The Examined Life
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Description
This book is about learning to live.
Echoing Socrates' statement that the unexamined life not worth living, psychoanalyst Stephen Grosz draws on his twenty-five years of work and more than 50,000 hours of conversations to form a collection of beautifully rendered tales that illuminate the human experience.
These are stories about everyday lives: from a woman who finds herself daydreaming as she returns home from a business trip to a young man loses his wallet, to the more extreme examples: the patient who points an unloaded gun at a police officer and the compulsive liar who convinces his wife he's dying of cancer. The resulting journey will spark new ideas about who we are and why we do what we do.
'A captivating journey... These are universal themes, insights into an emotional world we inhabit, often with equal difficulty. A wonderful book' Sunday Times
'Stephen Grosz , an analyst with more than 40 years in practice, is one of the best at writing about [psychoanalysis]' The Times
Book Information
Posts
Nach den ersten Kapiteln hat mich "The Examined Life" (2013) von Stephen Grosz an die Bücher von Irvin Yalom erinnert. Auch Stephen Grosz ist ein amerikanischer Psychoanalytiker, der in der Großstadt arbeitet (anders als Yalom allerdings nicht in New York, sondern in London). Beide sind erfolgreich. Unproblematisch ist zu erkennen, dass sie große Stücke auf ihre eigene fachliche Kompetenz legen. Sie sind die erfahrenen älteren Herren, die aus ihrer Praxis berichten. Yalom und eben auch Grosz erzählen ihre psychotherapeutischen Fälle wie Ferdinand von Schirach seine Kriminalfälle. Es sind komplizierte Detektiv*innenarbeiten und am Ende gibt es eine eindeutige Erklärung, die zwar schwierig aufzudecken ist, aber monokausal das behandelte Verhalten erklärt. Ich weiß nicht, wie Psychotherapeut*innen arbeiten. Ich vermute aber, dass die menschliche Psyche komplex und geprägt durch so viele verschiedene Erlebnisse ist, dass es selten eine einfache Erklärung gibt, die das Verhalten als kohärente Abfolge von Gedanken und Handlungen erklärt. Darüber hinaus ist das Verstehen in der Regel der viel kleinere Schritt als das Umsetzen der Erkenntnis. Bei Psycholanalytiker*innen wie Yalom scheint es mir manchmal, als wären die Patient*innen Nebensache neben den weisen Therapeut*innen. Grosz schreibt, es brauche Zeit um zu realisieren, wie unterschiedlich Menschen sind (S. 2). Das finde ich einen sehr schönen Gedanken, der in Therapie-Krimis aber oft zu kurz kommt. Als ich weitergelesen habe, musste ich erkennen, dass ich ein pauschales Urteil getroffen hatte, das für Grosz so nicht zutrifft. Zwar finde ich die einzelnen Kapitel, die jeweils die Geschichte einer Patient*in erzählen, sehr kurz und oft hatte ich den Eindruck, nur ein Ergebnis präsentiert zu bekommen, wo ich den Prozess viel interessanter gefunden hätte. Auch hat das Buch durch das Springen von Geschichte zu Geschichte etwas Hektisches und Oberflächliches. Trotzdem enthält es einige spannende Gedanken über die menschliche Psyche. Und vor allem beschreibt Grosz seine Patient*innen auf sehr menschliche und empathische Weise.
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This book is about learning to live.
Echoing Socrates' statement that the unexamined life not worth living, psychoanalyst Stephen Grosz draws on his twenty-five years of work and more than 50,000 hours of conversations to form a collection of beautifully rendered tales that illuminate the human experience.
These are stories about everyday lives: from a woman who finds herself daydreaming as she returns home from a business trip to a young man loses his wallet, to the more extreme examples: the patient who points an unloaded gun at a police officer and the compulsive liar who convinces his wife he's dying of cancer. The resulting journey will spark new ideas about who we are and why we do what we do.
'A captivating journey... These are universal themes, insights into an emotional world we inhabit, often with equal difficulty. A wonderful book' Sunday Times
'Stephen Grosz , an analyst with more than 40 years in practice, is one of the best at writing about [psychoanalysis]' The Times
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Nach den ersten Kapiteln hat mich "The Examined Life" (2013) von Stephen Grosz an die Bücher von Irvin Yalom erinnert. Auch Stephen Grosz ist ein amerikanischer Psychoanalytiker, der in der Großstadt arbeitet (anders als Yalom allerdings nicht in New York, sondern in London). Beide sind erfolgreich. Unproblematisch ist zu erkennen, dass sie große Stücke auf ihre eigene fachliche Kompetenz legen. Sie sind die erfahrenen älteren Herren, die aus ihrer Praxis berichten. Yalom und eben auch Grosz erzählen ihre psychotherapeutischen Fälle wie Ferdinand von Schirach seine Kriminalfälle. Es sind komplizierte Detektiv*innenarbeiten und am Ende gibt es eine eindeutige Erklärung, die zwar schwierig aufzudecken ist, aber monokausal das behandelte Verhalten erklärt. Ich weiß nicht, wie Psychotherapeut*innen arbeiten. Ich vermute aber, dass die menschliche Psyche komplex und geprägt durch so viele verschiedene Erlebnisse ist, dass es selten eine einfache Erklärung gibt, die das Verhalten als kohärente Abfolge von Gedanken und Handlungen erklärt. Darüber hinaus ist das Verstehen in der Regel der viel kleinere Schritt als das Umsetzen der Erkenntnis. Bei Psycholanalytiker*innen wie Yalom scheint es mir manchmal, als wären die Patient*innen Nebensache neben den weisen Therapeut*innen. Grosz schreibt, es brauche Zeit um zu realisieren, wie unterschiedlich Menschen sind (S. 2). Das finde ich einen sehr schönen Gedanken, der in Therapie-Krimis aber oft zu kurz kommt. Als ich weitergelesen habe, musste ich erkennen, dass ich ein pauschales Urteil getroffen hatte, das für Grosz so nicht zutrifft. Zwar finde ich die einzelnen Kapitel, die jeweils die Geschichte einer Patient*in erzählen, sehr kurz und oft hatte ich den Eindruck, nur ein Ergebnis präsentiert zu bekommen, wo ich den Prozess viel interessanter gefunden hätte. Auch hat das Buch durch das Springen von Geschichte zu Geschichte etwas Hektisches und Oberflächliches. Trotzdem enthält es einige spannende Gedanken über die menschliche Psyche. Und vor allem beschreibt Grosz seine Patient*innen auf sehr menschliche und empathische Weise.




