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Jede Geschichte hat zwei Seiten
„The Sunshine Man“ von Emma Stonex war für mich ehrlich gesagt viel mehr ein Familiendrama als ein klassischer Thriller – und genau das hat mir so gut gefallen. Birdie erfährt, dass der Mörder ihrer Schwester nach 18 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Für sie ist sofort klar, dass sie endlich Rache nehmen möchte. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr merkt man, dass es hier um viel mehr geht als um einen Mord. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Birdie und Jimmy erzählt. Dadurch lernt man beide Seiten immer besser kennen und nach und nach kommen Familiengeheimnisse, Lügen und verdrängte Erinnerungen ans Licht. Ich fand es total spannend, dass ich meine Meinung über die Figuren immer wieder geändert habe. Birdie hat mir unglaublich leid getan. Obwohl sie inzwischen ein ruhiges Familienleben führt, merkt man, dass sie den Tod ihrer Schwester Providence nie verarbeitet hat. Ihre Trauer und ihr Wunsch nach Gerechtigkeit waren für mich in jeder ihrer Entscheidungen spürbar. Jimmy fand ich fast noch interessanter. Am Anfang war für mich klar, wer er ist und welche Rolle er in der Geschichte spielt. Doch je mehr man über seine Vergangenheit, seine Gedanken und seinen Umgang mit Schuld erfährt, desto schwerer fiel es mir, ihn nur als Täter zu sehen. Genau das hat das Buch für mich so besonders gemacht. Am Ende geht es für mich gar nicht so sehr um die Frage, was damals passiert ist, sondern darum, wie unterschiedlich Menschen mit Schuld, Trauer und Erinnerungen umgehen. Jede Figur erinnert sich anders an die Vergangenheit und genau das macht die Geschichte so spannend. Wer einen Thriller mit ständig neuen Wendungen erwartet, wird hier vielleicht überrascht sein. Das Buch lebt vielmehr von seiner Atmosphäre, den Figuren und der psychologischen Tiefe. Es ist eher ruhig erzählt, aber genau diese ruhige Art hat mich komplett abgeholt. Vor allem Birdie und Jimmy haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte. Ich wollte einfach verstehen, was damals wirklich passiert ist und warum jeder die Vergangenheit so anders erlebt. Für mich war The Sunshine Man ein Buch, das weniger von Spannung lebt als von seinen Figuren – und genau deshalb hat es mir richtig gut gefallen.
2 days ago
Jede Geschichte hat zwei Seiten
„The Sunshine Man“ von Emma Stonex war für mich ehrlich gesagt viel mehr ein Familiendrama als ein klassischer Thriller – und genau das hat mir so gut gefallen. Birdie erfährt, dass der Mörder ihrer Schwester nach 18 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Für sie ist sofort klar, dass sie endlich Rache nehmen möchte. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr merkt man, dass es hier um viel mehr geht als um einen Mord. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Birdie und Jimmy erzählt. Dadurch lernt man beide Seiten immer besser kennen und nach und nach kommen Familiengeheimnisse, Lügen und verdrängte Erinnerungen ans Licht. Ich fand es total spannend, dass ich meine Meinung über die Figuren immer wieder geändert habe. Birdie hat mir unglaublich leid getan. Obwohl sie inzwischen ein ruhiges Familienleben führt, merkt man, dass sie den Tod ihrer Schwester Providence nie verarbeitet hat. Ihre Trauer und ihr Wunsch nach Gerechtigkeit waren für mich in jeder ihrer Entscheidungen spürbar. Jimmy fand ich fast noch interessanter. Am Anfang war für mich klar, wer er ist und welche Rolle er in der Geschichte spielt. Doch je mehr man über seine Vergangenheit, seine Gedanken und seinen Umgang mit Schuld erfährt, desto schwerer fiel es mir, ihn nur als Täter zu sehen. Genau das hat das Buch für mich so besonders gemacht. Am Ende geht es für mich gar nicht so sehr um die Frage, was damals passiert ist, sondern darum, wie unterschiedlich Menschen mit Schuld, Trauer und Erinnerungen umgehen. Jede Figur erinnert sich anders an die Vergangenheit und genau das macht die Geschichte so spannend. Wer einen Thriller mit ständig neuen Wendungen erwartet, wird hier vielleicht überrascht sein. Das Buch lebt vielmehr von seiner Atmosphäre, den Figuren und der psychologischen Tiefe. Es ist eher ruhig erzählt, aber genau diese ruhige Art hat mich komplett abgeholt. Vor allem Birdie und Jimmy haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte. Ich wollte einfach verstehen, was damals wirklich passiert ist und warum jeder die Vergangenheit so anders erlebt. Für mich war The Sunshine Man ein Buch, das weniger von Spannung lebt als von seinen Figuren – und genau deshalb hat es mir richtig gut gefallen.
2 days ago








