Süß

Süß

Hardback
4.2185
JaheißtjaToxicPolemikPatriarchat

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Description

Ein Buch, das unsere Annahmen über Gleichberechtigung erschüttern wird. „Souverän, scharfsinnig, lustig und analytisch“ Theresia Enzensberger Plötzlich sind alle Feminist*innen. Bloß kann von echter Gleichberechtigung keine Rede sein. Warum wirken überholte Strukturen fort? Wie lassen sie sich abwracken? Ann-Kristin Tlusty betrachtet die inneren und äußeren Zwänge, die das Leben von Frauen auch heute prägen: Noch immer wird ihnen abverlangt, „sanft“ die Sorgen und Bedürfnisse der Gesellschaft aufzufangen. Jederzeit sollen sie dabei auf „süße“ Weise sexuell verfügbar erscheinen, gern auch unter feministischem Vorzeichen. Und bei alldem angenehm „zart“ niemals zu viel Mündigkeit beanspruchen. Klug und persönlich, befreiend und neu: Diese Streitschrift wirbelt die Geschlechterordnung für immer durcheinander. Enjoy, Sweethearts!

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Hardback
Pages
208
Price
18.50 €

Author Description

Ann-Kristin Tlusty, geboren 1994, hat Kulturwissenschaften und Psychologie studiert. Sie arbeitet seit 2018 als Redakteurin bei Zeit Online und lebt in Berlin. Bei Hanser erschien: Süß. Eine feministische Kritik (2021). Bei Twitter: @nouvelle_wagnis

Posts

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All
2

Wichtig, aber leider nicht meins

Mit der Bewertung habe ich mich sehr schwer getan, aber ehrlich gesagt habe ich mich ziemlich durch das Buch gequält. Mir ist klar, dass es bewusst zuspitzt und eine feministische Kritik formulieren will, was auch grundlegend wichtig ist. Trotzdem war mir vieles zu einseitig und wenig differenziert. Ich mag Texte, die den Horizont weiter öffnen, statt ihn stark in eine Richtung zu lenken. Inhaltlich sicher relevant, aber für mich war es leider eher zäh als bereichernd.

5

Ein wichtiges und gutes Buch, dass die Missstände, die in unserer Gesellschaft herrschen und Frauen und weiblich sozialisierten und gelesenen Menschen das Leben erschweren, sehr gut einfängt und anhand von drei Rollentypen anschaulich erklärt. Ich habe mich sehr oft wiedergefunden und träume jetzt von einer anderen Art des Feminismus.

2

Wurde alles schon zig mal gesagt. Außerdem erstaunlich viele Widersprüche und haarsträubende Ansichten zu sexualisierter Gewalt.

5

In Süß (2021) beschreibt Ann-Kristin Tlusty die verschiedenen Rollen, in die Fraue (im Sinne von: weiblich gelesene Personen) gedrängt und dadurch entfremdet werden. Sie macht drei Figuren, die Frauen gesellschaftlich einnehmen, aus: die sanfte Frau, die süße Frau und die zarte Frau. Die sanfte Frau (S. 21 ff,) ist fürsorglich, aufopferungsbereit und leistet unsichtbar einen Großteil der privaten und beruflichen Care-Arbeit/Reproduktionsarbeit. Stichworte: mental load, emotionale Arbeit. Die sanfte Frau ist das Spielfeld des Kampfes um die Anerkennung von Sorgearbeit. Sie basiert auf dem gesellschaftlichen Glauben, sich über die weibliche Arbeit hinwegsetzen zu können. Die süße Frau (S. 65 ff.) ist für den männlichen Blick verfüg- und konsumierbar. Sie stellt das antizipierte Begehren des anderen vor ihr eigenes. Die süße Frau ist das Spielfeld für den Kampf um sexuelle Selbstbestimmung. Sie basiert auf dem Glauben, sich über weibliche Körper hinwegsetzen zu können. Die zarte Frau (S. 113 ff.) ist unschuldig, zerbrechlich und schutzbedürftig. Sie bedarf zu ihrer Vervollständigung eines männlichen Gegenparts, der ihr Schutz gewährt. Die zarte Frau ist das Spielfeld für den Kampf um weibliche Mündigkeit. Sie basiert auf dem Glauben, sich über den weiblichen Verstand hinwegsetzen zu können. Klug argumentiert Ann-Kristin Tlusty gegen den liberalen Feminismus, den sie Potenzfeminismus nennt (S. 11): "Ich weigere mich, an die weibliche Eigenverantwortung zu appellieren und zum fröhlichen Empowerment aufzurufen. Ich werde vielmehr sichtbar machen, wie historisch gewachsene Erzählungen süßliche Figuren hervorbringen - und wie sich eine Gesellschaft imaginieren lässt, in der Frauen nicht die Glasur darstellen, sondern alle gleich viel von jedem nur möglichen Kuchen haben." (S. 18 f.)

