Schwingenfall

Schwingenfall

Softcover
4.020
GutsmagdGrenzwächterLichtlandeEngel

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Description

»Schatten fallen auf die Lichtlande. Dunkelheit breitet ihre Schwingen aus. Die Engel können ihr Reich nicht länger beschützen. Wer wird überleben in der Welt, die kommt?« Seit der Ankunft der Engel auf Erden scheint für die Menschheit ein goldenes Zeitalter angebrochen. Doch als der Grenzwächter Toryan mit ansehen muss, wie ein Engel ermordet wird, geraten er und die junge Gutsmagd Minn mitten in den Kampf der Lichtlande gegen die finsteren Mächte der Altnacht – eine epische Auseinandersetzung voller Intrigen und Verrat. Schnell wird klar, dass dabei nicht weniger als das Schicksal aller lebenden Geschöpfe auf dem Spiel steht. Denn die schrecklichste aller Gefahren lauert unerkannt mitten unter ihnen. Und der Schlüssel zu Triumph oder Auslöschung liegt in Minns Innersten verborgen …

Book Information

Main Genre
Fantasy
Sub Genre
Epic
Format
Softcover
Pages
391
Price
15.40 €

Author Description

Simon Denninger schrieb bereits als Jugendlicher für Magazine und Zeitungen, später dann für Agenturen und Pressestellen. Nach der Schule folgte ein Germanistik-, Journalismus- und Geschichtsstudium mit Master-Abschluss. Was ihm das fürs Romanschreiben gebracht hat? Eher wenig. Außer vielleicht der Fähigkeit zu gründlicher Recherche. Zur Selbstorganisation. Zu strukturierten Texten … Okay, gut, ganz verkehrt war’s wohl nicht. Wenngleich er echtes kreatives Schreiben und spannendes Worldbuilding erst außerhalb der Uni gelernt hat. Aktuell lebt er in einem idyllischen Städtchen in Baden-Württemberg, umgeben von Weinbergen und einer geschichtsträchtigen Burgruine. Wenn er dort nicht gerade neue Geschichten erschafft oder sich aufmacht, Fernost zu erkunden, ja dann – Überraschung – schreibt und konzeptioniert er für Werbeagenturen und Kunden im Marketingbereich oder ist als Ghostwriter tätig. Sein literarischer Schwerpunkt sind Fantastik und (High) Fantasy. Denn was gibt es schöneres, als dass die Leser in fremde Welten abtauchen, um ihre Geheimnisse und Wunder zu entdecken? Eben!

Posts

7
All
5

Habe ich total gerne gelesen! Ein toller Schreibstil, spannend! Tolle Charaktere! Super Lustiger Gyblegog! Und ein schönes Ende! ☺️🥰

3

Für sensible Menschen nicht wirklich geeignet

Also wenn man nicht auf „gemelzel und Blut“ steht, sollte man es vielleicht nicht unbedingt lesen! Am Anfang war es sehr spannend und man konnte es kaum aus den Händen legen. Man hat mit Minn und Toryan geliebt, gehofft, gelitten und sich zusammen gefreut. Bis es dann mit den Kriegen und Kämpfen losging. Es wurde sehr bildlich beschrieben, wie Feinde „abgeschlachtet“ wurden, wie Köpfe rollten, Gedärme flogen und Blut spritzte. Ab da glich es eher dem Genre „Horror“ und ich brauchte viel länger zum lesen als gewöhnlich. Ich habe es dann nur weiter gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es endet und wie sich Minn entscheidet und ob Toryan sie finden kann. Allerdings war ich vom Ende sehr enttäuscht und wenn ich dies gewusst hätte, hätte ich wohl schon eher abgebrochen und mich nicht durch das Buch „gequält“. Für alle die das Genre „Horror“ mögen oder es nicht schlimm finden, sich solch ein Blutbad „anzusehen“, dem kann ich es nur empfehlen! Wer allerdings sensibel ist und damit nicht umgehen kann, dem würde ich es eher nicht empfehlen!

