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"Küsse, die nach Kirschen schmecken– vier Jahre zuvor. Ellas Atem, der nach Zitronenlimo riecht– letzte Nacht." Ein solider Start in eine unabhängig lesbare Reihe mit liebenswerten Nebencharakteren, die teils den Hauptcharakteren die Show gestohlen haben.
Der Start der Stories-Reihe von Jella Benks und mein erstes Buch der Autorin. Laut Klappentext ein modernes Stolz & Vorurteil-Retelling. Es hatte seine Höhen und Tiefen. In dem Buch begleiten wir Ella, welche aus ärmlichen Verhältnissen stammt und eine schwierige familiäre Situation hat und Darce, der aus gutem Hause stammt, aber seine Eltern vier Jahre zuvor verlor. Die beiden verbindet die gemeinsame Heimat, der Ort Juniper Falls. Darce kehrt nach Jahren in diesen zurück, um dort den Sommer zu verbringen. Inzwischen studiert er nämlich und soll einmal die Firma übernehmen, die aktuell in der Hand seines Onkels ist. Allerdings ist nicht alles Gold was glänzt. So verheimlicht Darce z.B. sehr lange, dass er keinen einzigen Kurs bestanden hat. Ella ist Darce' vergangene Jugendliebe, bei ihrem ersten Aufeinandertreffen erkennt er sie jedoch nicht. Später stellt sich heraus, dass das nicht daran liegt, dass er schlichtweg ein Arsch ist (obwohl er das in vielerlei Hinsicht auch ist, nur eben nicht in dieser), der sich nicht an seine Jugendliebe erinnern kann, sondern das Darce an Prosopagnosie – auch bekannt als Gesichtsblindheit – leidet. In der Danksagung erwähnt die Autorin, das sie selbst Betroffene ist und sie somit etwas sehr persönliches von sich in diese Geschichte mit eingebracht hat. Für diese Offenheit zolle ich ihr meinen Respekt, Repräsentation ist wichtig und das Thema Prosopagnosie ist mir bisher in noch keinem Buch begegnet. Ella arbeitet für Darce' Großvater George und ist bis heute mit seinem jüngeren Bruder Bentley befreundet, um den es auch in Band 2 gehen soll. Bentley war mir sofort symphatisch und hat sich – obwohl er hier nur Nebencharakter war – zu meinem Lieblingscharakter entwickelt. Alleine deshalb werde ich vermutlich irgendwann Band 2 lesen, auch wenn Band 1 ein paar Schwächen hatte. Darce ging mir anfangs so hart gegen den Strich, er wirkte arrogant, unnahbar und zeigte sich extrem voreingenommen. So ging er z.B. direkt, ohne jegliche Nachfrage oder jegliches Hinterfragen, davon aus, dass Kitty Ellas Kind statt ihre Schwester sei. Auch seine Aussagen als er das erste Mal im Trailer auftauchte, alleine bzgl. Verhütung und sich kein Kind leisten können, haben mich ehrlich aufgeregt. Für mich war er oft eine richtige Red Flag. Auch das er dauernd alles bezahlen wollte – es war vielleicht als nette Geste gemeint, aber ich konnte Ellas Zurückhaltung und stellenweise auch Ärgernis darüber verstehen. Sie hat dafür gekämpft unabhängig zu werden und sich um ihre Familie zu kümmern. Ella hingegen erlebte ich als sehr ehrgeizig in Hinblick darauf, aus der – ihr wohl manchmal selbst schier auswegslos erscheinenden – aktuellen Situation herauszukommen, alleine weil sie trotz so vieler Hürden gekämpft hat. Ihr Schicksal war ergreifend, denn die Verhältnisse in denen sie aufgewachsen ist, waren nicht ihre Schuld und wurden ihr doch mehr als einmal zur Last gelegt. Am heftigsten fand ich jedoch die Sache mit Ellas Mutter Lydia. Die Frau braucht wirklich Unterstützung und das sie gegen Ende eine Therapie erwähnte, war immerhin ein Lichtblick, denn bis dato war sie scheinbar wenig in der Lage sich um ihre Töchter zu kümmern, von der eine erst drei Jahre alt ist. Die Liebesgeschichte zwischen Darce und Ella konnte mich leider nicht wirklich überzeugen, der Funke sprang nicht über. Zwar machen beide eine Entwicklung durch, doch auch diese erscheint blass. Stellenweise zog sich die Geschichte für mich zu sehr. Dennoch alles in allem ein Werk, dass Lust auf mehr von der Autorin macht, nicht zuletzt, da ich ihre Offenheit und ihre Zugewandheit zu selten repräsentierten und wichtigen Themen (in Band 3 wird es eine autistische Protagonistin geben) sehr schätze.

