Schneeweiss und Russenrot

Schneeweiss und Russenrot

Softcover
3.33
DebütromanDie ReiherköniginLiebling Ich Habe Die Katzen GetötetJugend-Sprache

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Description

Umstritten und verwegen: Die neue Stimme aus Polen

In einer völlig neuen Sprache, die kreativ mit Regeln spielt, gelingt Dorota Maslowska ein ganz erstaunliches, zwischen poetisch und schmutzig, nostalgisch und rebellisch changierendes literarisches Porträt der Subkultur in einer heutigen polnischen Stadt.

Erzählt wird die Geschichte von Andrzej, genannt der Starke, der von seiner Freundin verlassen wird und dies von seinen Freunden erfährt, während sich Polen auf einen neuen Krieg gegen Russland vorbereitet. Auf der Suche nach Speed lässt er sich mit verschiedenen Frauen ein, verliert seinen Hund, fährt ans Meer, wird verhaftet und verhört, kommt ins Krankenhaus.

Dorota Maslowska landete mit ihrem Debüt einen überraschenden Bestsellererfolg. Wie Irvine Welsh, Mian Mian und Nick McDonell schreibt sie abseits des literarischen Mainstreams und fasziniert damit ein ganz neues Lesepublikum. Schneeweiß und Russenrot erscheint unter anderem in den USA, in Italien, Russland, Ungarn und Holland.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
240
Price
8.20 €

Author Description

Dorota Maslowska wurde am 3. Juli 1983 in Wejherowo, Polen, geboren. Nach dem Abitur begann sie ein Psychologiestudium an der Universität Danzig, wechselte später jedoch zu Kulturwissenschaften in Warschau. 2004 wurde ihr erstes Kind geboren. Im Februar 2009 war die Schriftstellerin Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Sie lebt mit ihrer Tochter in Warschau.Werk Dorota Maslowska schrieb ihren ersten Roman Schneeweiß und Russenrot im Alter von 18 Jahren. Das Buch wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt und erschien unter anderem in den USA, in Italien, Russland, Ungarn und Holland. In ihrer Heimat Polen wurde es als literarische Sensation gefeiert und auch in Deutschland war der Roman ein großer Erfolg. Schneeweiß und Russenrot ist ein literarisches Porträt der Subkultur in einer modernen polnischen Stadt. Es erzählt die Geschichte von Andrzej, der, während sich Polen auf einen neuen Krieg gegen Russland vorbereitet, eine Odyssee durchlebt. Drei Jahre später folgte Die Reiherkönigin, für den sie 2005 die bedeutendste literarische Auszeichnung Polens, den Nike-Literaturpreis, bekam. Beide Romane wurden für‘s Theater adaptiert.Auszeichnungen 2006 Nike-Literaturpreis für Die Reiherkönigin2005 Deutscher Jugendliteraturpreis2002 Paszport Polityki, Preis der Wochenzeitung Polityka 2002 Preis »Złote Pióro Sopotu«2001 Preis der Zeitschrift Twój Styl im Wettbewerb TagebücherPublikationenRomane/Prosa• Schneeweiß und Russenrot, aus dem Polnischen von Olaf Kühl, Kiepenheuer & Witsch 2004. (OT: Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną, Lampa i Iskra Boża 2002)• Die Reiherkönigin, aus dem Polnischen von Olaf Kühl, Kiepenheuer & Witsch 2007. (OT: Paw Królowej, Lampa i Iskra Boża 2005)• Kochanie, zabiłam nasze koty, Noir sur Blanc 2012.• Liebling, ich habe die Katzen getötet, aus dem Polnischen von Olaf Kühl, Kiepenheuer & Witsch 2015. (OT: Kochanie, zabi?am nasze koty)Bühnenstücke• Dwoje biednych Rumunów mówiących po polsku, dt. Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen 2006.• Między nami dobrze jest, dt. Wir kommen gut klar mit uns 2009.Kolumnensammlung • Dziennik z krainy pazłotka

