Schwachstellen

Schwachstellen

Hardback
3.79

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Description

Ein junger IT-Spezialist und begehrtester Aufspürer von Sicherheitslücken bekommt immer größere und politisch brisantere Aufträge, verdrängt
ethische Skrupel und kann sich gleichzeitig immer weniger zurücknehmen, sein Können auch privat einzusetzen. Eine erschreckend aktuelle, packende Bestandsaufnahme heutiger Datenkriminalität.
Leicht war es nie: Sivs Vater ist ständig pleite, seine Mutter geht mit einem Arzt fremd, und seine jüngere Schwester ist in die Drogensucht abgerutscht. Auch bei den Frauen kann er nicht punkten. Aber als professioneller Hacker – der Beste und Begehrteste in seinem Fach – wird er auf Händen getragen. Seine Aufträge in Israel und im Ausland werden politisch immer brisanter. Als er in einem europäischen Land ein Abhörsystem für Mobiltelefone installieren muss, um Regimekritiker ausfindig zu machen, kommen bei ihm erste ethische Skrupel auf. Einerseits redet er sich ein, nur seinen Job zu erfüllen – und andererseits kann er es immer weniger lassen, Sicherheitslücken von Smartphones mehr und mehr auch für private Zwecke zu nutzen …

Book Information

Main Genre
Thriller
Sub Genre
Political & Legal
Format
Hardback
Pages
288
Price
24.70 €

Author Description

Yishai Sarid wurde 1965 in Tel Aviv geboren, wo er bis heute lebt. Nachdem er als Nachrichtenoffizier in der israelischen Armee tätig war, studierte er in Jerusalem und an der Harvard University und arbeitete später als Staatsanwalt. Heute ist er als Rechtsanwalt tätig und veröffentlicht Artikel in diversen Zeitungen. Bei Kein & Aber erschienen bislang seine Romane Limassol, Alles andere als ein Kinderspiel, Monster, Siegerin und zuletzt Schwachstellen.

Posts

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„Schwachstellen“ von Yoshai Sarid Verlag: Kein & Aber Rani Bulka, Inhaber eines privaten Nachrichtendienstes, beschäftigt Mitarbeiter:innen aus der Technologiebranche, viele von ihnen mit Militärhintergrund. Mit den notwendigen Lizenzen gründete er eine technologische Abteilung und so wurde Siv, noch während seines Wehrdienstes, kontaktiert und eingestellt. Seine Aufgabe: Sicherheitslücken in Telefon- und Computernetzwerken aufzuspüren. Und Siv war nicht nur gut, er war brillant! Die Aufträge wurden immer heikler, dubioser, politisch brisanter. Sein Chef schickte ihn in entfernte Länder, in Staaten, deren Moral oft sehr zweifelhaft war. Doch Siv, der Anerkennung braucht und sie auch genießt, verschließt die Augen. Er macht seinen Job. Und diesen macht er unglaublich gut. Privat kann er es nicht lassen, sein Wissen einzusetzen. Ein einsamer Nerd, der in den Lücken von Smartphone-Netzen herumstöbert. Zunächst, um seiner Schwester zu helfen, die in Schwierigkeiten steckt. Doch bald betrifft es auch Freunde und die eigene Familie. Bis er auf einen Algorithmus stößt, den er nur zu gut kennt. Und plötzlich dreht sich das Blatt. Yishai Sarid zeigt in diesem Roman die Skrupellosigkeit von IT Konzernen, die fatalen Auswirkungen von Technologien, die Macht und Gefährlichkeit brillanter IT-Mitarbeiter:innen. Es ist ein unglaublich guter und zugleich beängstigender Roman. Er macht deutlich, wie leicht man sich in Smartphones und Computer einhacken, welchen Schaden man anrichten kann und welches Wissen damit gewonnen wird. Beängstigend real, weil wir längst wissen, dass uns unsere Handys belauschen. Aber dass unsere Bilder, Texte und Gespräche nicht sicher sind und gegen uns verwendet werden könnten, erscheint uns noch immer zu weit weg. Doch was kann die Technologie tatsächlich, was wir gar nicht wissen (oder nicht wissen wollen)? Siv, der Ich-Erzähler, lässt uns tief in seine Gedanken und Gefühle blicken. In seine Einsamkeit, seine Schuldgefühle, seine Sehnsüchte und Hoffnungen. Genau dadurch entsteht eine Nähe, die beklemmend wirkt, weil man merkt, wie dünn der Grat zwischen Genie und Missbrauch von Macht ist. Der Autor zieht uns in einen Technologie-Krimi, der atemlos macht, uns die Augen öffnet und zugleich unsere eigene Verwundbarkeit zeigt. Was für eine Story! Beängstigend, hochaktuell und für mich: ein Buch, das nachhallt. Ich bin begeistert von Sarid!

