Urban Fantasy Going Fat

Urban Fantasy Going Fat

Paperback
3.03

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Description

Die Stadt hat viele Facetten und Raum für Geschichten abseits langweiliger Konventionen: Magie sammelt sich an Straßen und Plätzen. Übernatürliche Wesen bevölkern die urbane Umgebung – darunter Drachen, magisch begabte Menschen und ganz alltägliche Held*innen, die sich verlieben, Trauerarbeit leisten und sich zwischen Rush Hour und Ruhepolen bewegen. 15 Own-Voice-Autor*innen erzählen Geschichten von dicken_fetten Hauptfiguren, die in Städten und Metropolen Raum einnehmen – auch wörtlich. Laut! Fordernd! Selbstbewusst!

Book Information

Main Genre
Fantasy
Sub Genre
Urban
Format
Paperback
Pages
200
Price
14.99 €

Posts

1
All
1

Zusammengefasst: Es ist ein Rollercoaster. Wir haben vereinzelt sehr geile Kurzgeschichten drin, aber dann geht es wieder steil bergab mit der Qualität. Das ist richtig schade, besonders für die (wenigen) guten Geschichten. Vorwort: Das Vorwort eröffnet uns den Grund dieser Antho: Repräsentation und Empowerment für „dicke_fette Menschen“. Es wird die Fat-Acceptance Bewegung erwähnt, die die Begriffe „fett“ und „dick“ reclaimen und als neutrale Adjektive etablieren möchte. Allerdings steht das Movement häufig in der Kritik, da die Follower wiederum sehr dünne Leute shamen. Dabei sollte doch darauf hingearbeitet werden, dass ALLE Körperformen ok sind. Im Vorwort „beschweren“ sich die Herausgebenden auch über „blumige Umschreibungen“ der Modeindustrie wie „curvy“, „plussize“, „mehrgewichtig“, „body-positive“. Ich weiß wirklich nicht, was an diesen Begriffen „blumig“ sein soll. Ich bin kurvig, das kann jeder Mensch bestätigen, der mich einmal live gesehen hat. Den Begriff „mehrgewichtig“ verwendet der Herausgeber sogar selbst in seiner Kurzgeschichte. Und „body-positive“ bedeutet nun mal, dass man sich selbst und seinen Körper akzeptieren sollte, egal wie der aussieht. Wenn sich die Herausgebenden so darauf versteift haben sich selbst „dick_fett“ zu nennen, dann bitte, aber das trifft eben nicht auf alle Leute zu, die übergewichtig sind. Für mich las sich das Vorwort sehr unangenehm. Ich hatte das Gefühl, jemand versucht mir hier ein schlechtes Gewissen zu machen und Begriffe über mich zu stülpen, die einfach gar nicht passen. 1. Das Lied der Stadt von Gloria H. Manderfeld Richtig schlimm. Es geht darum, dass eine dicke Frau einen Berg in Lissabon erklimmt, um eine Sehenswürdigkeit zu besuchen. Sie schwitzt extrem weil sie dick ist, hat Liebeskummer, schwitzt, findet sich ekelig, hat noch mal Liebeskummer, schwitzt, Leute finden sie ekelig, hat erneut Liebeskummer. Dann findet sie eine Bar, wo sie nicht nur ein schmerzvolles Lied hört, sondern auch Alkohol trinkt, um ihren Liebeskummer loszuwerden. Wurde schon erwähnt, dass die Prota viel schwitzt, weil sie fett ist, und dass alle Leute sie ekelig finden, einschließlich sie selbst? Sie hat übrigens Liebeskummer, weil sie für eine sportlich-schlanke Person verlassen wurde. Die Prota wird als gemütlich, desinteressiert am Ausgehen und Sofaliebhaberin beschrieben. Muss ich wirklich noch erklären, warum ich die Geschichte absolut nicht empowernd finde, sondern total daneben? 2. Eine Münze für einen Gefallen von Jenny Wood Coole Geschichte. Einer dicken Person (Drache) wurde ein Schatz geklaut, den sie wieder zusammensammeln will. Sie tauscht eine Münze ihres Schatzes gegen einen Gefallen. Der Auftraggeber entpuppt sich als Drachenjäger. Sie kann ihn mit ihrer Macht überwältigen. Das Ende ist sehr geil. Zunächst muss ich sagen, dass ich die Geschichte gut geschrieben fand. Die Prota wird gut eingeführt, die Geschehnisse sind lebendig beschrieben. Es zieht sich nix in die Länge und es bleibt interessant und spannend. An einer Stelle sagt der Drachenjäger, er hätte etwas „Mächtigeres“ erwartet als eine dicke Frau. Daraufhin sagt die Prota: „Viel Macht braucht eben viel Platz“. Das fand ich mega gut und ich hab mich empowert gefühlt. 