3

Ja war okay, interessante Fakten, aber insgesamt nicht so viel neues/bahnbrechendes. Kann man aber durchaus mal lesen und hinterher alles hassen.

5

Zuckersüß

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. In ihrer klugen und originellen Art macht die Autorin auf Missstände und Stigmata aufmerksam. Sie beschreibt sehr gut die Lebenswelten junger Frauen und lässt immer wieder aktuelle Studien einfließen. Habe das Hörbuch gehört, das von einer Sprecherin und der Autorin gesprochen wird; beide Stimmen sind sehr angenehm, was das Buch sehr unterhaltsam macht.

4

Vieles bereits Bekanntes, trotzdem sehr interessant.

3.5

Ann-Kristin Tlustys Buch ‘Süß’ ist eines jener Bücher, das ich gern lesen wollte, weil es insbesondere hier auf Instagram sehr häufig und durchgehend positiv besprochen wurde. Das macht mich zugleich neugierig wie misstrauisch. Tatsächlich ist es ein gutes Buch, wenngleich nicht so herausragend, wie manche es darstellen. Dennoch schließe ich mich den Empfehlungen für diese knapp 200 Seiten an. ‘Süß’ ist eine spannende und informative Analyse feministischer Bewegung(en) und gesellschaftlicher Konstruktion bzw. Zuschreibung von Weiblichkeit. Die Autorin bindet ihre Recherchen in den drei Figuren ‘sanft’, ‘süß’ und ‘zart’ zusammen. Das eröffnet neue Perspektiven auf das Thema. Wie viel neues Wissen damit einhergeht, ist vom individuellen Standpunkt der lesenden Person abhängig. Mir war soweit vieles, wenn auch nicht alles, in anderer Präsentation bekannt. Die Autorin bemüht sich, alle Erfahrungen, Erkenntnisse und Recherchen in den benannten Figuren zu bündeln. Das ist konsequent, gibt dem Buch Struktur und erhöht das nachhaltige Verständnis. Es wirkt aber auch stellenweise sehr konstruiert und fühlt sich nicht in jedem Fall glücklich an. Da sich viele Rezipient:innen dieses Buchs in den drei Figuren wiedererkennen, möchte ich meine subjektive Leseerfahrung jedoch nicht überbewerten, denn Ann-Kristin Tlusty scheint ein Ordnungsschema gefunden zu haben, das der Wahrheit und den realen Erfahrungen sehr nahe kommt. Meine Möglichkeiten der Einschätzung sind da als weißer Cis-Mann sehr eingeschränkt. Ich freue mich, dass mir dieses Buch Bekanntes ins Gedächtnis gerufen, neue Informationen an die Hand gegeben, meine Sinne geschärft und mich weiter sensibilisiert hat.

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5

Sehr informativ und dabei nicht zu trocken regt es absolut zum nachdenken und überdenken an.

3.5

Guter Einstieg in feministische Themen — für jene, die sich viel mit feministischer Lektüre beschäftigen, nichts/ wenig Neues.

5

Eine scharfsinnige und unglaublich schön geschriebene Analyse der gegenwärtigen feministischen Bewegung und von gesellschaftlich konstruierter Weiblichkeit. In allen von Tlusty beschriebenen weiblichen "Figuren" (sanft, süss und zart) konnte ich mich ein Stück weit wiedererkennnen und ich werde sicherlich noch lange über Tlustys Worte nachdenken. Für mich auf jeden Fall ein grundlegendes queerfeministisches Basiswerk, lest es unbedingt!!

4

Dieses Buch war hoch spannend, interessant, lehrreich und an vielen Stellen augenöffnend. Die Strukturierung in die drei "Frauen" - sanft, süß und zart - hat mir sehr gut gefallen und dem ganzen Buch eine sehr sinnvolle Gliederung gegeben. An manchen Stellen war es mir leider etwas zu ausschweifend und es war schwer, der Autorin zu 100% zu folgen.

