»Unser Schwert ist Liebe«

»Unser Schwert ist Liebe«

Hardback
4.536

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

»Das ist ein Schlachtfeld. Unser Schwert ist Liebe.« – So rappt Toomaj Salehi und gibt damit den Sound der Revolution im Iran wieder. Seit dem Tod von Jina Mahsa Amini, die von der Sittenpolizei verhaftet wurde, wachsen die Proteste. Und die Solidarität ist groß – sie zieht sich durch alle Altersgruppen, Schichten und Geschlechter. Zusammen kämpfen die Menschen für Frauen, Leben, Freiheit.

Die Journalistin und Autorin Gilda Sahebi, die mit vielen Menschen im Iran in engem Kontakt steht, beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte der Revolte: die Rolle der Musik, die feministische Perspektive, die lange Geschichte der gewaltvollen Unterdrückung. Sie zeigt, wie die Iraner*innen der furchtbaren Brutalität des Regimes die größte Kraft entgegensetzen: Liebe.

»Was im Iran geschieht, ist feministische Weltgeschichte.« Gilda Sahebi

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Politics
Format
Hardback
Pages
256
Price
24.70 €

Author Description

Gilda Sahebi ist Ärztin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Rassismus, Frauenrechte, Naher Osten und Wissenschaft. Sie ist Autorin u. a. für die »taz« und den »Spiegel«. Das »Medium Magazin« ernannte sie 2022 zur Politikjournalistin des Jahres. Über ihre Social-Media-Kanäle und als Gesprächspartnerin in diversen Talkshows erklärt und ordnet sie das aktuelle politische Geschehen ein. Bei S. FISCHER erschienen von ihr »›Unser Schwert ist Liebe‹. Die feministische Revolte im Iran« und »Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten«. Gilda Sahebi lebt in Berlin.

Posts

11
All
4

Bereichernd und lehrend. Politik, Menschenrechte und die Geschichte einzelner Menschen.

5

Ein wichtiges Buch um zu erfahren, was im Iran passiert. Ein Buch voller mutiger Menschen, hier sogar oft namentlich genannt, die durch ihren Kampf für Freiheit ihr Leben riskieren. Viel zu viele werden vom iranischen Regime getötet. Eine Tatsache, die wir uns im Westen gar nicht vorstellen können. Aber die mutigen Menschen im Iran kämpfen weiter für ihre Freiheit. Schlimm, dass die mediale Aufmerksamkeit mittlerweile fehlt, dieses Buch verdient auf jeden Fall Aufmerksamkeit!

5

"Es braucht nur ein kleines, winziges Licht, um das Dunkel zu erleuchten. Die Geschichte des Iran ist voller Lichter. Davon möchte ich erzählen." Jin, Jiyan, Azadî. Frau, Leben, Freiheit, unter diesem Motto haben etliche Menschen im Iran ihr Leben riskiert und viele es auch verloren. Ein Staat, der so fragil ist, dass er riesige Angst vor Kindern hat, und eine Bevölkerung, die sich das Unrecht nicht mehr gefallen lässt und gemeinsam kämpft. Gilda Sahebi zeichnet ein Bild der Protestbewegungen der letzten Jahre, das einerseits extrem Hoffnung gibt und Tränen in die Augen treibt aufgrund der Solidarität untereinander sowie dem grenzenlosen Mut der Protestierenden und ihrer Angehörigen. Auf der anderen Seite machen die Schilderungen fassungslos ob der organisierten Grausamkeit der Machthabenden, ihrer Unterstützer und auch der politischen Partner*innen, die Wirtschaftlichkeit über Menschenrechte stellen. Die Schilderungen im Buch sind an sich nicht neu, wenn man die Berichterstattung in den letzten Jahren, vor allem 2022, verfolgt hat. Doch mit all den Krisen auf der Welt rücken solche erschütternden Ereignisse so schnell in den Hintergrund, werden "abgelöst", dass Bücher wie dieses, Stimmen wie die von Gilda Sahebi so wichtig sind. Vieles von dem, was ich gelesen habe, hatte ich nicht mehr so präsent in Erinnerung, und noch vieles mehr habe ich dazu gelernt. Zum Beispiel, wie stark der Rassismus gegenüber und die Unterdrückung von kurdischen Menschen im Iran ist. Gilda Sahebi schafft es, die systematische Unterdrückung einer Regierung an ihrer Bevölkerung zu schildern, die historischen Hintergründe der Situation zu schildern (zumindest oberflächlich) und dabei immer die echten Menschen, die Betroffenen, in den Fokus zu stellen. Einige Aktivistinnen kommen selbst zu Wort, ihr Mut und ihre Hoffnung machen mir Gänsehaut. Was bleibt: die Stille, die inzwischen medial in Bezug auf die Proteste im Iran herrscht. Schwer, da die Hoffnung nicht zu verlieren. CN: T0d, F0lter, M0rd, Ras$ismus, G3walt, Verg3waltigung, Kindesm1ssbrauch, Su1zid, Queerf3indlichkeit, Ant1semitismus, Blut

5

Immer aktuell und relevant

Die feministische Revolution im Iran ist nicht vorbei. Sie geht immer weiter und die Geschichten der Menschen zu hören und zu kennen ist wichtig um die Revolution nicht zu vergessen. Das Buch öffnet einem brutal die Augen über die verheerenden Zustände die die Menschen im Iran aushalten müssen und zeigt eine Stärke, Resilienz und Hoffnung wie ihn nur der gemeinsame Kampf der Menschen für Freiheit repräsentieren kann. Jin, Jiyan, Azadi. Frau, Leben, Freiheit.