3. Der falsche Dozent von Sina Schmidt Nope. Kurzgefasst es geht darum, dass eine dicke Person als Undercover-Agentin einen Dozenten ausspioniert, wofür sie sich als Studentin ausgibt. Das macht sie bereits mehrere Monate, weiß aber trotzdem so gut wie nix über den Kerl und stolpert von einer Überraschung in die nächste. Da hat wohl jemand schlechte Arbeit geleistet, und das obwohl die Prota für eine Specialeinheit arbeitet, „die lose für die Polizei arbeitete und sich um den magischen Scheiß kümmerte, den die Polizei laut eigener Aussage sowieso nicht durchschaute“. Kommt euch bekannt vor? Ja, stammt 1:1 von Ben Aaronovitch aus der Flüsse von London Serie. Weiterhin ist vieles an der Geschichte unlogisch, nicht durchdacht und manchmal einfach zu naiv. Die dicke Person der Geschichte ist nur da, um beleidigt zu werden. 4. Melodie und Drachengold von Cosima Lang Nope. Again. Auch hier geht es um eine dicke Undercover-Agentin, die im Auftrag von Bank-Drachen einen Typen aushorchen soll, der den Drachen 250.000 Euro geklaut hat. Erneut ist das Übergewicht nur da, um als Grund für Beleidigungen herzuhalten. Die Methode der Sirene sieht folgendermaßen aus: sie macht den Typen betrunken und verzaubert ihn mit Magie. Der Charakter ist inkonsistent. Zu Anfang wird die Prota wie eine sehr unsichere Person beschrieben, die ihr hautenges Kleid unangenehm findet, am Ende ist sie eine selbstbewusste Person, die das Kleid geil findet. Hier wurde versucht, ein Red Herring zu nutzen, um die Lesenden zu überraschen, aber das funktionierte kein Stück. Der Plot ist auch nicht durchdacht. Den Drachen gehört die Bank, die können exakt nachvollziehen, wohin die Kohle gegangen ist und wer dafür verantwortlich ist. Die brauchen die Prota definitiv nicht. Außerdem halte ich es für ein Gerücht, dass die Drachen für so eine mickrige Summe so ein Theater veranstalten würden. Die schnappen sich den Kerl direkt im Büro, die brauchen gar kein Geständnis, die haben alles Schwarz auf Weiß da. Mal abgesehen davon finde ich es fragwürdig, jemanden mit Absicht abzufüllen. Würde ein Mann eine Frau mit Absicht betrunken machen, würde es übelst verurteilt werden. Man misst hier also mit zweierlei Maß. 5. Hortprobleme von Tristan Lánstad Fand ich sehr gut. Ein Bank-Drache erwischt einen Dieb und will ihn ausliefern. Weil die KI nicht das macht, was sie soll, sitzt der Dieb fest und die beiden freunden sich an. Ich fand die Geschichte super cute. Sie kam ohne Beleidigungen, Shaming, ekelhafte Handlungen und sonst was aus. Dazwischen zieht sich ein schöner Humor, der mich oft kalt erwischte und mich laut zum Lachen brachte. Dass sich der Drache von Tom wünscht, beim nächsten mal einen Döner mitzubringen, kann ich absolut nachvollziehen. Dönerliebe! Ihr wisst ein ordentliches Kebab erst zu schätzen, wenn ihr längere Zeit drauf verzichten musstet. I feel you, Dragon! Zumal hat sich das schön in den Humor der Geschichte eingefügt. 6. Vexibel von Alex Prum Mich selten so gelangweilt. Es geht um Capture the Flag mit magischen Wesen. Wir wohnen einer Sportschau ohne unterhaltsamen Kommentar bei. Die Geschichte ist erstaunlich emotionslos. Wir lesen nur Handlungen und ab und an ruft jemand „verdammt“ oder „fuck“. Sonst wird nur ständig der Wind angerufen und die Prota wirft einen Pfeil. Mehr bekommen wir nicht. Der Zmeu ist übrigens kein Vampir, wie in der Geschichte geschrieben, sondern ein Drache. Nicht mal die Recherche stimmt also. 7. Döner isch scho´a guta Sach von Askin-Hayat Dogan Geht gar nicht. Es geht um einen dicken Superhelden. Dieser wird von einem Werbefuzzi penetrant gestalkt, belästigt und erpresst, um einen Werbevertrag mit ihm für Döner zu kriegen. Hier wird sehr viel Dialekt gesprochen und das ist echt nervig, weil man doppelt so viel Zeit