The Woman Next Door
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Description
Read this funny, sharp, delicately woven story of two women's complicated relationship set in post-apartheid South Africa.
Hortensia and Marion are next door neighbours in a charming, bougainvillea-laden Cape Town suburb. One is black, one white. Both are successful women with impressive careers behind them. Both have recently been widowed. Both are in their eighties. And both are sworn enemies, sharing hedge and hostility pruned with zeal.
But one day an unforeseen event forces the women together. Could long-held mutual loathing transform into friendship?
Love thy neighbour? Easier said than done.
'At once historical and contemporary, The Woman Next Door is charged with beauty, precision, nuance, and hope. Yewande Omotoso is a stunning, essential voice - NoViolet Bulawayo, author of We Need New Names
'Wit, charm and playful energy... An insightful and fascinating diptych of two women, with the history of colonialism and slavery lurking in the background' Herald
Book Information
Posts
Ein unaufgeregtes Buch und trotzdem sehr viel mehr
Es ist spannend die zaghafte, schleichende Annäherung der beiden ü80 Frauen, die sich ein halbes Leben lang hassten, mitzuerleben. Über Hortensia, ihre Bitterkeit sowie ihre teilweise fragwürdigen Entscheidungen, musste ich oft den Kopf schütteln. Manchmal musste ich über ihre spitzen Wortmeldungen und Gedanken auch schmunzeln. Im Laufe der Geschichte lernte ich zu verstehen, warum das Leben sie so geformt hat. Der Alltagsrassismus, der Hortensia als Schwarze in England und im Südafrika, das gerade erst aus der Apartheid ausgebrochen ist, entgegenschlägt wird oft nur angedeutet. Es ist nicht die Hauptthematik des Buches denn der Fokus liegt auf den beiden Frauen. Dennoch nimmt er einen wichtigen Raum ein. Interessant ist es auch, mitzuverfolgen, wie Marion langsam aber mit Nachdruck bewusst wird, wie sie durch ihr Handeln das Apartheidsregime unterstützt hat. Sie hat viel gesehen und dennoch weggesehen. Sie schämt sich. Sie will es wieder gut machen, mit ihren Kindern genauso wie mit ihren Schwarzen Mitbürger:innen. Es ist trotz der Kürze eine Wucht von einem Buch. Es regt Zum Nachdenken an, lässt einen kopfschüttelnd, lächelnd und berührt zurück.
Dieses Buch habe ich bei einem Lesekreisabend entdeckt. Es ist die Geschichte zweier Frauen in ihren späten Lebensabschnitten, die unterschiedlicher nicht sein können und dennoch so viele Gemeinsamkeiten haben. Hortensia und Marion sind Nachbarinnen in einem reichen Vorort Kapstadts. Schon seit Jahren haben sie ihre Feindschaft kultiviert, doch nach dem Tod von Hortensias Mann sorgen ein paar ungewöhnliche Ereignisse dazu, dass sie sich einander nähern müssen. Zunächst wirkt dieses Buch recht amüsant, sind doch beide Frauen recht bissig und sarkastisch, doch schon bald erfährt man mehr über sie und blickt hinter ihre Masken, die eigentlich nur dem Selbstschutz dienen. Während Hortensia ihr Leben lang gegen Rassismus ankommen musste, auch wenn die Apartheid offiziell beendet war, schlugen Marion bereits früh in ihrer beruflichen Laufbahn andere Vorurteile entgegen. Beide Frauen waren in ihren Gebieten sehr erfolgreich, doch beide mussten auch sehr viel für diesen Erfolg opfern. Hortensia entschied sich anfangs gegen ein Kind und konnte später keine mehr bekommen, obwohl sie sich nach einer Familie sehnte. Marion hatte eine Familie gegründet, doch merkte sehr bald, dass es schwer wurde, die Karriere damit zu vereinen. Sie entfremdete sich sowohl von ihrem Mann und den Kindern als auch von ihrem Geschäftspartner. Es sind zwei sehr schillernde Figuren, die wir in diesem Buch kennenlernen, die mich emotional beide sehr berührt haben. So lustig sie sich auch ungewollt verhalten, so aktuell sind ihre Schwierigkeiten doch nach wie vor für erfolgreiche Frauen in unserer Gesellschaft. Frauen haben nach wie vor mit Widerstand zu rechnen, wollen sie berufliches und privates Glück unter einen Hut bringen. Es wird von ihnen oft mehr erwartet als von einem Mann, sie müssen „bissiger“ sein, härter als ihre männlichen Kollegen. Und immer werden sie etwas opfern müssen für ihren Erfolg, auch wenn die Öffentlichkeit vielleicht nicht immer davon erfährt. Ich werde noch eine ganze Weile über Hortensia und Marion nachdenken, über das, was ihnen im Leben widerfahren ist, was sie sich erkämpft und was sie dabei verloren haben. „Die Frau nebenan“ ist ein wunderbar unterhaltsames Buch mit einem sehr ernsten Hintergrund, das ich jedem wirklich ans Herzen legen kann.
