Rückkehr nach St. Malo
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Description
Ein Bretagne-Roman, eine fesselnde Familiengeschichte, ein kluger und ausgefeilter Pageturner, den man nie vergisst!
Nach dem Tod seines Vaters verlässt Yann Paris, um sich in Saint-Malo in dem Haus seiner Kindheit niederzulassen. Erinnerungen an unbeschwerte Sommer an der Seite seines Zwillingsbruders werden wach: Wie sie als Kinder den hüpfenden Wellen auswichen und mit dem Segelboot die Küste erkundeten.
Hier, gegenüber der Insel Cézembre, wurde das Schicksal der Familie Kérambrun geschrieben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts heiratete sein Urgroßvater die Frau, die er liebte, und gründete eine florierende Reederei, die an die folgenden Generationen weitergegeben wurde. Im Arbeitszimmer der Familienvilla stößt Yann auf das beeindruckende Familienarchiv und entdeckt dort die verborgene Geschichte seiner Familie. Immer wieder führen die Spuren nach Cézembre, auf die kleine Insel vor Saint-Malo mit ihrer bewegten Geschichte.
Ein wunderschöner Roman über Aufarbeitung, Versöhnung und die heilende Kraft des Meeres.
Book Information
Author Description
Neben dem Schreiben lehrt Hélène Gestern an der Universität von Lorraine Literatur. Ihre großen Themen sind Fotografiegeschichte und das autobiographische Schreiben. »Rückkehr nach St. Malo« ist ihr zweiter Roman auf Deutsch. Gestern lebt in Paris und Nancy.
Posts
Rückkehr nach St. Malo von Hélène Gestern ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Der umfangreiche Bretagne-Roman über einen Historiker, der die Geschichte seines Urgroßvaters erforscht, hat mir sehr gut gefallen. Yann Kérambrun stammt aus Saint Malo, er lebt und arbeitet jedoch seit vielen Jahren in Paris. Nach dem Tod seines Vaters kehrt er zum Familiensitz Les Couërons in St. Malo zurück. Die Familie besitzt eine florierende Reederei, die für den Transport von Personen und Waren zwischen St. Malo und den britischen Kanalinseln zuständig ist. Im Arbeitszimmer seines Vaters findet Yann nicht nur geschäftliche Unterlagen, sondern auch Briefe an seinen Urgroßvater Octave und dessen Frau Julia, die ihn sehr neugierig machen. Er macht sich auf die Suche nach Informationen über der Anfangszeit der Reederei. Dabei fällt ihm auf, dass Octave zwei Geschäftspartner bzw. Teilhaber hatte: Ambroise de Sainte-Croix und Augustus Minchinton. Von beiden fehlt seit 1914 jede Spur. Als auf der Insel Cézembre Knochen gefunden werden, will Yann herausfinden, ob es Knochen eines der Teilhaber seines Urgroßvaters sein könnten. Doch Cézembre war im Zweiten Weltkrieg von Deutschen bzw. Italienern besetzt, so dass man zunächst davon ausgeht, dass es sich um die Überreste eines Soldaten handelt. Der fast sechshundert Seiten starke Roman spielt auf mehreren Zeitebenen: In der Gegenwart, während des Zweiten Weltkriegs auf Cézembre und in der Zeit zwischen 1909 und 1914. Alle drei Handlungsebenen fand ich interessant, doch Yanns Leben und seine Nachforschungen in der Gegenwart fand ich am spannendsten. Er leidet unter der Trennung von seiner Frau, die kürzlich die Scheidung eingereicht hatte, und seinem Sohn Paul, der ein Praktikum in Deutschland macht. Am Strand lernt er die geheimnisvolle Rebecca Lund kennen, die sich als eine Nachfahrin von Ambroise de Sainte-Croix entpuppt. In der Mitte gibt es die eine oder andere langwierige Passage, Details zu Schiffsmotoren haben mich weniger interessiert, doch die poetische Sprache und die Naturbeschreibungen machen es wieder wett: „Hinter dem Regenvorhang, der über den Strand fegte, franste die tintenschwarz Nacht langsam aus. Am seidigen Taghimmel zeichnete sich ein Regenbogen ab. Er begann genau zwischen Cézembre und dem Fort la Conchée und entfaltete sein ganzes Spektrum über dem Meer, dessen Farbe von Quecksilber zu Lindgrün wechselte.“ - großartig übersetzt von Brigitte Grosse und Patricia Klobusiczky. Für Bretagne-Fans ist dieser Roman ein Muss, denn die Autorin versetzt uns bildhaft an die Küste von Saint Malo, die sich durch Ebbe und Flut immer wieder von einer neuen Seite zeigt. Wunderschön fand ich die Liebesgeschichte zwischen Yann und Rebecca und spannend die Aufklärung des Kriminalfalls bzw. des Verschwindens des Teilhabers. Von mir eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne.