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Im polnischen Original heißt dieses 2002 zuerst veröffentlichte Buch "Polnisch-Russischer Krieg unter weiß-roter Flagge". Olaf Kühl übersetzte nicht nur das Buch, sondern auch den Titel - als Wortspiel. Statt Rosenrot nun also Russenrot - ob es das gebraucht hätte? Es liest sich wie [a:Thomas Pynchon|235|Thomas Pynchon|https://images.gr-assets.com/authors/1465361157p2/235.jpg]. Das bedeutet vor allem erst einmal, dass es sich überhaupt nicht leicht liest, aber sehr gut geschrieben ist. Dann bedeutet dieser Vergleich, dass es genauso drogengesättigt, paranoiagetränkt und surreal zugeht wie bei ihm. Außerdem stellt es auch die Moderne in ihrer Nichtrationalität und Verachtenswerthaftigkeit dar. Und schließlich bedeutet es, dass es eklig ist. Was bei Pynchon Fäkalienverzehr in [b:Gravity's Rainbow|415|Gravity's Rainbow|Thomas Pynchon|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1414969925l/415._SY75_.jpg|866393] ist, das ist hier das Auskotzen von Steinen. Es geht um einen drogensüchtigen und nicht sehr eloquenten Typen, der Frauen verachtet, ohne es sich so richtig einzugestehen. Er hat eine Menge Selbsthass, der aber nicht zum Ändern seines Verhaltens führt. Und dieses Verhalten äußert sich in Prügeleien, Konsum und den Versuch, Frauen zu verführen, oder, wenn dies nicht klappt, zu missbrauchen. Eigentlich liebt er eine, aber dann tut er ihr irgendwie doch Gewalt an. Alles wird sehr lakonisch erzählt. Irgendwann trifft dieser unsympathisch bleibende Protagonist auch auf die Autorin selbst. Ich hatte damit gerechnet, dass dies ein ironisch-verspieltes-vergeltendes Auftauchen wäre, und der Schlüssel zu diesem Roman darin bestände, dass die Autorin diesen Typen tatsächlich kennt, und ihm ein literarisches Denkmal voller Hass gesetzt hätte. Bisher kenne ich nur ein Buch, wo ganz offen der Schriftsteller selbst als Romanfigur auftauchte (und zwar Houellebecqs [b:Karte und Gebiet|9737231|Karte und Gebiet|Michel Houellebecq|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1331358606l/9737231._SY75_.jpg|13583341] ), was ich als Leser sehr genossen hatte, vor allem im Vergleich zu den sonst eher peinlichen Schriftsteller*innen, die ständig in Romanen auftauchen, zwar sehr viele biographische Details mit den Autor*innen teilen, aber dann doch pseudofiktiv einen ganz anderen Namen tragen. Hier taucht [a:Dorota Masłowska|81327|Dorota Masłowska|https://images.gr-assets.com/authors/1219996679p2/81327.jpg] aber auf einer völlig anderen Ebene auf, auf einer sehr, sehr surrealen, als Protokollführerin in einer Polizeidienststelle. Neben Misogynie, Sinnlosigkeit und Drogenkonsum verrät schon der Titel, dass auch dem polnischen Nationalsimus ein paar indirekte Watschen gegeben werden. Ein herrausforderndes Buch, das ich nicht gänzlich verstanden habe, aber vielleicht auch gerade deswegen gut finde.

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Von einem polnischen Freund empfohlen, nachdem ich nach polnischer Literatur fragte, denn ich glaube, ich habe noch nie etwas Polnisches gelesen...nun also mein erster Kontakt mit polnischer moderner Literatur. Dorota Masłowska hat diesen irren Drogen-Halluzinatonsroman mit 18 Jahren geschrieben (ich genoss es, mich endlich mal im Rückblick als unschuldige 18-Jährige zu sehen) und gleich eine Menge Preise abgeräumt. Es ist wirklich ein außergewöhnliches Buch, von Schreibstil und Wortwahl über Charaktere bis hin zu einer Story, über deren Verlauf ich mir immer noch nicht im Klären bin (ehrlich gesagt bin ich mir nicht mal sicher, wer von den Protagonisten am Ende am Leben ist und wer nicht) ;) Aber hat mir das Buch auch gefallen? Ich habe keine Ahnung. Es wurde mit "polnisches Trainspotting" beworben und ich muss sagen, dass ich Trainspotting klar besser fand. Trotzdem gab es aber auch in Masłowskas Version des Psychotrips einige Elemente, die einfach klasse waren: die Bearbeitung der polnischen Zerrissenheit zwischen Ost und West und der Klischees, die darüber vorherrschen; die spannungsreiche Beziehung zu Russland; und dass die Autorin irgendwann selbst im Buch auftaucht. Während des Lesens hätte mir manchmal ein bisschen weniger Trip wohl besser gefallen und ich habe das Lesen stellenweise sogar als schrecklich empfunden, im Nachhinein und einem bisschen Abstand finde ich das Buch jedoch besser und besser. Ein kreatives Spiel mit dem Geschichtenerzählen, das an mancher Stelle aber etwas zu sehr ausufert und mich vollständig verwirren konnte. In meinen Augen kein polnisches Trainspotting, aber vielleicht ein Schätzchen für alle, die mal etwas wirklich Abgedrehtes lesen wollen, inklusive West-Ost-Konflikt und panischem Festhalten an der polnischen nationalen Identität.

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