Schule der Arbeitslosen

Schule der Arbeitslosen

Softcover
4.73

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Description

Deutschland in naher Zukunft: Beklommen steigt eine Gruppe Reisender in einen bereitgestellten Bus und fährt einer neuartigen, überaus angepriesenen Fortbildung für Arbeitslose entgegen, dem Camp Sphericon. Auf der Busseite sieht man das Logo der Bundesagentur und den Slogan: Deutschland bewegt sich. Geduckt sitzen die Trainees am Computer und feilen an ihren Lebensläufen. Sie nächtigen in provisorisch hergerichteten Schlafsälen. Ihr Essen erhalten sie aus Automaten, in Menge und Qualität gestaffelt nach den Leistungen der Vorwoche. Und dann gibt es noch den Fitnessraum und den Samstagabend und für die ganz Kontaktfreudigen die Weekend Suite … sowie die Stelle eines Trainers in Sphericon, um die sich die Teilnehmer bewerben sollen … – mit allen Mitteln … Joachim Zelters Roman ist in einer nahen Zukunft angesiedelt, in der arbeitslosen neuen Welt, die auf immer extremere Weise nach »Lösungen« sucht und sie im Allerverborgensten auch gefunden hat …

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
200
Price
18.50 €

Author Description

Joachim Zelter, 1962 in Freiburg geboren, studierte und lehrte Literatur in Tübingen und Yale. Seit 1997 freier Schriftsteller. Bei Klöpfer & Meyer erschienen u. a. ›Der Ministerpräsident‹ (2010), nominiert für den Deutschen Buchpreis, sowie ›Im Feld‹ (2018). In der Kröner­EditionKlöpfer erschienen ›Die Verabschiebung‹ (2021), ›Professor Lear‹ (2022) und ›Staffellauf‹ (2024). Joachim Zelter erhielt zahlreiche Auszeichnungen: u. a. den begehrten Preis der ›LiteraTour Nord‹. Er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller und im Deutschen PEN. joachim-zelter.de

Posts

2
All
5

Ein erstaunlich nüchterner Horrortrip durch einen feuchten Traum radikaler Neoliberalist*innen.

5

Ob dieses Buch eine Reaktion auf die Arbeiter:innensituation insbesondere den Umgang mit Arbeitssuchenden Menschen rund um die Jahrtausendwende ist, liegt wahrscheinlich recht Nahe. Was mich fasziniert hat, ist, obwohl nun fast 20 Jahre immer noch (oder genau jetzt) passend erscheint. Gerade die Stigmatisierung von arbeitssuchenden sowie das mehr als dreiste und zermürbende Verfahren im Bezug auf Bewerbungen hat mich fasziniert-schockiert hinterlassen. Weiterhin spannend fand ich die Bezüge, welche zum NS-Regime und der nationalsozialistischen Ideologie gezogen wurden. Daran hat sich besonders die durchaus furchtbare Verbindung zwischen kapitalistischen Praktiken sowie faschistischer Ideologie abgebildet.

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