The Vintner's Luck

The Vintner's Luck

Paperback
4.33

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Burgundy, 1808. One night Sobran Jodeau, a young vintner, meets an angel in his vineyard: a physically gorgeous creature with huge wings that smell of snow, a sense of humour and an inquiring mind. They meet again every year on the midsummer anniversary of the date. Village life goes on, meanwhile, with its affairs and mysteries, marriages and murders, and the vintages keep improving - though the horror of the Napoleonic wars and into the middle of the century, as science marches on, viticulture changes, and gliders fly like angels.

Longlisted for the Orange Prize for Fiction.

Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Paperback
Pages
256
Price
13.00 €

Posts

2
All
4

“Aber ich liebe nur dich. [...] Ich war dir dein Leben lang verfallen. Was bedeutet Glaube, wenn man spürt, dass man etwas für immer verloren hat? Ich musste dich haben - jemanden, den ich für immer verlieren konnte.” (S. 336) Heute möchte ich euch einen Roman vorstellen, der bereits im Jahr 1998 erschienen ist. Er steht schon jahrelang auf meiner Wunschliste, ist im Buchhandel mittlerweile vergriffen, aber vor einiger Zeit konnte ich ihn in der Originalsprache Englisch ergattern. Es handelt sich um “The Vinter's Luck” von der neuseeländischen Schriftstellerin Elizabeth Knox (*1959). Tatsächlich habe ich danach auch noch die deutsche Übersetzung “Der Engel mit den dunklen Flügeln” von 2000 (übersetzt von Dorothee Asendorf für den Lübbe Verlag) auftreiben können. Aus ihr stammen die Zitate. In der Nacht des 27. Juni 1808 trifft der 16-jährige französische Winzer Sobran Jodeau das erste Mal auf den Engel Xas. Dieser erscheint ihm als überirdisch schönes Wesen in menschlicher Männergestalt mit großen Flügeln. Der Engel ist schlagfertig und schlau, doch der verschlossene Sobran ist ihm ein Rätsel. Im nächsten Jahr kommt er wieder und es wird gleichsam zu einem Pakt wie zu einem Ritual, dass Sobran den Engel jedes Jahr in der Nacht des 27. Juni trifft. Sobran heiratet, bekommt zahlreiche Kinder mit seiner Frau Céleste, zieht in den Krieg und wird schließlich ein wohlhabender Mann, dessen Lebensglück allerdings immer mehr von einem abhängig wird: dem Engel Xas. Sobran Jodeau ist bisexuell - für einen erfolgreichem Winzer im Frankreich des 19. Jahrhunderts nicht gerade etwas, was man an die große Glocke hängen würde. Seine ersten homoerotischen Erfahrungen macht er mit seinem Freund Baptiste Kalmann, mit dem er in den Krieg zieht und den er auch ebendort verliert. Der Engel durchschaut Sobrans Neigung schnell, hält ihn aber zunächst auf Abstand. Immerhin ist sein Körper nur das Abbild eines menschlichen Körpers und er möchte eigentlich zunächst nicht angefasst werden. Doch Sobrans Gefühle für den Engel werden immer stärker, bis er ihm eines Jahrestages seine Liebe gesteht, doch Xas geht nicht auf diese menschliche Art des Zusammenseins ein. Auch Jahre nach der ersten erotisch motivierten Annäherung Sobrans erscheint Xas in einer Aufmachung, die für Sobran “martialisch und aufreizend zugleich war.” (S. 154). Zwischen dem Engel und Sobran gibt es über die Jahre viel Unausgesprochenes und trotz Xas’ Zurückweisung ist ihr Geplänkel und Gespräch geprägt von Sinnlichkeit und einer unterschwelligen sexuellen Anziehung: “Xas lachte. ‘Du hast ein ganzes Jahr gebraucht, bis du auf meinen [...] Vorwurf reagiert hast.’ ‘Was hattest du mir denn vorgeworfen?’ ‘Dass du versuchst, dich schön zu machen.’ Sobran kniff den Mund zusammen” - und bleibt letztlich die Antwort schuldig. Der Roman ist so aufgebaut, dass jedes Kapitel immer das nächste Jahr in Sobrans Leben umfasst, wobei der Anfangspunkt meistens der 27. Juni ist - manchmal auch ausschließlich. Manche Kapitel, die neben der Jahreszahl mit einem Begriff aus der französischen Wein- und Champagnerkultur überschrieben sind, umfassen nur einen Satz, andere sind sehr lang und enthalten Handlung, die nach dem 27. Juni passiert. Der Schreibstil wirkt für mich, als würde er tatsächlich aus einem zeitgenössischen französischen Roman des 19. Jahrhunderts stammen. Die Autorin imitiert diese Schreibweise, wie wir sie z.B. von Alexandre Dumas, dem “Erfinder der literarischen Seifenoper” kennen, perfekt. Knox packt in die Handlung aber nur genau so viel an Dramatik, dass es noch vage glaubwürdig erscheint - vom Engel einmal abgesehen natürlich. Es passiert schon wirklich viel Dramatisches noch “nebenbei”, wenn Xas gar nicht anwesend ist. Wenn man das Buch als historischen Fantasyroman lesen möchte, dann sollte man kurz den Weltenaufbau, also den, der metaphysischen Welt, die hier imaginiert wird, erwähnen. Knox’ Beschreibungen von Gott, Teufel, Himmel, Hölle, Fegefeuer und Erzengeln sind ein buntes Konglomerat aus religiösen Vorstellungen und schriftstellerischem Erfindungsreichtum, das wohl vornehmlich zum Erfolg dieses Romans in den später 1990ern beigetragen hat. Einzig die “Erdenhandlung”, die ganz unabhängig von Xas passiert, fand ich oft etwas zäh und “drüber”. Dieses Buch ist eines, von dem ich gedacht habe, ich würde es lieben. Sein langes Dasein auf meiner Wunschliste hat meine Erwartungen sehr stark hochgeschraubt. Letztlich muss ich aber sagen, ich habe es zwar sehr gemocht - vor allem die Szenen zwischen Xas und Sobran - aber leider nicht geliebt. Dazu sind meine Vorstellungen von dem Buch und das reale Leseerlebnis zu sehr voneinander abgewichen. Dennoch: Als kurioser queerer historischer Fantasyroman sollte man diesem Buch unbedingt eine Chance geben.

