Tage des Lichts

Tage des Lichts

Hardback
3.936

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Description

Achtzig Jahre Leben erzählt in sechs Tagen

"Und doch war es Ivy niemals in den Sinn gekommen, in ihrer Beziehung etwas Unangemessenes zu sehen, niemals war da der Gedanke gewesen, in ihr etwas Schäbiges oder Unzüchtiges zu erkennen. Manchmal musste sie sich selbst daran erinnern, dass sie ja tatsächlich eine Affäre hatte ."

"Tage des Lichts" erzählt ein achtzigjähriges Frauenleben in sechs Tagen - von Sehnsucht, Schuld und dem Mut, das eigene Herz nicht zu verraten. Wie viel Einfluss haben wir auf unser eigenes Leben, wenn ein unaufhaltsames Verlangen sich seinen Weg bahnt?

England 1938. Die 19-jährige Ivy steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden, unsicher, wohin ihr Weg sie führen wird. Soll sie Tänzerin werden? Malerin? Abenteurerin? Oder vielleicht sogar Spionin? Ivy weiß nur eines sicher: Ihre Zukunft soll besonders werden - so besonders wie ihre ganze Familie. Doch ein tragisches Ereignis am Ostersonntag lenkt ihr Leben in überraschend gewöhnliche Bahnen: Sie heiratet, bekommt Kinder und führt ein angepasstes Leben. Erst als Ivy Jahre später Frances wiederbegegnet, die sie an eben jenem Ostersonntag zum ersten Mal traf, wird ihr bewusst, wie leer sie sich fühlt. Beide Frauen spüren eine Anziehung, der sie nicht nachgeben dürfen - und die doch unausweichlich scheint.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
304
Price
24.70 €

Author Description

Megan Hunter, geboren 1984 in Manchester, ist eine preisgekrönte Schriftstellerin, Dichterin und Drehbuchautorin. Judith Schwaab übersetzte u.a. Romane von Chimamanda Ngozi Adichie, Anthony Doerr, Lauren Groff, Jojo Moyes, Daniel Mason und Carol O'Connell. Sie lebt in München.

Posts

15
All
5

Eine ganz besondere Frauengeschichte

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2.5

„Und da ist Liebe: die, die sie in der Dunkelheit ihres Lebens immer gesehen hatte“