5

Das Buch ist in der dritten Person geschrieben, was auch typisch und sinnvoll für das Genre ist. Schwingenfall vermischt High Fantasy mit Steampunk und auch ein wenig Historik. Neben Gnomen, Elfen und Menschen treffen wir auch auf Freischärler, Kleriker, Blutfürsten und Paladine. Eine große Rolle spielen dann natürlich auch noch die Engel, die der Titel und das Cover anteasern. Ein bunter Mix aus Skyrim, Van Helsing und dem guten alten Geschichte Schulbuch. Protagonist Toryan war ab der ersten Seite ein Charakter, der mich magisch angezogen hat. Unheimlich sympathisch, kein bonziger Held, er hat einfach was. Eine treue Seele mit Ecken und Kanten. Minn verkörpert den starken Frauencharakter, was mir natürlich richtig gut gefallen hat. Sie ist eigenständig und weiß sich selbst zu helfen und Mimimi kommt in ihrem Wortschatz nicht vor. Die Erzählweise gibt dem Autor die Möglichkeit, die Geschichte aus auch anderen Perspektiven zu schildern, was Simon auch an den richtigen Stellen genutzt hat und damit noch mehr Spannung erzeugen konnte. In vielen Rezensionen spricht man von gehobener Sprache und Ausdrucksweise. Ich würde das eigentlich gar nicht so betiteln. Simon schreibt sehr atmosphärisch, seinem Setting zu jeder Zeit angepasst und mit wunderschönen Metaphern und Phrasen. So eine Handschrift erwarte ich in einem überzeugenden High Fantasy Roman, der mich in eine andere Welt entführen soll. Nur so wirkt das Worldbuilding echt und greifbar. Mein Lieblingscharakter war Glyblegog, der mit seiner individuellen Art und gnomigen Sprache einfach Zucker war. Auch hier war die Idee zum Charakteraufbau sehr kreativ. Nach einem netten Gespräch mit Simon erklärte Simon mir das, was ich beim Lesen bereits merkte: Hier passiert nichts, was nicht genauestens geplant war. An keiner Stelle bricht etwas aus der Erzählkonstruktion heraus, jede Szene ist wohl überlegt und wichtig für die Fortführung der Idee und der Charakteridentität. Nur so schafft man es, einen High Fantasy Einzelband in knappe 400 Seiten zu pressen So führt es den Lesenden nach einem emotionalen und nervenzerreißenden Showdown dann auch zum eher unkonventionellen Ende, das aber definitiv im Kopf bleibt und zur Geschichte passt. Wer den Überblick über Personen und Örtlichkeiten verliert, findet am Ende ein Glossar zum Nachschlagen. Eine klare Leseempfehlung von mir und ich hoffe sehr, dass Simon und mit noch mehr Geschichten begeistern wird. Super Debüt, Hut ab.

