Unschärfen der Liebe
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Description
Eine Zugreise von Chur bis nach Istanbul: Angelika Overath erzählt eine west-östliche Fahrt durch den Balkan. Wie viel Freiheit kann es geben zwischen drei Menschen unterschiedlicher Kulturen, die einander suchen und sich selbst finden?
Als Baran im schweizerischen Chur den Zug besteigt, ahnt er bereits, dass nichts mehr so sein kann, wie es war. Sein Lebenspartner Cla entfremdet sich ihm. Und auch er hat sich verändert. Er liebt Cla, aber nun hat er die Bündnerin Alva, Clas vorherige Partnerin und Mutter ihres gemeinsamen Kindes Florinda, kennengelernt. Was bedeutet diese unerwartete Nähe? Je länger Baran aus dem Zugfenster schaut, hinter dem die Landschaften ihr Gesicht wechseln, je vertrauter ihm die Menschen in den Abteilen werden mit ihren Geschichten, desto mehr mischen sich Erinnerungen und gegenwärtiges Erleben. Orte und Zeiten gehen ineinander über. Im Nachtzug von Sofia nach Istanbul bricht eine Entscheidung auf, die am Ende alle überraschen muss.
Book Information
Author Description
Angelika Overath wurde 1957 in Karlsruhe geboren. Sie arbeitet als Reporterin, Literaturkritikerin und Dozentin und hat die Romane „Nahe Tage“, „Flughafenfische“, "Sie dreht sich um", "Ein Winter in Istanbul" und zuletzt „Unschärfen der Liebe“ geschrieben, mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Für ihre literarischen Reportagen wurde Angelika Overath mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. Sie lebt in Sent, Graubünden.
Posts
„𝘞𝘦𝘳 𝘣𝘦𝘳𝘦𝘪𝘵 𝘪𝘴𝘵 𝘻𝘶 𝘭𝘪𝘦𝘣𝘦𝘯, 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘴𝘤𝘩𝘶̈𝘵𝘻𝘦𝘯. 𝘚𝘵𝘪𝘮𝘮𝘵𝘦 𝘥𝘢𝘴?“ (𝘚.55) „Unschärfen der Liebe“ stand auf der Longlist des diesjährigen deutschen Buchpreises. Leider hat es der Roman nicht auf die Shortlist geschafft, hätte es aber definitiv verdient. - Baran reist von Chur (Schweiz) zurück in seine Wahlheimat Istanbul (Türkei). Da er keine Flugzeuge mag, tritt er seine Reise mit dem Zug an und nimmt uns mit durch eine wunderschöne Natur und eine weitreichende Geschichte. Auf der Fahrt, die nicht ganz nach Plan verläuft, hat er viel Zeit um sich mit sich und seinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Er lebt seit ein paar Jahren mit Cla zusammen, seiner großen Liebe, der aber sehr freiheitsliebend ist und nicht so viel von Verbindlichkeit hält wie Baran. Und dann ist da noch Alva, die Mutter von Cla‘s Tochter, der er kurz vor seiner Abreise sehr nahe gekommen ist. Auch die beiden verbindet eine aufflammende Liebe. „𝘒𝘰𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘦𝘳 𝘯𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘧𝘶̈𝘳 𝘊𝘭𝘢, 𝘯𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘧𝘶̈𝘳 𝘈𝘭𝘷𝘢? 𝘉𝘭𝘪𝘦𝘣 𝘪𝘩𝘮 𝘯𝘶𝘳 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘴 𝘐𝘤𝘩 𝘪𝘮 𝘝𝘰𝘳𝘣𝘦𝘪?“ (𝘚.182) Kurz vorm Ende scheint er eine Antwort für sich gefunden zu haben und dann kommt alles anders. - Angelika Overath verbindet in ihrem Roman schön die Beschreibung der Welt vor den Zugfesnstern, mit geschichtlichen Hintergründen und der Frage, was Liebe ausmacht. Auf der Reise von Chur nach Istanbul erleben wir eine beeindruckende, abwechslungsreiche Natur durch die Augen des Protaginisten. Durch zufällige Gespräche mit Mitteisenden erfahren wir viel über die Vergangenheit der Länder, die durchquert werden. Mal werfen wir einen schnellen Blick, mal einen Langsamen. Die Landschaft zieht vorbei oder lädt zum Betrachten ein, je nach Geschwindigkeit des Zuges. Diese Dynamik hat mir sehr gut gefallen. Es geht am Ende somit nicht nur um die Liebe zwischen Baran und Cla/Alva, sondern auch um die zur Natur und zur Heimat. Die Aufarbeitung und Einarbeitung der Beziehungen in die Reise, fand ich gut gelungen. Baran setzt sich sehr intensiv mit Liebe auseinander: was sie bedeutet, woran man sie bemerkt… Er blickt immer wieder in die Vergangenheit und ermöglicht so auch dem Leser einen Einblick in seine Geschichte. Der Schreibstil von Overath ist bildlich, poetisch und ruhig. Erst zum Ende hin nimmt die Geschichte an Fahrt auf, etwas was mich ein wenig irritiert hat, hätte ich es doch nicht unbedingt gebraucht, aber das ist Geschmackssache. Was bleibt ist die Erkenntnis, das Liebe kompliziert sein kann, dass man sie nicht erdenken kann, dass sie unberechenbar ist und nun ja, irgendwie unscharf bleibt. Große Empfehlung meinerseits.
