Schwesternland
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Description
Stell dir vor, du entdeckst eine Vorfahrin, die dir ähnlicher ist, als du je gedacht hättest.
Zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter kehrt Antonia ins alte Ferienhaus im Havelland zurück, ihr „Schwesternland“, ein Ort voller Sommerdüfte und Erinnerungen. Doch die vertraute Wärme kann nicht verbergen, wie sehr der frühe Tod ihres Vaters die Familie verändert hat, und auch das Wiedersehen mit ihren drei Schwestern lässt Risse spürbar werden. Unter den Geschenken findet Antonia ein Ahnengutachten. Ein Name darin lässt sie nicht los: Jeanne Beauvais, Tochter eines Seidenhändlers im Lyon des 17. Jahrhunderts, eine junge Hugenottin, die alles verlor außer ihrem Glauben und die in Berlin-Brandenburg ganz von vorne anfangen musste. Antonia folgt ihrer Spur nach Lyon. In den Gassen und dem Handelshaus, in dem Jeanne einst lebte, öffnet sich deren faszinierende Geschichte und berührt sie tiefer, als sie erwartet hätte – bis ein Schicksalsschlag sie zurückruft, ins Schwesternland.
Facettenreicher Generationenroman – von Bestseller-Autorin Katharina Fuchs
„Katharina Fuchs beschränkt sich nicht nur auf Familiengeschichten, sondern erzählt stets auch deutsche Geschichte mit großem Wissen sehr authentisch und sprachlich einfühlsam.“
Freie Presse über
Vor hundert Sommern
Book Information
Author Description
Katharina Fuchs, geboren 1963 in Wiesbaden, verbrachte ihre Kindheit am Genfer See und lebt heute mit ihrer Familie im Taunus. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und Paris war sie viele Jahre als Juristin tätig. Seit ihrem Spiegelbestseller „Zwei Handvoll Leben“ widmet sie sich ganz dem Schreiben. In ihren Romanen erzählt Katharina Fuchs von Familien über Generationen hinweg, von historischen Zäsuren und ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart. Viele ihrer Bücher sind von der eigenen Familiengeschichte inspiriert. Schwesternland ist ihr jüngster Roman.
Posts
Authentisch und ergreifend …
Die junge Antonia taucht in die Ahnenforschung ein, auf der Suche nach Spuren von Jeanne, einer Frau die im 17. Jahrhundert lebt, getrieben von einem tiefen Gefühl der Verbundenheit mit ihr. Der Beginn ist schleppend, sehr detailversessen. Zuviel eher verwirrende Informationen über Familienmitglieder, die sich später als nicht wichtig erwiesen, ich wollte das Buch schon weglegen … Die beiden Frauen erzählen ihre Geschichte jeweils in der Ich-Form in einer sehr blumigen Sprache mit ua teils akribischer Geruchsbeschreibung, aber es hat mich dann doch gepackt. Durch die brillante Erzählform von früher und heute erzeugt die Autorin eine faszinierende Seelenverwandtschaft von Jeanne und Antonia. Zum Ende flacht die Spannung in der Jetztzeit um Antonia wieder etwas ab. Das Ende für Jeanne erweist sich für ihren Leidensweg und die damalige Zeit als würdiger und verdienter Höhepunkt. Der Roman ist durchaus lesenswert, etwas anderes als mein übliches Genre!