RÜCKKEHR NACH ST. MALO Hélène Gestern ET: 12.8.25 Es ist fast genau zwei Jahre her, dass Yanns Vater gestorben ist – Charles Kèranbrun, das sture, eigenwillige und wenig empathische Familienoberhaupt. Verstanden haben sich die beiden nie. Während sein Vater ihn unbedingt als Nachfolger im Familienunternehmen sehen wollte, zog es Yann schon früh fort. Nach dem Abitur verließ er die Bretagne und begann in Paris eine akademische Laufbahn, die ihn bis an die Sorbonne führte. Sein Zwillingsbruder hingegen stieg in die Reederei ein – doch ein tragischer Unfall sollte alles verändern. Nun, Jahre später, steht Yann wieder auf dem Familiensitz der Couèrons in St. Malo – in dem Arbeitszimmer, das ihm als Kind stets verboten war. Dort stößt er auf alte Dokumente und Briefe seines Urgroßvaters Octave und dessen Frau Julia. Was zunächst seine wissenschaftliche Neugier weckt, entpuppt sich bald als Spur zu einem tief verborgenen Familiengeheimnis. Hélène Gestern erzählt diese Geschichte auf mehreren Zeitebenen. Mit feinem Gespür für Atmosphäre lässt sie das Rauschen des Meeres und die raue bretonische Küste lebendig werden – man meint, den Wind und das Salz auf der Haut zu spüren. Während die erste Hälfte vor allem durch ihre bildreiche, atmosphärische Sprache besticht, entfaltet sich die Handlung in der zweiten Hälfte in einem zarten, ruhigen Tempo, das dennoch eine stetige Spannung trägt. Es ist kein klassischer Pageturner, doch ich hatte den starken Drang, immer weiterzulesen, um die ganze Geschichte der Familie Kèranbrun zu erfahren. Fazit: Eine Familiengeschichte über vier Generationen – bildhaft, atmosphärisch dicht und emotional fein erzählt. Ich empfehle das Buch allen, die sich den Duft der Bretagne und die stürmische See an einem Herbstabend ins Haus holen möchten. 4/5

Intensive Familiengeschichte
Yann macht sich nach dem Tod seines Vaters auf den Weg nach Saint-Malo. Eigentlich möchte er dort nur den Sommer verbringen. Jedoch stößt er im Arbeitszimmer das Hauses auf Aufzeichnungen und Erinnerungen zu der Familiengeschichte seines Urgroßvaters. Dieser besaß eine Reederei und war eine besondere Persönlichkeit. Besonders beeindruckend sind die Erzählungen der Natur, besonders der Insel Cézembre. Aber auch die Erzählungen über die Reederei, die verschiedenen Schiffe, die Schiffsmotoren und alles weitere sind sehr ausführlich dargestellt. In Summe liest sich das Buch sehr gut, jedoch zieht es sich ungefähr bei der Hälfte des Buches sehr in die Länge. Gegen Ende des Buches nimmt es dann aber wieder Fahrt auf und es wird spannend bis zur letzten Seite. Zwischenzeitlich ist es sehr schwierig, den ganzen Generationen der Familie zu folgen, und zu verstehen, per welchem Zeitpunkt man nun angelangt ist.
