Söhne und Planeten
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Book Information
Author Description
Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren. Seit 2001 studiert er an der dortigen Universität Mathematik und Germanistik. Er ist Obertonsänger, Übersetzer und Gründungsmitglied der Literaturgruppe Plattform. Zahlreiche seiner Gedichte und Erzählungen wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Sein Romandebüt "Söhne und Planeten" wurde für den aspekte-Literaturpreis nominiert. 2008 wurde er beim Bachmann-Wettbewerb mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet. Sein zweiter Roman »Die Frequenzen« stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.
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Ein Clemens J. Setz tut, was ein Clemens J. Setz eben tun muss
Das Debüt von Setz enthält bereits alle Elemente, die für mich so charakteristisch und einzigartig seine Werke kennzeichnen. Da sind die handelnden Personen, mit schrulligen Eigenschaften porträtiert, und doch nur austauschbare Marionetten des Erzählers. Da sind die ergreifenden Geschehnisse, die auf einmal ins vollkommen Surreale kippen und damit Ad Absurdum geführt werden. Und dann sind zwischen all diesen Sätzen die philosophischen Gedanken, die kaum beiläufiger erwähnt werden könnten: „Aus welchem Grund verlieren die Nadelbäume ihre eingerollten Blätter nicht jeden Abend und erfinden sie am Morgen neu? Wozu dieses riesige Universum für den winzigen Planeten, der sich als einziger dafür interessiert? Wozu Jahreszeiten für eine Eintagsfliege? […] Wozu werden wir, wenn wir zu nichts werden?“ Ich versteh wie bei jedem Setz-Buch nicht alles und mir ist die Intention des Autors vollkommen ungewiss. Ungeachtet dessen bin ich jedes Mal aufs Neue begeistert — von der Freude an Sprache, an Gedankenspielen und am Ausloten der Norm.
Clemens J. Setz’ Roman „Söhne und Planeten“ bietet ein verstörendes, verwirrendes und zugleich faszinierendes Leseerlebnis. Mehrmals habe ich versucht, die eigentliche Handlung zu verstehen, doch sie entzog sich mir immer wieder – bis mir bewusst wurde, dass es sich um mehrere einzelne Geschichten handelt, die nicht zwingend zusammengehören müssen. Die unkonventionelle, fragmentarische Erzählweise macht das Buch zu einem Werk, das sich der klassischen linearen Handlung entzieht. Stattdessen entfaltet sich eine Vielfalt an Erzählungen, die alle Facetten eines menschlichen Lebens – mit all seinen Widersprüchen, Irritationen und dunklen Momenten – einzufangen scheinen. Ein typischer Roman ist das definitiv nicht. Wer eine klare, zusammenhängende Geschichte oder eine klassische Erzählweise erwartet, wird hier vermutlich frustriert sein. Vielmehr richtet sich das Buch an Leser, die sich gerne beim Lesen herausfordern und bereit sind, sich auf ein anspruchsvolles, nicht immer leicht zugängliches Werk einzulassen. Auch wenn mich obsessive Beziehungen und gewisse Erzählungen im Buch doch verstört zurückgelassen haben, so haben sie mir zugleich neue Denkanstöße und Perspektiven eröffnet, über die ich noch lange nachdenken werde.
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Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren. Seit 2001 studiert er an der dortigen Universität Mathematik und Germanistik. Er ist Obertonsänger, Übersetzer und Gründungsmitglied der Literaturgruppe Plattform. Zahlreiche seiner Gedichte und Erzählungen wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Sein Romandebüt "Söhne und Planeten" wurde für den aspekte-Literaturpreis nominiert. 2008 wurde er beim Bachmann-Wettbewerb mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet. Sein zweiter Roman »Die Frequenzen« stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.
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Ein Clemens J. Setz tut, was ein Clemens J. Setz eben tun muss
Das Debüt von Setz enthält bereits alle Elemente, die für mich so charakteristisch und einzigartig seine Werke kennzeichnen. Da sind die handelnden Personen, mit schrulligen Eigenschaften porträtiert, und doch nur austauschbare Marionetten des Erzählers. Da sind die ergreifenden Geschehnisse, die auf einmal ins vollkommen Surreale kippen und damit Ad Absurdum geführt werden. Und dann sind zwischen all diesen Sätzen die philosophischen Gedanken, die kaum beiläufiger erwähnt werden könnten: „Aus welchem Grund verlieren die Nadelbäume ihre eingerollten Blätter nicht jeden Abend und erfinden sie am Morgen neu? Wozu dieses riesige Universum für den winzigen Planeten, der sich als einziger dafür interessiert? Wozu Jahreszeiten für eine Eintagsfliege? […] Wozu werden wir, wenn wir zu nichts werden?“ Ich versteh wie bei jedem Setz-Buch nicht alles und mir ist die Intention des Autors vollkommen ungewiss. Ungeachtet dessen bin ich jedes Mal aufs Neue begeistert — von der Freude an Sprache, an Gedankenspielen und am Ausloten der Norm.
Clemens J. Setz’ Roman „Söhne und Planeten“ bietet ein verstörendes, verwirrendes und zugleich faszinierendes Leseerlebnis. Mehrmals habe ich versucht, die eigentliche Handlung zu verstehen, doch sie entzog sich mir immer wieder – bis mir bewusst wurde, dass es sich um mehrere einzelne Geschichten handelt, die nicht zwingend zusammengehören müssen. Die unkonventionelle, fragmentarische Erzählweise macht das Buch zu einem Werk, das sich der klassischen linearen Handlung entzieht. Stattdessen entfaltet sich eine Vielfalt an Erzählungen, die alle Facetten eines menschlichen Lebens – mit all seinen Widersprüchen, Irritationen und dunklen Momenten – einzufangen scheinen. Ein typischer Roman ist das definitiv nicht. Wer eine klare, zusammenhängende Geschichte oder eine klassische Erzählweise erwartet, wird hier vermutlich frustriert sein. Vielmehr richtet sich das Buch an Leser, die sich gerne beim Lesen herausfordern und bereit sind, sich auf ein anspruchsvolles, nicht immer leicht zugängliches Werk einzulassen. Auch wenn mich obsessive Beziehungen und gewisse Erzählungen im Buch doch verstört zurückgelassen haben, so haben sie mir zugleich neue Denkanstöße und Perspektiven eröffnet, über die ich noch lange nachdenken werde.