Leider brach ich das letzte Buch des Anderen Literaturklubs nach ca. 60 Seiten ab. Das lag daran, dass ich von der interessanten Beziehung, die die beiden älteren Damen angeblich haben sollten, zu lange nichts merkte. Wenn ich Omas beim Streiten zuhören will, fahre ich an einem Vormittag unter der Woche mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Meine Lesezeit ist mir für diese zwei Zimtzicken leider zu schade. Hinzu kam eine gute Ladung an breit ausgelegten Vorurteilen von allen Seiten und eine kaum erträgliche Portion Fat-Shaming. Irgendwann musste ich mich fragen, ob ich mir das antun möchte, in der Hoffnung darauf, dass sich hier noch etwas entwickelt. Meine Antwort war eindeutig: Nein.
Dieses Buch habe ich bei einem Lesekreisabend entdeckt. Es ist die Geschichte zweier Frauen in ihren späten Lebensabschnitten, die unterschiedlicher nicht sein können und dennoch so viele Gemeinsamkeiten haben. Hortensia und Marion sind Nachbarinnen in einem reichen Vorort Kapstadts. Schon seit Jahren haben sie ihre Feindschaft kultiviert, doch nach dem Tod von Hortensias Mann sorgen ein paar ungewöhnliche Ereignisse dazu, dass sie sich einander nähern müssen. Zunächst wirkt dieses Buch recht amüsant, sind doch beide Frauen recht bissig und sarkastisch, doch schon bald erfährt man mehr über sie und blickt hinter ihre Masken, die eigentlich nur dem Selbstschutz dienen. Während Hortensia ihr Leben lang gegen Rassismus ankommen musste, auch wenn die Apartheid offiziell beendet war, schlugen Marion bereits früh in ihrer beruflichen Laufbahn andere Vorurteile entgegen. Beide Frauen waren in ihren Gebieten sehr erfolgreich, doch beide mussten auch sehr viel für diesen Erfolg opfern. Hortensia entschied sich anfangs gegen ein Kind und konnte später keine mehr bekommen, obwohl sie sich nach einer Familie sehnte. Marion hatte eine Familie gegründet, doch merkte sehr bald, dass es schwer wurde, die Karriere damit zu vereinen. Sie entfremdete sich sowohl von ihrem Mann und den Kindern als auch von ihrem Geschäftspartner. Es sind zwei sehr schillernde Figuren, die wir in diesem Buch kennenlernen, die mich emotional beide sehr berührt haben. So lustig sie sich auch ungewollt verhalten, so aktuell sind ihre Schwierigkeiten doch nach wie vor für erfolgreiche Frauen in unserer Gesellschaft. Frauen haben nach wie vor mit Widerstand zu rechnen, wollen sie berufliches und privates Glück unter einen Hut bringen. Es wird von ihnen oft mehr erwartet als von einem Mann, sie müssen „bissiger“ sein, härter als ihre männlichen Kollegen. Und immer werden sie etwas opfern müssen für ihren Erfolg, auch wenn die Öffentlichkeit vielleicht nicht immer davon erfährt. Ich werde noch eine ganze Weile über Hortensia und Marion nachdenken, über das, was ihnen im Leben widerfahren ist, was sie sich erkämpft und was sie dabei verloren haben. „Die Frau nebenan“ ist ein wunderbar unterhaltsames Buch mit einem sehr ernsten Hintergrund, das ich jedem wirklich ans Herzen legen kann.
