der Zeitschrift, die Anpassung an die moderne Welt. Die Redaktion war ein Pfeiler der Reihe - aber in diesem Teil hat er völlig gefehlt. Das Thema mit dem Windpark vermittelt schnell den Anschein, dass Mikael in Gasskas eine spannende Entdeckung machen wird, aber die übliche haargenaue Recherche bleibt aus. Marco Branco wird im Zusammenhang mit dem Windpark als der neue Antagonist dargestellt. Die Geschichte ist sehr verstrickt doch am Ende laufen alle Fäden ohne weiteres in dieselbe Richtung. Wo es Zusammenhänge geben kann, gibt es Zusammenhänge. Die relevanten Charaktere werden knapp gehalten und ein Dutzend werden unnötigerweise als Füllmaterial verwendet. Parallel, verläuft die Geschichte mit Lisbeth. Auch hier findet sich für eingesessene Fans der Buchreihe ein Zuckerstück: Niedermann hat eine Tochter, welche dieselbe Krankheit hat wie er. Lisbeth wird vom Jugendamt angefragt, ob sie sich um ihre Nichte kümmern könnte. Svalas Mutter ist verschwunden. Die Geschichte rund um Svala hat zu Beginn einen guten Einstieg. Svala ist nett und freundlich, aber auch klug und sie will um jeden Preis ihre Mutter zurück haben. Svala legt sich mit ihrem Stiefvater und dessen Bande an. Doch trotz, dass Svala intelligent ist, vermittelt die Handlung im weiteren Verlauf immer stärker den Anschein, dass ihre Gegner - im Verhältnis zu Millennium - nicht die Schlimmsten sind. Insbesondere Stiefpeder wird sehr naiv dargestellt und man muss unweigerlich an die Handlung der bekannten Weihnachtsfilme > Kevin allein zu Haus < denken. Svala wirkt zwar noch etwas kindlich, aber auch übermäßig gewaltbereit und geplant. Sie versucht eine Superheldin zu sein. Alles in einem, wirkt ihre Performance im Gesamtblick unschlüssig und übertrieben zugespitzt zugleich. Die Handlung mit Svalas Mutter Märta und Pernillas Verlobten Henry nimmt ihren Lauf und endet schließlich bei Branco. Grundplot ist der, dass Henry Grundstücke für den Bau eines Windparks freigegeben will und zwei Grundstücksbesitzer sich quer stellen. Zum einen wären das die Hiraks - Märtas Familie zu der sie keinen Kontakt mehr hat - und eine alte Dame, die sich im Endeffekt als Henrys Mutter herausstellt. Der Zusammenhang wäre meines Erachtens nach nicht unbedingt notwendig für die Handlung gewesen. Der Plot um Branco und den Windpark hätte viel schärfer aufgebaut werden können. Branco hat Henry bedroht und erpresst damit er die Grundstücke bekommt. Dafür hat er Henrys Stiefkind Lukas kidnappen lassen. Mikael hatte zwar noch versucht gehabt die Entführung zu stoppen, wurde dann aber leider angeschossen. Danach ist er im Grunde auch aus der aktiven Handlung raus, was ziemlich schade ist. Für gewöhnlich sorgt Brancos "Reiniger" dafür, dass Menschen verschwinden. Nur hat es sich bei dem Reiniger nun mal auch um Henrys Bruder gehandelt. Auch ein Zusammenhang, der nicht unbedingt hätte sein müssen. Parallel stellt man fest, dass Svalas Mutter Märta ihren Mann ans Messer liefern wollte. Der Stiefpeder arbeitete unteranderem auch für Branco. Und da Märta auch die Geliebte von Henry ist und die Entführung von Lukas nur wenig gefruchtet hat, beschließt Branco auch noch Märta als Geisel zu halten. Als weitere Geisel von Marco diente auch noch eine "Puppe". Die Geschichte um Sophia und das vor ihr anscheinend noch andere zu Branco gebracht worden sind, hat keinerlei Zusammenhang mit dem Windpark und dient bloß der Darstellung, dass Branco Jugendliche entführen lässt um sie zu vergewaltigen. Diese Nebenhandlung hätte auch ohne weiteres gestrichen werden können. Generell wirkt es so, als ob s*xuelle Themen im Zusammenhang mit Gewalt bewusst platziert worden sind. In den Vorgängern stand dies im Gesamtbegriff der Handlung. Das Thema S*x hat sich generell stark verändert. Früher war Mikael der Weiberheld und Lisbeth war meistens nur pragmatisch unterwegs. Das war das erste Buch, in welchem Mikael nur einen netten Plausch mit Birna hatte und Lisbeth hingegen nicht aufhören konnte an Jessicas "Barbiebeine" zu denken. Auch der Abschnitt mit dem "griechischen Chinesen" war im Grunde nur Puffer ohne Tiefe. Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen dient wahrscheinlich noch Hans Faste der sich ebenfalls von Stockholm nach Gasskas verirrt hat. Hans Faste hat nur ein paar Auftritte und sein Fehlen hätte auch nichts ausgemacht. Zu den wichtigen Pfeilern der vorherigen Millennium Bücher hätte meiner Meinung nach auch das Team von Bublanski dazugehört. Dass man ausgerechnet Hans Faste rausnimmt und ihm dann aber kaum "Screentime" schenkt ist mehr schlecht als recht. Auch wurde an der HackerRepublic und Plague gespart. Ein weiterer Pfeiler von Millennium der scheinbar ignoriert worden ist. Plague und Lisbeth wechseln in dem ganzen Buch nur wenige Nachrichten miteinander aus. Der Svavelsjö MC ist in diesem Buch zwar ebenfalls am Start, aber wirkt auch nicht so groß und bedrohlich wie er mal war. Der Bikerclub kommt einfach viel zu kurz und Sonny Nieminen wirkt auch nur aus Prinzip platziert. - Das Buch erweckt den Gesamteindruck, dass an den falschen Stellen gespart worden ist - unabhängig davon was die Autorin bearbeitet hat und was im Lektorat beim Verlag beschlossen worden ist. Früher hat die Buchreihe selbst, den Eindruck von investigativ Journalismus vermittelt. Jetzt war der Inhalt nur noch auf die nötigsten Fakten runtergebrochen damit die Handlung vorangeht. Es wurden Nebenhandlungen aufgegriffen die nichts oder nur wenig mit dem Windpark zu tun hatten und für das Gesamtbild nicht nötig gewesen wären. Mikael und Lisbeth sind nur noch ein Schatten ihres alten Ichs. Auch wenn man behaupten kann, die Charaktere sind jetzt älter, reifer oder haben sich auf andere Weise weiterentwickelt. Es ist in meinen Augen keine würdige Fortsetzung der Werke von Stieg Larsson sondern eine einfach runtergebrochene Fanfiction die Wert auf gewisse Elemente der Vorgänger legt. Auch wenn das Ende von Band 6 nicht besonders war, wäre es besser gewesen, man hätte es bei diesem Ende belassen. Sofern die Reihe über Band 8 hinaus weiter geführt wird, hoffe ich sehr, dass die Reihe mehr von ihrem alten Charme zurückbekommt. Aktuell ist Band 7 nichts weiter wie ein mittelmäßiger Krimi der einen wirtschaftlichen Umwelt-Plot mit vulgären Elementen mixt. Seriös wofür Millennium mal stand? Ich würde das Abo beenden...















