Tiger, Tiger
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Description
Book Information
Posts
TW: sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt, psychische Krankheit, Suizid. Ich habe großen Respekt vor - der mittlerweile leider verstorbenen - Margaux Fragoso, die hier schonungslos ehrlich ihre Geschichte niedergeschrieben hat. Die Geschichte, wie sie als siebenjähriges Mädchen bei einem Freibadbesuch mit ihrer psychisch schwer kranken Mutter Peter kennenlernt. Peter ist zu diesem Zeitpunkt 51 Jahre alt und pädophil. Bald verbringen Margaux und ihre Mutter immer mehr Zeit bei Peter und die Beziehung zwischen Peter und Margaux driftet schnell ins Illegale. In den Missbrauch. Fragoso lässt kein Detail aus und lässt einen so neben Peters Sicht insbesondere ihre eigene Perspektive auf den Jahre lang andauernden Missbrauch und die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden - so gut das irgendwie geht - nachvollziehen. Puh, ich war mehrfach kurz davor das Buch abzubrechen und ich kann bis zum Ende nicht sagen, dass ich es irgendjemandem guten Gewissens empfehlen könnte oder würde. Deshalb auch keine Punktebewertung.
Diese Geschichte hat mich erschüttert!
Ich habe dem Buch 5 Sterne gegeben, weil ich das Thema sehr wichtig finde. Sexueller Missbrauch an Kindern findet überall statt, auch da wo wir ihn am wenigsten Vermuten. Die auf den ersten Blick nettesten und fürsorglichsten Menschen können Täter sein und Margaux Fragosos Geschichte zeigt sehr deutlich welche Dynamik zwischen Opfer und Täter entsteht. Die Zeilen wirkten für mich als wäre sie nicht nur Gedanklich in die Vergangenheit gerauscht sondern auch der Schreibstil wirkt oft kindlich. Und manchmal war ich fast versucht Mitleid mit Peter zu empfinden, ihre Liebe beschützen zu wollen. Aber bitte nicht falsch verstehen, ich denke das zeigt nur sehr gut wie solche Täter vorgehen um zu bekommen was sie sich wünschen. Es gab genug Momente im Buch , in denen ich Zeilen überfliegen musste weil sie mich erschüttert haben und zeigten mit welchen perfiden Methoden Peter Margaux manipuliert hat und sich ihre Kindheit und Jugend für die Befriedigung seiner Bedürfnisse erschlichen hat. Margaux Fragoso hat wirklich schlimmes durchgemacht und hat schlussendlich noch den Kampf gegen den Krebs verloren.
Wie bewertet man so ein Buch?
Puh... Also erstmal sollte sich jeder bewusst sein ob er so ein Thema lesen kann oder es auslässt. Ich kam zu dem Buch weil es im Buch wilde Tiger erwähnt wurde, was ich auch bereits gelesen habe. Schaut da gern in die Rezensionen. Einem Buch 5 Sterne zu geben obwohl die Geschichte einen immer mit einem gewissen Brechreiz lesen lässt ist makaber. Aber dieses Buch ist so wahnsinnig wichtig. Es ist deshalb so wichtig weil es zeigt wie Kindesmissbrauch entstehen kann und von vielen Menschen gedeckt wird. Es zeigt das erschütternde Versagen zweier Erziehungsberechtigten (das Wort Eltern haben sie nicht verdient) die systematisch mit sich selbst beschäftigt waren und absolut keinerlei Sinn für das Wohl von Margaux hatten. Wie kann man so blind und Verantwortungslos durch die Welt gehen? Das Buch ist wirklich gut geschrieben und zeigt wie ein Täter mit Gehirnwäsche und Tricks, die nicht gleich auffallen, sabotierte, manipulierte und zerstörte. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau und hoffe das sie irgendwann sagen kann, dass sie jetzt glücklich sein darf und ist. Und der Kreislauf durchbrochen wird.
Ich habe lange gebraucht um dieses Buch zu beenden. Es hat mich mental mitgenommen. Das Buch ist still und leise und wirkt im Kopf doch so laut, weil man hilflos zusieht, was nicht richtig ist. Ich habe im Alltag noch oft über die bis dato gelesenen Seiten nachgedacht und werde es sicherlich noch lange tun.
