Un Amor

Un Amor

Softcover
3.512

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Description

Ambiciosa, sólida, arriesgada: vuelve Sara Mesa con una novela en la que las pulsiones más insospechadas de sus protagonistas van emergiendo mientras la comunidad construye su chivo expiatorio.á La historia de Un amor ocurre en La Escapa, un pequeño núcleo rural donde Nat, una joven e ?inexperta traductora, acaba de mudarse. Su casero, que le regala un perro como gesto de bienvenida, no tardará en mostrar su verdadera cara, y los conflictos en torno a la casa alquilada ?una construcción pobre, llena de grietas y goteras? se convertirán en una verdadera obsesión para ella. El resto de los habitantes de la zona ?la chica de la tienda, Píter el hippie, la vieja y demente Roberta, Andreas el alemán, la familia de ciudad que pasa allí los fines de semana? acogerán a Nat con aparente normalidad, mientras de fondo laten la incomprensión y la extrañeza mutuas.La Escapa, con el monte de El Glauco siempre presente, terminará adquiriendo una personalidad propia, oprimente y confusa, que enfrentará a Nat no solo con sus vecinos, sino también consigo misma y sus propios fracasos. Llena de silencios y equívocos, de prejuicios y sobrentendidos, de tabús y transgresiones, Un amor aborda, de manera implícita pero constante, el asunto del lenguaje no como forma de comunicación sino de exclusión y diferencia.Sara Mesa vuelve a confrontar al lector con los límites de su propia moral en una obra ambiciosa, arriesgada y sólida en la que, como si de una tragedia griega se tratara, las pulsiones más insospechadas de sus protagonistas van emergiendo poco a poco mientras, de forma paralela, la comunidad construye su chivo expiatorio.'La escritura de Mesa reivindica en cada línea su estricto cariz literario' (Manuel Hidalgo, El Mundo).'Una escritora muy sólida. Una escritura serena y vibrante a un tiempo' (Francisco Solano, El País).'Es una escritora como pocas, pues siempre logra establecer una atmósfera turbadora en sus historias' (Eric Gras, El Periódico Mediterráneo).

Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
192
Price
22.00 €

Posts

3
All
4

Ein sehr intensives Buch, eine Nicht-Liebesgeschichte

„Als es dunkel wird, spürt sie, wie die Last auf sie stürzt, so schwer, dass sie sich setzen muss, um Luft zu holen.“ Mit diesem Satz beginnt Sara Mesa ihren Roman und beginnt gleich damit, der Geschichte eine Richtung zu geben. Es ist Nats erste Nacht in ihrem neuen Zuhause, die einfach nur unbequem und voller schwerer Gedanken ist. War es richtig, in diesen Ort in dieses Haus zu ziehen? Was wäre wenn? Nats Gedankenkarussell beginnt hier auf der ersten Seite und wird sich das Buch über drehen. Nat versucht am nächsten Tag mit dem Vermieter zu sprechen, da das Haus in einem desolateren Zustand ist als bei der Besichtigung, schafft es aber nicht, sich gegen ihn durchzusetzen und dies wird sich wie ein roter Faden durchs Buch ziehen. Der Hund, den er ihr andreht, ist das Gegenteil von dem, was sie sich vorgestellt hat, aber sie sagt nichts, sondern denkt nur darüber nach. Sie nennt den Hund Sieso, was Nichtsnutz, Spielverderber, Lahmarsch bedeutet. Doch sie versucht ihn, an sich zu gewöhnen und kümmert sich um ihn, auch wenn die anderen dies argwöhnisch betrachten. Das ist etwas, was sofort auffällt. La Escapa ist ein so kleiner Ort, dass alle alles wissen, beobachten und nichts geheim bleibt. Gleichzeitig ist es auch ein wenig unheimlich wie Sara Mesa die Menschen beschreibt bzw. wie sie Nat die Menschen beschreiben lässt. Nat denkt in einer Tour über alles und jeden nach und interpretiert in alles etwas hinein, bezieht es auf sich. Es ist kein leichter Start in diesem Ort. Der Garten ist vertrocknet, das Haus eine gammelige Bruchbude und bis auf Píter sind nur noch die Roma, die von den Dorfbewohnern argwöhnisch beäugt werden, nett zu ihr. Die Übersetzung will nicht recht vorankommen und es gibt immer wieder neue Probleme, aber auch minimale Fortschritte mit Sieso, auch wenn ihm am Ende eine tragische Rolle zufallen wird. Was auffällt, ist die Tatsache, dass Nat nicht aufmuckt, sondern sich klein halten lässt und versucht, anders aus Schwierigkeiten heraus zu manövrieren. So pocht sie nicht darauf, dass der Vermieter ihr das Dach repariert, sondern lässt sich auf einen Handel ein, der ihr Leben letztendlich vollends aus dem Ruder laufen lässt. Und das zu beschreiben, gelingt der Autorin vorzüglich. Diese Überwindung, die es Nat kostet, um etwas zu tun, was ihr eine Dachreparatur einbringt und was daraus entsteht. Diesen Übergang von einem reinen Geschäft zu einer exzessiven Beziehung, die keine wirkliche Beziehung ist, wird atmosphärisch unglaublich intensiv beschrieben, dass man beim Lesen mitten drin ist in Nats Gefühlen, in ihrem Kopf. Nat denkt und denkt und interpretiert in alles etwas hinein und schottet sich gleichzeitig von der Außenwelt ab und lebt nur noch in einem kleinen begrenzten Radius. Alles dreht sich um diese eine Person und was sie mit ihr erlebt. Jede Bewegung, jedes Wort (und das sind wahrlich nicht viele) werden von ihr analysiert und interpretiert. Natürlich bleibt es im Dorf nicht unbemerkt, auch wenn Nat es denkt. Und sie lässt sich verunsichern, etwas das typisch ist für sie. Sie fühlt sich abgelehnt, hat Verlustängste und kann ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Ich müsste spoilern, wollte ich das genauer beschreiben, und das möchte ich natürlich nicht. „Eine Liebe“ ist ein Buch, das sehr intensiv ist. Sara Mesa gewährt einem viel Einblick in Nats Kopf und in ihre inneren Qualen. Ihr Neuanfang, der nicht wirklich gelingt, ihr Gefühl, nicht wirklich Teil dieser Gemeinschaft zu sein und die Gesetze dieser Gemeinschaft, die nicht einfach sind, wenn man so strukturiert ist wie Nat. Sie hat nie gelernt, richtig für sich einzustehen und wirklich „aufzumucken“ und lässt sich leicht verunsichern. Die Schmerzen, die Worte und auch das nicht Gesagte verursachen können, fallen bei Nat, der Meisterin des Gedankenkarussells, auf fruchtbaren Boden, ein Gegensatz zur kargen Landschaft. Am Ende drehen sich nicht nur die Gedanken immer schneller, sondern auch die Handlung verändert sich. Es passiert alles Schlag auf Schlag, als Leser*in ist man geradezu atemlos ob der Schnelligkeit. Sara Mesa ist es gelungen, nicht nur eine Geschichte über eine Außenseiterin zu schreiben, sondern hat es geschafft, die kleinen Verwebungen, die ungeschriebenen Gesetze einer kleinen Dorfgemeinschaft mit ihren menschlichen Abgründen in eine ungewöhnliche Erzählung zu packen.

3.5

Was für ein Text! Dieses Buch muss ich noch etwas sacken lassen... so traurig, beklemmend, wahrhaftig... und doch frage ich mich, was wirklich passiert ist und welche Schilderungen nur Einbildung waren oder auf welchen Ängsten und Erinnerungen sie beruhen. Zugleich lösen manche Sätze Erinnerungen an eigene Erlebnisse und Gefühle aus... Gefühle in Beziehungen, die keine gewesen sind... und die Frage: will ich mich damit überhaupt noch beschäftigen? Ein sehr guter Text, der stilistisch an Juli Zeh erinnert... aber auch ein Stück Arbeit.

Was für ein Text! Dieses Buch muss ich noch etwas sacken lassen... so traurig, beklemmend, wahrhaftig... und doch frage ich mich, was wirklich passiert ist und welche Schilderungen nur Einbildung waren oder auf welchen Ängsten und Erinnerungen sie beruhen. Zugleich lösen manche Sätze Erinnerungen an eigene Erlebnisse und Gefühle aus... Gefühle in Beziehungen, die keine gewesen sind... und die Frage: will ich mich damit überhaupt noch beschäftigen? Ein sehr guter Text, der stilistisch an Juli Zeh erinnert... aber auch ein Stück Arbeit.
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