Unberechenbar

Unberechenbar

Softcover
3.54
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Description

Alles klar? Von wegen...

Wie berechenbar ist das Leben? Und wie viel Unberechenbarkeit, Unklarheit und Uneindeutigkeit ertragen wir im Alltag? In welcher Gesellschaft wollen wir leben – vor allem, wenn es schwierig wird? Helfen da Physik, Mathematik oder die Wirtschaft? Harald Lesch und Thomas Schwartz analysieren mit Scharfsinn und Witz, welche Missstände und Fehlentwicklungen uns beschäftigen. Sie begnügen sich dabei nicht mit Krisen-Gejammer, sie wollen mehr. Ihre Schlüsse sind wissenschaftlich präzise, sie entlarven Verschwörungstheorien und Vorurteile, und stellen konkrete Forderungen, an Politik, Wirtschaft und jeden einzelnen. Pointiert und vor allem kreativ erklären Lesch und Schwartz, weshalb das Dorf-Prinzip hilft, singen das Lob der Grenze und lassen eine Freiheit fühlen, die Dialekt spricht und Raum gibt. Ein faszinierendes und bahnbrechendes Buch – so unberechenbar wie das Leben.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Mathematics & Natural Sciences
Format
Softcover
Pages
176
Price
11.40 €

Author Description

Harald Lesch ist Professor für Theoretische Astrophysik am Institut für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität München und einer der bekanntesten Naturwissenschaftler in Deutschland. Seit vielen Jahren vermittelt er einer breiten Öffentlichkeit spannendes populärwissenschaftliches Wissen. Durch die Sendereihe »alpha-Centauri« bekannt geworden, moderiert er heute u. a. »Terra X Harald Lesch« im ZDF. Er hat, allein oder mit Co-Autoren, eine Vielzahl erfolgreicher Bücher veröffentlicht, u. a. »Was hat das Universum mit mir zu tun?«, »Wenn nicht jetzt, wann dann?«, »Denkt mit!« und »Die Entdeckung der Milchstraße«.

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„Unberechenbar“ greift wichtige Themen wie Zeitdruck, Geschwindigkeit und Entschleunigung auf, konnte mich insgesamt aber nicht wirklich abholen.

Unberechenbar ist ein Buch, das viel will: Es kritisiert Beschleunigung, Effizienzdenken und die Illusion, alles im Leben berechnen und optimieren zu können. Thematisch geht es um Zeit, Geschwindigkeit, Multitasking, Grenzen und Verantwortung – alles hochrelevante Fragen unserer Gegenwart. Trotzdem hat mich das Buch insgesamt nicht wirklich abgeholt. Vor allem der erste Teil des Buches (bis etwa 40 %) blieb für mich schwer zugänglich. Es fiel mir schwer, einen roten Faden zu erkennen, und rückblickend ist davon auch wenig hängen geblieben. Ob das an den Themen selbst oder an der Art der Darstellung lag, kann ich nicht eindeutig trennen – vermutlich an beidem. Ich hatte stellenweise das Gefühl, mich erst „eingrooven“ zu müssen, was eher hinderlich als hilfreich ist. Das Buch formuliert Bekanntes oft treffend, führt es jedoch selten über bereits bekannte Diskurse hinaus. Ein wiederkehrendes Problem für mich ist der Stil. Wer Klarheit, Entschleunigung und Qualität fordert, sollte selbst klar und ruhig schreiben. Lange, verschachtelte Sätze – ob objektiv sehr lang oder nur so wirkend – erschweren das Lesen unnötig. Passend dazu ist die Metapher der Sprinkleranlage als Bild für die Informationsflut: Sie ist gut verständlich, trifft aber unfreiwillig auch auf das Buch selbst zu. Eine Flut aus Worten, Bildern und Gedanken macht es mir persönlich schwer, die vermittelten Inhalte gezielt aufzunehmen. Positiv hervorheben möchte Gedanken wie „Nur wer Zeit erhält, Fehler zu machen, kann wachsen“ oder die Wertschätzung des Innehaltens. Zitate wie Henry Fords „Der größte Feind der Qualität ist die Eile“ stehen dabei wohltuend im Kontrast zum allgegenwärtigen „Time is money“-Denken. Enttäuscht war ich allerdings an einer Stelle besonders: Die Entdeckung der DNA-Doppelhelix wird Watson und Crick zugeschrieben, ohne Rosalind Franklin zu erwähnen. Die Fokussierung auf Watson und Crick ohne Einordnung der Rolle Rosalind Franklins reproduziert ein bekanntes Ungleichgewicht der Wissenschaftsgeschichte – gerade in einem Buch, das sich kritisch mit Wissenschaft, Verantwortung und blinden Flecken auseinandersetzt, ist das eine verpasste Chance. Unterm Strich ist Unberechenbar für mich ein nettes, aber kein notwendiges Buch. Es enthält richtige Gedanken und einzelne starke Sätze, verliert sich jedoch zu oft im Stil und bleibt inhaltlich hinter meinen Erwartungen zurück. Dass es nur 176 Seiten hat, war für mich ehrlich gesagt ein Vorteil – sonst hätte ich vermutlich abgebrochen.