Mit „Rückkehr nach St. Malo“ legt Hélène Gestern einen stillen, detailreichen und zutiefst atmosphärischen Roman vor, der die Lesenden an die raue Küste der Bretagne entführt – an einen Ort, an dem Erinnerung, Verlust und Versöhnung sich wie die Gezeiten unaufhaltsam entfalten. Im Zentrum steht Yann de Kérambrun, ein fast fünfzigjähriger Geschichtsprofessor, der nach dem Tod seines Vaters in das Familienanwesen „Les Couérons“ zurückkehrt. Die Villa, gegenüber der sagenumwobenen Insel Cézembre gelegen, war einst Schauplatz unbeschwerter Kindheitssommer – gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Guillaume, dessen Tod Yann bis heute begleitet. Jetzt, inmitten von Archivkisten, Briefen, Tagebüchern und alten Fotografien, beginnt Yann eine Reise in die Vergangenheit seiner Familie, die von Reedertraditionen, Kriegsnarben und verschwiegenen Geheimnissen geprägt ist. Gestern versteht es meisterhaft, die verschiedenen Zeitebenen zu verweben: Yanns eigene Gegenwart, die Lebenserinnerungen seiner Ahnen – allen voran des visionären Urgroßvaters Octave – sowie Einschübe aus der wechselvollen Geschichte der Insel Cézembre. Letztere war nicht nur spiritueller Rückzugsort, sondern auch Kriegsschauplatz, was dem Roman eine zusätzliche historische Tiefe verleiht. Die kursiv gesetzten Einschübe von Zeitzeugen und Familienmitgliedern machen die Vergangenheit fast greifbar. Sprachlich ist der Roman elegant und poetisch. Gestern nimmt sich Zeit, schildert mit viel Feingefühl die Landschaft, das Meer, die alten Häuser und das Innenleben ihrer Figuren. Die Bretagne erwacht hier nicht nur als Kulisse zum Leben, sondern als Mitakteurin der Geschichte – wild, rau, tröstend. Das Meer wird zum Spiegel für Yanns inneren Wandel, zum Resonanzraum für Verluste, Schuld und Hoffnung. Die Handlung entwickelt sich langsam, fast meditativ. Wer actionreiche Wendungen sucht, wird hier nicht fündig. „Rückkehr nach St. Malo“ ist ein Roman, der Geduld verlangt – und diese belohnt. Denn was sich zunächst wie eine trockene Archivsuche anlässt, entfaltet sich mehr und mehr zu einer tief bewegenden Familiengeschichte voller leiser Dramatik, komplexer Vater-Sohn-Beziehungen, zwischenmenschlicher Verletzungen und zaghafter Heilung. Die beiliegenden Stammbaum-Tafeln helfen, die vielschichtige Familienkonstellation nachzuvollziehen – denn es gibt viele Namen, viele Stimmen, viele Perspektiven. Dass sich die Autorin dabei nicht scheut, auch betriebswirtschaftliche oder technische Aspekte des Schiffbaus einfließen zu lassen, unterstreicht die Authentizität der Geschichte, erfordert aber auch Aufmerksamkeit von der Leserschaft. „Rückkehr nach St. Malo“ ist ein literarisches Kleinod, das mit atmosphärischer Dichte, emotionaler Tiefe und feiner Sprache überzeugt. Ein Roman über Herkunft, Schweigen, Versöhnung – und über die heilende Kraft von Meer, Erinnerung und Zeit. Wer sich auf das langsame Tempo einlässt, wird mit einer vielschichtigen, kunstvoll erzählten Geschichte belohnt, die lange nachhallt. Die perfekte Lektüre für Liebhaber*innen literarischer Familienromane und bretonischer Küstenmagie. Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky und Brigitte Große.

