Stern der Ungeborenen
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Diesen umfangreichen Roman voller Traumvorstellungen, utopischer Phantasien über eine »astromentale« Welt hat Werfel im Frühjahr 1943 begonnen und am 24. August 1945, zwei Tage vor seinem Tod abgeschlossen. In drei Teilen berichtet er darin - nach dem Muster von Dantes ›Göttlicher Komödie‹ - von einer dreitägigen Reise im Jahr 1943 in philosophische Lokationen, in denen die Grenzen von Realität und Fiktion aufgehoben sind: Er bewegt sich in der Verschränkung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Reisende »F. W.« projiziert unter der Führung seines wiedererstandenen ältesten und besten Freundes »B. H.« den geistigen und den politischen Zustand seiner realen Zeit und Gegenwart 1943 in die Welt der Astromentalen in utopischen Dimensionen. Dabei lernt er die eigene phantastische Vorstellungswelt als Bruchteil des Möglichen zu erkennen: in jenen fernen Zeiten leben die Menschen frei von Schmerz und Krankheit, Alter und Not, aber ohne Musik und Dichtung, jedoch auch ohne Arbeit. Zugleich findet er seine Hypothese aus der realen Gegenwart bestätigt, daß sie dann noch weiter von Gott entfernt sind, daß Hybris und Ranküne, Selbstüberhebung und Zwietracht der herrschenden Kräfte auch diese, die Jahrtausende spätere Welt zerrütten.
Book Information
Author Description
Am 10. September 1890 wird Franz Werfel in Prag geboren; als Schüler schreibt er Gedichte und entwirft Dramen. 1914 wird er zum Militärdiensteingezogen; 1917 begegnet er Alma Mahler-Gropius, mit der er bis zu seinem Lebensende verbunden bleibt; er siedelt nach Wien über. Zu dieser Zeit sind bereits mehrere Gedichtbände von ihm erschienen, hat er kritische Aufsätze veröffentlicht. 1919 folgt seine erste ganz eigenständige Novelle ›Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig‹. 1921 wird sein Drama ›Spiegelmensch‹ aufgeführt. In den nächsten Jahren entstehen ›Der Tod des Kleinbürgers‹, ›Kleine Verhältnisse‹, ›Der Abituriententag‹, ›Die Geschwister von Neapel‹ und immer wieder Gedichte. 1929 heiratet er Alma Mahler. 1933 erscheinen ›Die vierzig Tage des Musa Dagh‹ – eine Mahnung an die Menschlichkeit; im gleichen Jahr werden seineBücher in Deutschland verbrannt.1938, als Hitlers Truppen in Österreich einmarschieren, hält sich Werfel in Capri auf – seine Emigration beginnt. 1940 wird er in Paris an die Spitze der Auslieferungsliste der Deutschen gesetzt. Mit Alma und einigen Freunden flüchtet er zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien. ›Das Lied von Bernadette‹ schreibt er als Dank für seine Errettung. Von Lissabon bringt sie ein Schiff nach New York. Die letzten Jahre verlebt Werfel in Los Angeles, Kalifornien. Am 26. August 1945 erliegt er seinem schweren Herzleiden.