aufwenden muss, um überhaupt zu verstehen, was hier gesagt wird. Laut Aussage von befreundeten Personen, ist das auch eher eine weirde Mischung aus schwäbisch und bayrisch, also nix Halbes und nix Ganzes. Der Autor springt auch zwischen den Perspektiven und man weiß eigentlich nie so genau, in welchem Kopf man sich gerade befindet. Ein ganz übler Eindruck bleibt, weil in der Geschichte der Werbefuzzi alle Maßnahmen von Diskriminierung durchläuft, aber die „aufgeklärte/woke“ Person in dieser Geschichte sein soll. Er verwendet Konzepte (z.B. Gewaltfreie Kommunikation, Nein heiß Nein), die eigentlich dafür da sind, um Leute zu schützen, dazu, anderen zu schaden. Alles Positive wird in dieser KG negativ belegt. Der Superheld kann sich am Ende nur aus seiner misslichen Lage befreien, weil er Vegetarier ist. Sogar das wird negativ belegt, da der Werbefuzzi das mit einer Weltverschwörung in Verbindung bringt. Der Werbefuzzi als „aufgeklärter“ Mensch ist quasi der Böse, der dem armen cis-hetero Mann seine Wokeness ins Gesicht reibt, ihn stalked, sich übergriffig verhält, ihm schadet. Das ist doch genau das, was den verschiedenen Communities und Aktivist*innen vorgeworfen wird: „man kann nicht mal in Ruhe leben, ohne dass so ein penetranter Woker vorbeikommt und einen nervt“. Ich weiß daher nicht, was der Autor und Herausgeber der Urban Fantasy Going-Reihe damit bezwecken wollte. Die Geschichte in UFGQueer war ähnlich gestrickt, wo sich am Ende die queere Person als rassistischer Queerdenker entpuppt. Statt für positive Repräsentation zu sorgen, wird negative Propaganda auf bild-Niveau verbreitet. 8. Crossroads von Oliver Baeck Hat mir gefallen. Es geht um ein spirituelles Wesen, das Tote ins Jenseits begleitet. Die Geschichte fand ich sehr stimmungsvoll. Der Prota ist dick und kommt dadurch schnell aus der Puste. Dennoch ist das sehr respektvoll erzählt und wirkt glaubwürdig auf mich. Der Prota ist sympathisch und die Geschichte kommt ohne Fatshaming oder anderweitige Diskriminierungen aus. Wir erhalten zur eigentlichen Geschichte mehrere Einschübe, in denen die Geschichte des Landes nacherzählt wird. Das hat mir gut gefallen. 9. With me von Dyn Quing Ich hab keine Ahnung worum es hier geht. Irgendwie passiert was am Anfang, dann macht man einen Zeitsprung von 2 Jahren, es geht darum den Bann von vor zwei Jahren zu brechen und dann werden fremde Leute aus einem See gerettet. Dann ist Ende. Ich glaube, zwischendurch bringen die noch ihren besten Freund um, aber so klar ist das nicht. Ich habe auch nicht gerafft, was das jetzt überhaupt für ein Bann ist. Zwischendurch kommt noch ein Ted-Talk, dass Dicksein ja viel besser ist als Dünnsein, mit einer total weirden Begründung (weil dicke Fische mehr zu Essen hätten). Ich musste einige Stellen mehrmals lesen, um zu verstehen, was da eigentlich passiert. Kann auch am furchtbaren Schreibstil liegen. Einen Schluss gibt es nicht, die Geschichte hört mittendrin auf. 10. Zusammen können wir einfach sein von Murphy Malone Ich muss zugeben, dass ich Geschichten, die sich ausschließlich um Sex drehen, nicht mag. Es geht um eine Sexparty für queere-magische Wesen und wird zum Anlass genommen, über Zusammenhalt zu philosophieren. Empowerment durch Sex. Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Funktioniert für mich halt nicht. Die Geschichte an sich war schön geschrieben und hatte einen Flow, aber rein vom Inhalt her, hat es mich nicht vom Hocker gerissen. Es gab auch Dinge, die ich merkwürdig fand: z.B. zuerst muss die Matte, auf der man Sex hat, desinfiziert werden, aber später lutschen alle am Handgelenk eines Vampirs rum. Ich hatte auch den Eindruck, die Autorin wollte mich belehren, wie Konsens funktioniert. Weiterhin finde ich es fragwürdig, jeder fremden Person, die man heiß findet auf einer Sex Party (!) die eigenen Traumata offen zu legen anstatt zur Therapie zu gehen. Wer kennt es nicht: ein schöner One-Night-Stand geht nur, wenn man vorher als emotionaler Mülleimer hergehalten hat (Sarkasmus). 