Urlaubslektüre wie sie besser nicht sein konnte
eine Reise in die Bretagne u.a. auch nach St. Malo veranlasste mich nach einer geeigneten Reiselektüre zu suchen. Da erschien kurz vor der Reise das Buch Rückkehr nach St. Malo von Hélène Gestern. Das Buch handelt von der Aufarbeitung einer Familiengechichte, die sich über 3 Genarationen vom Hauptprotagonisten aus erstreckt. Nach dem Tod des Vaters von Yann (dem Hautprotagonisten) zu dem er kein gutes vor Allem kein liebevolles Verhältnis hatte fährt Yann in die Bretagne in das Haus seiner Kindertage. Mit der Familiengeschichte will er eigentlich nichts zu tun haben und über die Firmengründung durch seinen Opa Octave weiß er eigentlich auch nicht viel. Als er beim Ausräumen des Hauses jedoch auf unendlich genau geführte sogenannte Handlungsbücher aus der Zeit seines Opa stoßt, wird sein historischer Forscherdrang geweckt, der Geschichte seiner Vorfahren nachzuspüren. Es geht viel um Schuld, Verlust, Trauer und Verständnis und um Vergebung um eigene Fehler und darum Muster zu durchbrechen. Meistens wird aus der Sicht Yanns erzählt aber wir haben natürlich aus Zeitsprünge in die Zeit des Großvaters vor Allem in Form von Briefen. Ich fand die Geschichte gut geschrieben es gab eigentlich Alles was zu einer guten Geschichte gehört inklusive einer Leiche, und einer zarten neuen Liebe. Was mich ein bisschen gestört hat das es sehr viele Personen gab von denen erzählt wurde und es mir etwas schwer fiel die vielen (natürlich französischen Namen) zu lesen und mir zu merken. Hätte man nicht wenigsten allen nur einen Namen geben können. Einige Personen haben Doppelnamen und einen Spitznamen, das fand ich manchmal etwas sportlich. Gegen Ende nimmt das Buch nochmal gut Fahrt auf und es bleibt bis zum Schluß spannend wessen Leiche auf Cézembre gefunden wurde, wer der Mörder war und welche Rolle einige Familienangehörigen da gespielt haben. Eine weitere wichtige Rolle hat hier die Protagonistin Rebecca, die es auf ihre ganz eigene Weise schafft das der Hauptprotagonist eine tolle Entwicklung erreicht. Die beiden Rollen ergänzen sich wunderbar. Die Charaktere sind vielschichtig und die Familiengeschichte verläuft nicht in seichtem Wasser, es ist so wild wie das Meer wenn es sich im Herbst über den Sillon erhebt.
Description
Ein Bretagne-Roman, eine fesselnde Familiengeschichte, ein kluger und ausgefeilter Pageturner, den man nie vergisst!
Nach dem Tod seines Vaters verlässt Yann Paris, um sich in Saint-Malo in dem Haus seiner Kindheit niederzulassen. Erinnerungen an unbeschwerte Sommer an der Seite seines Zwillingsbruders werden wach: Wie sie als Kinder den hüpfenden Wellen auswichen und mit dem Segelboot die Küste erkundeten.
Hier, gegenüber der Insel Cézembre, wurde das Schicksal der Familie Kérambrun geschrieben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts heiratete sein Urgroßvater die Frau, die er liebte, und gründete eine florierende Reederei, die an die folgenden Generationen weitergegeben wurde. Im Arbeitszimmer der Familienvilla stößt Yann auf das beeindruckende Familienarchiv und entdeckt dort die verborgene Geschichte seiner Familie. Immer wieder führen die Spuren nach Cézembre, auf die kleine Insel vor Saint-Malo mit ihrer bewegten Geschichte.
Ein wunderschöner Roman über Aufarbeitung, Versöhnung und die heilende Kraft des Meeres.
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Author Description
Neben dem Schreiben lehrt Hélène Gestern an der Universität von Lorraine Literatur. Ihre großen Themen sind Fotografiegeschichte und das autobiographische Schreiben. »Rückkehr nach St. Malo« ist ihr zweiter Roman auf Deutsch. Gestern lebt in Paris und Nancy.