Als Ivy 19 Jahre ist, verliert sie durch einen tragischen Unfall ihren großen Bruder Joseph. Der Verlust begleitet Ivy ihr ganzes Leben und sie verarbeitet bis zum ihren eigenen Tod das Ereignis nicht. So begleitet der "Geist" ihres Bruder Ivy durch die Phasen ihres Lebens. Sie spürt sein warmes Licht immer in ihrer Nähe. Egal wie dunkel ihre Tage auch während des zweiten Weltkrieges, ihrer Einsamkeit in dem kleinen Cottage in Sussex, ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau, vor allem ihrer Liebe zu einer Frau die erst im Alter gelebt werden konnte. Ihr Bruder ist immer bei ihr. Wenn ich nur den wunderschönen und einzigartigen Schreibstil bewerten würde, würde ich dem Buch 5 Sterne geben. Ich mochte es so sehr die Sprache zu lesen und wie es die Autorin geschafft hat, den Worten so viel Kraft und Bildhaftes zu verleihen. ✨🤍 Aber zu einer richtig guten Story gehören nun mal auch gute Protagonisten und ich bin weder mit Ivy noch anderen Charakteren aus dem Buch warm geworden. Ich fand Ivy sehr anstrengend, sprunghaft, Emotionslos. Wie eine Maschine die ihre Zeit auf der Erde absitzt bis sie nicht mehr funktioniert. Ich hab ihre Handlungen nicht verstanden auch wenn ich denke das sie aufgrund der Trauer, die ihr lebenslang anhielt, oft so gehandelt hat. Mit 19 weiß man oft nicht was man aus seinem Leben machen soll. Ivy hatte ihre Vorstellungen und auch Talent zu malen. So wie ihre berühmte Mutter, deren Werke weltweit beliebt sind, Aber egal wie sehr sie sich gewünscht hatte etwas eigenes auf die Beine zu stellen und ja, das war bestimmt alles andere als leicht 1938 als junge Frau was ohne einen Ehemann aufzubauen. Nur hat sie viel zu schnell alles über Bord geschmissen und ihre Träume aufgegeben weil sie das GEFÜHL HATTE nicht so gut zu werden wie ihre Mutter. Nicht so intelligent und stark zu sein wie ihr außergewöhnlicher Bruder. Nicht so wortgewandt und stark in seinen Überzeugungen wie ihr Vater. Stattdessen heiratet sie den 25 Jahre älteren Freund der Familie, von dem sie weiß, das er bei ihrer Geburt dabei war und das er auch gesagt hat ,,die ist so schön, ich heirate sie später“. Iwwww… 😳🤮 Da war ich raus! Nachdem Ivy entschieden hat das ihr Leben für nichts weiteres gemacht ist als eine Ehefrau und Mutter zu sein, stürzt sie in eine tiefe Depression. Das Leben was sie für sich gewählt hat macht sie zutiefst unglücklich aber sie muss das nun mal akzeptieren und es weiterleben. Als Strafe dafür das ihr Bruder nicht mehr leben durfte. 🥴 Da war ich auch raus. So begleitet man Ivy durch ihr Leben und 6 wichtige Tage des Lichts in ihren 81 Jahren, die jedesmal eine kleine Wende gebracht haben bis sie am Ende doch ihr Glück und ihre Liebe gefunden hat.

„Und da ist Liebe: die, die sie in der Dunkelheit ihres Lebens immer gesehen hatte“
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🔸TAGE DES LICHTS von MEGAN HUNTER🔸, erschienen bei C.H. Beck Verlag, ET 30. Januar 2026, 304 Seiten, übersetzt aus dem Englischen von Judith Schwab Stimmen zum Buch: «Tage des Lichts› ist eine Hommage an diejenigen, die sich Fragen stellen und keine Antworten erhalten, an diejenigen, die ihr ganzes Leben lang nach jemandem suchen, nur um sich selbst zu finden.» Chicago Review of Books Autorenportrait: MEGAN HUNTER, geboren 1984 in Manchester, ist eine preisgekrönte Schriftstellerin, Dichterin und Drehbuchautorin. Bei C.H.Beck erschienen ihre Romane «Vom Ende an» (2017) und «Die Harpyie» (2021), der derzeit als Serie adaptiert wird. Megan Hunter lebt in Cambridge. Übersetzerin: Judith Schwab war viele Jahre Verlagslektorin für Belletristik und betreute Autoren wie Arundhati Roy, Salman Rushdie, Noah Gordon oder Michael Crichton. Seit 2003 hat sie u. a. Romane von Chimamanda Ngozi Adichie, Anthony Doerr, Robert Goolrick, Lauren Groff, Jojo Moyes, Maurizio de Giovanni, Daniel Mason und Carol Ơ'Connell übersetzt. Sie lebt in München. Mein Leseeindruck: Der Roman erzählt Ivys 80-jähriges Leben in sechs Tagen, 1938 - 1999 im englischen Sussex. Ivy, die 19-Jährige, einer liberalen Künstlerfamilie entstammend, hadernd mit sich. Jahrelang kämpft sie mit einem Ereignis, bei dem ein geliebter Mensch verschwindet und sie nur ein Licht sieht. Landet in einer einschränkenden Ehe, findet später die Lebenslust wieder in einer alten Bekannten. Verhandelt werden Fragen nach Schuld, Sehnsucht, Verlust, Zerrissenheit, verpasste Möglichkeiten, Selbstfindung, Träumen, Gefühlen. Was hat dies alles für Auswirkungen auf unseren Lebensweg, können wir unser Leben immer so ausleben, wie wir wollen? Wie gehen wird damit um? Wie geht es uns damit? Megan Hunter Schreibstil ist still, atmosphärisch, melancholisch, poetisch, blumig, indirekt, metaphorisch, zuweilen distanziert, mit sakralen Einflüssen. Für Freunde deren Vorlieben dort angesiedelt sind kann ich den Roman uneingeschränkt empfehlen.

