Taxi
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Description
Eine Mutter verliert ihren Sohn. Im Krieg. Daraufhin engagiert sie einen jungen Mann, der bereit ist, sich als ihr Sohn auszugeben.
Rosa Kaplan hat ihren Sohn Polat im Krieg verloren. Sie ist außer sich vor Trauer und beschließt, einen jungen Mann, der ihrem Sohn ähnelt, die Rolle ihres Sohnes spielen zu lassen. Ihr Plan: eine Erzählung im Stil US-amerikanischer Serien, Regie: sie, Rosa Kaplan. Der Plan scheint zu funktionieren, so gut sogar, dass dieser unbekannte Mann, der nun bei Rosa wohnt, wirklich zu ihrem Sohn wird und schließlich sogar dazu bereit ist, für seine neue Mutter zu töten. In ihrem Debütroman gelingt Cemile Sahin der Spagat zwischen einer neuen, eigenen Form und einer sehr klaren, zeitlosen Sprache. Ein Roman, bei dessen Lektüre man ähnlich tief in die Geschichte versinkt, die nicht die eigene ist, wie der Protagonist des Buches.
»Es gibt Bücher, die aus der Menge an Neuerscheinungen herausragen, weil sie vieles andere plötzlich recht brav aussehen lassen. (...) Der erste Roman von Cemile Sahin ist so ein Buch. Die Autorin ist eine künstlerische Senkrechtstarterin. Ihr gelingt das Kunststück, eine hochpolitische Geschichte über die äußeren und seelischen Verwüstungen des Krieges so unterhaltsam zu erzählen, dass Pathos oder moralisierende Töne gar nicht erst aufkommen.« Deutschlandfunk. »
›Taxi‹ ist anders. Irgendwas zwischen trashig, nachdenklich, absurd, politisch und ziemlich cool.« Süddeutsche Zeitung.
»Ein starkes Debüt.« taz.
»Ihr Roman ist eine Sensation.« Tagesspiegel
Book Information
Author Description
Cemile Sahin ist Autorin und Künstlerin und wurde 1990 in Wiesbaden geboren. Sie hat in London und Berlin studiert und ist ars viva-Preisträgerin für Bildende Kunst. »TAXI« war ihr Debütroman, »ALLE HUNDE STERBEN« ihr zweiter, »KOMMANDO AJAX« ihr dritter Roman. Für ihr Schreiben wurde Cemile Sahin 2020 mit der Alfred Döblin-Medaille ausgezeichnet, 2025 erhielt sie den Erich Fried-Preis. Sie lebt in Berlin.
Posts
“Taxi” von Cemile Sahin zog mich mit seinem knalligen Cover auf der Frankfurter Buchmesse 2021 magisch an und meine Neugierde wurde beim kurzen Durchblättern weiter befeuert, denn das Buch ist wie eine Serie aufgebaut mit Deckblättern vor jedem Kapitel, die angeben, in welcher Staffel und Folge wir uns befinden. Dazu der kurz gehaltene Buchrücken : “Jeder sagte: FÜRS VATERLAND. Frau Kaplan sagte nichts.” Bäm. Gekauft. Polat Kaplan ist als Soldat im Kriegseinsatz und kommt nicht mehr nach Hause. Welcher Krieg gemeint ist, bleibt unklar, jedoch wird die Grenze zum Kaukasus einmal explizit benannt und die gewählten Namen scheinen türkischer Abstammung zu sein. Seine Leiche wurde jedoch nicht gefunden und im Unglauben an den Tod des Sohns entwickelt Frau Kaplan ihr eigenes Narrativ, ein handfestes Drehbuch, in dem Polat zurückkommt und alles so ist wie früher. Den Mann, der ihren Polat spielen kann, ja zu ihrem Sohn werden kann, findet sie zufällig auf der Straße - den namenlosen Ich-Erzähler, der selbst heimatlos einem strukturierten Alltag in der Fremde nachgeht und sehr abgebrüht wirkt. Über seine harte, traumatische Kindheit erfahren wir in kurzen Rückblenden; die tiefe Prägung dieser symbolträchtigen Ereignisse für den Protagonisten wird im Verlauf der Handlung immer wieder deutlich. Nachdem er Frau Kaplans Angebot bei ihr zu wohnen und ihren Sohn zu imitieren, auch vor Nachbarn und der Verlobten Polats als der zurückgekehrte Sohn aufzutreten, mit einiger Skepsis annimmt, wächst er mehr und mehr in die Rolle, in eine Co-Abhängigkeit mit seiner “Mutter” und in eine Hybris, alles zu lenken und bestimmen zu können, über den Dingen zu stehen. Cemile Sahin zeigt nicht nur auf, wie kriegerische Konflikte jenseits der Front wirken und wie sich die “Daheimgebliebenen” im Krieg befinden, auch wenn sie nicht direkt an Kriegshandlungen teilnehmen. Sie treibt den Gedanken auf die Spitze, wie sehr der Mensch sich an Narrative klammert und darin Trost sucht, wie sehr sich jeder seine eigene Realität schafft und die eigenen Leerstellen zu füllen sucht. Während die Haupthandlung oft mit überspitzten Szenen subtilen Netflix-Seriencharakter hat und die Leserin in schräge Seifenoperelemente einlullt, wird das “Schauspiel” vom ersten und letzten Kapitel eingeklammert, die uns schmerzhaft und brutal in einen Verhörraum zerren, abgeschottet von der Realität, bedroht von einem unberechenbaren Folterer. Sprachlich gesehen waren mir die Metaphern teilweise zu überambitioniert, die Sätze zu kryptisch-lyrisch, die ich nur vage zu entschlüsseln wusste. Auch die anfangs eingeführte Serienstruktur ging für mich nicht bis zum Ende auf, da sich das Drehbuch durch das Eintreten unvorhergesehener Wendungen natürlich nicht halten kann. Insgesamt aber konnte mich die Autorin mit dem thematischen Gehalt und dessen Aufarbeitung überzeugen und mich auch gedanklich noch lange beschäftigen.