4

Lesenswert

Das Buch "Süß: Eine feministische Kritik" von Ann-Kristin Tlusty ist eine herausragende feministische Analyse, die einen tiefgreifenden Einblick in die Thematik bietet. Mit großer Expertise und einer beeindruckenden Bandbreite an Informationen entfaltet die Autorin eine fesselnde Argumentation, die uns Lesende von Anfang bis Ende in den Bann zieht. Tlusty zeigt ein außergewöhnliches Verständnis der feministischen Theorie und schafft es, komplexe Konzepte auf eine zugängliche und ansprechende Weise zu vermitteln. Ihre klare und präzise Schreibweise erleichtert das Verständnis und ermöglicht es auch Lesende ohne umfangreiche Vorkenntnisse, sich mit den verschiedenen Aspekten des Feminismus auseinanderzusetzen. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der behandelten Themen. Tlusty geht über die gängigen feministischen Diskurse hinaus und erweitert den Fokus auf weniger beachtete Bereiche. Sie betrachtet nicht nur die traditionellen Geschlechterrollen, sondern nimmt auch Aspekte wie Rassismus, Klassismus und Queerfeminismus in den Blick. Dadurch gelingt es ihr, ein umfassendes Bild der sozialen Ungleichheit zu zeichnen und die verschiedenen Facetten der Unterdrückung aufzuzeigen. Ein weiterer Höhepunkt des Buches ist die fundierte Recherche. Tlusty stützt ihre Argumente auf eine breite Palette an Quellen und Studien, die ihre Schlussfolgerungen untermauern. Dadurch wirkt ihre Analyse überzeugend und glaubwürdig. Gleichzeitig lässt sie Raum für eigene Gedanken und Diskussionen, indem sie verschiedene Standpunkte beleuchtet und auch auf kritische Stimmen eingeht. Neben der inhaltlichen Qualität ist auch die Struktur des Buches lobenswert. Die Kapitel sind gut gegliedert und bauen aufeinander auf, was zu einem flüssigen Lesefluss führt. Zudem sind die Gedanken der Autorin gut nachvollziehbar und werden durch Beispiele und Fallstudien veranschaulicht. Dies ermöglicht es, die behandelten Themen in einen realen Kontext zu setzen und ihre Relevanz zu erkennen.

5

Absolut lesenswert und wichtig. Macht uns die eigenen Denk- und Handlungsmuster deutlich und warum individuelles Engagement allein nicht reicht.

4

Prinzipiell ganz gut und interessant, aber:

Auch wenn Tlusty zumindest People of Color in ihre Theorie eingliedert, handelt es sich hierbei doch eher um ein Buch um die weiße Frau. Es geht um das zusammenspiel von weiße Frau mit weißem Mann, immer um Heterosexuelle Beziehungen. Sie positioniert sich zwar stark auch pro intersektionellem Feminismus, schreibt allerdings weniger für Personen mit Behinderung oder eben PoC. Es geht um die Einteilung von weißen Frauen in süß, zart und sanft, was prinzipiell auch sehr interessant ist, mir fehlt aber meine eigene Sparte: die der Sauren "edgy" girls die irgendwo zwischen femme fatale und süß stehen (jap, habe mal meinen eigenen Senf dazugeben, ihr seht also welche persönlichkeit mir hier fehlt). Ich konnte mich prinzipiell über all ein wenig und gar nicht interpretieren, zur Selbstreflexion verleitet das Buch dennoch. Der Epilog war außerordentlich stark. PS. Musste das Hörbuch hören weil die langen Absätze und Kapitel mich überfordert haben. HB aber sehr zu empfehlen :)

1.5

Mal wieder ein Sachbuch über sogenannten Feminismus in dem nicht binäre und / oder behinderte Personen kaum bis gar keine Rolle spielen.