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4.5

Wenn ein ganzes Leben zwischen sechs Tagen passt

Manche Bücher fühlen sich nicht gelesen an, sondern gelebt. Tage des Lichts ist genau so ein Fall. Still, aber nicht leise. Zart, aber mit ordentlich Druck auf der Brust. Ein Roman, der nicht schreit, sondern lange nachhallt – wie ein Gedanke, der sich erst beim Abwasch richtig entfaltet. Achtzig Jahre Leben, verpackt in sechs Tage. Klingt erstmal nach literarischem Kunstgriff, entpuppt sich aber schnell als emotionaler Volltreffer. Ivy wächst einem nicht auf die Nerven, sondern unter die Haut. Eine junge Frau mit großen Träumen, die vom Leben sanft, aber bestimmt in andere Bahnen geschoben wird. Ehe, Kinder, Angepasstheit. Alles richtig gemacht – und trotzdem irgendwas verloren. Dann Frances. Keine große Explosion, kein kitschiges Drama. Nur dieses leise Ziehen. Dieses Wissen, dass man zu spät am falschen Bahnhof ausgestiegen ist. Megan Hunter beschreibt diese Sehnsucht so ruhig und präzise, dass es fast weh tut. Keine effekthascherischen Szenen, kein erhobener Zeigefinger. Stattdessen Blicke, Gedanken, Zweifel. Und diese nagende Frage: Wie viel Entscheidung steckt eigentlich im eigenen Leben? Besonders stark ist die Sprache. Klar, elegant, ohne Schnörkel, aber mit Tiefe. Jeder Satz sitzt, nichts wirkt überflüssig. Das Buch vertraut darauf, dass Leser zwischen den Zeilen fühlen können – und genau das funktioniert verdammt gut. Nebenbei erzählt es von Schuld, Mut und davon, wie schwer es sein kann, ehrlich zu sich selbst zu sein, wenn alle anderen Versionen so bequem wirken. Kein Roman für den schnellen Kick. Aber einer für lange Abende, für leise Gedanken und für dieses Gefühl, kurz das eigene Leben von außen zu betrachten. Am Ende bleibt kein lauter Knall, sondern ein stilles Licht. Und manchmal ist genau das viel stärker.

Wenn ein ganzes Leben zwischen sechs Tagen passt
4

Ein Roman über Selbstfindung und Erwartungshaltung!

