Träume voller Schatten
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Description
Book Information
Author Description
Christina Löw würde am liebsten den ganzen Tag lang schreiben, um allen Ideen, die ihr durch den Kopf hüpfen, die angemessene Aufmerksamkeit zu schenken. Vor allem da ihre Plotbunnies alles zwischen historischem Kinderbuch, Regionalkrimi, Phantastik in unterschiedlichen Ausprägungen, Dystopie und auch englischen Stoffen einschließen. Märchen durften da natürlich ebenfalls nicht fehlen. Hauptberuflich arbeitet Christina als Literatur-Übersetzerin und Lektorin/Korrektorin. Daneben beschäftigt sie sich als Journalistin vor allem mit kulturellen und sozialen Themen. Außerdem ist sie als Kunstvermittlerin in Museen tätig.
Posts
Das Cover ist wie immer großartig! Es setzt den Fokus auf die Hauptfigur und zeigt Patrick als Mensch und Zwerg. Vor allem durch die Illustration des Zwergs erkennt man direkt, um welches Märchen es sich handelt. Ich bin nicht so leicht in die Geschichte gekommen. Patrick war mir erst gar nicht sympatisch und es hat einige Kapitel gedauert, bis ich langsam anfing ihn zu mögen. Dadurch, dass er mir am Anfang so unsympathisch war, war seine Entwicklung im Buch aber deutlich zu merken. Wer das Märchen von Wilhelm Hauff kennt, kann sich den Verlauf aber auch in groben Zügen denken. Der Verlauf der Geschichte führt Patrick auch in die Psychatrie. Alles wirkte dort sehr authentisch und die Autorin hat sich wirklich Mühe mit diesen Kapiteln gegeben. Das finde ich sehr positiv. Sexueller Missbrauch ist ganz klar das Hauptthema des Buchs, aber auch Freundschaft und Selbstbestimmtheit spielen eine Rolle. Der Schreibstil von Christina Löw hat mir sehr gut gefallen. Er ist fesselnd und unterhaltsam. Die Autorin erschafft tolle Bilder mit ihren Worten! Wenn ich mal in der Geschichte drin war, kam ich auch erstmal flüssig durch. Doch ab und zu ging mir Patrick dermaßen auf die Nerven in den ersten Kapiteln, so dass ich das Buch zur Seite legte und erstmal etwas anderes lesen wollte. Das lag aber keinesfalls an der Geschichte oder am Schreibstil, sondern mehr an der Grundeinstellung von Patrick am Anfang des Buches. Er ist sehr auf sein Äußeres fixiert und das kann ich halt so gar nicht ab. Da ich die erste Hälfte des Buchs nur mit Mühe und Not geschafft habe, ziehe ich einen Stern ab. Für jeden der Märchenadaptionen mag, ist das Buch aber definitiv einen Blick wert und verspricht eine schöne Unterhaltung.
Träume voller Schatten ist eine raffinierte Adaption von Wilhelms Hauffs Märchen Zwerg Nase, die den Kern des Märchens in eine durchaus düstere Geschichte über Missbrauch, Traumata und deren Verarbeitung einwebt. Gerade dieses geschickte Aufgreifen, Umdeuten und Einflechten einzelner Elemente des Märchens hat mir gut gefallen. Die Autorin bedient sich dabei bei weitem nicht aller Bausteine aus Hauffs Märchen, sondern nutzt nur die, die sich sinnvoll mit ihrer eigenen Geschichte verknüpfen lassen, darunter natürlich der Zwerg mit der riesigen Nase (das schlichtweg genial verarbeitete Motiv), die Gans oder die Eichhörnchen. Ich hatte ursprünglich erwartet, dass der Modelwettbewerb und Patricks Lehrer eine aktivere Rolle spielen, sie bilden jedoch nur den Auftakt zu einer düsteren und eindringlich geschriebenen Reise des Protagonisten voller Albträume, Wahn und verdrängter Erinnerungen. Dabei ist positiv hervorzuheben, dass Träume voller Schatten auch manches der Deutung des Lesenden überlässt. Dies und die klare Botschaft, sich seinen Ängsten und Erinnerungen zu stellen und sie zu überwinden, macht die Märchenadaption zu einem Roman, der nachwirkt. Problematisch war ein wenig der Einstieg, da Patrick als narzisstischer Schönling am Anfang nicht unbedingt ein Protagonist ist, mit dem man sich leicht identifizieren kann oder der rasche Sympathien erweckt. Man braucht ein bisschen, bis man sich ihm verbunden fühlt, doch dieser Moment kommt und im Laufe der Geschichte fiebert man dann immer mehr mit ihm mit. Dies ist jedoch nur ein kleiner Wermutstropfen. Insgesamt gebe ich dem Buch daher eine 9/10. Wer Märchen und Märchenadaptionen mag, kann hier nicht danebenliegen.