Jun 7, 2025
"Küsse, die nach Kirschen schmecken– vier Jahre zuvor. Ellas Atem, der nach Zitronenlimo riecht– letzte Nacht." Ein solider Start in eine unabhängig lesbare Reihe mit liebenswerten Nebencharakteren, die teils den Hauptcharakteren die Show gestohlen haben.
Der Start der Stories-Reihe von Jella Benks und mein erstes Buch der Autorin. Laut Klappentext ein modernes Stolz & Vorurteil-Retelling. Es hatte seine Höhen und Tiefen. In dem Buch begleiten wir Ella, welche aus ärmlichen Verhältnissen stammt und eine schwierige familiäre Situation hat und Darce, der aus gutem Hause stammt, aber seine Eltern vier Jahre zuvor verlor. Die beiden verbindet die gemeinsame Heimat, der Ort Juniper Falls. Darce kehrt nach Jahren in diesen zurück, um dort den Sommer zu verbringen. Inzwischen studiert er nämlich und soll einmal die Firma übernehmen, die aktuell in der Hand seines Onkels ist. Allerdings ist nicht alles Gold was glänzt. So verheimlicht Darce z.B. sehr lange, dass er keinen einzigen Kurs bestanden hat. Ella ist Darce' vergangene Jugendliebe, bei ihrem ersten Aufeinandertreffen erkennt er sie jedoch nicht. Später stellt sich heraus, dass das nicht daran liegt, dass er schlichtweg ein Arsch ist (obwohl er das in vielerlei Hinsicht auch ist, nur eben nicht in dieser), der sich nicht an seine Jugendliebe erinnern kann, sondern das Darce an Prosopagnosie – auch bekannt als Gesichtsblindheit – leidet. In der Danksagung erwähnt die Autorin, das sie selbst Betroffene ist und sie somit etwas sehr persönliches von sich in diese Geschichte mit eingebracht hat. Für diese Offenheit zolle ich ihr meinen Respekt, Repräsentation ist wichtig und das Thema Prosopagnosie ist mir bisher in noch keinem Buch begegnet. Ella arbeitet für Darce' Großvater George und ist bis heute mit seinem jüngeren Bruder Bentley befreundet, um den es auch in Band 2 gehen soll. Bentley war mir sofort symphatisch und hat sich – obwohl er hier nur Nebencharakter war – zu meinem Lieblingscharakter entwickelt. Alleine deshalb werde ich vermutlich irgendwann Band 2 lesen, auch wenn Band 1 ein paar Schwächen hatte. Darce ging mir anfangs so hart gegen den Strich, er wirkte arrogant, unnahbar und zeigte sich extrem voreingenommen. So ging er z.B. direkt, ohne jegliche Nachfrage oder jegliches Hinterfragen, davon aus, dass Kitty Ellas Kind statt ihre Schwester sei. Auch seine Aussagen als er das erste Mal im Trailer auftauchte, alleine bzgl. Verhütung und sich kein Kind leisten können, haben mich ehrlich aufgeregt. Für mich war er oft eine richtige Red Flag. Auch das er dauernd alles bezahlen wollte – es war vielleicht als nette Geste gemeint, aber ich konnte Ellas Zurückhaltung und stellenweise auch Ärgernis darüber verstehen. Sie hat dafür gekämpft unabhängig zu werden und sich um ihre Familie zu kümmern. Ella hingegen erlebte ich als sehr ehrgeizig in Hinblick darauf, aus der – ihr wohl manchmal selbst schier auswegslos erscheinenden – aktuellen Situation herauszukommen, alleine weil sie trotz so vieler Hürden gekämpft hat. Ihr Schicksal war ergreifend, denn die Verhältnisse in denen sie aufgewachsen ist, waren nicht ihre Schuld und wurden ihr doch mehr als einmal zur Last gelegt. Am heftigsten fand ich jedoch die Sache mit Ellas Mutter Lydia. Die Frau braucht wirklich Unterstützung und das sie gegen Ende eine Therapie erwähnte, war immerhin ein Lichtblick, denn bis dato war sie scheinbar wenig in der Lage sich um ihre Töchter zu kümmern, von der eine erst drei Jahre alt ist. Die Liebesgeschichte zwischen Darce und Ella konnte mich leider nicht wirklich überzeugen, der Funke sprang nicht über. Zwar machen beide eine Entwicklung durch, doch auch diese erscheint blass. Stellenweise zog sich die Geschichte für mich zu sehr. Dennoch alles in allem ein Werk, dass Lust auf mehr von der Autorin macht, nicht zuletzt, da ich ihre Offenheit und ihre Zugewandheit zu selten repräsentierten und wichtigen Themen (in Band 3 wird es eine autistische Protagonistin geben) sehr schätze.
Jun 7, 2025