5

Starkes Buch über ein hoch aktuelles Thema welches in offiziellen Medien doch verklärt dargestellt wird.

3

In “Unser Schwert ist Liebe” (2023) erzählt Gilda Sahebi die Geschichten von Menschen, die insbesondere seit September 2022 gegen das iranische Regime protestier(t)en. Auslöser war der Tod der 22-jährigen Jina Mahsa Amini, die wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Kopftuchgesetze von der Sittenpolizei verhaftet und misshandelt wurde, sodass sie schließlich an ihren Verletzungen starb. Bei Aminis Beerdigung schwenkten viele Frauen* ihre Kopftücher und riefen “Jin Jiyan Azadî” (“Frau Leben Freiheit”). Diese kurdischen Worte wurden zum Leitspruch der feministischen Proteste im Iran. Es wurden nunmehr Dinge öffentlich ausgesprochen, die vorher im Iran nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert werden konnten: willkürliche Verhaftungen, Folter, systematische sexualisierte Gewalt in Gefängnissen, Schauprozesse, brutale Hinrichtungen. Die Proteste sind Ausdruck einer intersektional-feministischen Bewegung: Jina Mahsa Amini war Frau, Sunnitin und Kurdin und daher mehrfach diskriminiert. Die Zwangsverschleierung, um die es bei den Protesten oft geht, ist die äußere Verkörperung der Entrechtung, die Frauen seit Beginn der Islamischen Republik 1979 erfahren. Bereits am 8. März 1979 gingen in Teheran Zehntausende Frauen* auf die Straße, um gegen den Verschleierungszwang zu protestieren. Seit April 2023 scheint auf den Straßen wieder Ruhe zu herrschen. Nachwirkungen haben die Aufstände aber etwa in den Prozessen gegen die Demonstrant*innen, vor allem gegen Angehörige der kurdischen oder belutschischen Minderheiten. “Unser Schwert ist Liebe” ist eine Songzeile des iranischen Rappers Toomaj Salehi, der zuletzt im Januar 2024 erneut zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, weil er sich in seinen Songtexten gegen das Mullah-Regime ausspricht. Sahebi kritisiert, der Iran sei in Deutschland nur von Interesse, wenn es um das Atomabkommen ginge. Die Strategie “Wandel durch Handel” gehe offensichtlich nicht auf. Der Westen habe in Kauf genommen, dass sich das iranische Regime weiter international profiliert. Damit haben die westlichen Regierungen die Protestierenden verraten. Sahebi schreibt: “Aufmerksamkeit ist das Einzige, das Leben retten kann.” (S. 45)

5

Gilda Sahebi schreibt aus einer journalistischen und einer persönlichen Perspektive heraus, und es ist diese Mischung, die ihre Erzählungen so gut verständlich macht, wie ich finde. In diesem Buch lässt die Autorin verschiedene Stimmen zu Wort kommen, die ihr eigenen Geschichten und Erfahrungen teilen. Die feministisch geleitete Revolution im Iran wird so aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet. Das Buch handelt von menschenverachtenden, grausamen Taten des iranischen Regimes, die nicht erst seit Kurzem, sondern seit Jahrzehnten stattfinden. Trotzdem ist die Stimmung im Buch hoffnungsvoll und - meiner Ansicht nach - unglaublich inspirierend. Keine leichte Kost, aber das soll es ja auch gar nicht sein. Das Buch informiert, rüttelt wach und regt dazu an, sich weiter informieren zu wollen.

5

Ich tue mich schwer, dieses Buch „klassisch“ zu bewerten. Trotzdem habe ich dem Buch fünf Sterne gegeben. Nicht, weil es ein leichtes oder angenehmes Leseerlebnis war, sondern weil es ein unglaublich wichtiges ist. „Unser Schwert ist die Liebe“ hat mich beeindruckt und zugleich sehr bedrückt zurückgelassen. Die persönliche Perspektive eröffnet einen Blick auf den Iran und den feministischen Widerstand, der deutlich über das hinausgeht, was man meist aus westlichen Medien kennt. Kein einfaches Buch, aber eines, das lange nachwirkt und den eigenen Blick verändert.