es fiel mir schwer reinzukommen, der hauptcharakter war mir etwas unsympathisch und die schreibweise holprig. nach dem start hat es mich dann doch gefesselt und ich wurde in die welt von rosa und polat kaplan reingerissen. waehrend des buchs kamen mir einige fragen auf, die auch bis zum ende nicht beantwortet wurden - das muss mir jetzt meine fantasie beantworten. das ende hat mich nochmal komplett wachgeschuettelt und ich war froh, nicht am anfang aufgehoert zu haben. und das cover allein schon ein banger <3

Ich mochte Teile des Buchs sehr, v.a den Schreibstil und die Schreibspielereien, sowie die Romanidee. Leider hat sich das Buch beim Lesen manchmal etwas gezogen, insbesondere das Ende kam dann aber sehr aprupt und fast ein bisschen zu kurz. Die Kritik an rassistischen Strukturen, Staat und das ziellose Aufs-Spiel-setzen der Leben von Soldat*innen wurde allerdings dafür sehr pointiert und wirklich gut in schön zu lesenden Sätzen verpackt.
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Eine Mutter verliert ihren Sohn. Im Krieg. Daraufhin engagiert sie einen jungen Mann, der bereit ist, sich als ihr Sohn auszugeben.
Rosa Kaplan hat ihren Sohn Polat im Krieg verloren. Sie ist außer sich vor Trauer und beschließt, einen jungen Mann, der ihrem Sohn ähnelt, die Rolle ihres Sohnes spielen zu lassen. Ihr Plan: eine Erzählung im Stil US-amerikanischer Serien, Regie: sie, Rosa Kaplan. Der Plan scheint zu funktionieren, so gut sogar, dass dieser unbekannte Mann, der nun bei Rosa wohnt, wirklich zu ihrem Sohn wird und schließlich sogar dazu bereit ist, für seine neue Mutter zu töten. In ihrem Debütroman gelingt Cemile Sahin der Spagat zwischen einer neuen, eigenen Form und einer sehr klaren, zeitlosen Sprache. Ein Roman, bei dessen Lektüre man ähnlich tief in die Geschichte versinkt, die nicht die eigene ist, wie der Protagonist des Buches.
»Es gibt Bücher, die aus der Menge an Neuerscheinungen herausragen, weil sie vieles andere plötzlich recht brav aussehen lassen. (...) Der erste Roman von Cemile Sahin ist so ein Buch. Die Autorin ist eine künstlerische Senkrechtstarterin. Ihr gelingt das Kunststück, eine hochpolitische Geschichte über die äußeren und seelischen Verwüstungen des Krieges so unterhaltsam zu erzählen, dass Pathos oder moralisierende Töne gar nicht erst aufkommen.« Deutschlandfunk. »
›Taxi‹ ist anders. Irgendwas zwischen trashig, nachdenklich, absurd, politisch und ziemlich cool.« Süddeutsche Zeitung.
»Ein starkes Debüt.« taz.
»Ihr Roman ist eine Sensation.« Tagesspiegel
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Author Description
Cemile Sahin ist Autorin und Künstlerin und wurde 1990 in Wiesbaden geboren. Sie hat in London und Berlin studiert und ist ars viva-Preisträgerin für Bildende Kunst. »TAXI« war ihr Debütroman, »ALLE HUNDE STERBEN« ihr zweiter, »KOMMANDO AJAX« ihr dritter Roman. Für ihr Schreiben wurde Cemile Sahin 2020 mit der Alfred Döblin-Medaille ausgezeichnet, 2025 erhielt sie den Erich Fried-Preis. Sie lebt in Berlin.