Die Autorin Margaux Fragoso wurde in ihrer Kindheit, bis ins Erwachsenenalter, Opfer eines Pädophilen Mannes. Sie erzählt ihre Geschichte aus der Sicht ihres jüngeren "Ich" . Und nun zitiere ich einmal den Text der hinteren Klappe, denn dieser trifft es sehr gut: >> Margaux Fragoso schafft das Undenkbare mit einfühlsamer Klarheit: Sie vermenschlicht einen Pädophilen. Und indem sie dies tut, macht sie sein Verbrechen um ein Unvorstellbares mehr bedrohlich. << Die Autorin erzählt das ganze auf eine sehr nüchterne Weise. Wir als Leser bekommen das Gefühl, als sei das Geschehene ganz normal. Unterbewusst weiß unser Gehirn aber, dass es dies definitiv nicht ist. Es ist unfassbar, was ein Pädophiler erreichen kann, wenn das Opfer aus einem lieblosen, zerrütteten Elternhaus kommt. Das langsame abhängig machen seines Opfers zu ihm ist einfach nur unvorstellbar zu lesen und macht wütend. Für mich war dieses Buch eine schwere Kost und lässt mich sehr nachdenklich zurück.

Bedrückend
Margeaux Fargoso berichtet in ihrer Autobiografie über den 15 Jahre lang anhaltenden Missbrauchs. So einen Bericht zu bewerten fällt mir sehr schwer. Man sollte sich wirklich sehr gut überlegen, ob man dieses Buch lesen möchte, da es sehr an die Substanz geht. Zu lesen, wie dieses kleine Mädchen von einem alten Mann manipuliert, ausgenutzt und missbraucht wurde ist hart. Noch härter ist es, zu lesen was sie gedacht und gefühlt hat. Wie sie nicht verstehen konnte, dass das, was ihr angetan wird, nicht richtig war. Zu lesen, wie wenig Sensibilität die Gesellschaft für dieses Thema besitzt und niemand eingegriffen hat. Das Buch macht deutlich, welche Dynamiken zwischen Täter und Opfer entstehen können und warum es den Opfern schwer fällt sich jemanden anzuvertrauen. Oder auch warum Angehörige es nicht sehen konnten.
3,5* Ich weiß nicht wirklich wie ich dieses Buch bewerten soll, vor allem da es um die Tragische Kindheit von Margaux handelt und ich diese keineswegs bewerten möchte. Daher ist meine Bewertung keine Bewertung Ihres Lebens sondern nur eine Bewertung des Schreibstil und meiner persönlichen Leseerfahrung. Die ersten 200 Seiten haben mich total in ihren Bann gezogen und ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen, mir tat Margaux wegen so vieler Hinsicht Leid und ich konnte einfach nicht glauben, dass diese Geschichte wahr ist. Ich finde es jedoch sehr wichtig, dass Bücher wie dieses gelesen werden und dass darüber gesprochen wird, da Margaux lange genug geschwiegen hat und es verdient gehört zu werden. Dazu ist s ihre Geschichte leider kein Einzelfall und dadurch sollte das Thema "Kindermissbrauch" nicht unter den Teppich gekehrt werden. Hier wird auch sehr gut gezeigt, daß Täter nicht immer von außen sofort als Täter erkennbar sind, denn die meisten wirken so nett und harmlos wie Peter. Deshalb empfehle ich jedem der mit diesen unglaublich harten Themen klar kommen, daß derjenige dieser Geschichte eine Chance gibt.