Description
Read this funny, sharp, delicately woven story of two women's complicated relationship set in post-apartheid South Africa.
Hortensia and Marion are next door neighbours in a charming, bougainvillea-laden Cape Town suburb. One is black, one white. Both are successful women with impressive careers behind them. Both have recently been widowed. Both are in their eighties. And both are sworn enemies, sharing hedge and hostility pruned with zeal.
But one day an unforeseen event forces the women together. Could long-held mutual loathing transform into friendship?
Love thy neighbour? Easier said than done.
'At once historical and contemporary, The Woman Next Door is charged with beauty, precision, nuance, and hope. Yewande Omotoso is a stunning, essential voice - NoViolet Bulawayo, author of We Need New Names
'Wit, charm and playful energy... An insightful and fascinating diptych of two women, with the history of colonialism and slavery lurking in the background' Herald
Book Information
Posts
Ein unaufgeregtes Buch und trotzdem sehr viel mehr
Es ist spannend die zaghafte, schleichende Annäherung der beiden ü80 Frauen, die sich ein halbes Leben lang hassten, mitzuerleben. Über Hortensia, ihre Bitterkeit sowie ihre teilweise fragwürdigen Entscheidungen, musste ich oft den Kopf schütteln. Manchmal musste ich über ihre spitzen Wortmeldungen und Gedanken auch schmunzeln. Im Laufe der Geschichte lernte ich zu verstehen, warum das Leben sie so geformt hat. Der Alltagsrassismus, der Hortensia als Schwarze in England und im Südafrika, das gerade erst aus der Apartheid ausgebrochen ist, entgegenschlägt wird oft nur angedeutet. Es ist nicht die Hauptthematik des Buches denn der Fokus liegt auf den beiden Frauen. Dennoch nimmt er einen wichtigen Raum ein. Interessant ist es auch, mitzuverfolgen, wie Marion langsam aber mit Nachdruck bewusst wird, wie sie durch ihr Handeln das Apartheidsregime unterstützt hat. Sie hat viel gesehen und dennoch weggesehen. Sie schämt sich. Sie will es wieder gut machen, mit ihren Kindern genauso wie mit ihren Schwarzen Mitbürger:innen. Es ist trotz der Kürze eine Wucht von einem Buch. Es regt Zum Nachdenken an, lässt einen kopfschüttelnd, lächelnd und berührt zurück.
Dieses Buch habe ich bei einem Lesekreisabend entdeckt. Es ist die Geschichte zweier Frauen in ihren späten Lebensabschnitten, die unterschiedlicher nicht sein können und dennoch so viele Gemeinsamkeiten haben. Hortensia und Marion sind Nachbarinnen in einem reichen Vorort Kapstadts. Schon seit Jahren haben sie ihre Feindschaft kultiviert, doch nach dem Tod von Hortensias Mann sorgen ein paar ungewöhnliche Ereignisse dazu, dass sie sich einander nähern müssen. Zunächst wirkt dieses Buch recht amüsant, sind doch beide Frauen recht bissig und sarkastisch, doch schon bald erfährt man mehr über sie und blickt hinter ihre Masken, die eigentlich nur dem Selbstschutz dienen. Während Hortensia ihr Leben lang gegen Rassismus ankommen musste, auch wenn die Apartheid offiziell beendet war, schlugen Marion bereits früh in ihrer beruflichen Laufbahn andere Vorurteile entgegen. Beide Frauen waren in ihren Gebieten sehr erfolgreich, doch beide mussten auch sehr viel für diesen Erfolg opfern. Hortensia entschied sich anfangs gegen ein Kind und konnte später keine mehr bekommen, obwohl sie sich nach einer Familie sehnte. Marion hatte eine Familie gegründet, doch merkte sehr bald, dass es schwer wurde, die Karriere damit zu vereinen. Sie entfremdete sich sowohl von ihrem Mann und den Kindern als auch von ihrem Geschäftspartner. Es sind zwei sehr schillernde Figuren, die wir in diesem Buch kennenlernen, die mich emotional beide sehr berührt haben. So lustig sie sich auch ungewollt verhalten, so aktuell sind ihre Schwierigkeiten doch nach wie vor für erfolgreiche Frauen in unserer Gesellschaft. Frauen haben nach wie vor mit Widerstand zu rechnen, wollen sie berufliches und privates Glück unter einen Hut bringen. Es wird von ihnen oft mehr erwartet als von einem Mann, sie müssen „bissiger“ sein, härter als ihre männlichen Kollegen. Und immer werden sie etwas opfern müssen für ihren Erfolg, auch wenn die Öffentlichkeit vielleicht nicht immer davon erfährt. Ich werde noch eine ganze Weile über Hortensia und Marion nachdenken, über das, was ihnen im Leben widerfahren ist, was sie sich erkämpft und was sie dabei verloren haben. „Die Frau nebenan“ ist ein wunderbar unterhaltsames Buch mit einem sehr ernsten Hintergrund, das ich jedem wirklich ans Herzen legen kann.