. Hat das Leben den Klang angenommen, den Ivy sich einst erhofft hat? Immer wieder kehrt diese Frage zu ihr zurück. In „Tage des Lichts“ entfaltet sich über sechs Tage eine intensive Erzählung, die die Brüche, Sehnsüchte und die stille Zerrissenheit einer Frau sichtbar macht. Eine klare Leseempfehlung für alle, die ruhige, literarische Geschichten lieben. 4/5 ⭐️ . Worum geht es genau… England 1938: Die 19-jährige Ivy steht am Übergang zum Erwachsenwerden und träumt von einem außergewöhnlichen Leben. Doch ein tragisches Ereignis am Ostersonntag verändert alles. Statt Freiheit folgen Ehe, Kinder und ein angepasstes Dasein. Jahre später bringt die erneute Begegnung mit einer Freundin verdrängte Sehnsüchte zurück… . In „Tage des Lichts“ begleiten wir Ivy als Ich-Erzählerin durch sechs prägende Tage ihres Lebens. Diese sind eingebettet in die Osterfeierlichkeiten und überschattet vom damals herrschenden Krieg. Ivy wächst in einer für ihre Zeit außergewöhnlich unkonventionellen Familie auf, einer Familie, die von Kunst und Kreativität lebt. Umgeben von Lyrik, Tanz und Malerei soll auch sie ihren eigenen Weg finden. Doch schnell wird deutlich, dass diese Suche alles andere als einfach ist. . Ivys lebensbestimmende Entscheidungen entstehen aus einem Spannungsfeld zwischen Bauchgefühl, Verstand und Verantwortungsbewusstsein. Immer wieder wollte ich sie in den Arm nehmen und ihr Mut zusprechen. Sie ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn sie stellenweise etwas blass bleibt, gerade dort, wo man sich stärkere emotionale Tiefe gewünscht hätte. Vielleicht ist es jedoch genau diese Zurückhaltung, die ihr das Leben so schwer macht und sie rastlos nach Erfüllung suchen lässt. . Trotz der teils großen Zeitsprünge entsteht nie das Gefühl, den Anschluss zu verlieren. Der Erzählfluss bleibt konstant und trägt mühelos durch die Geschichte. Die kurzen, episodenhaften Einblicke verleihen dem Roman eine besondere Intensität und laden zum Nachdenken ein. . „Tage des Lichts“ ist ein leiser, feinfühliger Roman, der durch Hunters eindringliche und elegante Sprache auf subtile Weise die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen thematisiert. . Ein leiser, feinfühliger Roman, der lange nachwirkt! „Tage des Lichts“ überzeugt mit Atmosphäre, Tiefe und wichtigen Denkanstößen zur Selbstfindung und gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen. Für alle, die literarische, ruhige Romane mit historischer Einbettung und emotionaler Nachwirkung schätzen, ist dieses Buch eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Ein Roman über Selbstfindung und Erwartungshaltung!
4

29/2026 Rückblickend hat es sich sehr gelohnt

Angezogen vom schönen Cover habe ich doch zunächst mit dem Stil gekämpft. Schön und poetisch, aber irgendwie auch zäh. Trotzdem bin ich dran geblieben. Ich hab wirklich lange für das Buch gebraucht. Normalerweise lese ich Bücher dieser Länge in 2-3 Tagen, jetzt habe ich nahezu 3 Wochen gebraucht und viele andere Bücher dazwischen geschoben. Trotzdem ließ es mich nicht los... Heute dann habe ich das letzte Viertel in einem Rutsch gelesen und es hat mich wirklich, wirklich berührt. Rückblickend hat es sich sehr gelohnt. Daher eine klare Empfehlung von mir. eBook/Onleihe

