RIVER. Die Toten und die Lebenden

RIVER. Die Toten und die Lebenden

Hardback
3.02
TerrorismusTreppenviertelAmerikanerRaf

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Description

Der Fluss als Hauptperson: Der Fluss Elbe – der Fluss des Geldes – der Fluss der Zeit. Der Roman läuft ab wie der Fluss fließt. Mit dem Mut, auch langsam zu werden. Die Akteure geben den Ton vor: der 100-jährige Reeder, der Kunsthändler und sein Kompagnon, die Amerikanerin und ihr Bodyguard. Amor, Kunsthändler mit Galerie in Zürich, ist in Hamburg-Blankenese aufgewachsen. Als sein Kompagnon Dempwolff unter dubiosen Umständen verschwindet, fährt er zurück ins »Dorf« seiner Kindheit, in das Haus, in dem seine Mutter im Sterben liegt. Eine Konfrontation mit einem Reeder, dem Amor die Zinsen für ein Darlehen auf das Haus schuldet, hinterlässt den Mann bewusstlos oder tot in einem Keller. Amor, wenig beunruhigt, wie es scheint, bandelt mit der Amerikanerin Sidney an, die mit Sohn Warren und Bodyguard/Lover John in das Haus gegenüber gezogen ist. Sidneys Mann Charles ist ein Finanzhai, ständig unterwegs, einer, der den Fluss des Geldes am Laufen hält. Dann spült die Elbe eine Leiche an Land: Ist es der verschwundene Reeder? Aus der Vergangenheit des Ortes meldet sich ein weiteres Thema: der kurze, heftige Auftritt der RAF in diesem Elbvorort und die Rolle, die eine junge Einheimische dabei spielte. Als schließlich noch Dempwolff mit 100 Millionen in der Tasche bei seinem Kompagnon Amor auftaucht, sind für kurze Zeit alle Flüsse zu einem vereint. Mit beeindruckender Lässigkeit werden Charaktere in das zentrale Figurengespinst eingeführt und aus ihm wieder entlassen, Geheimnisse enthüllt, unerwartete Verbindungen offengelegt. RIVER ist zweifellos ein Thriller, doch weniger der Plot steht im Vordergrund als vielmehr der Fluss, das Fließen das Entstehen und Vergehen von Leben, die flüchtigen oder intensiven Begegnungen der Personen, die hier auf Zeit zusammengefunden haben.

Book Information

Main Genre
Thriller
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
320
Price
20.60 €

Posts

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All
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Herzlichen Dank an das Team vom KJM Buchverlag für dieses Rezensionsexemplar „River: Die Toten und die Lebenden“, erschienen im August 2020. Es handelt sich hierbei um den ersten Teil einer Trilogie von Norbert Klugmann und Klaas Jarchow und wird als Krimi klassifiziert, weswegen ich mich natürlich sehr dafür interessiert habe. Rückblickend betrachtet war diese Genre-Bezeichnung für mich in diesem Fall wohl etwas irreführend, denn obwohl es in dem Buch verschiedene Rätsel zu lösen und auch einige Tote gibt, empfand ich die Geschichte sowie deren Schreibstil und Aufbau alles andere als einen klassischen Kriminalroman – zumindest im Vergleich zu denen, die ich bisher las. Krimis werden von Literaturwissenschaftler*innen ja gerne etwas von oben herab belächelt, weil sie so einfach gestrickt und leicht zu lesen seien. Schließt man sich dieser Meinung an, so bildet dieses Buch eine Ausnahme. Anfangs brauchte ich etwas, um in den besonderen Schreibstil hineinzufinden. Insgesamt sind es sehr kurze Abschnitte, Kapitel und oft auch Sätze, die jedoch gespickt sind mit Fakten aus verschiedensten Bereichen, weswegen ich persönlich den Schreibstil als anspruchsvoller als in gewöhnlichen Krimis empfand. Die Erzählperspektive sorgt für eine gewisse Distanz zwischen den Leser*innen und Protagonist*innen und die vielen, anfangs unzusammenhängenden Personen verwirren zunächst, nicht zuletzt auch, da diese teils in unkonventionellen (polygamen) Beziehungen zueinander stehen. Ist man dann aber erst mal in der Geschichte und dem Stil drin, ist man fasziniert von der Atmosphäre, die sich rund um den titelgebenden River entspinnt, der wohl die Elbe darstellen soll. River ist das Element, welches alle Protagonist*innen miteinander verknüpft und stets als Metapher und Symbol für verschiedenste Themen wiederkehrt. Inhaltlich werden viele politische und philosophische Themen wie beispielsweise Kapitalismus und Kritik an eben jenem sowie die RAF behandelt. Zwar bleibt am Ende einiges offen (es ist ja auch der erste Teil einer Trilogie), doch endet es nicht mit einem Cliffhanger, was ich als sehr angenehm empfand. Nun, nach Lesen des Buches, freue ich mich außerdem noch mehr über die dem Buchpaket beigefügten Postkarten – diese spielen in der Geschichte nämlich eine zentrale Rolle. Obwohl meine Erwartungen also nicht so recht erfüllt wurden, ist diese Geschichte dennoch eine Leseempfehlung für Krimi-Liebhaber, die den Norden mögen und auch gerne mal etwas anspruchsvolleres ausprobieren wollen!

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