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Margaux Fragoso, die mit sieben Jahren auf den 51-jährigen Peter trifft. Was anfangs noch als unschuldiges Rumplanschen im örtlichen Schwimmbad beginnt, führt bald zu Küssen zur „Stärkung“ Peters, wenn der im Vergleich zu Margaux doch sehr alte Mann wieder mit seinen Rückenschmerzen etc. zu kämpfen hat und endet darin, dass die 20-jährige Margaux ungeschützten Sex mit ihm hat, um schwanger zu werden, da sie nur noch weg von zuhause will. Fragoso erzählt hier mit sehr nüchterner Stimme die bedrückende Geschichte ihres Lebens, zwischen einer Mutter mit einer unklaren Diagnose, die aber mental nicht gesund ist, einem cholerischen Vater und dem charakterlich jung gebliebenen Peter, dessen Haus ihr wie ein Schlaraffenland vorkommt. Zunächst sind sie „nur“ beste Freunde, doch hinter dem Rücken ihrer kranken und daher nicht immer aufmerksamen Mutter, die sie zu den Treffen begleitet, beginnt Peter, immer weiter zu gehen mit der damals Siebenjährigen. In erschreckend wahren Monologen versucht er ihr zu erklären, dass Kinder viel zu verklemmt erzogen werden, dass ihre Geschlechtsorgane beispielsweise immer als „schmutzig“ verurteilt werden und man durch diese Erziehung nicht im Einklang mit seinem Körper aufwachsen könne, da man von klein auf ein gestörtes Bild von sich selbst hat und man seinen Körper in seiner Natürlichkeit nicht akzeptieren könne. Und damit hat er vielleicht sogar Recht. Aber da hört es auch schon auf. Peter nutzt diese Ansprache und noch viele weitere, um die kleine Margaux zu manipulieren; was er damit bezwecken will, ist natürlich dem Leser von vornherein klar. Immer wieder bekommt er das kleine Mädchen dazu, sich auszuziehen und sexuell immer weiter zu gehen mit ihm. Und sie hinterfragt es nicht einmal, da sie ihm mittlerweile vollkommen hörig ist und natürlich seine Ansichten vertritt oder zumindest vertreten möchte. Deshalb gibt es von der kleinen Margaux auch keine Widerworte, als Peter gerne möchte, dass sie seinen Penis in den Mund nimmt. Hier möchte ich lieber aufhören, die Beziehung detaillierter zu beschreiben. Fragoso beschreibt hier ihre eigene Kindheit, jedoch ist ihr Schreibstil so distanziert, dass man den Ekel der Situation und die Unangebrachtheit dieser „Liebe“ zwar nachvollziehen kann, aber man spürt es nicht. Der Stil der Autorin ist bei ihrem Memoir meiner Meinung nach unpassend, da man gerade hier doch meinen sollte, dass der Leser mitfühlen soll; mitfühlen, wie widernatürlich die Situation ist; mitfühlen, wie Margaux Peter trotzdem als ihren Schutzengel sieht; und vor allem mitfühlen, wenn ihre Eltern komplett versagen. Doch das schafft Fragoso hier leider nicht. Margaux‘ Eltern sind auch ein schwieriger Fall: Ihr Vater ist Choleriker und Putzteufel, ihre Mutter leidet entweder am Borderline-Syndrom, hat Depressionen oder ist schizophren, da sind sich die Ärzte nicht sicher. Margaux wird mit einer seltsamen Erziehung großgezogen und durch die jahrelange Beziehung mit Peter kann sie später, als sie auf Highschool und College geht, gar nicht mit dem richtigen Leben umgehen, da sie fast ihre gesamte Kindheit in dieser Blase verbracht hat. Sie hatte keinen gleichaltrigen Freund, und selbst mit 20, als sie ein Date mit ihrem möglicherweise baldigen Freund, mischt Peter (mit dem sie zu diesem Zeitpunkt nur noch eine platonische Beziehung führt) sich ein und möchte sowohl vorgestellt werden als auch am Abend teilnehmen, was ich – von der gesamten Beziehung der beiden natürlich einmal abgesehen – ziemlich verstörend finde. Margaux findet die Situation auch ein wenig unangenehm, denkt sich aber nichts weiter dabei bzw. unternimmt auch nichts, um endlich die Bande zwischen ihr und Peter zu trennen. Die vollständige Rezension findet ihr auf: http://killmonotony.wordpress.com
Triggerwarnung: Sexueller und emotionaler Missbrauch, Suizid, Essstörung. Leicht geschrieben, schwer zu verdauen und noch schwerer zu begreifen. Ich muss sagen, dass ich mich mit der Bezeichnung „Roman“ hier sehr schwer getan hab, da es für mich eher einer Autobiografie ähnelt. Klar sind das nur Bezeichnungen, an denen man sich nicht aufhängen sollte, trotzdem fühlt es sich einfach falsch an. Und falsch ich auch die Beziehung von Peter und Margaux, das wissen die Leser, aber nicht die beiden Hauptfiguren. Denn wenn man der Erzählung folgt, gibt es hier keinen Täter und kein Opfer. Kein richtig oder falsch. Kein Klischee und irgendwie auch keine Gerechtigkeit. Wenn man so will ist Peter ein Mensch, kein Monster und gerade das macht ihn und seine Taten so monströs. Keine Frage, das Buch ist einzigartig, mutig und wichtig, dennoch kann ich nicht mehr als 3 Sterne vergeben. Hier hallt nichts nach. Man beendet das Buch und denkt bereits ans nächste und das fühlt sich falsch an. Im Vergleich dazu hat mich „Meine dunkle Vanessa“ noch tagelang beschäftigt, das hier hingegen, war schon nach dem zuklappen fast vergessen.