Post image
5

The Vintner's Luck was beautiful, heartbreaking, devastating, shocking, surprising and delicious. We begin the story in 1808, Sobran Jodeau confused by having fallen in love and being forbidden by his father to be with the woman he loves. He is drunk on wine when he meets the angel; who catches him when he faints. Sobran confides in the angel about his troubles; the angel tells him he will visit again next year to find Sobran married. It happens indeed and they promise to meet each other every year at the same date and the same place. But life gets in the way, Sobran goes to war and a few have passed until they meet again. From then on Sobran and Xas' relationship develops, into something neither could have expected. I have had the books for a few months now and I regret not reading it sooner. It has moved me in ways few books manage to achieve, has brought out emotions lingering below the surface. The Vintner's Luck will make you smile and laugh but it will also break and mend your heart repeatedly until the end when it's shattered into a million pieces. Sobran and Xas both came alive for me, their relationship sometimes sweet, sometimes bitter on my tongue. 1822 and the following years turned me into a mess and I have to take my hat off to Elizabeth Knox to describing their feelings so vividly. The story took some surprising and shocking twists and turns while other times I found myself sure of what would happen next. Nonetheless outweigh the surprises the events one has already suspected and expected. Knox writes beautifully, the places easy to imagine by her descriptive writing. I never once found her overwritten or overdescriptive. It was simply perfect. One of my favourite quotes: "He's full of peach brandy now, talking about seeing a man running on some English downlands hanging on to some winged contraption, kicking off and being borne along yards at a time. And I want to tell him that, however fine flight was, the arrested fall was most thrilling - to close your wings and go face down into the haze over seas or hills or into a mountainous chasm where you can judge the speed of all - a blur, then clarity, a full stop in the air, wings open, sky abruptly overhead and gravity grabbing at your body like a hungry flame reaching for fuel just out of its reach."

Create Post