Henriette Barnstorf lädt zu ihrem 100. Geburtstag die Familie in ihr Sommerhaus im Havelland ein. Doch der von allen geliebte Sohn fehlt. Die gesamte Familie trauert und vermisst ihn sehr. Die vier erwachsenen Enkelmädchen und ihre Tochter lieben diese Familientreffen dort; sind doch ihre glücklichen Erinnerungen verbunden mit sorglosen, warmen Sommertagen, dem Duft der Wiesen, blühenden Obstbäumen sowie kreativen Spielzeiten miteinander aus Kindheitstagen. Die Großcousine Max hat für die rüstige Jubilarin ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht. Es ist ein Ahnengutachten, welches über dreihundert Jahre in die Vergangenheit zurückreicht, bis nach Lyon in Frankreich. Enkelin Antonia, die Geschichte studiert, ist fasziniert davon, besonders aber von Jeanne Beauvais, einer jungen Hugenottin, die einer reichen Seidenhändler- und Tuchmacherfamilie aus Lyon entstammt. Die Autorin erzählt in zwei Zeitsträngen: einerseits über die schwierigen Nachforschungen von Antonia in Archiven, Museen sowie bei interessanten Menschen in der Schweiz und im Frankreich der Gegenwart. Die dramatischen Erlebnisse der Jeanne Beauvais während ihrer Flucht aus Frankreich in das protestantische Brandenburg des 17. Jahrhunderts werden so lebendig und real geschildert, dass man mit Bangen dem Schicksal der französischen Hugenottenfamilie folgt. Der harmonische Lesefluss führt die Leser*innen mit viel Wissen und einer stimmigen Atmosphäre in diese aufregenden Schicksalstage, Wochen und Jahre ein. Die Zeitsprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit werden durch eine besondere, fantasievolle Vorstellungsgabe der Antonia erklärt und leiten die Leser*innen ganz natürlich und ohne Erzähllücken in das jeweilige aktuelle Geschehen. Es geht um die Vertreibung der protestantischen Hugenotten aus dem katholisch regierten Frankreich des 17. Jahrhunderts. In brutalster Weise wurde diese Bevölkerungsgruppe verfolgt, vertrieben, ermordet oder ihres Vermögens beraubt, wenn sie nicht ihrem Glauben abschwören wollten. So kam es zu großen Wanderungen dieser Menschen in protestantische Herrschaftsgebiete, wie nach Brandenburg in Deutschland. Besonders interessant fand ich die herausgearbeiteten Parallelen zwischen der Stellung der Frauen in der Vergangenheit und heute, die sich in Teilen leider immer noch sehr ähneln. Die Ansichten über das Leben, was Toleranz, Gleichberechtigung und ein rücksichtsvolles Umgehen miteinander in der jeweiligen Gesellschaft betrifft, sind auch heute immer noch nicht in vollem Umfang erreicht. Die Autorin hat nach meiner Ansicht hervorragend recherchiert und geschickt einen Übergang zu nachfolgenden Bänden einer neuen Reihe über die anderen drei Schwestern vorbereitet. Fünf ***** Sterne !
Katharina Fuchs zählt zu meinen Lieblingsautorinnen, auch mit Schwesternland, dem Auftakt ihrer neuen Reihe über vier Schwestern, konnte sie mich begeistern. Antonia, 27, studiert in Leipzig Geschichte. Zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter Henrietta reist sie ins Havelland. Henrietta lebt in einem umgebauten Schulhaus, in dem die Familie ihrer Tochter Eva oft die Ferien verbringt. Vor dreizehn Monaten hat Evas Mann und der Vater ihrer vier Kinder Selbstmord begangen, seitdem liegt ein dunkler Schatten über der Familie. Zu Henriettas Geburtstag reist auch ihre Nichte Max an, als Geburtstagsgeschenk überreicht sie ein genealogisches Gutachten mit einem Familienstammbaum. Es stellt sich heraus, dass Henriettas Vorfahren aus Lyon stammende Hugenotten waren. Sie wurden im 17. Jahrhundert aus Frankreich vertrieben. Lyon, 1685: Pierre Beauvais ist ein hochangesehener Tuch- und Seidenhändler. Er hat zwei Söhne und zwei Töchter. Als König Ludwig XIV. nach der Aufhebung des Edikts von Nantes drastisch gegen die Hugenotten vorgeht und sie gezwungen werden, zum Katholizismus zu konvertieren, beschließen die Beauvais schweren Herzens, ihre geliebte Heimat zu verlassen und nach Preußen zu gehen. König Friedrich Wilhelm I. wirbt Hugenotten für die preußische Wirtschaft an, er bietet ihnen freie Ausübung ihrer Religion, Bürgerrechte, Steuerfreiheit und Unterkunft an. Bei der Ankunft werden ihnen auch mehrere Reichstaler ausgehändigt. Der Weg nach Brandenburg-Preußen ist weit. Die sechsköpfige Familie reist auf zwei Pferden über die Alpen, es ist kalt, und Hunger ist ihr ständiger Begleiter. Bis in die Schweiz schaffen es nur Jeanne, 18, und Etienne, 14. Dort legen sie einen längeren Zwischenstopp ein, um Kraft für die Weiterreise zu tanken, in der Zeit werden Jeanne vier abgefrorene Zehen amputiert. Nur wenig komfortabler ist die Weiterfahrt mit der Postkutsche. Der Neubeginn in Cölln an der Spree ist nicht einfach, doch Jeanne lernt Deutsch und hat dank ihres Fleißes und handwerklichen Geschicks bald ein gutes Auskommen. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, im 17. Jahrhundert und in der Gegenwart. Die beiden Zeitebenen wechseln sich kapitelweise ab und enden meist mit einem Cliffhanger. Ich habe sehr viel Neues erfahren: Über Hugenotten, Flucht und Verlust der Heimat, Lyon und vor allem die Genealogie. Niemals hätte ich gedacht, dass es möglich ist, seine familiäre Abstammung dreihundert Jahre zurück zu verfolgen. Ich habe Schwesternland sehr gern gelesen, wobei mich Jeannes Geschichte etwas mehr fesseln konnte als Antonias. Katharina Fuchs hat einen authentischen und bildhaften Schreibstil, und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe und das Wiedersehen mit Antonia und ihren Schwestern.
