Sprengstoff
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'Sprengstoff' war das dritte Buch, was King als Richard Bachman veröffentlicht hatte. Es wird vermutet, dass er es zu der Zeit geschrieben hat, wo das Buch auch spielt. Also Mitte der 70er. Das Buch spielt im Winter 1973. Während der großen Energiekrise. Man sollte sparen, denn Benzin und Heizung war fast unbezahlbar geworden. Das passte natürlich jetzt zu unserer Zeit. Genau während dieser Krise soll eine Autobahn quer durch die Stadt gebaut werden. Das Haus von Barton George Dawes und seine Wäscherei 'Blue Ribbon' sollen enteignet werden, weil genau dort die neue Autobahn durchgehen soll. Das ist für Bart nur schwer zu verkraften. Er und seine Frau Mary haben zwei Kinder verloren. Eines bei der Geburt, und den Sohn durch eine Krankheit. Seitdem leidet Bart an einer gespaltenen Persönlichkeit. Er will die Enteignung nicht wahrhaben und tut alles dafür, dass dies nicht geschieht... Bei diesem Buch handelt es sich um eines der eher ruhigeren Werke von King. Wie von ihm gewohnt, werden die Charaktere sehr gut beschrieben und man blickt auch tief in die Gedanken von Bart. Dies macht den Hauptteil der Geschichte aus. Das ist auch hier ein entscheidender Knackpunkt. Kann einem Bart bei seinen Gedanken und Taten sympathisch sein? Wenn nicht, kann einem das Buch dann gefallen? Denn schließlich trägt er die komplette Geschichte. Ich finde, genau das macht es so gut. Während des Lesens bin ich immer wieder hin und hergerissen zwischen Verständnis, Empathie, Abneigung, Unverständnis. In der einen Sekunde hat man total Mitleid mit ihm und in der anderen kann man seine Entscheidung absolut nicht nachvollziehen. Sein inneres Chaos drängt nach und nach nach außen und jederzeit fragt man sich, ob Bart nicht doch noch irgendwie die Kurve bekommt, und alles wieder gut wird. 4 von 5 / 8 von 10 Sternen

Barton verliert aufgrund staatlicher Enteignung nicht nur seine Arbeitsstelle, sondern auch sein zu Hause - mitten durch das Gebiet in dem sich beides befindet, soll eine Autobahn gebaut werden und sowohl die Wäscherei in der er seit Jahrzehnten arbeitet, als auch sein zu Hause, in dem sein verstorbener Sohn aufgewachsen ist und an dem so viele Erinnerungen hängen, müssen dem weichen. Bart verliert damit jede Lebensperspektive und sieht sich spätestens jetzt an einem Punkt, wo er nichts mehr zu verlieren hat. Sprengstoff ist für mich bis jetzt das schwächste der Bachmann-Bücher (Qual und Regulator fehlen mir noch, wobei ich zumindest durch Desperation das "Gründgerüst" von Regulator ja schon kennen sollte). Zugegeben hat es mit Amok, Todesmarsch und Menschenjagd auch wirklich harte "Konkurrenz" - da mitzuhalten ist auch nicht ganz so einfach. Wie für die Bachmannbücher typisch: wer hier klassischen Horror erwartet, ist an der Stelle falsch. In diesen Büchern ging es schon immer eher um menschliche Abgründe und in diesem im speziellen auch um die fragile, menschliche Psyche. Was leider nicht fehlt, sind die typischen Kingschen Längen, die mir den Einstieg in das Buch etwas schwer gemacht haben. Aber man kennt's und mit der Zeit ist man dann auch wie immer gut drin. Es ist ein eher ruhiger Roman, der so vor sich hinplätschert und man von Anfang an ahnt, was eigentlich kommen wird - das tut dem ganzen aber nicht viel Abbruch. Die gesamte Tragik des Romans entfaltet sich dann tatsächlich nochmal so richtig mit dem Epilog und lässt einen kopfschüttelnd zurück. War gut zu lesen! Meine Empfehlungen für Bachmann-Bücher werden aber weiterhin andere sein.