29/2026 Rückblickend hat es sich sehr gelohnt
3.5

„Tage des Lichts“ von Megan Hunt / Verlag: C.H. Beck Wir begleiten Ivy an sechs Tagen ihres Lebens – immer um Ostern, zwischen 1938 und 1999 in England. Sechs Tage, die für ein ganzes Frauenleben stehen und zeigen, wie sehr ein einzelnes Ereignis alles verändern kann. 1938 ist Ivy 19 Jahre alt. Das Leben liegt vor ihr, und sie wünscht sich ein besonderes Leben. Ihre Familie ist außergewöhnlich, künstlerisch, frei. Alle scheinen ein Talent zu besitzen, nur Ivy nicht. Sie ist nicht kreativ, nicht begabt wie die anderen. Sie ist einfach sie selbst und genau das fühlt sich für sie zu wenig an. Besonders prägend ist Ostern 1938. Ivy lernt Frances kennen, die Freundin ihres Bruders Joseph. Am selben Tag verschwindet Joseph beim Eisbaden mit Ivy im Fluss. Jung, lebensfroh, verliebt. Sein Tod wird zum Mittelpunkt von Ivys Leben. Von da an kreisen ihre Gedanken, Erinnerungen und Entscheidungen immer wieder um ihn. Und um das Licht, das Ivy im Fluss gesehen hat. Ivy entscheidet sich später bewusst für ein angepasstes Leben. Sie heiratet Bear, einen Freund ihres Vaters und den Liebhaber ihres Stiefvaters, bekommt zwei Kinder und lebt in einem alten Cottage nahe ihres Elternhauses. Ein normales, sicheres Leben, aber kein glückliches. Sie wirkt leer, suchend, als würde sie sich selbst verlieren. Besonders berührt hat mich dabei dieser Gedanke: „Ich habe das Gefühl, dass ich mich langsam auflöse, irgendwie – und doch bin ich hier.“ (S. 210) Erst als Frances Jahre später mit ihrer Familie in Ivys Nähe zieht, verändert sich etwas. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine heimliche Liebschaft. Ivy blüht auf, fühlt sich lebendig und begehrt. Diese Zeit wirkt wie ein kurzes Aufleuchten, bis auch dieses Licht wieder verschwindet, als Frances’ Mann versetzt wird. Die Autorin erzählt Ivys Geschichte leise, melancholisch und sehr kontrolliert. An nur sechs Tagen gelingt es ihr, immer wieder auf Joseph Bezug zu nehmen und seine Abwesenheit spürbar zu machen. Die Charaktere sind gut gezeichnet, besonders die unkonventionelle Familie bleibt im Gedächtnis. Überraschenderweise war mir Anne, die Haushälterin der Eltern, emotional näher als Ivy selbst; warmherzig, bodenständig und sehr menschlich, obwohl sie nur eine Nebenfigur ist. Ivy hingegen blieb für mich eher distanziert. Ihre Trauer, ihre Sehnsucht, ihre Liebe, Lust und Affäre habe ich verstanden, aber nicht immer gefühlt. Ich hätte mir gewünscht, ihr näherzukommen und emotional tiefer mitzugehen. Der Schreibstil ist flüssig und ruhig, stellenweise sehr poetisch und in diese besondere Ausdrucksweise musste ich mich erst einlesen. Thematisch greift der Roman viele große Themen auf: Trauer, Sehnsüchte, Hoffnung, Kreativität, Freigeist, Anderssein, queere und offene Beziehungen, Religion und die Suche nach Halt. Tage des Lichts ist ein leiser, nachdenklicher Roman mit einer starken Grundidee und einer besonderen Atmosphäre. Emotional konnte er mich trotz allem nicht ganz abholen. Am Ende steht das Licht. Es erscheint, als Joseph verschwindet, und zeigt sich erneut, als Ivy selbst geht. Zwei Augenblicke, zwei Abschiede und doch liegt darin etwas Tröstliches, als würde sich ein Kreis schließen.

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3

"Weinen war dumm... Mit Tränen erreichte man nichts." Megan Hunter erzählt in „Tage des Lichts“ ganz leise, anschaulich und eindringlich von Verlust, Mutterschaft und der Fragilität menschlicher Beziehungen. Mit ihrer klaren, bildlichen und poetischen Sprache schafft sie eine fesselnde Atmosphäre, in der jedes Detail und jedes Wort, Gewicht bekommt. Leider sind mir die einzelnen Szenen durch die Jahre, die Handlung an sich, irgendwie zu blass geblieben. Das liegt wahrscheinlich an dem Fokus in der emotionalen Tiefe und der feinen Beobachtung innerer Zustände und dem Fehlen von Dialogen und Interaktionen. "...ihr Leben war eingeengt; ohne dass sie es gemerkt hatten, hatte es diese konventionelle Form angenommen. Sie waren einfach so geworden wie alle anderen auch." Ivy an sich als Protagonistin fand ich faszinierend. Aufgewachsen in einer Zeit voller Grenzen, Erwartungen und Regeln. Aber erzogen ohne eben diese. Trotzdem merkt man ihr in ihren jungen Jahren schon an, wie ziellos und verloren sie in dieser Welt ist. Gekrönt durch einen riesen Verlust, steht sie am Scheideweg und entscheidet sich für den, vermutlich, falschen, aber für sie zu diesem Zeitpunkt richtigen. Aber genau dadurch steht sie, Jahre später, und Jahrzehnte später wieder, immer wieder am Scheideweg und kommt doch nie wirklich an. Ihre einzige Konstante - Francis. Und am Ende des Lebens die Frage: Würde ich was anders machen? Bereue ich etwas? Ein zurückhaltendes, aber intensives Buch, das lange nachhallt.