4

Sanft, süß und zart stehen hier im Mittelpunkt 

Eigentlich bin ich nicht die typische Leserin feministischer Bücher. Doch ab und zu zieht es mich hin zu einem der Werke, die frisch und glänzend mit der Zeit gehen. So hatte mich auch dieses leuchtende Buch von Ann-Kristin Tlusty schnell gecatcht. In drei Kapiteln beleuchtet die Autorin das vermeintliche Wesen von Frauen, unter den Überschriften, „Sanft“, „Süß“ und „Zart“ und verknüpft diese Adjektive mit historischen Hintergründen, einer Bedeutung des (Nicht-) Frauseins und ihre Auswirkungen für mehr oder weniger Emanzipation der Geschlechter jeder Hautfarbe. Geschickt werden Beziehung und Zusammenhänge hergestellt, die mich sehr zum nachdenken gebracht haben. Die „sanfte“ Frau bezieht sich dabei eher auf die Berufswelt in der Frauen sich bewegen, insbesondere im Bereich der Care Arbeit. Die „süße“ Frau beschäftigt sich mit ihrer Geschlechteridentität, auch auf körperlicher beziehungsweise erotischer Ebene. Die „zarte“ Frau stellt die devote Rolle der Frau in den Mittelpunkt, ob unbewusst oder als Mittel zum Zweck gewählt. Frau Tlusty stützt ihre Analysen und Gedanken auf vielfältige Quellen. Ihre eigenen Überlegungen treffen, meinem Empfinden nach viele wunde Punkte in unserer weiblichen Hälfte der Gesellschaft. Sie spart nicht an gut formulierter Kritik, die nicht, wie man es sonst gewohnt ist, in explizitem „Männer-Bashing“ endet, sondern regte mich an, bei mir selber an zu setzen. IMänner werden hier nicht von jeglicher Schuld für mangelnde Gleichberechtigung frei gesprochen, aber sie spielen in diesem Buch auch nicht die große Rolle. Die Autorin stellt kontinuierlich klar, dass Veränderung sich aber immer an unseren gesellschaftlichen Voraussetzungen, Bedingungen und Strukturen abarbeitet und somit eine politische Angelegenheit ist. Trotzdem: „Ändere dich, wenn du andere ändern willst“, ist schon immer eine meiner Lieblingslebensthesen. In diesem Buch leuchtet sie oft durch ohne Anspruch auf Ausschließlichkeit zu haben. Unglaublich bereichernd, fand ich die vielen Sichtweisen, die mir nicht nur neues Vokabular eröffnen. Zum Beispiel die zweifelhafte Freude an der „Girliness“ unserer Gesellschaft, oder aber wie Frauen, die sich der Sanftheit entziehen möchten, diese nur können, wenn Sie diese Sanftheit wiederum anderen Frauen übertragen. Der Schreibstil ist ein Feuerwerk an rhetorisch angenehmen Formulierungen, wenn auch nicht immer ganz einfach zu lesen. Beim Lesen merkt man, wie schön die deutsche Sprache doch sein kann. Um die Message vielleicht besser zu verstehen, ist der Text mit vielen bunten Beispielen durchsetzt. Das macht das Lesen sehr kurzweilig und bisweilen sogar sehr amüsant. Die Quintessenz ist so einfach wie optimistisch. Aber ohne Optimismus geht es auch nie voran. Wer sich gerne auf knapp 167 Seiten mit den überholten, aber gewachsenen Identitäten von Frauen, auf tiefsinnige Art und Weise auseinandersetzen möchte ist mit diesem Buch gut bedient.

4

A reminder about what's wrong with the patriarchal system and capitalism. I especially liked for instance that strong women are only strong if they live up or reach man standards or what Beyonce was maybe trying to say in her song "Who run the world". At some points it was long-winded and I think sometime the point could have been made more shortly and wouldn't have lost any of it's relevance.

5

Man kommt auch nicht um Selbstkritik umhin, wunderbar!

5

so viel liebe! ich habe so viel dadurch gelernt

4

4-4.5 ⭐️ Banger. Absolut starke Auseinandersetzung und feministische Kritik. Ich muss das Buch aber auf jeden Fall noch mal lesen, nachdem ich über einige Punkte nachgedacht habe. Inwieweit ich allem zustimmen kann oder vielleicht eigene Abstufungen, die sich für mich richtig anfühlen, entdecken kann.

5

Noch ein Buch über Feminismus? Ja und was für eins! "SÜSS" von Ann-Kristin Tlustly hat das Zeug zum modernen Klassiker. Auf knapp 200 Seiten legt die Autorin dar, warum feministische Kämpfe über Gleichstellungsfragen hinausgehen müssen. Sie beleuchtet, wie Kapitalismus und Patriarchat die Weiblichkeit verzuckern und Geschlechterrollen unter einem süßen Guss konservieren. Frauen, so die These, sollen süß sein, sanft und zart. Der Potenzfeminismus verspricht die freie Wahl zwischen unbegrenzten Möglichkeiten: "Das süße Leben wartet, du musst nur zugreifen!" Ann-Kristin Tlusty zeigt auf, warum selbst die emanzipiertesten von uns in die klebrige Falle tappen, die sexy Spaß verspricht, in Wahrheit aber auch nur uralte Strukturen von Ausbeutung und vergeschlechtlichter Ordnungszwänge verdeckt. "SÜSS" knüpft da an, wo Stokowskis "Untenrum Frei" aufhört und beweist, dass der Feminismus nur weiterkommen kann, wenn es uns gelingt, intersektionale Perspektiven einzubeziehen und über die individuellen Bedürfnisse hinauszublicken. Ann-Kristin Tlustly geht über das binäre Verständnis von Geschlecht hinaus und versteht Weiblichkeit als "psychologische Disposition". Dass der "binäre Ballast" aber noch immer prägend, von den meisten unhinterfragt und letztlich systemerhaltend ist, wird aber nicht geleugnet, sondern vielmehr kritisch betrachtet. Das Buch ist für Einsteiger*innen ins Thema und für alte Häs*innen gleichermaßen bereichernd und zugänglich.

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