Posts
Dieser Schmöker hat über 600 Seiten und war damit wohl der längste Klassiker, den ich in meinem bisherigen Leben gelesen habe. Ja, "Portrait of a Lady" war auch lange, aber es hat sich nicht so lang angefühlt. Allein schon optisch und auf taktiler Ebene: Das Buch hatte aufgeschlagen nicht auf meinen Oberschenkeln Platz. Ich musste im Schneidersitz lesen, damit ich die ganze Seite sehen konnte. Und der Schmöker ist schwer! So schwer, dass ich den Schneidersitz nie wirklich lange aushielt. Ich hab mich mehrfach dafür verflucht, dieses Buch meiner Leseliste für die Bachelorarbeit hinzugefügt zu haben. Der Hauptgrund dafür waren die Länge und die Ausführlichkeit der Beschreibungen. Der Erzähler F.W. kann nicht einfach sagen, dass er jemanden schön findet. Nein: Zuerst muss er die Figur bis ins kleinste Detail beschreiben, dann einen spöttischen Kommentar über den Jugendkult und den Schönheitswahn Hollywoods fallen lassen und sich anschließend in Erinnerungen verlieren. Und das alles in langen und verschachtelten Sätzen, die sich über die ganze Seite erstreckten. Das machte es für mich schwierig, dabei zu bleiben. Hier fünfzig Seiten zu lesen, konnte locker einen ganzen Nachmittag füllen. Das ganze Setting der Geschichte ist schräg. F.W. ersteht in der fernen Zukunft von den Toten auf, um an einer Hochzeit teilzunehmen. Die Menschen haben sich weiterentwickelt, leben endlich in Frieden, bereisen das Weltall, können Hunderte Kilometer in wenigen Sekunden zurücklegen... Hört sich perfekt an? Ist es nicht. Von der ersten Seite weg bescherte mir der Text ein beklemmendes Gefühl, das sich bis zum Ende steigerte. Einige Dinge passten einfach nicht! Die unglaublich konservative Kirche, die weiter großen Einfluss hat, die Waffensammlungen, der geheimnisvolle Wintergarten, der immer wieder aufgegriffen wird... Vieles war einfach gruselig. Zwar versucht der Erzähler immer einen lockeren und spöttischen Ton beizubehalten, aber naja. Trotzdem gruselig und abschnittsweise richtig unangenehm. Ich sag nur: Wintergarten. F.W. verteilt viele Seitenhiebe in diesem Text. Er macht sich über die Weltkriege lustig, über Politiker, die sich zu sehr an ihre Macht klammern, über Journalismus, Kunstkritik, die Jugend, die Wissenschaft. Eigentlich gibt es fast keine Themen, die hier nicht kritisiert werden. Das war über weite Teile interessant, manchmal meiner Meinung nach aber zu viel des Guten. Mein Fazit? Ein unglaublich dicker Wälzer, der sehr ins Detail geht. Trotzdem eine interessante Lektüre.
Description
Diesen umfangreichen Roman voller Traumvorstellungen, utopischer Phantasien über eine »astromentale« Welt hat Werfel im Frühjahr 1943 begonnen und am 24. August 1945, zwei Tage vor seinem Tod abgeschlossen. In drei Teilen berichtet er darin - nach dem Muster von Dantes ›Göttlicher Komödie‹ - von einer dreitägigen Reise im Jahr 1943 in philosophische Lokationen, in denen die Grenzen von Realität und Fiktion aufgehoben sind: Er bewegt sich in der Verschränkung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Reisende »F. W.« projiziert unter der Führung seines wiedererstandenen ältesten und besten Freundes »B. H.« den geistigen und den politischen Zustand seiner realen Zeit und Gegenwart 1943 in die Welt der Astromentalen in utopischen Dimensionen. Dabei lernt er die eigene phantastische Vorstellungswelt als Bruchteil des Möglichen zu erkennen: in jenen fernen Zeiten leben die Menschen frei von Schmerz und Krankheit, Alter und Not, aber ohne Musik und Dichtung, jedoch auch ohne Arbeit. Zugleich findet er seine Hypothese aus der realen Gegenwart bestätigt, daß sie dann noch weiter von Gott entfernt sind, daß Hybris und Ranküne, Selbstüberhebung und Zwietracht der herrschenden Kräfte auch diese, die Jahrtausende spätere Welt zerrütten.