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TW: sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt, psychische Krankheit, Suizid. Ich habe großen Respekt vor - der mittlerweile leider verstorbenen - Margaux Fragoso, die hier schonungslos ehrlich ihre Geschichte niedergeschrieben hat. Die Geschichte, wie sie als siebenjähriges Mädchen bei einem Freibadbesuch mit ihrer psychisch schwer kranken Mutter Peter kennenlernt. Peter ist zu diesem Zeitpunkt 51 Jahre alt und pädophil. Bald verbringen Margaux und ihre Mutter immer mehr Zeit bei Peter und die Beziehung zwischen Peter und Margaux driftet schnell ins Illegale. In den Missbrauch. Fragoso lässt kein Detail aus und lässt einen so neben Peters Sicht insbesondere ihre eigene Perspektive auf den Jahre lang andauernden Missbrauch und die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden - so gut das irgendwie geht - nachvollziehen. Puh, ich war mehrfach kurz davor das Buch abzubrechen und ich kann bis zum Ende nicht sagen, dass ich es irgendjemandem guten Gewissens empfehlen könnte oder würde. Deshalb auch keine Punktebewertung.
Diese Geschichte hat mich erschüttert!
Ich habe dem Buch 5 Sterne gegeben, weil ich das Thema sehr wichtig finde. Sexueller Missbrauch an Kindern findet überall statt, auch da wo wir ihn am wenigsten Vermuten. Die auf den ersten Blick nettesten und fürsorglichsten Menschen können Täter sein und Margaux Fragosos Geschichte zeigt sehr deutlich welche Dynamik zwischen Opfer und Täter entsteht. Die Zeilen wirkten für mich als wäre sie nicht nur Gedanklich in die Vergangenheit gerauscht sondern auch der Schreibstil wirkt oft kindlich. Und manchmal war ich fast versucht Mitleid mit Peter zu empfinden, ihre Liebe beschützen zu wollen. Aber bitte nicht falsch verstehen, ich denke das zeigt nur sehr gut wie solche Täter vorgehen um zu bekommen was sie sich wünschen. Es gab genug Momente im Buch , in denen ich Zeilen überfliegen musste weil sie mich erschüttert haben und zeigten mit welchen perfiden Methoden Peter Margaux manipuliert hat und sich ihre Kindheit und Jugend für die Befriedigung seiner Bedürfnisse erschlichen hat. Margaux Fragoso hat wirklich schlimmes durchgemacht und hat schlussendlich noch den Kampf gegen den Krebs verloren.
Wie bewertet man so ein Buch?
Puh... Also erstmal sollte sich jeder bewusst sein ob er so ein Thema lesen kann oder es auslässt. Ich kam zu dem Buch weil es im Buch wilde Tiger erwähnt wurde, was ich auch bereits gelesen habe. Schaut da gern in die Rezensionen. Einem Buch 5 Sterne zu geben obwohl die Geschichte einen immer mit einem gewissen Brechreiz lesen lässt ist makaber. Aber dieses Buch ist so wahnsinnig wichtig. Es ist deshalb so wichtig weil es zeigt wie Kindesmissbrauch entstehen kann und von vielen Menschen gedeckt wird. Es zeigt das erschütternde Versagen zweier Erziehungsberechtigten (das Wort Eltern haben sie nicht verdient) die systematisch mit sich selbst beschäftigt waren und absolut keinerlei Sinn für das Wohl von Margaux hatten. Wie kann man so blind und Verantwortungslos durch die Welt gehen? Das Buch ist wirklich gut geschrieben und zeigt wie ein Täter mit Gehirnwäsche und Tricks, die nicht gleich auffallen, sabotierte, manipulierte und zerstörte. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau und hoffe das sie irgendwann sagen kann, dass sie jetzt glücklich sein darf und ist. Und der Kreislauf durchbrochen wird.
Ich habe lange gebraucht um dieses Buch zu beenden. Es hat mich mental mitgenommen. Das Buch ist still und leise und wirkt im Kopf doch so laut, weil man hilflos zusieht, was nicht richtig ist. Ich habe im Alltag noch oft über die bis dato gelesenen Seiten nachgedacht und werde es sicherlich noch lange tun.