3.5

Fantasy als Einzelband? - Dann seid ihr hier genau richtig! Das Buch ist in der Er-/ Sie-Perspektive aus der Sicht unterschiedlicher Charaktere geschrieben, was für mich aufgrund der Fantasy-Thematik sehr gut zum Buch passt. Trotzdem erfährt man sehr viel über die einzelnen Charaktere, ihre Gefühle und Gedanken. An sich passt der Schreibstil auch sehr gut zum Setting, weil er dieses ziemlich gut mithilfe der verwendeten Worte und Formulierungen widerspiegelt. Allerdings muss ich leider sagen, dass für meinen Geschmack zu viele weltspezifische Begriffe verwendet wurden, die allerdings nicht ausreichend erklärt wurden Die Welt, in der wir uns befinden, fand ich allerdings sehr interessant. Ich habe mich ein bisschen wie in einer magischen Version des Mittelalters gefühlt. Auch das generelle Konzept der Geschichte habe ich als sehr spannend empfunden. Toryan ist der Hauptcharakter, welcher bisher alles geglaubt hat, was ihm von ihm übergeordneten Menschen erzählt wurde. Dann passieren allerdings einige Dinge, die ihn daran zweifeln lassen. Ich empfand ihn als sehr starken, mutigen, hilfsbereiten und humorvollen Charakter, welchen ich sehr sympathisch fand. Er kämpft für eine bessere Welt und schreckt dabei auch nicht vor Risiken zurück. Seine Freundin Minn ist eigentlich nur eine einfache Gutsmagd, bis sie auf einmal so viel mehr ist als das. Sie wirkt auf mich sehr willensstark, dickköpfig und voller Energie. Ich fand sie einfach unglaublich toll, weil sie so voller Energie ist und sich nicht kleinreden lässt. Hinzu kommt neben vielen weiteren interessanten und vielschichtigen Charakteren eine honorable mention: Gyblegog! Er ist einfach toll, ich liebe ihn! Da gibt's auch gar nichts zu diskutieren! Die Handlung der Geschichte fand ich sehr spannend. Zwischendurch wurde es auch wirklich actionreich, sodass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Gleichzeitig muss ich allerdings sagen, dass es mir teilweise etwas zu schnell ging, auch bezogen auf die Perspektivwechsel. Das hat dazu geführt, dass ich teilweise wirklich verwirrt und überfordert war, weil ich stellenweise absolut den Überblick verloren habe. Das fand ich etwas schade. Trotzdem war die Geschichte von Anfang an mitreißend und konnte mich in ihrer Konzeption und im Aufbau wirklich überzeugen. Neben viel Action und Spannung, kamen zudem auch die Emotionen nicht zu kurz. Teilweise hat mich die Geschichte so überrascht und mitgenommen, dass ich ein paar Tränen zurückhalten musste. Auch das Ende fand ich sehr passend, muss aber sagen, dass es für mich ein bisschen zu offen war, weil nicht alles 100%-ig (auf)gelöst bzw. worden ist, sodass man nicht weiß, ob jetzt wirklich alles gut bzw. schlecht ist oder nicht. Alles in allem konnte mich das Buch jedoch wirklich gut unterhalten, weshalb es von mir 3,5 Sterne bekommt. +emotional +tolles Ende

3

Ich war hier ziemlich angetan vom Cover, wobei auch der Klappentext absolut dazu gemacht ist, darauf anspringen zu wollen. Ich hab mich ehrlich gesagt etwas länger am Buch aufgehalten, weil ich gefühlt einfach nicht voran kam. Was wahrscheinlich daran laden, dass der Schreibstil nicht ganz so locker und leicht ist, wie jene, mit denen ich es sonst zu tun habe. Man gewöhnt sich aber irgendwann dran. Ein Griff zur Leseprobe ist aber wahrscheinlich nicht verkehrt, um festzustellen, ob dieses Buch etwas für einen ist. Erzählt wird die Story in zwei Handlungssträngen, die aus Toryan und Minn bestehen und einem dritten, den wir aus der Sicht von Holmar, einem Adepten, erleben. Auch fehlte es mir, dass ich Bilder in meinem Kopf entstehen lassen konnte. Dadurch bleibt das Ganze leider etwas plastisch für mich. Der Einstieg beginnt mit Toryan, welcher in der Armee ist und bei seiner Wache an der Grenze etwas beobachtet, was sein Leben verändert. Denn plötzlich findet er sich in einem Krieg wieder, der schon lange schwelt. Er soll den Klerus zu einem Treffen begleiten, an dessen Anschluss in den Krieg gegen die Blutfürsten gezogen wird. Toryan überlebt und findet sich plötzlich in den Reihen seiner Feinde wieder. Minn arbeitet als Bedienstete und erfährt am Abend des Treffens etwas, was wohl ihre Welt aus den Angeln hebt. Sie ist anders und sie ist der Schlüssel dazu, wie sich Die Welt verändern wird. Doch wie wird sich diese verändern. Es sind drei Pfade vorgegeben, aber nur einer davon kann es werden. Toryan empfand ich als ganz angenehmen Charakter. Er entwickelt sich vom einfachen Wächter weiter zum Krieger. Er hält an seinen Entscheidungen fest, trifft diese selbstständig und lässt sich nur schwer hinters Licht führen. Minn ist ein eher aufmüpfiger Charakter, welcher mir stellenweise etwas zu anstrengend war. Große Klappe schön gut, aber sie war stellenweise eine echte Nervensäge sorry. Mir ihr wurdebich leider so gar nicht warm. Fazit Gute gegen Böse. Wer auch immer hier welche Rolle einnimmt. Definitiv eine interessante Idee, aber für mich hängt es leider an der Umsetzung. Durch den Schreibstil war es für mich schwer ,mich auf das Buch einzulassen und die fehlenden Bilder im Kopf, hätten für mehr Klarheit bei mir gesorgt. Im Großen und Ganzen ganz solide, aber leider nix, was mich für sich so richtig begeistern konnte. Obwohl das Ende noch einmal das Ruder etwas herumreißen konnte. Daher traurigerweise nur 3,5 Sterne von mir.