Leider brach ich das letzte Buch des Anderen Literaturklubs nach ca. 60 Seiten ab. Das lag daran, dass ich von der interessanten Beziehung, die die beiden älteren Damen angeblich haben sollten, zu lange nichts merkte. Wenn ich Omas beim Streiten zuhören will, fahre ich an einem Vormittag unter der Woche mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Meine Lesezeit ist mir für diese zwei Zimtzicken leider zu schade. Hinzu kam eine gute Ladung an breit ausgelegten Vorurteilen von allen Seiten und eine kaum erträgliche Portion Fat-Shaming. Irgendwann musste ich mich fragen, ob ich mir das antun möchte, in der Hoffnung darauf, dass sich hier noch etwas entwickelt. Meine Antwort war eindeutig: Nein.
Dieses Buch habe ich bei einem Lesekreisabend entdeckt. Es ist die Geschichte zweier Frauen in ihren späten Lebensabschnitten, die unterschiedlicher nicht sein können und dennoch so viele Gemeinsamkeiten haben. Hortensia und Marion sind Nachbarinnen in einem reichen Vorort Kapstadts. Schon seit Jahren haben sie ihre Feindschaft kultiviert, doch nach dem Tod von Hortensias Mann sorgen ein paar ungewöhnliche Ereignisse dazu, dass sie sich einander nähern müssen. Zunächst wirkt dieses Buch recht amüsant, sind doch beide Frauen recht bissig und sarkastisch, doch schon bald erfährt man mehr über sie und blickt hinter ihre Masken, die eigentlich nur dem Selbstschutz dienen. Während Hortensia ihr Leben lang gegen Rassismus ankommen musste, auch wenn die Apartheid offiziell beendet war, schlugen Marion bereits früh in ihrer beruflichen Laufbahn andere Vorurteile entgegen. Beide Frauen waren in ihren Gebieten sehr erfolgreich, doch beide mussten auch sehr viel für diesen Erfolg opfern. Hortensia entschied sich anfangs gegen ein Kind und konnte später keine mehr bekommen, obwohl sie sich nach einer Familie sehnte. Marion hatte eine Familie gegründet, doch merkte sehr bald, dass es schwer wurde, die Karriere damit zu vereinen. Sie entfremdete sich sowohl von ihrem Mann und den Kindern als auch von ihrem Geschäftspartner. Es sind zwei sehr schillernde Figuren, die wir in diesem Buch kennenlernen, die mich emotional beide sehr berührt haben. So lustig sie sich auch ungewollt verhalten, so aktuell sind ihre Schwierigkeiten doch nach wie vor für erfolgreiche Frauen in unserer Gesellschaft. Frauen haben nach wie vor mit Widerstand zu rechnen, wollen sie berufliches und privates Glück unter einen Hut bringen. Es wird von ihnen oft mehr erwartet als von einem Mann, sie müssen „bissiger“ sein, härter als ihre männlichen Kollegen. Und immer werden sie etwas opfern müssen für ihren Erfolg, auch wenn die Öffentlichkeit vielleicht nicht immer davon erfährt. Ich werde noch eine ganze Weile über Hortensia und Marion nachdenken, über das, was ihnen im Leben widerfahren ist, was sie sich erkämpft und was sie dabei verloren haben. „Die Frau nebenan“ ist ein wunderbar unterhaltsames Buch mit einem sehr ernsten Hintergrund, das ich jedem wirklich ans Herzen legen kann.