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5

Auf den Autoren und das Buch hat mich der Verlag aufmerksam gemacht - Danke dafür! Erschienen 2023 bei Kein & Aber, übersetzt aus dem Hebräischen von Ruth Achlama. Wir befinden uns in Israel - Gegenwart. Siv hat seinen Militärdienst absolviert und möchte jetzt im Leben durchstarten - ein wenig fremde Länder bereisen, dann studieren, vielleicht Astrophysik. Doch es kommt anders. Ein führender globaler Nachrichtendienst meldet sich bei ihm, da er sich im Militärdienst einen Namen als genialer Computer-Hacker gemacht hat. Diese Fähigkeiten möchte man nutzen und bietet ihm eine Anstellung mit einem großzügigen Gehalt und der Aussicht auf Projekte im Ausland an. Siv nimmt die Stelle an und kann seine Kenntnisse schnell unter Beweis stellen. Das Hauptprodukt der Nachrichtenfirma ist ein System, welches den Kunden - in der Regel ausländische Regierungen - befähigt, sich über Schwachstellen im System, in jedes Handy oder Tablett einzuhacken. Nachdem dies geschehen ist, lassen sich sämtliche Daten spiegeln, zudem hat der Nutzer Zugriff auf die Handy-Kamera und das Handy-Mikrofon; sämtliche Gespräche können mitgehört werden, sämtliche Nachrichten gelesen werden. Alles, was vor die Kamera gerät kann gesehen werden, alles mitgehört werden; und hierbei ist es irrelevant, ob das Handy eingeschaltet ist oder nicht. Zunächst macht Siv sich über die Nutzung des Systems, welches er bedienen kann, wie ein Klaviervirtuose sein Instrument, keine Gedanken. Er setzt es sogar selbst ein, um seine Drogenabhängige Schwester - zu ihrem Schutz - zu überwachen oder auch um zu überprüfen, ob seine Mutter wirklich Fremd geht und welche Kontakte die Kollegin hat, in die er sich verliebt hat. Erste moralische Zweifel kommen ihm, als er für eine ausländische Regierung eine Nachbesserung durchführen soll und erstmals die Konsequenzen der Nutzung mit erlebt; denn es wird genutzt um Schadhafte Subjekte (Terroristen oder illegale Einwanderer) zu identifizieren und auch zu eliminieren. Ihm kommen erste Zweifel. Dann verkauft der Nachrichtendienst das System an die eigene Regierung und an weitere Kunden im Inland; und nun kommt das System seiner Umgebung und Menschen, die ihm wichtig sind, näher als ihm lieb ist. Siv muss eine Entscheidung treffen, die auch ihn in Gefahr bringt. Das Buch hat mich schwer beeindruckt, zeigt der Autor doch auf, was theoretisch (und vielleicht praktisch) technisch alles möglich ist; zu leichtfertig gehen wir häufig mit unseren Daten um, wähnen uns jedoch sicher, insofern wir das Gefühl haben, selbst bestimmen zu können, was wir preisgeben. Doch ist es nicht heute schon so, dass man das Gefühl hat, das Handy hört mit?! Passiert es doch häufig, dass man über eine neues Thema spricht - das Handy liegt vermeintlich im Stand By auf dem Tisch - und beim nächsten Besuch von Instagram, Facebook, Amazon erhält man eine Werbung oder einen Beitrag zu genau diesem Thema. Doch wie sieht es aus, wenn man auch von Geräten beobachtet und abgehört wird, die komplett ausgeschaltet sind? Die man als durch eine Firewall oder ein Antivirenprogramm komplett abgeschirmt wähnt? Das ist schon erschreckend! Aber die Geschichte zeigt nicht nur diesen Aspekt der Gesellschaft auf; der Autor hat einen Helden geschaffen, der eine bittere Lebensgeschichte mit sich herum trägt. Vermeintlich durch seine Schuld, ist seine Familie auseinander gebrochen. Seine Eltern geben ihm zumindest sehr offensichtlich die Schuld hierfür, da er als Kind versäumt hat, seine Schwester rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen - er hat sich im Fußballspiel mit Freunden vergessen; sie ist daraufhin in die Hände eines pädophilen Triebtäters gefallen und daran zerbrochen. Mit der Bürde dieser Schuld und den Vorwürfen seiner Eltern ist ein Leben mit Freunden ihm nicht mehr möglich - ebensowenig, wie es ihm möglich ist, eine Beziehung zu einer Frau aufzubauen. Ihm bleiben Wunschträume und Fantasien, die jedoch immer wieder zerplatzen und zu der nächsten Enttäuschung führen. Dann sieht er erstmals eine Möglichkeit, seine Schwester zu beschützen; retten kann er sie - und auch sich - letztlich jedoch nicht. Eine tolle Geschichte, eine Mischung aus ScienceFiction - allerdings erschreckend realistisch - Krimi/Spionage und verzweifelten Coming of Age. Von mir gibt es 5/5 Sternen für diese mitreissende Geschichte, die - so habe ich es empfunden - keine Sekunde langweilig war, mit ihren 286 Seiten nicht eine Seite zuviel hatte und einen mit dem erschreckenden aber nüchternen Ende fast schon erschüttert zurück lässt.