4

Mit diesem Buch habe ich mich ganz weit aus meiner Komfortzone bewegt. Und ich bin froh, dass ich es gewagt habe! Mit leisen, aber sehr eindrücklichen Tönen erzählt die Autorin Megan Hunter die Geschichte von Ivy und ihrer Suche nach ihrem Platz im Leben. Wir begleiten Ivy durch sechs Stationen in ihrem Leben, beginnend mit einem Tag im Jahre 1938 und bis zu ihrem Tod im Jahr 1999. Durch Ivys innere Monologe, erfährt man viel über ihre Zweifel und Ängste, wodurch ihre Figur besonders greifbar wird. Aber es gibt sie auch: die kleinen Momente des Lichts voller Erfüllung und Glück. Der Schreibstil hat mich besonders begeistert! Ruhig und ohne wörtliche Rede, aber trotzdem intensiv und teilweise schon fast poetisch. Daran musste ich mich zu Beginn zwar etwas gewöhnen, dann hat es mich aber vollkommen abgeholt. Fazit: ein ruhiger, historischer Roman, der mich sehr berührt hat!

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4

Megan Hunter versteht es unglaublich in Bildern zu erzählen

Menschen schreiben Geschichten. Aber Menschen sind auch die Geschichten! Ich bin der Meinung das aus jedem Menschens Leben eine Geschicht geschrieben werden kann. Das Leben ist so vielseitig und voller Abenteuer! Man muss sie nur finden und aufschreiben. Tage des Lichts umfasst die Lebensgeschichte der 18. jährigen Ivy in sechs Tagen. Tiefe Sehnsucht, Schicksale und Liebe bahnen sich den Weg durch das Leben. Ich muss gestehen, zu Beginn bin ich recht schwer in die Geschichte hineingekommen. Doch dann hat mich die Art zu schreiben von Megan Hunter mitgerissen. Diese Geschichte ist ein Abenteuer das wir alle erleben dürfen, das Leben! Hunter schreibt ruhig, aber dafür so detailliert in Bildern das man quasi den Ostertag riechen und die Familie am Tisch sitzen sehen kann! Einfach unglaublich! Deswegen auch die große Empfehlung ihre bildlichen Worte einfach zu genießen. Die Texte langsam in sich aufzunehmen und zu fühlen! Ivy ist ebenfalls die perfekte Besetzung für diese Geschichte! Ich finde den Wandel ihres Lebens in nur sechs Tagen einfach toll! Zunächst wird die Unsicherheit der 18. jährigen halb Erwachsenen toll beschrieben. Wohin soll das Leben gehen? Gemischt mit dem Einfluss der Familie, die zu weitere Unsicherheiten führen! Die Annäherungen zwischen Frances und ihr sind so tief und wertschätzend geschrieben! Einfach wunderschön! Toll fand ich auch das Kapitel als Ivy sich ins Kloster begibt. Die struggle zwischen ihr und ihrem Glauben ist immer wieder ein Thema und hat mir hier in der Aufarbeitung sehr gut gefallen! Ein sehr einfühlsames und langsames Buch! Hat mich berührt!

2

Ich verstehe nicht, was mir dieses Buch sagen sollte. 80 Jahre in 6 Tagen und damit 6 unfassbar langen Kapiteln gestaltet, die allesamt bedrückend und düster erscheinen. Ein grauenvolles Leben! Darüber muss man nicht lesen!