4

Inhalt: Es geschah an einem regnerischen und stürmischen Tag. Toryan wunderte sich noch ob des schwarzen Nebels, als es auch schon Blut vom Himmel regnete. Kurz darauf wurde der junge Grenzgänger Zeuge eines Engelsmordes. Kein geringerer als Lurmenor, der Erzfürst der Altnacht, war es, der kurz darauf neben der frischen Leiche auftauchte und verkündete, dass den Menschen ein Krieg bevorstehe, wenn ihm nicht alsbald die Dämmergeborene ausgeliefert werden würde. Erst später erfährt Toryan, was es mit der Dämmergeborenen auf sich hat. Sie sei eine Nachfahrin des Blutfürsten und einer Sterblichen. Und nicht nur der Erzfürst der Altnacht ist hinter ihr her. Auch die Engel, die mit dem gefallenen Engel Lurmenor im Disput stehen, und über die Lichtlande herrschen,wollen ihrer habhaft werden. Denn mit der Hilfe der Dämmergeborenen könne Asgreal endlich an Kraft gewinnen, stoffliche Gestalt annehmen und alle Schatten endgültig vertreiben. Kurze Zeit später reist Toryan zum Konklave nach Gut Eulenstein. Dort soll der Rat zusammenkommen und die heikle Angelegenheit besprochen werden. Der junge Grenzgänger freut sich, bei der Gelegenheit seine Geliebte Minn, die als Gutsmarkt auf Gut Eulenstein arbeitet, endlich wiederzusehen. Kein Wunder, dass er sich sofort auf den Weg macht. Was Toryan zu diesem Moment jedoch noch nicht ahnt, ist, dass er wie ein Schlafwandler in den Krieg taumelt. Denn mit dem Mord an einem Engel wurde eine Grenze überschritten … Meinung: „Schwingenfall“ wird aus der Sicht von Toryan, einem jungen Grenzgänger erzählt, der eines Nachts Zeuge eines Engelmordes wird. Kurz nach diesem Vorfall befindet sich Toryan auf dem Weg in Richtung Gut Eulenstein und somit auf direktem Wege zu seiner Freundin Minn. Doch die gemeinsame Zeit ist nur von kurzer Dauer, denn bald schon werden beide auseinandergerissen. Während Toryan sich mitten in das Herrschaftsgebiet des Erzfürsten der Altnacht begibt, verbleibt Minn auf Gut Eulenstein. Der Leser folgt dem jungen Grenzgänger durch eine Welt, in der es vor fantastischen Figuren und Gefahren nur so wimmelt.Weitere Kapitel sind aus der Perspektive der Gutsmagd Minn erzählt. Das junge Mädchen ist tough. Sie kann es selbst mit erfahrenen Wachen aufnehmen. Aber bald schon zeichnet sich für Minn am Horizont schemenhaft eine lebensgefährliche Herausforderung ab. Im Wesentlichen lernt der Leser in Schwingenfall drei Gebiete kennen. Es handelt sich um die Altnacht, einen Ort, an dem der Erzfürst Lurmenor herrscht. Hier leben die verschiedensten Kreaturen: Blutfürsten (Vampire), Gnome, Orks und vieles mehr. Dann gibt es die Lichtlande, über die das Oberhaupt der Klerus, Damian Fallaniedens herrscht. Die Engel übermitteln ihm und Damian - somit dem