Book Information
Author Description
Am 10. September 1890 wird Franz Werfel in Prag geboren; als Schüler schreibt er Gedichte und entwirft Dramen. 1914 wird er zum Militärdiensteingezogen; 1917 begegnet er Alma Mahler-Gropius, mit der er bis zu seinem Lebensende verbunden bleibt; er siedelt nach Wien über. Zu dieser Zeit sind bereits mehrere Gedichtbände von ihm erschienen, hat er kritische Aufsätze veröffentlicht. 1919 folgt seine erste ganz eigenständige Novelle ›Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig‹. 1921 wird sein Drama ›Spiegelmensch‹ aufgeführt. In den nächsten Jahren entstehen ›Der Tod des Kleinbürgers‹, ›Kleine Verhältnisse‹, ›Der Abituriententag‹, ›Die Geschwister von Neapel‹ und immer wieder Gedichte. 1929 heiratet er Alma Mahler. 1933 erscheinen ›Die vierzig Tage des Musa Dagh‹ – eine Mahnung an die Menschlichkeit; im gleichen Jahr werden seineBücher in Deutschland verbrannt.1938, als Hitlers Truppen in Österreich einmarschieren, hält sich Werfel in Capri auf – seine Emigration beginnt. 1940 wird er in Paris an die Spitze der Auslieferungsliste der Deutschen gesetzt. Mit Alma und einigen Freunden flüchtet er zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien. ›Das Lied von Bernadette‹ schreibt er als Dank für seine Errettung. Von Lissabon bringt sie ein Schiff nach New York. Die letzten Jahre verlebt Werfel in Los Angeles, Kalifornien. Am 26. August 1945 erliegt er seinem schweren Herzleiden.
Posts
Dieser Schmöker hat über 600 Seiten und war damit wohl der längste Klassiker, den ich in meinem bisherigen Leben gelesen habe. Ja, "Portrait of a Lady" war auch lange, aber es hat sich nicht so lang angefühlt. Allein schon optisch und auf taktiler Ebene: Das Buch hatte aufgeschlagen nicht auf meinen Oberschenkeln Platz. Ich musste im Schneidersitz lesen, damit ich die ganze Seite sehen konnte. Und der Schmöker ist schwer! So schwer, dass ich den Schneidersitz nie wirklich lange aushielt. Ich hab mich mehrfach dafür verflucht, dieses Buch meiner Leseliste für die Bachelorarbeit hinzugefügt zu haben. Der Hauptgrund dafür waren die Länge und die Ausführlichkeit der Beschreibungen. Der Erzähler F.W. kann nicht einfach sagen, dass er jemanden schön findet. Nein: Zuerst muss er die Figur bis ins kleinste Detail beschreiben, dann einen spöttischen Kommentar über den Jugendkult und den Schönheitswahn Hollywoods fallen lassen und sich anschließend in Erinnerungen verlieren. Und das alles in langen und verschachtelten Sätzen, die sich über die ganze Seite erstreckten. Das machte es für mich schwierig, dabei zu bleiben. Hier fünfzig Seiten zu lesen, konnte locker einen ganzen Nachmittag füllen. Das ganze Setting der Geschichte ist schräg. F.W. ersteht in der fernen Zukunft von den Toten auf, um an einer Hochzeit teilzunehmen. Die Menschen haben sich weiterentwickelt, leben endlich in Frieden, bereisen das Weltall, können Hunderte Kilometer in wenigen Sekunden zurücklegen... Hört sich perfekt an? Ist es nicht. Von der ersten Seite weg bescherte mir der Text ein beklemmendes Gefühl, das sich bis zum Ende steigerte. Einige Dinge passten einfach nicht! Die unglaublich konservative Kirche, die weiter großen Einfluss hat, die Waffensammlungen, der geheimnisvolle Wintergarten, der immer wieder aufgegriffen wird... Vieles war einfach gruselig. Zwar versucht der Erzähler immer einen lockeren und spöttischen Ton beizubehalten, aber naja. Trotzdem gruselig und abschnittsweise richtig unangenehm. Ich sag nur: Wintergarten. F.W. verteilt viele Seitenhiebe in diesem Text. Er macht sich über die Weltkriege lustig, über Politiker, die sich zu sehr an ihre Macht klammern, über Journalismus, Kunstkritik, die Jugend, die Wissenschaft. Eigentlich gibt es fast keine Themen, die hier nicht kritisiert werden. Das war über weite Teile interessant, manchmal meiner Meinung nach aber zu viel des Guten. Mein Fazit? Ein unglaublich dicker Wälzer, der sehr ins Detail geht. Trotzdem eine interessante Lektüre.






