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Ann-Kathrin Wasle hat mit dem historisch-mystischen Roman ein grandioses Werk geliefert. Ich gestehe, ich hatte keinerlei Erwartungen und diese wurden dann haushoch übertroffen. Rungholt ist die Geschichte einer versunkenen Stadt an der Nordseeküste, die es wirklich gegeben hat. Im Jahr 1362 versank Rungholt und wurde zur Legende. 1907 treffen wir Janna in einem kleinen Küstenort, sie ist bestens vertraut mit den alten Sagen und Legenden und kann sich diesen kaum entziehen. Als die fahrende Händlerin Sigal in die Pension ihrer Eltern unterkommt, findet sie bei ihr ein altes Tagebuch. Dieses erzählt die bewegende Geschichte von Lenore, die in Rungholt lebte. Janna taucht immer tiefer in Lenores Leben ein, bis sich Realität und Einbildung vermischen… Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, man taucht sofort im Geschehen ein. Es gibt zwei Zeitebenen - 1360 aus der Perspektive von Lenore in Rungholt und 1907 aus der Perspektive von Janna in einem kleinen Dorf an der Nordseeküste, nicht weit entfernt von der einst versunkenen Stadt. Hauptprotagonisten sind Janna, Lenore, Sigal und Thorstein. Diese Figuren (und auch die Nebenfiguren) sind unglaublich gut und vielschichtig ausgearbeitet. Janna und Lenore haben beide einen geliebten Menschen verloren - Lenore ihren Bräutigam Karl, Janne ihren Bruder Nils. Sigal, die fahrende Händlerin ist ein mystisches Wesen, man ist total fasziniert von ihr, obwohl ich einige Zeit brauchte, um mit ihr warm zu werden. Thorstein ist zunächst ein undurchsichtiger Charakter, ich mochte ihn Seite um Seite immer weniger. Die Zeitebenen und beide Settings haben mir richtig gut gefallen. Rungholt ist toll beschrieben, man merkt die tiefe Recherche und lässt uns in eine völlig andere Zeit eintauchen. Ann-K. Wasle hat die Lebensumstände der damaligen Zeit ganz wunderbar beschrieben. Viele Bräuche, Traditionen zu den kirchlichen Feiertagen werden authentisch beschrieben. Auch Jannes Part und deren Schauplatz sind perfekt in Szene gesetzt. Ich hatte manches Mal das Gefühl, beide Zeitebenen verschmelzen miteinander. Es werden einige Themen aufgegriffen, u. a. die Stellung der Frau in der Gesellschaft und Abhängigkeit vom männlichen Geschlecht oder der Missbrauch mit der Natur. Bildgewaltig präsentiert uns die Autorin die Naturgewalten der Nordsee, ich konnte mir wirklich alles ganz genau vorstellen. Ein wahres Naturspektakel. Insgesamt ist es eine absolut faszinierende Geschichte, historisch fundiert und gut ausgearbeitet. Die Verknüpfung von Historie und Fiction ist wunderbar gelungen und der Hauch Mystik hat mich nicht gestört, eher ist es für mich das iTüpfelchen gewesen und passt hervorragend zur Legende von Rungholt. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter und vergebe fünf Sterne.
Oct 1, 2024
Ann-Kathrin Wasle hat mit dem historisch-mystischen Roman ein grandioses Werk geliefert. Ich gestehe, ich hatte keinerlei Erwartungen und diese wurden dann haushoch übertroffen. Rungholt ist die Geschichte einer versunkenen Stadt an der Nordseeküste, die es wirklich gegeben hat. Im Jahr 1362 versank Rungholt und wurde zur Legende. 1907 treffen wir Janna in einem kleinen Küstenort, sie ist bestens vertraut mit den alten Sagen und Legenden und kann sich diesen kaum entziehen. Als die fahrende Händlerin Sigal in die Pension ihrer Eltern unterkommt, findet sie bei ihr ein altes Tagebuch. Dieses erzählt die bewegende Geschichte von Lenore, die in Rungholt lebte. Janna taucht immer tiefer in Lenores Leben ein, bis sich Realität und Einbildung vermischen… Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, man taucht sofort im Geschehen ein. Es gibt zwei Zeitebenen - 1360 aus der Perspektive von Lenore in Rungholt und 1907 aus der Perspektive von Janna in einem kleinen Dorf an der Nordseeküste, nicht weit entfernt von der einst versunkenen Stadt. Hauptprotagonisten sind Janna, Lenore, Sigal und Thorstein. Diese Figuren (und auch die Nebenfiguren) sind unglaublich gut und vielschichtig ausgearbeitet. Janna und Lenore haben beide einen geliebten Menschen verloren - Lenore ihren Bräutigam Karl, Janne ihren Bruder Nils. Sigal, die fahrende Händlerin ist ein mystisches Wesen, man ist total fasziniert von ihr, obwohl ich einige Zeit brauchte, um mit ihr warm zu werden. Thorstein ist zunächst ein undurchsichtiger Charakter, ich mochte ihn Seite um Seite immer weniger. Die Zeitebenen und beide Settings haben mir richtig gut gefallen. Rungholt ist toll beschrieben, man merkt die tiefe Recherche und lässt uns in eine völlig andere Zeit eintauchen. Ann-K. Wasle hat die Lebensumstände der damaligen Zeit ganz wunderbar beschrieben. Viele Bräuche, Traditionen zu den kirchlichen Feiertagen werden authentisch beschrieben. Auch Jannes Part und deren Schauplatz sind perfekt in Szene gesetzt. Ich hatte manches Mal das Gefühl, beide Zeitebenen verschmelzen miteinander. Es werden einige Themen aufgegriffen, u. a. die Stellung der Frau in der Gesellschaft und Abhängigkeit vom männlichen Geschlecht oder der Missbrauch mit der Natur. Bildgewaltig präsentiert uns die Autorin die Naturgewalten der Nordsee, ich konnte mir wirklich alles ganz genau vorstellen. Ein wahres Naturspektakel. Insgesamt ist es eine absolut faszinierende Geschichte, historisch fundiert und gut ausgearbeitet. Die Verknüpfung von Historie und Fiction ist wunderbar gelungen und der Hauch Mystik hat mich nicht gestört, eher ist es für mich das iTüpfelchen gewesen und passt hervorragend zur Legende von Rungholt. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter und vergebe fünf Sterne.
Oct 1, 2024