Darum geht es: Antonia kehrt anlässlich des 100. Geburtstags ihrer Großmutter in das alte Ferienhaus ihrer Familie zurück. Das Wiedersehen mit ihren Schwestern bringt Spannungen an die Oberfläche, die lange unausgesprochen geblieben sind. Inmitten dieser Tage stößt sie auf ein Ahnendokument, das ihren Blick auf ihre eigene Geschichte verändert. Ein Name darin führt sie zurück bis ins 17. Jahrhundert. Eine junge Frau, die in einer Zeit religiöser Konflikte alles verliert und gezwungen ist, sich ein neues Leben aufzubauen. Antonia beginnt, dieser Spur zu folgen und reist an die Orte, an denen diese Geschichte ihren Anfang nahm. Was zunächst wie eine Recherche wirkt, wird zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit Herkunft und Identität. Vergangenheit und Gegenwart rücken näher zusammen, und Antonia erkennt, dass die Geschichte ihrer Familie mehr mit ihr zu tun hat, als sie lange geglaubt hat. Mein Lesereindruck: In Schwesternland, dem Auftakt einer Reihe über vier Schwestern, erzählt Katharina Fuchs die Geschichte der 27-jährigen Antonia. Man kommt schnell in die Geschichte hinein und bekommt ein gutes Gefühl für die Familie und ihre Dynamik. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, dabei aber gleichzeitig detailreich. Besonders die Familienszenen wirken authentisch, weil vieles zwischen den Zeilen mitschwingt. Sehr gelungen fand ich den Wechsel zwischen den Zeitebenen. Neben der Gegenwart begleitet man einen zweiten Handlungsstrang im 17. Jahrhundert rund um die Hugenotten. Diese Abschnitte waren für mich nicht nur spannend, sondern auch richtig interessant. Ich habe beim Lesen viel über diese Zeit gelernt, ohne dass es sich trocken angefühlt hat. Man merkt deutlich, wie gut hier recherchiert wurde. Insgesamt ist es eher eine ruhige Geschichte, die ohne große Dramatik auskommt. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass es langweilig wird. Gerade die Verbindung von Familiengeschichte und historischen Hintergründen macht das Buch für mich besonders lesenswert. Fazit: 4/5 ⭐️ Eine ruhige, aber eindringliche Familiengeschichte, die Gegenwart und Vergangenheit gelungen verbindet und dabei nicht nur unterhält, sondern auch interessante Einblicke in die Geschichte der Hugenotten gibt.

Mein erstes Buch von Katharina Fuchs und bestimmt nicht mein letztes.
1685 und 2025, obwohl mir beide Perspektiven sehr gefallen haben, muss ich sagen das mich die ältere etwas mehr gefesselt hat. Wie sich die Geschichte der Familie Beauvois entwickelt hat, hat mich sehr gefesselt und berührt. Außerdem fand ich die Zeit sehr interessant, sowie auch die Gegebenheiten und Ereignisse. Die Sicht von 2025 war insgesamt etwas ruhiger aber auch interessant. Auch hier liegt der Fokus auf Familie. Das Ende hat mich tatsächlich etwas überrascht und zum schmunzeln gebracht. Obwohl die Perspektiven mehrere Jahrhunderte auseinander liegen, hat die Autorin es geschafft beide Zeiten gegenüber zu stellen und Ähnlichkeiten der Gesellschaft aufgezeigt. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich konnte es manchmal wirklich nur schwer aus der Hand legen.
