Survival of the Richest

Survival of the Richest

Softcover
4.226

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Description

Spätestens seit der Allianz von Donald Trump und Elon Musk ist klar: Die Tech-Milliardäre sind nicht nur die reichsten Männer der Welt, es geht ihnen auch um politische Macht und um die radikale Umgestaltung von Gesellschaft und Natur.

Als Douglas Rushkoff eine Einladung in ein exklusives Wüstenresort erhält, nimmt er an, dass er dort über Zukunftstechnologien sprechen soll. Stattdessen sieht er sich Milliardären gegenüber, die ihn zu Luxusbunkern und Marskolonien befragen. Während die Welt mit der Klimakatastrophe und sozialen Krisen ringt, zerbrechen sich diese Männer den Kopf, wie sie im Fall eines Systemkollapses ihre Privatarmeen in Schach halten können.

Der Medientheoretiker Rushkoff verfolgt die Internetrevolution seit Jahrzehnten, ist Erfinder der Begriffe »viral gehen« und »Digital Natives«, bewegte sich lange im Kreis von Vordenkern und kreativen Zerstörern. In einer Zeit, in der Elon Musk und Peter Thiel sich immer stärker in die Politik einmischen, rekonstruiert er, wie aus der Aufbruchsstimmung der 1990er ein Programm aus Angst und Größenwahn werden konnte. Viele Tech-Unternehmer wollen uns Normalsterbliche einfach nur hinter sich lassen, werden aber als Visionäre gefeiert. Angesichts der Zerrüttungen, die ihre Geschäftsmodelle produzieren, müssen wir uns von ihrem Mindset befreien – denn mitnehmen werden sie uns auf ihrem Exodus sicher nicht.

Ein flammendes Plädoyer gegen Egomanie und für die Wiederentdeckung kooperativen Handelns

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Softcover
Pages
281
Price
22.70 €

Author Description

Douglas Rushkoff, geboren 1961, ist Professor für Medientheorie und digitale Wirtschaft am Queens College der City University New York. Er gilt als einer der Vordenker, aber auch schärfsten Kritiker digitaler Entwicklungen. Er verfasste zahlreiche Bücher und prägte die Begriffe »viral gehen« sowie »Digital Natives«.

Posts

3
All
3.5

Sehr interessant, aber auch etwas enttäuschend

Irgendwie konnte mich dieses Buch leider nicht so richtig überzeugen. Es gibt viele Anstöße über das Internet, die Gesellschaft und Reichtum und Wohlstand nachzudenken. Viele der Gedanken waren auch für mich wirklich neu. Alles wurde gut erklärt und ich fand auch den Schreibstift gut verständlich und gut lesbar. Aber während der Anfang und das Ende sehr stark sind verliert es sich in der Mitte ein bisschen zu viel in der Kritik des Kapitalismus und systemtheoretischen Ansätzen, die für mich etwas abgehoben sind und auch ein wenig das Thema verfehlen.

4

Kein Buch für beiläufige Lektüre, aber fesselnd und dringend notwendig!

Der Medientheoretiker Douglas Rushkoff wird in ein abgeschiedenes Wüstenresort geladen und findet sich unerwartet vor fünf Milliardären wieder, die ihn nach Kryptowährungen und Exit-Strategien befragen. Diese surreale Begegnung bildet den Ausgangspunkt seiner Abrechnung mit der Elite des Technologiezeitalters: „Survival of the Richest“, dessen deutsche Übersetzung nun im Suhrkamp-Verlag erschienen ist. Rushkoff, selbst ein Pionier des Internets, übt scharfe Kritik an der heutigen Anwendung neuer Technologien, die nicht dem Gemeinwohl, sondern primär der Machtsicherung und Bereicherung weniger dienen. Er beginnt mit einer tiefgehenden Analyse des „Mindsets“ der Tech-Milliardäre – eines Denkens, das allein auf Profitmaximierung ausgerichtet ist, selbst wenn dies bedeutet, disruptive Ereignisse nicht zu verhindern, sondern sie als Gelegenheiten zur Kapitalvermehrung zu begreifen. Mit unnachgiebiger Schärfe rüttelt Rushkoff an den Grundfesten unserer Gesellschaft und entlarvt das eigentliche Übel: das unersättliche Streben nach Wachstum. Er zeigt auf, wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als vermeintlicher Wohlstandsindikator missbraucht wird, obwohl es keinerlei Aussage darüber trifft, wie es den Menschen tatsächlich ergeht. „Eine Ölpest ist gut für das Bruttoinlandsprodukt, weil wir viel Geld ausgeben, um die Schäden zu beheben. Wenn wir eine Brücke instand setzen, steigt das BIP weniger, als wenn wir sie abreißen und eine neue bauen.“ (S. 102-103). Diese Logik der permanenten Expansion enttarnt er als Trugbild, das selbst in vermeintlich nachhaltigen Technologien wie Photovoltaikanlagen zum Ausdruck kommt – Lösungen, die oft weniger ökologisch sind, als sie scheinen. Als einzigen gangbaren Ausweg skizziert Rushkoff eine radikale Rücknahme des Wachstums, eine bewusste Entschleunigung, die unsere Umwelt entlasten und das gesellschaftliche Gleichgewicht wiederherstellen könnte. Seine Warnung ist unmissverständlich: „Noch jede Gesellschaft, die ein dem gegenwärtigen vergleichbares Maß an wirtschaftlicher Ungleichheit erreicht hatte, rutschte in den Faschismus ab. Noch nie ist eine Zivilisation, die ihre physische Umwelt derart ausgebeutet hat, dem Zusammenbruch entgangen.“ (S. 248). Ein düsteres Szenario, das sich insbesondere in den USA bereits abzuzeichnen scheint. „Survival of the Richest“ ist kein Buch für beiläufige Lektüre; es verlangt Vorwissen oder die Bereitschaft, sich intensiver mit den diskutierten Konzepten auseinanderzusetzen. Doch gerade darin liegt seine Stärke: Es bietet eine prägnante Argumentationshilfe gegen die unkritische Bewunderung von Tech-Oligarchen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Peter Thiel und entlarvt die dystopischen Konsequenzen ihres Denkens und Handelns. Rushkoffs Werk ist ein Weckruf – kompromisslos, fesselnd und dringend notwendig.

4.5

„Wenn Milliardäre die Welt kaputtspielen – und heimlich an ihren Notausgang basteln“

Survival of the Richest von Douglas Rushkoff liest sich wie ein Blick hinter den Vorhang der Tech-Elite. Er erzählt, wie Superreiche und Tech-Milliardäre über Luxusbunker, Inseln und Fluchtpläne nachdenken – statt sich ernsthaft zu fragen, wie man die Welt so verändert, dass niemand vor ihr weglaufen muss. Rushkoff nennt das „The Mindset“: die Haltung, Probleme nicht gemeinsam zu lösen, sondern sie mit Geld, Technologie und Distanz zu „überstehen“. Spannend ist, dass er das nicht nur verurteilt, sondern analysiert: Wie sind wir da hingekommen? Warum glauben so viele an Technik als Rettung, aber nicht mehr an Gemeinschaft, Demokratie, Solidarität? Das Buch ist stellenweise wütend, aber sehr klar und verständlich geschrieben. Am Ende bleibt die Frage: Wollen wir wirklich in einer Welt leben, in der ein paar Auserwählte ihren Exit planen – oder in einer, in der wir versuchen, gar nicht erst vor uns selbst fliehen zu müssen?

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