Ein Mann verliert wegen staatlicher Enteignung zuerst seine Arbeitsstelle und dann sein zuhause. Er kann und will sich damit auch vor dem eigentlichen Ereignis nicht abfinden und trifft aufgrund von Verzweiflung drastische Entscheidungen. Wir begleiten unseren Protagonisten beim seiner steigenden Verzweiflung. Aus leugnen der Vorgänge wird der Versuch des aufhaltens und doch steht er dem Staat machtlos gegenüber. Gerade in Deutschland, wo wegen dem Tagebau so viele Menschen auch heute noch enteignet wurden ist dieses Buch hochbrisant. Wie weit muss der einzelne in seinen Bedürfnissen zurückstecken und ist das Vorhaben überhaupt sinnvoll? Leider habe ich mit unserem Hauptcharakter nicht richtig mitfiebern können... Er ist mir einfach nicht ans Herz gewachsen, weshalb auch das Finale wenig emotional war. Daher 2,5/5 ⭐
Zitat aus "Sprengstoff": "Hast du Krebs?", flüstert sie. "Ich glaube ja." "Dann geh ins Krankenhaus und lass-" "Es handelt sich um Seelenkrebs." Wenn du wenig erwartest und so positiv überrascht wirst! Durch meine letzten Erfahrungen mit Bachmann, dachte ich bei "Sprengstoff" gleich: "mach dir nicht zu viel Hoffnung". Aber ich bin überrascht! Hier stimmt für mich alles! Ich war gefesselt von Anfang an. Auch wenn der Protagonist natürlich von vorne bis hinten durchleuchtet wird und das zeitweise auch schon mal etwas langwierig ist, bis es mit der Story weitergeht, fand ich es hier tatsächlich sehr wichtig. Fazit: Super!
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'Sprengstoff' war das dritte Buch, was King als Richard Bachman veröffentlicht hatte. Es wird vermutet, dass er es zu der Zeit geschrieben hat, wo das Buch auch spielt. Also Mitte der 70er. Das Buch spielt im Winter 1973. Während der großen Energiekrise. Man sollte sparen, denn Benzin und Heizung war fast unbezahlbar geworden. Das passte natürlich jetzt zu unserer Zeit. Genau während dieser Krise soll eine Autobahn quer durch die Stadt gebaut werden. Das Haus von Barton George Dawes und seine Wäscherei 'Blue Ribbon' sollen enteignet werden, weil genau dort die neue Autobahn durchgehen soll. Das ist für Bart nur schwer zu verkraften. Er und seine Frau Mary haben zwei Kinder verloren. Eines bei der Geburt, und den Sohn durch eine Krankheit. Seitdem leidet Bart an einer gespaltenen Persönlichkeit. Er will die Enteignung nicht wahrhaben und tut alles dafür, dass dies nicht geschieht... Bei diesem Buch handelt es sich um eines der eher ruhigeren Werke von King. Wie von ihm gewohnt, werden die Charaktere sehr gut beschrieben und man blickt auch tief in die Gedanken von Bart. Dies macht den Hauptteil der Geschichte aus. Das ist auch hier ein entscheidender Knackpunkt. Kann einem Bart bei seinen Gedanken und Taten sympathisch sein? Wenn nicht, kann einem das Buch dann gefallen? Denn schließlich trägt er die komplette Geschichte. Ich finde, genau das macht es so gut. Während des Lesens bin ich immer wieder hin und hergerissen zwischen Verständnis, Empathie, Abneigung, Unverständnis. In der einen Sekunde hat man total Mitleid mit ihm und in der anderen kann man seine Entscheidung absolut nicht nachvollziehen. Sein inneres Chaos drängt nach und nach nach außen und jederzeit fragt man sich, ob Bart nicht doch noch irgendwie die Kurve bekommt, und alles wieder gut wird. 4 von 5 / 8 von 10 Sternen