Okay… ich weiß gar nicht genau, wie ich dieses Buch beschreiben soll, ohne dass es kitschig klingt… „Schwesternland“ hat mich irgendwie traurig und nachdenklich gemacht. Diese ganze Geschichte mit den Schwestern hat sich für mich total echt angefühlt. Dieses Nicht-Ausgesprochene, dieses Aneinander-vorbei-reden… ich glaube, das kennt man einfach. Und das hat manchmal richtig weh getan beim Lesen. Aber was mich komplett abgeholt hat, war die Vergangenheit. Die Geschichte von Jeanne… ich schwöre, ich war teilweise so drin, dass ich alles um mich herum vergessen hab. So viel Stärke, so viel Verlust , das war einfach krass. Ich muss aber ehrlich sagen, die Gegenwart konnte da für mich nicht ganz mithalten. Es war gut, aber nicht genauso intensiv. Trotzdem… dieses Buch war echt gut!!!!
Mit „Schwesternland“ habe ich mich mal an ein neues Genre gewagt. Es ist ein Roman, welcher bis zurück ins 17. Jahrhundert geht. Antonia, unsere Protagonistin forscht bezüglich der Vergangenheit ihrer Ahnen nach und mit der Zeit entwickelt es sich zu einer bewegenden, tief gehenden Familiengeschichte. Gleich zu Beginn des Buches startet wir im Jahre 1685 in Lyon. Es wird aus Jeannes Sicht erzählt und da musste ich schon schlucken. Direkt hatte ich Lust weiterzulesen, dann fand ich aber wurde die Geschichte erst ein wenig zäh. Aber wie gesagt, ich wollte mich mal an etwas neuem probieren dementsprechend war ich mir den Risiko bewusst. Wie sich dann aber alles nach und nach zusammengesetzt hat, war super gut geschrieben! Man wollte definitiv wissen wie es weitergeht und eines war das Buch definitiv: ergreifend. Fazit: Auch wenn es mich zu Beginn nicht 100% packen konnte, hat das Buch sich in eine spannende, emotionale Richtung entwickelt! Es war schön mal ein Buch in dieser Art auszuprobieren, dennoch werde ich mich in Zukunft eher mit meinen vertrauteren Genres beschäftigen 🤗 Eure Emily🤎✨

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Stell dir vor, du entdeckst eine Vorfahrin, die dir ähnlicher ist, als du je gedacht hättest.
Zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter kehrt Antonia ins alte Ferienhaus im Havelland zurück, ihr „Schwesternland“, ein Ort voller Sommerdüfte und Erinnerungen. Doch die vertraute Wärme kann nicht verbergen, wie sehr der frühe Tod ihres Vaters die Familie verändert hat, und auch das Wiedersehen mit ihren drei Schwestern lässt Risse spürbar werden. Unter den Geschenken findet Antonia ein Ahnengutachten. Ein Name darin lässt sie nicht los: Jeanne Beauvais, Tochter eines Seidenhändlers im Lyon des 17. Jahrhunderts, eine junge Hugenottin, die alles verlor außer ihrem Glauben und die in Berlin-Brandenburg ganz von vorne anfangen musste. Antonia folgt ihrer Spur nach Lyon. In den Gassen und dem Handelshaus, in dem Jeanne einst lebte, öffnet sich deren faszinierende Geschichte und berührt sie tiefer, als sie erwartet hätte – bis ein Schicksalsschlag sie zurückruft, ins Schwesternland.
Facettenreicher Generationenroman – von Bestseller-Autorin Katharina Fuchs
„Katharina Fuchs beschränkt sich nicht nur auf Familiengeschichten, sondern erzählt stets auch deutsche Geschichte mit großem Wissen sehr authentisch und sprachlich einfühlsam.“
Freie Presse über
Vor hundert Sommern
Book Information
Author Description
Katharina Fuchs, geboren 1963 in Wiesbaden, verbrachte ihre Kindheit am Genfer See und lebt heute mit ihrer Familie im Taunus. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und Paris war sie viele Jahre als Juristin tätig. Seit ihrem Spiegelbestseller „Zwei Handvoll Leben“ widmet sie sich ganz dem Schreiben. In ihren Romanen erzählt Katharina Fuchs von Familien über Generationen hinweg, von historischen Zäsuren und ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart. Viele ihrer Bücher sind von der eigenen Familiengeschichte inspiriert. Schwesternland ist ihr jüngster Roman.