Die Autorin Margaux Fragoso wurde in ihrer Kindheit, bis ins Erwachsenenalter, Opfer eines Pädophilen Mannes. Sie erzählt ihre Geschichte aus der Sicht ihres jüngeren "Ich" . Und nun zitiere ich einmal den Text der hinteren Klappe, denn dieser trifft es sehr gut: >> Margaux Fragoso schafft das Undenkbare mit einfühlsamer Klarheit: Sie vermenschlicht einen Pädophilen. Und indem sie dies tut, macht sie sein Verbrechen um ein Unvorstellbares mehr bedrohlich. << Die Autorin erzählt das ganze auf eine sehr nüchterne Weise. Wir als Leser bekommen das Gefühl, als sei das Geschehene ganz normal. Unterbewusst weiß unser Gehirn aber, dass es dies definitiv nicht ist. Es ist unfassbar, was ein Pädophiler erreichen kann, wenn das Opfer aus einem lieblosen, zerrütteten Elternhaus kommt. Das langsame abhängig machen seines Opfers zu ihm ist einfach nur unvorstellbar zu lesen und macht wütend. Für mich war dieses Buch eine schwere Kost und lässt mich sehr nachdenklich zurück.

Bedrückend
Margeaux Fargoso berichtet in ihrer Autobiografie über den 15 Jahre lang anhaltenden Missbrauchs. So einen Bericht zu bewerten fällt mir sehr schwer. Man sollte sich wirklich sehr gut überlegen, ob man dieses Buch lesen möchte, da es sehr an die Substanz geht. Zu lesen, wie dieses kleine Mädchen von einem alten Mann manipuliert, ausgenutzt und missbraucht wurde ist hart. Noch härter ist es, zu lesen was sie gedacht und gefühlt hat. Wie sie nicht verstehen konnte, dass das, was ihr angetan wird, nicht richtig war. Zu lesen, wie wenig Sensibilität die Gesellschaft für dieses Thema besitzt und niemand eingegriffen hat. Das Buch macht deutlich, welche Dynamiken zwischen Täter und Opfer entstehen können und warum es den Opfern schwer fällt sich jemanden anzuvertrauen. Oder auch warum Angehörige es nicht sehen konnten.
3,5* Ich weiß nicht wirklich wie ich dieses Buch bewerten soll, vor allem da es um die Tragische Kindheit von Margaux handelt und ich diese keineswegs bewerten möchte. Daher ist meine Bewertung keine Bewertung Ihres Lebens sondern nur eine Bewertung des Schreibstil und meiner persönlichen Leseerfahrung. Die ersten 200 Seiten haben mich total in ihren Bann gezogen und ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen, mir tat Margaux wegen so vieler Hinsicht Leid und ich konnte einfach nicht glauben, dass diese Geschichte wahr ist. Ich finde es jedoch sehr wichtig, dass Bücher wie dieses gelesen werden und dass darüber gesprochen wird, da Margaux lange genug geschwiegen hat und es verdient gehört zu werden. Dazu ist s ihre Geschichte leider kein Einzelfall und dadurch sollte das Thema "Kindermissbrauch" nicht unter den Teppich gekehrt werden. Hier wird auch sehr gut gezeigt, daß Täter nicht immer von außen sofort als Täter erkennbar sind, denn die meisten wirken so nett und harmlos wie Peter. Deshalb empfehle ich jedem der mit diesen unglaublich harten Themen klar kommen, daß derjenige dieser Geschichte eine Chance gibt.