5

Sehr gutes Buch, interessant zu lesen und nie langweilig. Es gibt mehrere Punkte an denen die Spannung sehr hoch ist. Die Thematik ist aktuell, wenn auch durch starke Übertreibung der Möglichkeiten dessen, was das System um das es geht kann, etwas überspitzt dargestellt. Die inneren Konflikte der Hauptfigur sind dabei gut in die Haupthandlung eingeflochten.

4

Nicht so stark wie seine letzten Beiden… besonders die Figuren wirken etwas flacher… aber die Idee ist recht spannend zu Ende getragen.

3

Nach "Monster" (⭐⭐⭐⭐⭐) und "Siegerin" (⭐⭐⭐⭐) ist "Schwachstellen" der dritte Roman, den ich vom israelischen Autor Yishai Sarid lese. Leider kommt er an seine Vorgänger nicht ganz ran. Die Ausgangslage ist vielversprechend: es geht um Siv, einen jungen Compuernerd, der nach dem Militärdienst bei einem Tech-Unternehmen anfängt und schnell Karriere macht. Als IT-Spezialist hackt er sich in die Telefone von Zielpersonen. Dass das nicht immer nur im Interesse "der Guten" geschieht, wird ihm nur langsam klar. Doch bald ist es schon zu spät und Siv zu tief drin. Dieser Thriller hat mich schnell gefesselt, auch wenn die Sprache eher sperrig ist (ich war nicht sicher: ist es schlecht übersetzt oder soll damit die spröde, merkwürdige Art des Ich-Erzählers unterstrichen werden?). Die Figur von Siv fand ich spannend: ein junger Mann, ein bisschen Incel, aber vor allem einsam und sozial inkompetent, der sich nach Anerkennung (und Macht!) sehnt. Die Nebenhandlung, in der es um Sivs Familie geht (inkl. drogenabhängige Schwester) fand ich insgesamt zu konstruiert und vorhersehbar. "Schwachstellen" hat definitiv einen Sog, war aber für mich am Ende dann doch eher enttäuschend (vor allem gemessen an den hohen Erwartungen, die ich an den Autor hatte).

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