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Rückkehr nach St. Malo von Hélène Gestern ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Der umfangreiche Bretagne-Roman über einen Historiker, der die Geschichte seines Urgroßvaters erforscht, hat mir sehr gut gefallen. Yann Kérambrun stammt aus Saint Malo, er lebt und arbeitet jedoch seit vielen Jahren in Paris. Nach dem Tod seines Vaters kehrt er zum Familiensitz Les Couërons in St. Malo zurück. Die Familie besitzt eine florierende Reederei, die für den Transport von Personen und Waren zwischen St. Malo und den britischen Kanalinseln zuständig ist. Im Arbeitszimmer seines Vaters findet Yann nicht nur geschäftliche Unterlagen, sondern auch Briefe an seinen Urgroßvater Octave und dessen Frau Julia, die ihn sehr neugierig machen. Er macht sich auf die Suche nach Informationen über der Anfangszeit der Reederei. Dabei fällt ihm auf, dass Octave zwei Geschäftspartner bzw. Teilhaber hatte: Ambroise de Sainte-Croix und Augustus Minchinton. Von beiden fehlt seit 1914 jede Spur. Als auf der Insel Cézembre Knochen gefunden werden, will Yann herausfinden, ob es Knochen eines der Teilhaber seines Urgroßvaters sein könnten. Doch Cézembre war im Zweiten Weltkrieg von Deutschen bzw. Italienern besetzt, so dass man zunächst davon ausgeht, dass es sich um die Überreste eines Soldaten handelt. Der fast sechshundert Seiten starke Roman spielt auf mehreren Zeitebenen: In der Gegenwart, während des Zweiten Weltkriegs auf Cézembre und in der Zeit zwischen 1909 und 1914. Alle drei Handlungsebenen fand ich interessant, doch Yanns Leben und seine Nachforschungen in der Gegenwart fand ich am spannendsten. Er leidet unter der Trennung von seiner Frau, die kürzlich die Scheidung eingereicht hatte, und seinem Sohn Paul, der ein Praktikum in Deutschland macht. Am Strand lernt er die geheimnisvolle Rebecca Lund kennen, die sich als eine Nachfahrin von Ambroise de Sainte-Croix entpuppt. In der Mitte gibt es die eine oder andere langwierige Passage, Details zu Schiffsmotoren haben mich weniger interessiert, doch die poetische Sprache und die Naturbeschreibungen machen es wieder wett: „Hinter dem Regenvorhang, der über den Strand fegte, franste die tintenschwarz Nacht langsam aus. Am seidigen Taghimmel zeichnete sich ein Regenbogen ab. Er begann genau zwischen Cézembre und dem Fort la Conchée und entfaltete sein ganzes Spektrum über dem Meer, dessen Farbe von Quecksilber zu Lindgrün wechselte.“ - großartig übersetzt von Brigitte Grosse und Patricia Klobusiczky. Für Bretagne-Fans ist dieser Roman ein Muss, denn die Autorin versetzt uns bildhaft an die Küste von Saint Malo, die sich durch Ebbe und Flut immer wieder von einer neuen Seite zeigt. Wunderschön fand ich die Liebesgeschichte zwischen Yann und Rebecca und spannend die Aufklärung des Kriminalfalls bzw. des Verschwindens des Teilhabers. Von mir eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne.
RÜCKKEHR NACH ST. MALO Hélène Gestern ET: 12.8.25 Es ist fast genau zwei Jahre her, dass Yanns Vater gestorben ist – Charles Kèranbrun, das sture, eigenwillige und wenig empathische Familienoberhaupt. Verstanden haben sich die beiden nie. Während sein Vater ihn unbedingt als Nachfolger im Familienunternehmen sehen wollte, zog es Yann schon früh fort. Nach dem Abitur verließ er die Bretagne und begann in Paris eine akademische Laufbahn, die ihn bis an die Sorbonne führte. Sein Zwillingsbruder hingegen stieg in die Reederei ein – doch ein tragischer Unfall sollte alles verändern. Nun, Jahre später, steht Yann wieder auf dem Familiensitz der Couèrons in St. Malo – in dem Arbeitszimmer, das ihm als Kind stets verboten war. Dort stößt er auf alte Dokumente und Briefe seines