11. Alle Zusammen von Amalia Zeichnerin Nope. Was soll ich sagen. Diejenigen, die meine Rezis verfolgen, wissen bereits, wie ich über das schriftstellerische Wirken der Autorin denke. Auch diese Geschichte reiht sich nahtlos in ihre Veröffentlichungen ein. Worum geht’s hier? Im Grunde um die Beschreibung von Postern, die sich über mehrere Seiten erstrecken. Die Prota arbeitet in der Werbeagentur, die so dermaßen an der Realität vorbei beschrieben ist, dass ich mich fast an meinem Lübecker Marzipan verschluckt hätte (vor Lachen). Die Autorin hat offenbar weder Ahnung von modernem Arbeiten noch von der Arbeit im Grafikdesign, obwohl sie genau das in ihrer Vita angibt (die übrigens mehr Ähnlichkeit mit einem Werbetext hat als der ausgedachte Slogan in der Geschichte). Ganz zu Beginn muss aber erstmal die für die Autorin obligatorische Exposition stattfinden, wie queer, wie woke, wie offen und wie sonst was die Prota (sie selbst) doch ist. Ja, ich hatte erneut das Gefühl, dass die Prota ein self insert der Autorin ist. Ansonsten werden wieder Klischees breitgetreten. Und wo der Fantasy-Anteil ist, frage ich mich auch. Denn außer, dass lauter magische Wesen durchs Bild huschen, passiert hier nix. 12. Herzkompression von Melanie Schneider Weiß nicht, was ich von halten soll. Es geht um eine Person, deren Geschwister überfallen wurde und nun im Halbkoma liegt, woraufhin sich die Person auf Rachefeldzug begibt. Die Lesenden werden hier direkt angesprochen: „Du ziehst dir gerade was an, als du den Anruf erhältst…“. Das hat mich kein Stück abgeholt, auch schon, weil ich mich nicht mit der Figur identifizieren konnte. Der Schreibstil ist sehr blumig, wirkt fast schon künstlich auf mich, wodurch viele Sachen ziemlich undeutlich wurden. So hatte ich zu Beginn angenommen, das Geschwister hätt sich einen goldenen Schuss gesetzt, weil die Hauptperson die Arme untersucht und dann wütend wird (ohne Erklärung). Für Gefühle werden Vergleiche angeführt, die teilweise überhaupt keinen Sinn ergeben und die extrem übertrieben wirken. Ich habe den Eindruck, hier wollte jemand mehr scheinen, als die Wirklichkeit hergibt. 13. Königin der Nacht von Elea Brandt Auch hier eine Geschichte, die mit der vierten Wand bricht und die Lesenden direkt anspricht. Ich finde es etwas ungünstig die beiden Geschichten, die dieses Stilmittel wählen, hintereinander zu setzen. Dabei wäre es hier nicht mal notwendig gewesen, da die Person eine eigenen Identität hat. Es geht darum, dass ein Leibwächter von den Toten zurückgeholt wird, um einen Überfall auf die Tochter der Obervampirin (Donna Camilla) zu schildern. Mir wird nicht klar, warum der Typ von den Toten zurückgeholt werden muss, da es Überlebende des Vorfalls gibt und man die einfach befragen könnte. Der Plot löst sich bei näherer Betrachtung in Wohlgefallen auf. Ich wusste auch von Beginn an, dass der Typ jetzt zum Vampir gemacht wird, so geheimnisvoll wie hier getan wird, hat es sich für mich echt in die Länge gezogen. Die Venus von Botticelli wird als „filigrane Gestalt“ bezeichnet und es stellt sich die Frage, ob die Autorin jemals dieses Bild gesehen hat. 14. Eine ungewöhnliche Begegnung von Jessica & Lucie H. Bradley Ich bin schockiert. Ich habe die Geschichte nicht zu Ende lesen können, weil hier ein Suizid explizit gezeigt wird. Es geht darum, dass ein dickes Mädchen von anderen gemobbt wird und ihm ein Elf erscheint, der sie mit ins Feenland nehmen will. Das Portal zum Feenland ist bei einer Brücke … Es ist mir schleierhaft, wie diese Geschichte als empowernd oder positive Repräsentation eingestuft werden konnte. Wollten uns die Autorinnen zeigen, was passiert, wenn man dicke Menschen mobbt? Der Schuss geht nach hinten los, da die Zielgruppe nicht Mobbende sind, sondern die potentiellen Opfer. Der Tod wird als Ort dargestellt wird, wo sich die Prota zum ersten Mal so richtig wohlfühlt. Excuse you?! Das impliziert, dass sich Dicke am besten umbringen sollten. Ich habe echt keine Worte dafür, wie schockiert ich darüber bin. Der Schreibstil ist okay vor dem Hintergrund, dass er hauptsächlich aus der Feder einer sehr jungen Person mit wenig Schreiberfahrung stammt. 