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“Taxi” von Cemile Sahin zog mich mit seinem knalligen Cover auf der Frankfurter Buchmesse 2021 magisch an und meine Neugierde wurde beim kurzen Durchblättern weiter befeuert, denn das Buch ist wie eine Serie aufgebaut mit Deckblättern vor jedem Kapitel, die angeben, in welcher Staffel und Folge wir uns befinden. Dazu der kurz gehaltene Buchrücken : “Jeder sagte: FÜRS VATERLAND. Frau Kaplan sagte nichts.” Bäm. Gekauft. Polat Kaplan ist als Soldat im Kriegseinsatz und kommt nicht mehr nach Hause. Welcher Krieg gemeint ist, bleibt unklar, jedoch wird die Grenze zum Kaukasus einmal explizit benannt und die gewählten Namen scheinen türkischer Abstammung zu sein. Seine Leiche wurde jedoch nicht gefunden und im Unglauben an den Tod des Sohns entwickelt Frau Kaplan ihr eigenes Narrativ, ein handfestes Drehbuch, in dem Polat zurückkommt und alles so ist wie früher. Den Mann, der ihren Polat spielen kann, ja zu ihrem Sohn werden kann, findet sie zufällig auf der Straße - den namenlosen Ich-Erzähler, der selbst heimatlos einem strukturierten Alltag in der Fremde nachgeht und sehr abgebrüht wirkt. Über seine harte, traumatische Kindheit erfahren wir in kurzen Rückblenden; die tiefe Prägung dieser symbolträchtigen Ereignisse für den Protagonisten wird im Verlauf der Handlung immer wieder deutlich. Nachdem er Frau Kaplans Angebot bei ihr zu wohnen und ihren Sohn zu imitieren, auch vor Nachbarn und der Verlobten Polats als der zurückgekehrte Sohn aufzutreten, mit einiger Skepsis annimmt, wächst er mehr und mehr in die Rolle, in eine Co-Abhängigkeit mit seiner “Mutter” und in eine Hybris, alles zu lenken und bestimmen zu können, über den Dingen zu stehen. Cemile Sahin zeigt nicht nur auf, wie kriegerische Konflikte jenseits der Front wirken und wie sich die “Daheimgebliebenen” im Krieg befinden, auch wenn sie nicht direkt an Kriegshandlungen teilnehmen. Sie treibt den Gedanken auf die Spitze, wie sehr der Mensch sich an Narrative klammert und darin Trost sucht, wie sehr sich jeder seine eigene Realität schafft und die eigenen Leerstellen zu füllen sucht. Während die Haupthandlung oft mit überspitzten Szenen subtilen Netflix-Seriencharakter hat und die Leserin in schräge Seifenoperelemente einlullt, wird das “Schauspiel” vom ersten und letzten Kapitel eingeklammert, die uns schmerzhaft und brutal in einen Verhörraum zerren, abgeschottet von der Realität, bedroht von einem unberechenbaren Folterer. Sprachlich gesehen waren mir die Metaphern teilweise zu überambitioniert, die Sätze zu kryptisch-lyrisch, die ich nur vage zu entschlüsseln wusste. Auch die anfangs eingeführte Serienstruktur ging für mich nicht bis zum Ende auf, da sich das Drehbuch durch das Eintreten unvorhergesehener Wendungen natürlich nicht halten kann. Insgesamt aber konnte mich die Autorin mit dem thematischen Gehalt und dessen Aufarbeitung überzeugen und mich auch gedanklich noch lange beschäftigen.
es fiel mir schwer reinzukommen, der hauptcharakter war mir etwas unsympathisch und die schreibweise holprig. nach dem start hat es mich dann doch gefesselt und ich wurde in die welt von rosa und polat kaplan reingerissen. waehrend des buchs kamen mir einige fragen auf, die auch bis zum ende nicht beantwortet wurden - das muss mir jetzt meine fantasie beantworten. das ende hat mich nochmal komplett wachgeschuettelt und ich war froh, nicht am anfang aufgehoert zu haben. und das cover allein schon ein banger <3

Ich mochte Teile des Buchs sehr, v.a den Schreibstil und die Schreibspielereien, sowie die Romanidee. Leider hat sich das Buch beim Lesen manchmal etwas gezogen, insbesondere das Ende kam dann aber sehr aprupt und fast ein bisschen zu kurz. Die Kritik an rassistischen Strukturen, Staat und das ziellose Aufs-Spiel-setzen der Leben von Soldat*innen wurde allerdings dafür sehr pointiert und wirklich gut in schön zu lesenden Sätzen verpackt.