Urgroßvaters Octave und dessen Frau Julia. Was zunächst seine wissenschaftliche Neugier weckt, entpuppt sich bald als Spur zu einem tief verborgenen Familiengeheimnis. Hélène Gestern erzählt diese Geschichte auf mehreren Zeitebenen. Mit feinem Gespür für Atmosphäre lässt sie das Rauschen des Meeres und die raue bretonische Küste lebendig werden – man meint, den Wind und das Salz auf der Haut zu spüren. Während die erste Hälfte vor allem durch ihre bildreiche, atmosphärische Sprache besticht, entfaltet sich die Handlung in der zweiten Hälfte in einem zarten, ruhigen Tempo, das dennoch eine stetige Spannung trägt. Es ist kein klassischer Pageturner, doch ich hatte den starken Drang, immer weiterzulesen, um die ganze Geschichte der Familie Kèranbrun zu erfahren. Fazit: Eine Familiengeschichte über vier Generationen – bildhaft, atmosphärisch dicht und emotional fein erzählt. Ich empfehle das Buch allen, die sich den Duft der Bretagne und die stürmische See an einem Herbstabend ins Haus holen möchten. 4/5

Intensive Familiengeschichte
Yann macht sich nach dem Tod seines Vaters auf den Weg nach Saint-Malo. Eigentlich möchte er dort nur den Sommer verbringen. Jedoch stößt er im Arbeitszimmer das Hauses auf Aufzeichnungen und Erinnerungen zu der Familiengeschichte seines Urgroßvaters. Dieser besaß eine Reederei und war eine besondere Persönlichkeit. Besonders beeindruckend sind die Erzählungen der Natur, besonders der Insel Cézembre. Aber auch die Erzählungen über die Reederei, die verschiedenen Schiffe, die Schiffsmotoren und alles weitere sind sehr ausführlich dargestellt. In Summe liest sich das Buch sehr gut, jedoch zieht es sich ungefähr bei der Hälfte des Buches sehr in die Länge. Gegen Ende des Buches nimmt es dann aber wieder Fahrt auf und es wird spannend bis zur letzten Seite. Zwischenzeitlich ist es sehr schwierig, den ganzen Generationen der Familie zu folgen, und zu verstehen, per welchem Zeitpunkt man nun angelangt ist.
Mit „Rückkehr nach St. Malo“ legt Hélène Gestern einen stillen, detailreichen und zutiefst atmosphärischen Roman vor, der die Lesenden an die raue Küste der Bretagne entführt – an einen Ort, an dem Erinnerung, Verlust und Versöhnung sich wie die Gezeiten unaufhaltsam entfalten. Im Zentrum steht Yann de Kérambrun, ein fast fünfzigjähriger Geschichtsprofessor, der nach dem Tod seines Vaters in das Familienanwesen „Les Couérons“ zurückkehrt. Die Villa, gegenüber der sagenumwobenen Insel Cézembre gelegen, war einst Schauplatz unbeschwerter Kindheitssommer – gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Guillaume, dessen Tod Yann bis heute begleitet. Jetzt, inmitten von Archivkisten, Briefen, Tagebüchern und alten Fotografien, beginnt Yann eine Reise in die Vergangenheit seiner Familie, die von Reedertraditionen, Kriegsnarben und verschwiegenen Geheimnissen geprägt ist. Gestern versteht es meisterhaft, die verschiedenen Zeitebenen zu verweben: Yanns eigene Gegenwart, die Lebenserinnerungen seiner Ahnen – allen voran des visionären Urgroßvaters Octave – sowie Einschübe aus der wechselvollen Geschichte der Insel Cézembre. Letztere war nicht nur spiritueller Rückzugsort, sondern auch Kriegsschauplatz, was dem Roman eine zusätzliche historische Tiefe verleiht. Die kursiv gesetzten Einschübe von Zeitzeugen und Familienmitgliedern machen die Vergangenheit fast greifbar. Sprachlich ist der Roman elegant und poetisch. Gestern nimmt sich Zeit, schildert mit viel Feingefühl die Landschaft, das Meer, die alten Häuser und das Innenleben ihrer Figuren. Die Bretagne erwacht hier nicht nur als Kulisse zum Leben, sondern als Mitakteurin der Geschichte – wild, rau, tröstend. Das Meer wird zum Spiegel für Yanns inneren Wandel, zum Resonanzraum für