Volk - den Willen Asgreals. Und letztlich gibt es noch die Ketzerrepublik Freiholt, die sich keiner der beiden Seiten zugehörig fühlt und an die neutrale Schweiz erinnert. Als in Freiholt eines Tages ein Nachtkrabbler auftaucht, ein Getier, das die Größe eines Ochsen besitzt, grünbraune Stacheln an der Schnauze trägt und als Reittier für Altnachtler dient und dann noch ein roter Stern am Himmel erscheint, ist klar, dass etwas grundlegend falsch läuft. Und dann ist da noch dieser Vorfall mit dem getöteten Engel. Ein Krieg steht an und es ist an der Zeit sich zu entscheiden, auf welcher Seite man stehen möchte. Angesichts seiner komplexen Handlung, den facettenreichen Charakteren und den kreativ gestalteten Locations macht es das Buch dem Leser nicht immer einfach, den Überblick über die Geschehnisse zu behalten. Der Verlag wirbt mit einem Highfantasy-Epos mit Steampunkelementen. Steampunk gibt es in diesem Buch, jedoch eher am Rande. Was die Fantasyelemente angeht, so zeigt Simon Denninger hier großen Einfallsreichtum. So begegnet der Leser z.B. Gnomen, die wie graue Früchte mit haarigem Flaum an den Bäumen hängen, um einen Winterschlaf zu halten. Nach dem Aufwachen denken sie an nichts anderes als ans Essen. Sie wollen schnell wachsen, stark und „hübsch“ werden. Es gibt Äste, in deren Enden weiße Lichter glimmen, in deren Zentren sich wiederum obszöne Rüssel befinden, die gefährlich anmuten. Erst schmiegen sich sich an ihr Opfer, dann beißen sie zu und saugen dessen Blut. Es gibt Schwarzperltrolle und vieles mehr. Gerade nach dem ersten Viertel des Buches, als Toryan die Altnacht betritt, kam ich als Leser kaum aus dem Staunen heraus. Es gab so viel zu entdecken. Doch der Realismus, den Simon Denninger mit der Beschreibung des Schlachtgetümmels erreicht, ist nicht meins. Seiten, auf denen sich Krieg, Terror und Gewalt hemmungslos ausdehnen, sind Geschmackssache. Erfrischenderweise handelt es sich bei diesem Buch einmal nicht um einen Reihenauftakt, sondern um einen Einzelband. Ein umfangreiches Glossar am Ende des Buches kann dem geneigten Leser helfen, den Überblick zu behalten. Fazit: Simon Denninger schreibt mit „Schwingenfall“ eine Fantasygeschichte, die sich durch erzählerische Originalität, Tempo und eine innovative Figurenzeichnung auszeichnet. Es ist aber auch das Bemühen, ein überkomplexes Geschehen abzubilden. Über viele Sätze muss sich der Leser oft beugen, um sie zu verstehen. Die Leichtigkeit der Gewalt in den oft wiederkehrenden Schlachtbeschreibungen ist Geschmackssache, das liegt vielleicht sogar in Simon Denningers Absicht. Ich empfehle dieses Buch Lesern, die einen düsteren, blutigen Highfantasyroman suchen, der mal nicht als Reihe, sondern als Einzelband daherkommt.