Barton verliert aufgrund staatlicher Enteignung nicht nur seine Arbeitsstelle, sondern auch sein zu Hause - mitten durch das Gebiet in dem sich beides befindet, soll eine Autobahn gebaut werden und sowohl die Wäscherei in der er seit Jahrzehnten arbeitet, als auch sein zu Hause, in dem sein verstorbener Sohn aufgewachsen ist und an dem so viele Erinnerungen hängen, müssen dem weichen. Bart verliert damit jede Lebensperspektive und sieht sich spätestens jetzt an einem Punkt, wo er nichts mehr zu verlieren hat. Sprengstoff ist für mich bis jetzt das schwächste der Bachmann-Bücher (Qual und Regulator fehlen mir noch, wobei ich zumindest durch Desperation das "Gründgerüst" von Regulator ja schon kennen sollte). Zugegeben hat es mit Amok, Todesmarsch und Menschenjagd auch wirklich harte "Konkurrenz" - da mitzuhalten ist auch nicht ganz so einfach. Wie für die Bachmannbücher typisch: wer hier klassischen Horror erwartet, ist an der Stelle falsch. In diesen Büchern ging es schon immer eher um menschliche Abgründe und in diesem im speziellen auch um die fragile, menschliche Psyche. Was leider nicht fehlt, sind die typischen Kingschen Längen, die mir den Einstieg in das Buch etwas schwer gemacht haben. Aber man kennt's und mit der Zeit ist man dann auch wie immer gut drin. Es ist ein eher ruhiger Roman, der so vor sich hinplätschert und man von Anfang an ahnt, was eigentlich kommen wird - das tut dem ganzen aber nicht viel Abbruch. Die gesamte Tragik des Romans entfaltet sich dann tatsächlich nochmal so richtig mit dem Epilog und lässt einen kopfschüttelnd zurück. War gut zu lesen! Meine Empfehlungen für Bachmann-Bücher werden aber weiterhin andere sein.
Ein Mann verliert wegen staatlicher Enteignung zuerst seine Arbeitsstelle und dann sein zuhause. Er kann und will sich damit auch vor dem eigentlichen Ereignis nicht abfinden und trifft aufgrund von Verzweiflung drastische Entscheidungen. Wir begleiten unseren Protagonisten beim seiner steigenden Verzweiflung. Aus leugnen der Vorgänge wird der Versuch des aufhaltens und doch steht er dem Staat machtlos gegenüber. Gerade in Deutschland, wo wegen dem Tagebau so viele Menschen auch heute noch enteignet wurden ist dieses Buch hochbrisant. Wie weit muss der einzelne in seinen Bedürfnissen zurückstecken und ist das Vorhaben überhaupt sinnvoll? Leider habe ich mit unserem Hauptcharakter nicht richtig mitfiebern können... Er ist mir einfach nicht ans Herz gewachsen, weshalb auch das Finale wenig emotional war. Daher 2,5/5 ⭐
Zitat aus "Sprengstoff": "Hast du Krebs?", flüstert sie. "Ich glaube ja." "Dann geh ins Krankenhaus und lass-" "Es handelt sich um Seelenkrebs." Wenn du wenig erwartest und so positiv überrascht wirst! Durch meine letzten Erfahrungen mit Bachmann, dachte ich bei "Sprengstoff" gleich: "mach dir nicht zu viel Hoffnung". Aber ich bin überrascht! Hier stimmt für mich alles! Ich war gefesselt von Anfang an. Auch wenn der Protagonist natürlich von vorne bis hinten durchleuchtet wird und das zeitweise auch schon mal etwas langwierig ist, bis es mit der Story weitergeht, fand ich es hier tatsächlich sehr wichtig. Fazit: Super!