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Authentisch und ergreifend …
Die junge Antonia taucht in die Ahnenforschung ein, auf der Suche nach Spuren von Jeanne, einer Frau die im 17. Jahrhundert lebt, getrieben von einem tiefen Gefühl der Verbundenheit mit ihr. Der Beginn ist schleppend, sehr detailversessen. Zuviel eher verwirrende Informationen über Familienmitglieder, die sich später als nicht wichtig erwiesen, ich wollte das Buch schon weglegen … Die beiden Frauen erzählen ihre Geschichte jeweils in der Ich-Form in einer sehr blumigen Sprache mit ua teils akribischer Geruchsbeschreibung, aber es hat mich dann doch gepackt. Durch die brillante Erzählform von früher und heute erzeugt die Autorin eine faszinierende Seelenverwandtschaft von Jeanne und Antonia. Zum Ende flacht die Spannung in der Jetztzeit um Antonia wieder etwas ab. Das Ende für Jeanne erweist sich für ihren Leidensweg und die damalige Zeit als würdiger und verdienter Höhepunkt. Der Roman ist durchaus lesenswert, etwas anderes als mein übliches Genre!
Henriette Barnstorf lädt zu ihrem 100. Geburtstag die Familie in ihr Sommerhaus im Havelland ein. Doch der von allen geliebte Sohn fehlt. Die gesamte Familie trauert und vermisst ihn sehr. Die vier erwachsenen Enkelmädchen und ihre Tochter lieben diese Familientreffen dort; sind doch ihre glücklichen Erinnerungen verbunden mit sorglosen, warmen Sommertagen, dem Duft der Wiesen, blühenden Obstbäumen sowie kreativen Spielzeiten miteinander aus Kindheitstagen. Die Großcousine Max hat für die rüstige Jubilarin ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht. Es ist ein Ahnengutachten, welches über dreihundert Jahre in die Vergangenheit zurückreicht, bis nach Lyon in Frankreich. Enkelin Antonia, die Geschichte studiert, ist fasziniert davon, besonders aber von Jeanne Beauvais, einer jungen Hugenottin, die einer reichen Seidenhändler- und Tuchmacherfamilie aus Lyon entstammt. Die Autorin erzählt in zwei Zeitsträngen: einerseits über die schwierigen Nachforschungen von Antonia in Archiven, Museen sowie bei interessanten Menschen in der Schweiz und im Frankreich der Gegenwart. Die dramatischen Erlebnisse der Jeanne Beauvais während ihrer Flucht aus Frankreich in das protestantische Brandenburg des 17. Jahrhunderts werden so lebendig und real geschildert, dass man mit Bangen dem Schicksal der französischen Hugenottenfamilie folgt. Der harmonische Lesefluss führt die Leser*innen mit viel Wissen und einer stimmigen Atmosphäre in diese aufregenden Schicksalstage, Wochen und Jahre ein. Die Zeitsprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit werden durch eine besondere, fantasievolle Vorstellungsgabe der Antonia erklärt und leiten die Leser*innen ganz natürlich und ohne Erzähllücken in das jeweilige aktuelle Geschehen. Es geht um die Vertreibung der protestantischen Hugenotten aus dem katholisch regierten Frankreich des 17. Jahrhunderts. In brutalster Weise wurde diese Bevölkerungsgruppe verfolgt, vertrieben, ermordet oder ihres Vermögens beraubt, wenn sie nicht ihrem Glauben abschwören wollten. So kam es zu großen Wanderungen dieser Menschen in protestantische Herrschaftsgebiete, wie nach Brandenburg in Deutschland. Besonders interessant fand ich die herausgearbeiteten Parallelen zwischen der Stellung der Frauen in der Vergangenheit und heute, die sich in Teilen leider immer noch sehr ähneln. Die Ansichten über das Leben, was Toleranz, Gleichberechtigung und ein rücksichtsvolles Umgehen miteinander in der jeweiligen Gesellschaft betrifft, sind auch heute immer noch nicht in vollem Umfang erreicht. Die Autorin hat nach meiner Ansicht hervorragend recherchiert und geschickt einen Übergang zu nachfolgenden Bänden einer neuen Reihe über die anderen drei Schwestern vorbereitet. Fünf ***** Sterne !
