Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen
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Book Information
Author Description
Tessa de Loo, geboren am 15. Oktober 1946 in Bussum in den Niederlanden, finanzierte sich ihr Studium durch die Arbeit in einer Fabrik. Bereits in ihrem ersten Erzählband "Die Mädchen der Süßwarenfabrik" etablierte sie sich in ihrer Heimat als erfolgreiche Autorin. Der große Durchbruch gelang ihr mit dann mit dem Roman "Die Zwillinge", der auch in Deutschland wochenlang auf den Bestsellerlisten stand und als Filmadaption große Erfolge verbuchen konnte. Tessa de Loo lebt heute in Paris und auf einem Landgut in Portugal.
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Über Schönheit, Einsamkeit und weiblichen Selbsthass
«Der Tod nahm schleichend seinen Einzug, so wie der Tag unmerklich in die Nacht übergeht.» – Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen [ Inhalt ] Im Buch „Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen“ stehen zwei Frauen im Vordergrund der Handlung, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Isabelle, eine erfolgreiche und außergewöhnlich schöne Schauspielerin, wird von Jeanne, einer zurückgezogen lebenden Malerin, die von ihrer eigenen Verbitterung geprägt ist, entführt. Jeanne hält Isabelle in ihrem Haus gefangen, mit der beinahe obsessiven Absicht, ihre Schönheit künstlerisch festzuhalten und gleichzeitig auch ihren Verfall mitzuerleben. Während Anfangs der Fokus auf dem einhergehenden psychologischen Machtspiel liegt, so verschiebt sich die Handlung zunehmend. Der Roman setzt sich im Verlauf immer mehr mit gesellschaftlichen Schönheitsidealen, weiblicher Wahrnehmung und der Frage auseinander, welchen Einfluss Schönheit auf den Wert eines Menschen besitzt. Dabei bleibt die Atmosphäre beklemmend und der Inhalt kompakt zusammengefasst, wodurch das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen werden kann. [ Persönliche Einordnung ] Zugegebenermaßen fehlt es dem Buch stellenweise an inhaltlicher Tiefe. Die Handlung bleibt über weite Strecken vergleichsweise reduziert, weshalb manche Rezensionen behaupten, es handle sich letztlich lediglich um zwei Frauen, die miteinander darüber diskutieren, wessen Leben schrecklicher verlaufen ist. Vollständig treffend empfinde ich diese Interpretation jedoch nicht. Hinter den Gesprächen und psychologischen Spannungen zwischen den Figuren verbergen sich durchaus gesellschaftskritische Themen, insbesondere im Hinblick auf Schönheitsideale, weibliche Selbstwahrnehmung und die Rolle äußerer Anerkennung innerhalb sozialer Strukturen. Das Buch ist 30 Jahre alt, aber noch immer aktuell. Besonders gelungen fand ich die kritische Betrachtung gesellschaftlicher Schönheitsnormen und die unterschwellige Thematisierung männlicher Erwartungshaltungen, die das Selbstbild der Frauen maßgeblich beeinflussen. Allerdings bleibt vieles lediglich angedeutet. Die Autorin greift einige interessante Ansätze auf, führt diese jedoch nur selten konsequent weiter, wodurch dem Werk stellenweise die nötige Tiefe fehlt. Auch das Ende wirkte auf mich vergleichsweise hastig, als wäre es wichtiger gewesen, die Geschichte abzuschließen, als ihr tatsächlich einen inhaltlich starken Abschluss zu verleihen. Schade ist dabei vor allem, dass das Buch generell viel Potenzial gehabt hätte, wenn sich die Autorin die Zeit genommen hätte, die angeführten Aspekte sinngemäß weiter auszuführen. Wer „Das Parfum“ von Patrick Süskind mochte und Interesse an einer vereinfachten, psychologisch reduzierteren Variation ähnlicher Motive hat, wird in „Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen“ durchaus gewisse Parallelen erkennen und das Buch möglicherweise zu schätzen wissen. Aus den genannten Gründen würde ich dem Buch letztlich drei Sterne geben. Dafür, dass ich zufällig darauf gestoßen bin und es eher beiläufig aus einem Bücherschrank mitgenommen habe, empfand ich es als interessant. Besonders die thematischen Ansätze und die damit verbundenen Gedankengänge konnten mich stellenweise durchaus überzeugen, ebenso wie einzelne Formulierungen und Zitate, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Für eine höhere Bewertung reicht es letztendlich dennoch nicht für mich aus. «Aber unter ihrer stoischen Kälte […] wühlte die schmerzliche Erkenntnis des Verlustes: Sie hatte etwas Unentbehrliches gefunden und es sofort wieder verloren. Merkwürdigerweise schien es nicht Isabelle zu sein, an der der Tod schnupperte, sondern sie selbst; in ihr erstarb langsam etwas, noch bevor es sich als lebensfähig erweisen konnte.» – Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen
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Tessa de Loo, geboren am 15. Oktober 1946 in Bussum in den Niederlanden, finanzierte sich ihr Studium durch die Arbeit in einer Fabrik. Bereits in ihrem ersten Erzählband "Die Mädchen der Süßwarenfabrik" etablierte sie sich in ihrer Heimat als erfolgreiche Autorin. Der große Durchbruch gelang ihr mit dann mit dem Roman "Die Zwillinge", der auch in Deutschland wochenlang auf den Bestsellerlisten stand und als Filmadaption große Erfolge verbuchen konnte. Tessa de Loo lebt heute in Paris und auf einem Landgut in Portugal.