4

Ich mochte das sie auch aus ihrer eigenen Familie Geschichten erzählt und das ganze verschiedene Leute zu Wort kommen man kann nur hoffen das diese ganzen Proteste am Ende das Regime aus dem Iran verdrängen

5

so wichtig! Journalistische und persönliche Perspektive haben das Buch für mich sehr zugänglich gemacht. Gilda Sahebi lässt kapitelweise außerdem andere Personen zu Wort kommen und macht es so möglich die Revolution im Iran aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Super wichtiges Buch zur feministischen Revolution im Iran, das nicht nur auf Aspekte des letzten Jahres sondern auch auf die Historie dahinter eingeht.

4

In "Unser Schwert ist Liebe" widmet sich Gilda Sahebi der aktuellen Protestbewegung im Iran, die durch den Tod von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 ausgelöst wurde. Der Untertitel des Buches „Die feministische Revolte im Iran“ deutet bereits an, dass es dabei vor allem um den mutigen Widerstand der Frauen geht, die für ihre Freiheit und Rechte kämpfen. Sahebi, selbst im Iran geboren und in Deutschland aufgewachsen, ist eine bekannte Journalistin und setzt sich intensiv mit Themen wie Rassismus, Frauenrechten und den Entwicklungen im Nahen Osten auseinander. Durch ihre enge Verbindung zu den Ereignissen im Iran und ihre Arbeit als Berichterstatterin ist sie eine wichtige Stimme in der Debatte. Worum geht's? Das Buch beleuchtet die vielfältigen Aspekte der Proteste im Iran und zeigt, wie tiefgreifend die Bewegung ist. Die Autorin beschreibt, wie der Tod von Jina Mahsa Amini zu landesweiten Protesten führte, die über alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten hinweg von Solidarität und dem Wunsch nach Freiheit geprägt sind. Neben den brutalen Repressionen des iranischen Regimes hebt Sahebi die Kraft der Liebe hervor, die den Widerstand antreibt. Dabei widmet sie sich sowohl der Rolle der Musik, die zum Ausdrucksmittel der Proteste geworden ist, als auch der langen Geschichte der Unterdrückung im Iran. Besonders eindrücklich ist, wie sie den Frauen, die an der Bewegung beteiligt sind, eine Stimme gibt und deren Perspektiven in den Mittelpunkt stellt. Meine Meinung Dies ist mein zweites Buch von Gilda Sahebi, nachdem mich ihr Werk "Wie wir uns Rassismus beibringen" bereits begeistert hat. Auch dieses Buch hat mich sehr bewegt, da es die mutigen Frauen und Männer im Iran in den Fokus rückt und ihre Geschichten authentisch und eindrucksvoll erzählt. Besonders schätze ich Sahebis nüchternen Schreibstil, der sachlich bleibt, obwohl das Thema extrem emotional ist. Das Buch hat eine angenehme Länge von 272 Seiten und lässt sich dank der Kapitelstruktur sehr flüssig lesen. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass Sahebi immer wieder anderen Frauen ihre Stimme leiht. Diese persönlichen Berichte bringen das Geschehen näher und verleihen dem Buch eine besondere Tiefe. Sahebi selbst ergreift deutlich Partei für die Frauen im Iran, was sowohl eine Stärke als auch eine kleine Schwäche des Buches ist. Einerseits verleiht es dem Text Authentizität und Leidenschaft, andererseits fehlt dadurch manchmal die journalistische Distanz. Einige Kapitel basieren auf Reden/Texten (nicht nur ihre eigenen), die auf Demonstrationen gehalten wurden, was zwar sehr kraftvoll ist, aber für mich hin und wieder den roten Faden vermissen ließ. Besonders bei den Übergängen zwischen den Kapiteln hat mich das manchmal im Lesefluss gestört. Es gibt auch einige Wiederholungen im Buch, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass unterschiedliche Texte zusammengeführt wurden. Dennoch bleibt jedes Thema für sich betrachtet spannend, wichtig und oft auch emotional aufwühlend – Wut ist ein Gefühl, das während der Lektüre immer wieder hochkommt. Sehr beeindruckend finde ich erneut die Liste der Todesopfer, die Sahebi anführt, um den Opfern der Bewegung ein Denkmal zu setzen – ähnlich wie sie es schon in ihrem Buch über Rassismus in Deutschland getan hat. Das Cover des Buches passt ebenfalls hervorragend zum Inhalt und hat mir auf Anhieb gefallen. Fazit "Unser Schwert ist Liebe" ist ein wichtiges und bewegendes Buch, das die feministische Revolte im Iran eindrucksvoll dokumentiert. Auch wenn es an manchen Stellen durch die fehlende Stringenz und Wiederholungen im Lesefluss etwas stockt, überzeugen die persönlichen Berichte, die Emotionalität und scharfen Analysen. Gilda Sahebi gelingt es, die Wut und den Mut der Protestierenden auf packende Weise zu vermitteln. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

Create Post