Verluste, Schuld und Hoffnung. Die Handlung entwickelt sich langsam, fast meditativ. Wer actionreiche Wendungen sucht, wird hier nicht fündig. „Rückkehr nach St. Malo“ ist ein Roman, der Geduld verlangt – und diese belohnt. Denn was sich zunächst wie eine trockene Archivsuche anlässt, entfaltet sich mehr und mehr zu einer tief bewegenden Familiengeschichte voller leiser Dramatik, komplexer Vater-Sohn-Beziehungen, zwischenmenschlicher Verletzungen und zaghafter Heilung. Die beiliegenden Stammbaum-Tafeln helfen, die vielschichtige Familienkonstellation nachzuvollziehen – denn es gibt viele Namen, viele Stimmen, viele Perspektiven. Dass sich die Autorin dabei nicht scheut, auch betriebswirtschaftliche oder technische Aspekte des Schiffbaus einfließen zu lassen, unterstreicht die Authentizität der Geschichte, erfordert aber auch Aufmerksamkeit von der Leserschaft. „Rückkehr nach St. Malo“ ist ein literarisches Kleinod, das mit atmosphärischer Dichte, emotionaler Tiefe und feiner Sprache überzeugt. Ein Roman über Herkunft, Schweigen, Versöhnung – und über die heilende Kraft von Meer, Erinnerung und Zeit. Wer sich auf das langsame Tempo einlässt, wird mit einer vielschichtigen, kunstvoll erzählten Geschichte belohnt, die lange nachhallt. Die perfekte Lektüre für Liebhaber*innen literarischer Familienromane und bretonischer Küstenmagie. Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky und Brigitte Große.

Urlaubslektüre wie sie besser nicht sein konnte
eine Reise in die Bretagne u.a. auch nach St. Malo veranlasste mich nach einer geeigneten Reiselektüre zu suchen. Da erschien kurz vor der Reise das Buch Rückkehr nach St. Malo von Hélène Gestern. Das Buch handelt von der Aufarbeitung einer Familiengechichte, die sich über 3 Genarationen vom Hauptprotagonisten aus erstreckt. Nach dem Tod des Vaters von Yann (dem Hautprotagonisten) zu dem er kein gutes vor Allem kein liebevolles Verhältnis hatte fährt Yann in die Bretagne in das Haus seiner Kindertage. Mit der Familiengeschichte will er eigentlich nichts zu tun haben und über die Firmengründung durch seinen Opa Octave weiß er eigentlich auch nicht viel. Als er beim Ausräumen des Hauses jedoch auf unendlich genau geführte sogenannte Handlungsbücher aus der Zeit seines Opa stoßt, wird sein historischer Forscherdrang geweckt, der Geschichte seiner Vorfahren nachzuspüren. Es geht viel um Schuld, Verlust, Trauer und Verständnis und um Vergebung um eigene Fehler und darum Muster zu durchbrechen. Meistens wird aus der Sicht Yanns erzählt aber wir haben natürlich aus Zeitsprünge in die Zeit des Großvaters vor Allem in Form von Briefen. Ich fand die Geschichte gut geschrieben es gab eigentlich Alles was zu einer guten Geschichte gehört inklusive einer Leiche, und einer zarten neuen Liebe. Was mich ein bisschen gestört hat das es sehr viele Personen gab von denen erzählt wurde und es mir etwas schwer fiel die vielen (natürlich französischen Namen) zu lesen und mir zu merken. Hätte man nicht wenigsten allen nur einen Namen geben können. Einige Personen haben Doppelnamen und einen Spitznamen, das fand ich manchmal etwas sportlich. Gegen Ende nimmt das Buch nochmal gut Fahrt auf und es bleibt bis zum Schluß spannend wessen Leiche auf Cézembre gefunden wurde, wer der Mörder war und welche Rolle einige Familienangehörigen da gespielt haben. Eine weitere wichtige Rolle hat hier die Protagonistin Rebecca, die es auf ihre ganz eigene Weise schafft das der Hauptprotagonist eine tolle Entwicklung erreicht. Die beiden Rollen ergänzen sich wunderbar. Die Charaktere sind vielschichtig und die Familiengeschichte verläuft nicht in seichtem Wasser, es ist so wild wie das Meer wenn es sich im Herbst über den Sillon erhebt.