Katharina Fuchs zählt zu meinen Lieblingsautorinnen, auch mit Schwesternland, dem Auftakt ihrer neuen Reihe über vier Schwestern, konnte sie mich begeistern. Antonia, 27, studiert in Leipzig Geschichte. Zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter Henrietta reist sie ins Havelland. Henrietta lebt in einem umgebauten Schulhaus, in dem die Familie ihrer Tochter Eva oft die Ferien verbringt. Vor dreizehn Monaten hat Evas Mann und der Vater ihrer vier Kinder Selbstmord begangen, seitdem liegt ein dunkler Schatten über der Familie. Zu Henriettas Geburtstag reist auch ihre Nichte Max an, als Geburtstagsgeschenk überreicht sie ein genealogisches Gutachten mit einem Familienstammbaum. Es stellt sich heraus, dass Henriettas Vorfahren aus Lyon stammende Hugenotten waren. Sie wurden im 17. Jahrhundert aus Frankreich vertrieben. Lyon, 1685: Pierre Beauvais ist ein hochangesehener Tuch- und Seidenhändler. Er hat zwei Söhne und zwei Töchter. Als König Ludwig XIV. nach der Aufhebung des Edikts von Nantes drastisch gegen die Hugenotten vorgeht und sie gezwungen werden, zum Katholizismus zu konvertieren, beschließen die Beauvais schweren Herzens, ihre geliebte Heimat zu verlassen und nach Preußen zu gehen. König Friedrich Wilhelm I. wirbt Hugenotten für die preußische Wirtschaft an, er bietet ihnen freie Ausübung ihrer Religion, Bürgerrechte, Steuerfreiheit und Unterkunft an. Bei der Ankunft werden ihnen auch mehrere Reichstaler ausgehändigt. Der Weg nach Brandenburg-Preußen ist weit. Die sechsköpfige Familie reist auf zwei Pferden über die Alpen, es ist kalt, und Hunger ist ihr ständiger Begleiter. Bis in die Schweiz schaffen es nur Jeanne, 18, und Etienne, 14. Dort legen sie einen längeren Zwischenstopp ein, um Kraft für die Weiterreise zu tanken, in der Zeit werden Jeanne vier abgefrorene Zehen amputiert. Nur wenig komfortabler ist die Weiterfahrt mit der Postkutsche. Der Neubeginn in Cölln an der Spree ist nicht einfach, doch Jeanne lernt Deutsch und hat dank ihres Fleißes und handwerklichen Geschicks bald ein gutes Auskommen. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, im 17. Jahrhundert und in der Gegenwart. Die beiden Zeitebenen wechseln sich kapitelweise ab und enden meist mit einem Cliffhanger. Ich habe sehr viel Neues erfahren: Über Hugenotten, Flucht und Verlust der Heimat, Lyon und vor allem die Genealogie. Niemals hätte ich gedacht, dass es möglich ist, seine familiäre Abstammung dreihundert Jahre zurück zu verfolgen. Ich habe Schwesternland sehr gern gelesen, wobei mich Jeannes Geschichte etwas mehr fesseln konnte als Antonias. Katharina Fuchs hat einen authentischen und bildhaften Schreibstil, und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe und das Wiedersehen mit Antonia und ihren Schwestern.
Darum geht es: Antonia kehrt anlässlich des 100. Geburtstags ihrer Großmutter in das alte Ferienhaus ihrer Familie zurück. Das Wiedersehen mit ihren Schwestern bringt Spannungen an die Oberfläche, die lange unausgesprochen geblieben sind. Inmitten dieser Tage stößt sie auf ein Ahnendokument, das ihren Blick auf ihre eigene Geschichte verändert. Ein Name darin führt sie zurück bis ins 17. Jahrhundert. Eine junge Frau, die in einer Zeit religiöser Konflikte alles verliert und gezwungen ist, sich ein neues Leben aufzubauen. Antonia beginnt, dieser Spur zu folgen und reist an die Orte, an denen diese Geschichte ihren Anfang nahm. Was zunächst wie eine Recherche wirkt, wird zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit Herkunft und Identität. Vergangenheit und Gegenwart rücken näher zusammen, und Antonia erkennt, dass die Geschichte ihrer Familie mehr mit ihr zu tun hat, als sie lange geglaubt hat. Mein Lesereindruck: In Schwesternland, dem Auftakt einer Reihe über vier Schwestern, erzählt Katharina Fuchs die Geschichte der 27-jährigen Antonia. Man kommt schnell in die Geschichte hinein und bekommt ein gutes Gefühl für die Familie und ihre Dynamik. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, dabei aber gleichzeitig detailreich. Besonders die Familienszenen wirken authentisch, weil vieles zwischen den Zeilen mitschwingt. Sehr gelungen fand ich den Wechsel zwischen den Zeitebenen. Neben der Gegenwart begleitet man einen zweiten Handlungsstrang im 17. Jahrhundert rund um die Hugenotten. Diese Abschnitte waren für mich nicht nur spannend, sondern auch richtig interessant. Ich habe beim Lesen viel über diese Zeit gelernt, ohne dass es sich trocken angefühlt hat. Man merkt deutlich, wie gut hier recherchiert wurde. Insgesamt ist es eher eine ruhige Geschichte, die ohne große Dramatik auskommt. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass es langweilig wird. Gerade die Verbindung von Familiengeschichte und historischen Hintergründen macht das Buch für mich besonders lesenswert. Fazit: 4/5 ⭐️ Eine ruhige, aber eindringliche Familiengeschichte, die Gegenwart und Vergangenheit gelungen verbindet und dabei nicht nur unterhält, sondern auch interessante Einblicke in die Geschichte der Hugenotten gibt.

