Reichensteuer
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Description
Gabriel Zucman gehört zu den bekanntesten und renommiertesten Ökonomen weltweit. Seit Jahren forscht er zu Steuergerechtigkeit und Steuervermeidung. Gerade diejenigen, so sein Befund, die ein im wahrsten Sinne des Wortes unvorstellbares Vermögen angehäuft haben, leisten oft keinen angemessenen Beitrag zur Finanzierung öffentlicher Kassen. Das ist nicht nur ein Problem für die Staatsfinanzen, sondern auch eine eklatante Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes.
Im Februar 2025 votierte die französische Nationalversammlung für die »Taxe Zucman«: eine Steuer von zwei Prozent für Superreiche. Seither steht Gabriel Zucman im Zentrum einer hitzigen Debatte. Während einer der reichsten Menschen der Welt ihn persönlich diffamierte, wird er auf den Straßen Frankreichs gefeiert. In seinem neuen Buch erläutert er seinen Vorschlag so kompakt wie verständlich und erklärt, wie seine Steuer auch in Deutschland funktionieren kann.
Book Information
Author Description
Gabriel Zucman, geboren 1986 in Paris, ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Paris School of Economics und der École Normale Supérieure – PSL. International bekannt wurde er mit seiner Studie Steueroasen. Wo der Wohlstand der Nationen versteckt wird (2014). Seit 2021 leitet er die Europäische Beobachtungsstelle zur Steuerpolitik. Politiker:innen, Regierungen und NGOs in aller Welt haben seine Vorschläge zu einer Steuer für Superreiche aufgegriffen. Gabriel Zucman wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2021 mit dem Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik und zuletzt 2023 mit der John-Bates-Clark-Medaille.
Posts
Zucman zeigt anhand umfangreicher Daten, dass vor allem ultrareiche Personen überproportional von internationalen Steuerschlupflöchern profitieren und dadurch oft effektiv geringere Steuersätze zahlen als breite Bevölkerungsschichten. Das verstärkt die Vermögenskonzentration an der Spitze massiv. Sein Fokus liegt daher klar auf sehr hohen Nettovermögen – mit Freibeträgen, sodass kleine und mittlere Vermögen ausdrücklich nicht betroffen wären. Landwirte, Handwerksbetriebe, Fabriken usw. zahlen nur dann die 2 %‑Vermögen‑Steuer, wenn die Person(en) hinter dem Betrieb ein persönliches Netto‑Vermögen von mindestens 100 Mio. € haben. Das Buch ist spannend, weil es Geschichte, Daten und Praxis miteinander verbindet. Zucman blickt zurück auf erfolgreiche Vermögenssteuern in den USA oder Schweden, erklärt, warum andere scheiterten, und zeigt dann, wie ein modernes Modell aussehen könnte: progressive Steuersätze, Freibeträge für normale Leute und internationale Kooperation gegen Steuerflucht. Besonders gut gefällt, dass es nicht nur um Zahlen geht. Zucman zeigt, dass eine solche Steuer das Vertrauen in Politik und Gesellschaft stärken könnte – und gleichzeitig die extreme Vermögenskonzentration an der Spitze reduziert. Kurz gesagt: „Reichensteuer“ ist klar, gut verständlich und ein Must-Read für alle, die verstehen wollen, warum die Superreichen oft weniger zahlen als sie sollten – und wie man das ändern könnte.
Steuergerechtigkeit, Vermögenskonzentration und politische Handlungsspielräume
In „Reichensteuer – Aber richtig!“ von Gabriel Zucman setzt sich der Autor mit der Frage auseinander, wie extreme Vermögensungleichheit wirksam besteuert werden kann. Das Buch ist bewusst kompakt und verständlich geschrieben. Zucman gelingt es, zentrale ökonomische Zusammenhänge klar und nachvollziehbar darzustellen. Im Mittelpunkt steht die These, dass sehr große Vermögen heute oft nicht angemessen besteuert werden und dass dies kein strukturelles Muss, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen ist. Damit verschiebt er den Blick hin zu konkreten Handlungsmöglichkeiten und macht deutlich, dass steuerpolitische Veränderungen grundsätzlich umsetzbar sind. Besonders überzeugend ist die Nachvollziehbarkeit, mit der Zucman argumentiert. Seine Ausführungen sind präzise und konsequent auf eine politische Forderung hin ausgerichtet. Dadurch entsteht eine gut lesbare und stringente Argumentation, die sich schnell erschließt. Gleichzeitig führt diese starke Verdichtung dazu, dass einige Aspekte eher knapp behandelt werden. An einzelnen Stellen hätte ich mir etwas mehr Einordnung oder ausführlichere Erklärungen gewünscht, um bestimmte Zusammenhänge noch besser nachvollziehen zu können. Mit einer Bewertung von 4/5 ist es ein überzeugender und zugänglicher Beitrag.