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Christina Löw würde am liebsten den ganzen Tag lang schreiben, um allen Ideen, die ihr durch den Kopf hüpfen, die angemessene Aufmerksamkeit zu schenken. Vor allem da ihre Plotbunnies alles zwischen historischem Kinderbuch, Regionalkrimi, Phantastik in unterschiedlichen Ausprägungen, Dystopie und auch englischen Stoffen einschließen. Märchen durften da natürlich ebenfalls nicht fehlen. Hauptberuflich arbeitet Christina als Literatur-Übersetzerin und Lektorin/Korrektorin. Daneben beschäftigt sie sich als Journalistin vor allem mit kulturellen und sozialen Themen. Außerdem ist sie als Kunstvermittlerin in Museen tätig.
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Das Cover ist wie immer großartig! Es setzt den Fokus auf die Hauptfigur und zeigt Patrick als Mensch und Zwerg. Vor allem durch die Illustration des Zwergs erkennt man direkt, um welches Märchen es sich handelt. Ich bin nicht so leicht in die Geschichte gekommen. Patrick war mir erst gar nicht sympatisch und es hat einige Kapitel gedauert, bis ich langsam anfing ihn zu mögen. Dadurch, dass er mir am Anfang so unsympathisch war, war seine Entwicklung im Buch aber deutlich zu merken. Wer das Märchen von Wilhelm Hauff kennt, kann sich den Verlauf aber auch in groben Zügen denken. Der Verlauf der Geschichte führt Patrick auch in die Psychatrie. Alles wirkte dort sehr authentisch und die Autorin hat sich wirklich Mühe mit diesen Kapiteln gegeben. Das finde ich sehr positiv. Sexueller Missbrauch ist ganz klar das Hauptthema des Buchs, aber auch Freundschaft und Selbstbestimmtheit spielen eine Rolle. Der Schreibstil von Christina Löw hat mir sehr gut gefallen. Er ist fesselnd und unterhaltsam. Die Autorin erschafft tolle Bilder mit ihren Worten! Wenn ich mal in der Geschichte drin war, kam ich auch erstmal flüssig durch. Doch ab und zu ging mir Patrick dermaßen auf die Nerven in den ersten Kapiteln, so dass ich das Buch zur Seite legte und erstmal etwas anderes lesen wollte. Das lag aber keinesfalls an der Geschichte oder am Schreibstil, sondern mehr an der Grundeinstellung von Patrick am Anfang des Buches. Er ist sehr auf sein Äußeres fixiert und das kann ich halt so gar nicht ab. Da ich die erste Hälfte des Buchs nur mit Mühe und Not geschafft habe, ziehe ich einen Stern ab. Für jeden der Märchenadaptionen mag, ist das Buch aber definitiv einen Blick wert und verspricht eine schöne Unterhaltung.
Träume voller Schatten ist eine raffinierte Adaption von Wilhelms Hauffs Märchen Zwerg Nase, die den Kern des Märchens in eine durchaus düstere Geschichte über Missbrauch, Traumata und deren Verarbeitung einwebt. Gerade dieses geschickte Aufgreifen, Umdeuten und Einflechten einzelner Elemente des Märchens hat mir gut gefallen. Die Autorin bedient sich dabei bei weitem nicht aller Bausteine aus Hauffs Märchen, sondern nutzt nur die, die sich sinnvoll mit ihrer eigenen Geschichte verknüpfen lassen, darunter natürlich der Zwerg mit der riesigen Nase (das schlichtweg genial verarbeitete Motiv), die Gans oder die Eichhörnchen. Ich hatte ursprünglich erwartet, dass der Modelwettbewerb und Patricks Lehrer eine aktivere Rolle spielen, sie bilden jedoch nur den Auftakt zu einer düsteren und eindringlich geschriebenen Reise des Protagonisten voller Albträume, Wahn und verdrängter Erinnerungen. Dabei ist positiv hervorzuheben, dass Träume voller Schatten auch manches der Deutung des Lesenden überlässt. Dies und die klare Botschaft, sich seinen Ängsten und Erinnerungen zu stellen und sie zu überwinden, macht die Märchenadaption zu einem Roman, der nachwirkt. Problematisch war ein wenig der Einstieg, da Patrick als narzisstischer Schönling am Anfang nicht unbedingt ein Protagonist ist, mit dem man sich leicht identifizieren kann oder der rasche Sympathien erweckt. Man braucht ein bisschen, bis man sich ihm verbunden fühlt, doch dieser Moment kommt und im Laufe der Geschichte fiebert man dann immer mehr mit ihm mit. Dies ist jedoch nur ein kleiner Wermutstropfen. Insgesamt gebe ich dem Buch daher eine 9/10. Wer Märchen und Märchenadaptionen mag, kann hier nicht danebenliegen.