Mein erstes Buch von Katharina Fuchs und bestimmt nicht mein letztes.
1685 und 2025, obwohl mir beide Perspektiven sehr gefallen haben, muss ich sagen das mich die ältere etwas mehr gefesselt hat. Wie sich die Geschichte der Familie Beauvois entwickelt hat, hat mich sehr gefesselt und berührt. Außerdem fand ich die Zeit sehr interessant, sowie auch die Gegebenheiten und Ereignisse. Die Sicht von 2025 war insgesamt etwas ruhiger aber auch interessant. Auch hier liegt der Fokus auf Familie. Das Ende hat mich tatsächlich etwas überrascht und zum schmunzeln gebracht. Obwohl die Perspektiven mehrere Jahrhunderte auseinander liegen, hat die Autorin es geschafft beide Zeiten gegenüber zu stellen und Ähnlichkeiten der Gesellschaft aufgezeigt. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich konnte es manchmal wirklich nur schwer aus der Hand legen.
Okay… ich weiß gar nicht genau, wie ich dieses Buch beschreiben soll, ohne dass es kitschig klingt… „Schwesternland“ hat mich irgendwie traurig und nachdenklich gemacht. Diese ganze Geschichte mit den Schwestern hat sich für mich total echt angefühlt. Dieses Nicht-Ausgesprochene, dieses Aneinander-vorbei-reden… ich glaube, das kennt man einfach. Und das hat manchmal richtig weh getan beim Lesen. Aber was mich komplett abgeholt hat, war die Vergangenheit. Die Geschichte von Jeanne… ich schwöre, ich war teilweise so drin, dass ich alles um mich herum vergessen hab. So viel Stärke, so viel Verlust , das war einfach krass. Ich muss aber ehrlich sagen, die Gegenwart konnte da für mich nicht ganz mithalten. Es war gut, aber nicht genauso intensiv. Trotzdem… dieses Buch war echt gut!!!!
Mit „Schwesternland“ habe ich mich mal an ein neues Genre gewagt. Es ist ein Roman, welcher bis zurück ins 17. Jahrhundert geht. Antonia, unsere Protagonistin forscht bezüglich der Vergangenheit ihrer Ahnen nach und mit der Zeit entwickelt es sich zu einer bewegenden, tief gehenden Familiengeschichte. Gleich zu Beginn des Buches startet wir im Jahre 1685 in Lyon. Es wird aus Jeannes Sicht erzählt und da musste ich schon schlucken. Direkt hatte ich Lust weiterzulesen, dann fand ich aber wurde die Geschichte erst ein wenig zäh. Aber wie gesagt, ich wollte mich mal an etwas neuem probieren dementsprechend war ich mir den Risiko bewusst. Wie sich dann aber alles nach und nach zusammengesetzt hat, war super gut geschrieben! Man wollte definitiv wissen wie es weitergeht und eines war das Buch definitiv: ergreifend. Fazit: Auch wenn es mich zu Beginn nicht 100% packen konnte, hat das Buch sich in eine spannende, emotionale Richtung entwickelt! Es war schön mal ein Buch in dieser Art auszuprobieren, dennoch werde ich mich in Zukunft eher mit meinen vertrauteren Genres beschäftigen 🤗 Eure Emily🤎✨