Die Vorstellung, dass es verboten sei, Vermögen zu besteuern, die kein Einkommen generieren, ist falsch.
Das Buch war gleichzeitig zu kurz und zu lang. Der Autor setzt ein krasses Wissen voraus, ich dachte mir oft nur „Ääääääääähhhh…“. An anderen Stellen wiederholt er sich. Was hängengeblieben ist: In allen Ländern mit entsprechenden Daten lösen sich die Einkommenssteuern an der Vermögensspitze in Luft auf, weil die Ultrareichen ihr Einkommen von Holding-Gesellschaften (Definition fehlt) verwalten lassen. Jeff Bezos hat mit diesem Trick in einem Jahr so wenig zu versteuerndes Einkommen angegeben, dass er Familienhilfe beantragt und bekommen hat!! Elon Musk war angeblich nicht liquide, konnte aber für 44 Mio. Twitter kaufen. Diese ungleiche Besteuerung ist aber ein grundlegender Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip einer Demokratie. Die Vorstellung, dass es verboten sei, Vermögen zu besteuern, die kein Einkommen generieren, ist falsch! Siehe z.B. Grundsteuer. Der Autor schlägt deshalb eine Pflichtbesteuerung von 2% ab einem Einkommen von 100 Mio vor. Witzigerweise besteuert ausgerechnet die USA ihre Superreichen höher und auch, wenn sie ins Ausland abgewandert sind. Sie finden aber trotzdem oft Schlupflöcher.
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Gabriel Zucman gehört zu den bekanntesten und renommiertesten Ökonomen weltweit. Seit Jahren forscht er zu Steuergerechtigkeit und Steuervermeidung. Gerade diejenigen, so sein Befund, die ein im wahrsten Sinne des Wortes unvorstellbares Vermögen angehäuft haben, leisten oft keinen angemessenen Beitrag zur Finanzierung öffentlicher Kassen. Das ist nicht nur ein Problem für die Staatsfinanzen, sondern auch eine eklatante Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes.
Im Februar 2025 votierte die französische Nationalversammlung für die »Taxe Zucman«: eine Steuer von zwei Prozent für Superreiche. Seither steht Gabriel Zucman im Zentrum einer hitzigen Debatte. Während einer der reichsten Menschen der Welt ihn persönlich diffamierte, wird er auf den Straßen Frankreichs gefeiert. In seinem neuen Buch erläutert er seinen Vorschlag so kompakt wie verständlich und erklärt, wie seine Steuer auch in Deutschland funktionieren kann.
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Author Description
Gabriel Zucman, geboren 1986 in Paris, ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Paris School of Economics und der École Normale Supérieure – PSL. International bekannt wurde er mit seiner Studie Steueroasen. Wo der Wohlstand der Nationen versteckt wird (2014). Seit 2021 leitet er die Europäische Beobachtungsstelle zur Steuerpolitik. Politiker:innen, Regierungen und NGOs in aller Welt haben seine Vorschläge zu einer Steuer für Superreiche aufgegriffen. Gabriel Zucman wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2021 mit dem Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik und zuletzt 2023 mit der John-Bates-Clark-Medaille.