War ok. Hab es als Hörbuch gehört. Stichpunkte, die mir hängen geblieben sind: Berechenbarkeit Es geht darum, dass wir als Gesellschaft Angst vor der Unberechenbarkeit haben. Die Digitalisierung lässt uns glauben, alles kann berechnet und möglichst vorausgesehen und kontrolliert werden. Langsamkeit Wir konzentrieren uns zu sehr auf das Unmittelbare, damit sichern wir uns die vollständige Kontrolle, nichts mehr ist offen, nichts Neues passiert. Der perfekte Determinismus einer perfekten Maschine, vollständig berechenbar. Wir wollen nur noch dasselbe. Angst vor Veränderung. Der Wissenschaft und Forschung werden ihrer Möglichkeiten beraubt. Keine Vielfalt mehr. Wir sind nicht mehr flexibel und so weniger resilient. Wir brauchen Spielräume und wir müssen mehr spielen. Henry Ford: "Der größte Feind der Qualität ist die Eile." Für das ultraschnelle oder das ultralangsame können wir keine Intuition entwickeln. Wenn wir mit Technik sehr schnell Handeln, verstehen wir nicht, können wir nicht verstehen, was wir damit anrichten. Wir können Konsequenzen nicht mehr einschätzen (Beispiel: virale Verbreitung von Nachrichten). Wir vergessen die Schönheit der Langsamkeit. Wir wählen öfter die Informationen, die wir zu verstehen glauben, weil sie unseren Intuitionen entsprechen. Für sorgfältiges Auswählen und Abwägen, braucht es Zeit, man muss Innehalten. Innehalten bedeutet Distanz einzunehmen. Wenn wir immer parallel alles gleichzeitig machen leben wir nie ganz mit anderen und nie ganz mit uns selbst, wir werden zu Spielbällen von Außeneinflüssen. Ein Langsamkeitsindex für Unternehmen? In der Arbeitswelt? Entschleunigung in Institutionen. Alle Ebenen müssen von der "neuen Langsamkeit" einbezogen werden, nicht nur privat. Wenn Qualität nicht mit Eile erreicht werden kann, dann wird Qualitätszeit auch keine Eilezeit. Jeder sollte sich klar werden, wo er Gas geben und wo er bremsen sollte: Prioritäten undso. Grenzen Grenzen anerkennen, aber auch wissen, wann und wo man sie überschreiten bzw. versetzen darf. Das Dorf Enge in Köpfen. Kurze Wege. Nähe. Argwöhnische Blicke. Alle werden gleich behandelt. Vertrautheit. Sich Duzen. In dieser Atmosphäre entstehen Nähe, die über Titel hinausreichen? Ich weiß nicht. Vertrautheit gibt Halt im Unbekannten, in der großen weiten Welt, die Welt wird überschaubar, fassbar, Komplexitätsreduktion. Das Dorfprinzip. Kurze Wege des Miteinanders. Grenzen seiner selbst und Nachbarn kennen. Ehrliche Anteilnahme ohne Übergriffigkeit. Es waren immer die gleichen Wege, die man gehen sollte, ausgetreten, wenig inspirierend. Balanceakt: Unberechenbarkeit und gleichzeitig nicht in völliger Willkür versinken. Wir brauchen Spekulanten des Geistes, die sich Raum und Zeit verschaffen für das Absichtsfreie. Eigene Gedanken = eigene Identität. Uneindeutigkeit bedeutet, Spielraum und Möglichkeiten zu haben. Das ermöglicht es uns auf die Komplexität der Welt zu reagieren, ohne daran zu zerbrechen. Systeme werden starrer, bis sie brechen und kollabieren. Wer keine Spielräume hat erstarrt und steht ständig vor einer inneren Zerreißprobe. Die Vorstellung von einem kontinuierlichem Fortschritt des Lebens. Klarer Anfang, klares Ziel, kein Platz für Spielräume/Unvorhergesehenes (Beispiel: Arbeitswelt und Lücke im Lebenslauf). Balance zwischen Vielfalt und Routine

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