15. Fokus von Juliane Seidel Nett. Die Idee, dass die Prota den Geist ihrer verunglückten Freundin begegnet, bevor sie überhaupt weiß, dass diese tot ist, ist zwar nicht neu, aber die Geschichte war schön zu lesen. Die beiden sind unterwegs an einem lost place, wobei mir nicht klar ist, warum die Reifenfabrik aussieht wie eine Zwergenmine. Auch dass die Prota ihre gesamte Fotoausrüstung in „mehreren Taschen“ mitschleppt, ist nicht nachvollziehbar. Wenn man unerlaubt auf ein Gelände eindringt, sollte man so wenig wie möglich bei sich tragen, damit man ggf. schnell abhauen kann. Aber die Prota klugscheißt über Fotografie und dass sie mit längerer Belichtung bessere Fotos machen könne … von Stillleben … The Belichtungszeit doesn´t work like this. Sie hätte wahrscheinlich bessere Fotos mit ihrem Smartphone schießen können als mit der „kleinen Digicam“. Das sind für mich Logiklücken, die man mit ein bisschen Nachdenken hätte vermeiden können. Lediglich 5 von 15 KGs waren nett bis sehr gut. Insgesamt bin ich sehr überrascht, da ich die Verlegerin eigentlich als sehr aufmerksam und informiert eingeschätzt habe, als dass sie so viele unangebrachte bis richtig schlechte Geschichten in einer Antho zusammenbringt. Allerdings weiß ich auch nicht, wie viel Mitspracherecht der Verlag bei der Auswahl hatte. Für viele Geschichten gilt: Wenn du mir weis machen willst, dass es Drachen gibt, solltest du erstmal die Realität logisch abbilden. Es wäre sicherlich auch ratsam gewesen, den Plot der ein oder anderen Geschichte zu hinterfragen, da vieles gar keinen Sinn ergibt. Die Formatierung des ebooks ist inkonsistent. Mal gibt es *** bei einem Szenenwechsel, mal nicht. Die CNs sind nicht einheitlich, mal wird Bodyhorror geschrieben, mal Körperhorror. Es gibt kleinere Rechtschreib- und Grammatikfehler. Die Vita der 14. Geschichte sind 2-3x so lang wie die der anderen, wieso hat das niemand gekürzt? Content Notes. Ich bin großer Fan von CNs, aber hier wurden dermaßen übertrieben Hinweise gesetzt, dass die Dringlichkeit total verwässert wurde. Im Vorfeld habe ich mich mental auf die übelsten Inhalte vorbereitet, nur um dann irgendwie in einem Nebensatz davon zu lesen oder es wird schwammig angedeutet. Sorry, aber wie soll ich CNs ernstnehmen, wenn jeder Pups eine Note Wert ist. Daher war ich auch bei der 14. Geschichte richtig fertig, als es dann tatsächlich einmal um Suizid ging und dieser nicht nur irgendwo mal am Rande erwähnt wird. So funktionieren CNs nun auch wieder nicht. Ich habe den Eindruck, die Anthologie wurde von einigen Autor*innen dazu genutzt, zu zeigen, wie „woke“ und „divers“ sie selbst doch sind, anstatt eine vernünftige Story mit Substanz zu entwickeln. Merkt man auch an der Autor*innen Vita: wie viele Leute sich als Aktivist*innen bezeichnen, ist wirklich erstaunlich. Und wie viele von den Teilnehmenden schon geschrieben haben, bevor sie überhaupt das Alphabet kannten, lässt mich auch wieder die Augen verdrehen. Als wäre Schreiben kein Handwerk, das man erlernen muss, sondern dass jedem Kind in den Schoß fällt. Einige der Teilnehmenden sollten aus meiner Sicht ab und an die „holier than you“-Brille absetzten und sich reflektieren. Denn in vielen Geschichten werden genau die Dinge breitgetreten, die bei anderen hart kritisiert werden und zu Shitstorms in den Social Media führen. Aber wenn man es selbst macht, ist es natürlich „was gaaaanz anderes“ und muss „im Kontext betrachtet“ werden.

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