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Zucman zeigt anhand umfangreicher Daten, dass vor allem ultrareiche Personen überproportional von internationalen Steuerschlupflöchern profitieren und dadurch oft effektiv geringere Steuersätze zahlen als breite Bevölkerungsschichten. Das verstärkt die Vermögenskonzentration an der Spitze massiv. Sein Fokus liegt daher klar auf sehr hohen Nettovermögen – mit Freibeträgen, sodass kleine und mittlere Vermögen ausdrücklich nicht betroffen wären. Landwirte, Handwerksbetriebe, Fabriken usw. zahlen nur dann die 2 %‑Vermögen‑Steuer, wenn die Person(en) hinter dem Betrieb ein persönliches Netto‑Vermögen von mindestens 100 Mio. € haben. Das Buch ist spannend, weil es Geschichte, Daten und Praxis miteinander verbindet. Zucman blickt zurück auf erfolgreiche Vermögenssteuern in den USA oder Schweden, erklärt, warum andere scheiterten, und zeigt dann, wie ein modernes Modell aussehen könnte: progressive Steuersätze, Freibeträge für normale Leute und internationale Kooperation gegen Steuerflucht. Besonders gut gefällt, dass es nicht nur um Zahlen geht. Zucman zeigt, dass eine solche Steuer das Vertrauen in Politik und Gesellschaft stärken könnte – und gleichzeitig die extreme Vermögenskonzentration an der Spitze reduziert. Kurz gesagt: „Reichensteuer“ ist klar, gut verständlich und ein Must-Read für alle, die verstehen wollen, warum die Superreichen oft weniger zahlen als sie sollten – und wie man das ändern könnte.
Steuergerechtigkeit, Vermögenskonzentration und politische Handlungsspielräume
In „Reichensteuer – Aber richtig!“ von Gabriel Zucman setzt sich der Autor mit der Frage auseinander, wie extreme Vermögensungleichheit wirksam besteuert werden kann. Das Buch ist bewusst kompakt und verständlich geschrieben. Zucman gelingt es, zentrale ökonomische Zusammenhänge klar und nachvollziehbar darzustellen. Im Mittelpunkt steht die These, dass sehr große Vermögen heute oft nicht angemessen besteuert werden und dass dies kein strukturelles Muss, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen ist. Damit verschiebt er den Blick hin zu konkreten Handlungsmöglichkeiten und macht deutlich, dass steuerpolitische Veränderungen grundsätzlich umsetzbar sind. Besonders überzeugend ist die Nachvollziehbarkeit, mit der Zucman argumentiert. Seine Ausführungen sind präzise und konsequent auf eine politische Forderung hin ausgerichtet. Dadurch entsteht eine gut lesbare und stringente Argumentation, die sich schnell erschließt. Gleichzeitig führt diese starke Verdichtung dazu, dass einige Aspekte eher knapp behandelt werden. An einzelnen Stellen hätte ich mir etwas mehr Einordnung oder ausführlichere Erklärungen gewünscht, um bestimmte Zusammenhänge noch besser nachvollziehen zu können. Mit einer Bewertung von 4/5 ist es ein überzeugender und zugänglicher Beitrag.
Die Vorstellung, dass es verboten sei, Vermögen zu besteuern, die kein Einkommen generieren, ist falsch.
Das Buch war gleichzeitig zu kurz und zu lang. Der Autor setzt ein krasses Wissen voraus, ich dachte mir oft nur „Ääääääääähhhh…“. An anderen Stellen wiederholt er sich. Was hängengeblieben ist: In allen Ländern mit entsprechenden Daten lösen sich die Einkommenssteuern an der Vermögensspitze in Luft auf, weil die Ultrareichen ihr Einkommen von Holding-Gesellschaften (Definition fehlt) verwalten lassen. Jeff Bezos hat mit diesem Trick in einem Jahr so wenig zu versteuerndes Einkommen angegeben, dass er Familienhilfe beantragt und bekommen hat!! Elon Musk war angeblich nicht liquide, konnte aber für 44 Mio. Twitter kaufen. Diese ungleiche Besteuerung ist aber ein grundlegender Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip einer Demokratie. Die Vorstellung, dass es verboten sei, Vermögen zu besteuern, die kein Einkommen generieren, ist falsch! Siehe z.B. Grundsteuer. Der Autor schlägt deshalb eine Pflichtbesteuerung von 2% ab einem Einkommen von 100 Mio vor. Witzigerweise besteuert ausgerechnet die USA ihre Superreichen höher und auch, wenn sie ins Ausland abgewandert sind. Sie finden aber trotzdem oft Schlupflöcher.