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Über Schönheit, Einsamkeit und weiblichen Selbsthass
«Der Tod nahm schleichend seinen Einzug, so wie der Tag unmerklich in die Nacht übergeht.» – Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen [ Inhalt ] Im Buch „Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen“ stehen zwei Frauen im Vordergrund der Handlung, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Isabelle, eine erfolgreiche und außergewöhnlich schöne Schauspielerin, wird von Jeanne, einer zurückgezogen lebenden Malerin, die von ihrer eigenen Verbitterung geprägt ist, entführt. Jeanne hält Isabelle in ihrem Haus gefangen, mit der beinahe obsessiven Absicht, ihre Schönheit künstlerisch festzuhalten und gleichzeitig auch ihren Verfall mitzuerleben. Während Anfangs der Fokus auf dem einhergehenden psychologischen Machtspiel liegt, so verschiebt sich die Handlung zunehmend. Der Roman setzt sich im Verlauf immer mehr mit gesellschaftlichen Schönheitsidealen, weiblicher Wahrnehmung und der Frage auseinander, welchen Einfluss Schönheit auf den Wert eines Menschen besitzt. Dabei bleibt die Atmosphäre beklemmend und der Inhalt kompakt zusammengefasst, wodurch das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen werden kann. [ Persönliche Einordnung ] Zugegebenermaßen fehlt es dem Buch stellenweise an inhaltlicher Tiefe. Die Handlung bleibt über weite Strecken vergleichsweise reduziert, weshalb manche Rezensionen behaupten, es handle sich letztlich lediglich um zwei Frauen, die miteinander darüber diskutieren, wessen Leben schrecklicher verlaufen ist. Vollständig treffend empfinde ich diese Interpretation jedoch nicht. Hinter den Gesprächen und psychologischen Spannungen zwischen den Figuren verbergen sich durchaus gesellschaftskritische Themen, insbesondere im Hinblick auf Schönheitsideale, weibliche Selbstwahrnehmung und die Rolle äußerer Anerkennung innerhalb sozialer Strukturen. Das Buch ist 30 Jahre alt, aber noch immer aktuell. Besonders gelungen fand ich die kritische Betrachtung gesellschaftlicher Schönheitsnormen und die unterschwellige Thematisierung männlicher Erwartungshaltungen, die das Selbstbild der Frauen maßgeblich beeinflussen. Allerdings bleibt vieles lediglich angedeutet. Die Autorin greift einige interessante Ansätze auf, führt diese jedoch nur selten konsequent weiter, wodurch dem Werk stellenweise die nötige Tiefe fehlt. Auch das Ende wirkte auf mich vergleichsweise hastig, als wäre es wichtiger gewesen, die Geschichte abzuschließen, als ihr tatsächlich einen inhaltlich starken Abschluss zu verleihen. Schade ist dabei vor allem, dass das Buch generell viel Potenzial gehabt hätte, wenn sich die Autorin die Zeit genommen hätte, die angeführten Aspekte sinngemäß weiter auszuführen. Wer „Das Parfum“ von Patrick Süskind mochte und Interesse an einer vereinfachten, psychologisch reduzierteren Variation ähnlicher Motive hat, wird in „Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen“ durchaus gewisse Parallelen erkennen und das Buch möglicherweise zu schätzen wissen. Aus den genannten Gründen würde ich dem Buch letztlich drei Sterne geben. Dafür, dass ich zufällig darauf gestoßen bin und es eher beiläufig aus einem Bücherschrank mitgenommen habe, empfand ich es als interessant. Besonders die thematischen Ansätze und die damit verbundenen Gedankengänge konnten mich stellenweise durchaus überzeugen, ebenso wie einzelne Formulierungen und Zitate, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Für eine höhere Bewertung reicht es letztendlich dennoch nicht für mich aus. «Aber unter ihrer stoischen Kälte […] wühlte die schmerzliche Erkenntnis des Verlustes: Sie hatte etwas Unentbehrliches gefunden und es sofort wieder verloren. Merkwürdigerweise schien es nicht Isabelle zu sein, an der der Tod schnupperte, sondern sie selbst; in ihr erstarb langsam etwas, noch bevor es sich als lebensfähig erweisen konnte.» – Schönheit, komm, der Tag ist halb vergangen