Angelika Overath nimmt uns mit auf eine Zugfahrt von der Schweiz bis nach Istanbul Neben der Geschichte des Protagonisten, der in diesem Zug fährt, erleben wir auch die ganze Zugfahrt mit ihm mit, wie es draußen aussieht, wie die Bahnhöfe aussehen, welche Menschen zeitweise im gleichen Wagen mitreisen. Wir werden zu genauen Beobachter*innen einzelner Mitreisenden und sehen die Orte, Bahnhöfe und Gebäude auf der Balkanroute durch die Augen des Protagonisten. Sprachlich wunderschön und ergreifend.
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Eine Zugreise von Chur bis nach Istanbul: Angelika Overath erzählt eine west-östliche Fahrt durch den Balkan. Wie viel Freiheit kann es geben zwischen drei Menschen unterschiedlicher Kulturen, die einander suchen und sich selbst finden?
Als Baran im schweizerischen Chur den Zug besteigt, ahnt er bereits, dass nichts mehr so sein kann, wie es war. Sein Lebenspartner Cla entfremdet sich ihm. Und auch er hat sich verändert. Er liebt Cla, aber nun hat er die Bündnerin Alva, Clas vorherige Partnerin und Mutter ihres gemeinsamen Kindes Florinda, kennengelernt. Was bedeutet diese unerwartete Nähe? Je länger Baran aus dem Zugfenster schaut, hinter dem die Landschaften ihr Gesicht wechseln, je vertrauter ihm die Menschen in den Abteilen werden mit ihren Geschichten, desto mehr mischen sich Erinnerungen und gegenwärtiges Erleben. Orte und Zeiten gehen ineinander über. Im Nachtzug von Sofia nach Istanbul bricht eine Entscheidung auf, die am Ende alle überraschen muss.
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Author Description
Angelika Overath wurde 1957 in Karlsruhe geboren. Sie arbeitet als Reporterin, Literaturkritikerin und Dozentin und hat die Romane „Nahe Tage“, „Flughafenfische“, "Sie dreht sich um", "Ein Winter in Istanbul" und zuletzt „Unschärfen der Liebe“ geschrieben, mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Für ihre literarischen Reportagen wurde Angelika Overath mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. Sie lebt in Sent, Graubünden.
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„𝘞𝘦𝘳 𝘣𝘦𝘳𝘦𝘪𝘵 𝘪𝘴𝘵 𝘻𝘶 𝘭𝘪𝘦𝘣𝘦𝘯, 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘴𝘤𝘩𝘶̈𝘵𝘻𝘦𝘯. 𝘚𝘵𝘪𝘮𝘮𝘵𝘦 𝘥𝘢𝘴?“ (𝘚.55) „Unschärfen der Liebe“ stand auf der Longlist des diesjährigen deutschen Buchpreises. Leider hat es der Roman nicht auf die Shortlist geschafft, hätte es aber definitiv verdient. - Baran reist von Chur (Schweiz) zurück in seine Wahlheimat Istanbul (Türkei). Da er keine Flugzeuge mag, tritt er seine Reise mit dem Zug an und nimmt uns mit durch eine wunderschöne Natur und eine weitreichende Geschichte. Auf der Fahrt, die nicht ganz nach Plan verläuft, hat er viel Zeit um sich mit sich und seinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Er lebt seit ein paar Jahren mit Cla zusammen, seiner großen Liebe, der aber sehr freiheitsliebend ist und nicht so viel von Verbindlichkeit hält wie Baran. Und dann ist da noch Alva, die Mutter von Cla‘s Tochter, der er kurz vor seiner Abreise sehr nahe gekommen ist. Auch die beiden verbindet eine aufflammende Liebe. „𝘒𝘰𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘦𝘳 𝘯𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘧𝘶̈𝘳 𝘊𝘭𝘢, 𝘯𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘧𝘶̈𝘳 𝘈𝘭𝘷𝘢? 𝘉𝘭𝘪𝘦𝘣 𝘪𝘩𝘮 𝘯𝘶𝘳 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘴 𝘐𝘤𝘩 𝘪𝘮 𝘝𝘰𝘳𝘣𝘦𝘪?“ (𝘚.182) Kurz vorm Ende scheint er eine Antwort für sich gefunden zu haben und dann kommt alles anders. - Angelika Overath verbindet in ihrem Roman schön die Beschreibung der Welt vor den Zugfesnstern, mit geschichtlichen Hintergründen und der Frage, was Liebe ausmacht. Auf der Reise von Chur nach Istanbul erleben wir eine beeindruckende, abwechslungsreiche Natur durch die Augen des Protaginisten. Durch zufällige Gespräche mit Mitteisenden erfahren wir viel über die Vergangenheit der Länder, die durchquert werden. Mal werfen wir einen schnellen Blick, mal einen Langsamen. Die Landschaft zieht vorbei oder lädt zum Betrachten ein, je nach Geschwindigkeit des Zuges. Diese Dynamik hat mir sehr gut gefallen. Es geht am Ende somit nicht nur um die Liebe zwischen Baran und Cla/Alva, sondern auch um die zur Natur und zur Heimat. Die Aufarbeitung und Einarbeitung der Beziehungen in die Reise, fand ich gut gelungen. Baran setzt sich sehr intensiv mit Liebe auseinander: was sie bedeutet, woran man sie bemerkt… Er blickt immer wieder in die Vergangenheit und ermöglicht so auch dem Leser einen Einblick in seine Geschichte. Der Schreibstil von Overath ist bildlich, poetisch und ruhig. Erst zum Ende hin nimmt die Geschichte an Fahrt auf, etwas was mich ein wenig irritiert hat, hätte ich es doch nicht unbedingt gebraucht, aber das ist Geschmackssache. Was bleibt ist die Erkenntnis, das Liebe kompliziert sein kann, dass man sie nicht erdenken kann, dass sie unberechenbar ist und nun ja, irgendwie unscharf bleibt. Große Empfehlung meinerseits.