3

Sechs richtungsweisende Tage

Die Familie von Joseph und Ivy trifft sich Ostern 1938, um die Feiertage zusammen zu verbringen.  Ivy ist besonders neugierig auf Frances, die Freundin von Joseph,  die auch kommen soll. Es sollte ein schönes Ostern im Kreise der Familie und Freunde werden,  doch dann ertrinkt Joseph.  Ivy ist danach verstört und flüchtet sich in eine Ehe. Sie führt ein konventionelles Leben, sie ist nicht unglücklich,  aber auch nicht glücklich. Ein Leben,  das Ivy eigentlich nie wollte. Zufällig trifft sie Frances wieder,  die mittlerweile auch verheiratet ist.  Verbunden durch den Verlust von Joseph  kommen die Beiden sich näher. Wir erfahren viel über Ivy's Gedanken,  Gefühle und Ängsten, oft erahnt man sie mehr,  als das sie klar formuliert sind. Das passiert in einem poetischen Schreibstil  ohne wörtliche Sprache und erfordert Konzentration. Ich musste öfters zurückblättern, um mir das Gelesene zu verinnerlichen. Vielleicht blieben mir Ivy und Frances deshalb fremd. Wer einen anspruchsvollen, poetischen Schreibstil mag, ist bei diesem Buch genau richtig.

4

Ein Leben im Zeitraffer

Tage des Lichts von Megan Hunter ist kein Buch, das mit lauten Knall-Effekten arbeitet. Es ist eine Geschichte der leisen Töne, auf die man sich als Leser bewusst einlassen muss – doch wenn man es tut, hallt sie lange nach. ​ Wir begleiten Ivy, die wie so viele von uns an der Schwelle zum Erwachsenwerden von einem „besonderen“ Leben träumt. Doch der Alltag schlägt zu, und die Jahre ziehen in ganz normalen Bahnen an ihr vorbei. Erst die Begegnung mit Francis rüttelt sie wach und führt ihr die eigene innere Leere vor Augen. Es entflammt eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf, und stellt alles infrage. ​ Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, ist das Experiment mit der Zeit: Megan Hunter erzählt ein ganzes Leben in nur sechs Tagen. Der Schreibstil ist dabei sehr zurückhaltend und still, was perfekt zur Atmosphäre der Geschichte passt. ​Das Buch hat mich definitiv zum Grübeln über mein eigenes Leben gebracht. Es ist eine dieser Geschichten, die einem nicht oft begegnen und die einen emotional dort packen, wo man sich fragt: „Bin ich eigentlich da, wo ich sein wollte?“ ​Man braucht Geduld und die richtige Stimmung für diesen sehr reduzierten Stil. Wer Action oder eine klassische Liebesgeschichte erwartet, wird hier eventuell nicht fündig. Für Fans von tiefgründiger, fast schon poetischer Prosa ist es aber eine absolute Empfehlung. Ein interessantes Leseerlebnis, das nachwirkt.

4

In Days of Light we follow Ivy through her life by witnessing 6 single days that define the course of her entire being. How monumental are these days if they shape the form of an entire existence? How exciting! Each chapter is dedicated to one of these days; starting with Ivy in her youth and progressing all the way through her life. The style of writing is stunning in this book, the author manages to pull the reader into the scenery and even if sometimes outside events are rare, still keep readers engaged and enthralled by the story of a character that slowly starts taking shape throughout the entirety of this book. To me the pace was fitting for the setting and the aspiration to fit an entire life into six chapters of single days, although in some parts the derivation from the original timeline by jumping to even more settings by means of memories it did drag a little bit. As I truly enjoyed the descriptive style of writing and the story kept me fascinated through all of its chapters, this was a really good 4 out of 5 stars read for me. Thank you to the publisher, the author and NetGalley for providing me with an early copy in exchange for an honest review.

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