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Margaux Fragoso, die mit sieben Jahren auf den 51-jährigen Peter trifft. Was anfangs noch als unschuldiges Rumplanschen im örtlichen Schwimmbad beginnt, führt bald zu Küssen zur „Stärkung“ Peters, wenn der im Vergleich zu Margaux doch sehr alte Mann wieder mit seinen Rückenschmerzen etc. zu kämpfen hat und endet darin, dass die 20-jährige Margaux ungeschützten Sex mit ihm hat, um schwanger zu werden, da sie nur noch weg von zuhause will. Fragoso erzählt hier mit sehr nüchterner Stimme die bedrückende Geschichte ihres Lebens, zwischen einer Mutter mit einer unklaren Diagnose, die aber mental nicht gesund ist, einem cholerischen Vater und dem charakterlich jung gebliebenen Peter, dessen Haus ihr wie ein Schlaraffenland vorkommt. Zunächst sind sie „nur“ beste Freunde, doch hinter dem Rücken ihrer kranken und daher nicht immer aufmerksamen Mutter, die sie zu den Treffen begleitet, beginnt Peter, immer weiter zu gehen mit der damals Siebenjährigen. In erschreckend wahren Monologen versucht er ihr zu erklären, dass Kinder viel zu verklemmt erzogen werden, dass ihre Geschlechtsorgane beispielsweise immer als „schmutzig“ verurteilt werden und man durch diese Erziehung nicht im Einklang mit seinem Körper aufwachsen könne, da man von klein auf ein gestörtes Bild von sich selbst hat und man seinen Körper in seiner Natürlichkeit nicht akzeptieren könne. Und damit hat er vielleicht sogar Recht. Aber da hört es auch schon auf. Peter nutzt diese Ansprache und noch viele weitere, um die kleine Margaux zu manipulieren; was er damit bezwecken will, ist natürlich dem Leser von vornherein klar. Immer wieder bekommt er das kleine Mädchen dazu, sich auszuziehen und sexuell immer weiter zu gehen mit ihm. Und sie hinterfragt es nicht einmal, da sie ihm mittlerweile vollkommen hörig ist und natürlich seine Ansichten vertritt oder zumindest vertreten möchte. Deshalb gibt es von der kleinen Margaux auch keine Widerworte, als Peter gerne möchte, dass sie seinen Penis in den Mund nimmt. Hier möchte ich lieber aufhören, die Beziehung detaillierter zu beschreiben. Fragoso beschreibt hier ihre eigene Kindheit, jedoch ist ihr Schreibstil so distanziert, dass man den Ekel der Situation und die Unangebrachtheit dieser „Liebe“ zwar nachvollziehen kann, aber man spürt es nicht. Der Stil der Autorin ist bei ihrem Memoir meiner Meinung nach unpassend, da man gerade hier doch meinen sollte, dass der Leser mitfühlen soll; mitfühlen, wie widernatürlich die Situation ist; mitfühlen, wie Margaux Peter trotzdem als ihren Schutzengel sieht; und vor allem mitfühlen, wenn ihre Eltern komplett versagen. Doch das schafft Fragoso hier leider nicht. Margaux‘ Eltern sind auch ein schwieriger Fall: Ihr Vater ist Choleriker und Putzteufel, ihre Mutter leidet entweder am Borderline-Syndrom, hat Depressionen oder ist schizophren, da sind sich die Ärzte nicht sicher. Margaux wird mit einer seltsamen Erziehung großgezogen und durch die jahrelange Beziehung mit Peter kann sie später, als sie auf Highschool und College geht, gar nicht mit dem richtigen Leben umgehen, da sie fast ihre gesamte Kindheit in dieser Blase verbracht hat. Sie hatte keinen gleichaltrigen Freund, und selbst mit 20, als sie ein Date mit ihrem möglicherweise baldigen Freund, mischt Peter (mit dem sie zu diesem Zeitpunkt nur noch eine platonische Beziehung führt) sich ein und möchte sowohl vorgestellt werden als auch am Abend teilnehmen, was ich – von der gesamten Beziehung der beiden natürlich einmal abgesehen – ziemlich verstörend finde. Margaux findet die Situation auch ein wenig unangenehm, denkt sich aber nichts weiter dabei bzw. unternimmt auch nichts, um endlich die Bande zwischen ihr und Peter zu trennen. Die vollständige Rezension findet ihr auf: http://killmonotony.wordpress.com
Triggerwarnung: Sexueller und emotionaler Missbrauch, Suizid, Essstörung. Leicht geschrieben, schwer zu verdauen und noch schwerer zu begreifen. Ich muss sagen, dass ich mich mit der Bezeichnung „Roman“ hier sehr schwer getan hab, da es für mich eher einer Autobiografie ähnelt. Klar sind das nur Bezeichnungen, an denen man sich nicht aufhängen sollte, trotzdem fühlt es sich einfach falsch an. Und falsch ich auch die Beziehung von Peter und Margaux, das wissen die Leser, aber nicht die beiden Hauptfiguren. Denn wenn man der Erzählung folgt, gibt es hier keinen Täter und kein Opfer. Kein richtig oder falsch. Kein Klischee und irgendwie auch keine Gerechtigkeit. Wenn man so will ist Peter ein Mensch, kein Monster und gerade das macht ihn und seine Taten so monströs. Keine Frage, das Buch ist einzigartig, mutig und wichtig, dennoch kann ich nicht mehr als 3 Sterne vergeben. Hier hallt nichts nach. Man beendet das Buch und denkt bereits ans nächste und das fühlt sich falsch an. Im Vergleich dazu hat mich „Meine dunkle Vanessa“ noch tagelang beschäftigt, das hier hingegen, war schon nach dem zuklappen fast vergessen.