4

3,5* Seitdem die Engel begonnen haben, der Menschheit zu helfen ist für diese eine Zeit des technischen Aufschwungs angebrochen. Alles scheint gut zu sein, doch da wird der Grenzwächter Toryan Zeuge, wie ein mächtiger Blutfürst einen Engel ermordet. Er und seine Freundin Minn geraten in die Auseinandersetzung zwischen Licht und Dunkel und schnell wird klar, dass hinter dieser mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat. Von Anfang an fällt bei diesem Buch der außergewöhnliche Schreibstil auf. Dieser ist voller Metaphern und Vergleichen, wirkt dabei aber nie überladen. Mir hat dies schnell sehr gut gefallen, auch wenn ich ein paar Seiten gebraucht habe, um mich daran zu gewöhnen. Wenn man sich darauf einlässt, ist es wirklich ein Erlebnis, dieser Geschichte zu folgen. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir das Worldbuilding. Der Autor hat eine interessante und glaubhafte Welt erschaffen, in der verschiedene Faktionen mit unterschiedlichen Zielen aufeinander prallen. Besonders gut haben mir die subtilen Steampunk-Elemente gefallen, welche eingebaut sind. Diese sorgen dafür, dass das technische Level der Fantasywelt weiter ist, als man es sonst erwarten würde. An einigen Stellen hätte ich mir zwar eine etwas bessere Beschreibung der Umgebung gewünscht, aber die interessanten Bereiche konnte ich mir definitiv gut vorstellen. Leider hatte ich dennoch einige Kritikpunkte und der mit Abstand größte sind leider die Charaktere. Besonders die beiden Protagonisten Toryan und Minn haben sich einfach oft sehr jung und kindisch verhalten, wodurch ich einfach keinerlei Bezugspunkte zu ihnen finden konnte. Beide sind sehr dickköpfig und kommentieren wirklich alles. Dafür konnte ich mich einfach nicht erwärmen, wobei dies zum Teil natürlich auch persönliche Präferenzen sind. Abgesehen von den beiden Protagonisten gibt es eine sehr große Anzahl an Charakteren. Anfangs hatte ich die Sorge, dass ich mir diese gar nicht merken können würde, aber dies war meiner Meinung nach gut gelöst und tatsächlich gab es nur eine einzige Situation, in der ich auf das Glossar am Ende des Buches zurückgreifen musste. Leider bleiben die meisten Nebencharaktere eher blass und auch hier fiel es mir schwer, eine Bindung aufzubauen. Theoretisch gibt es hier zwar vieles was ich mag, aber meist ist einfach nicht genug Zeit, um sich wirklich darauf einzulassen. So gibt es etwa mehrere moralisch graue Charaktere und mehrfach konnte man Situationen erahnen, in denen die persönlichen Ziele und Vorstellungen eines Charakters mit der „richtigen“ Handlung nicht übereinstimmen. Leider werden diese Konflikte immer viel zu schnell gelöst, wodurch viele Nebencharaktere einfach nicht glaubhaft rüberkommen. Die Geschichte selbst litt unter einem ähnlichen Problem. Theoretisch gefiel mir diese sehr gut und ich war an mehreren Stellen von den Wendungen begeistert. Es gab aber einfach viel zu wenig Platz für die vielen guten Ideen, die der Autor in diesen Text gesteckt hat. Ich denke man hätte eine ganze Trilogie daraus machen können. Auf weniger als 400 Seiten konnte sich leider vieles nicht so entwickeln, dass es glaubhaft gewesen wäre. Mir persönlich ging das meiste dafür einfach viel zu schnell. Fazit: Insgesamt hat dieses Debüt einige starke Aspekte, die es von anderen Büchern abhebt. So ist etwa der Schreibstil besonders gut und auch das Worldbuilding hat mir sehr gefallen. Leider konnte ich mit den Charakteren nicht wirklich warm werden und die Geschichte hätte definitiv deutlich mehr Platz benötigt.

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