Reform – Dieselbe Kirche anders denken
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Description
Die katholische Kirche steht unter großem Druck, sich zu verändern. Die Liste der Themen, über die gestritten wird, ist lang: die Rechte von Frauen, die Bewertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die Mitwirkung von Laien. Michael Seewald, jüngster Theologieprofessor in Deutschland, macht in seinem neuen Buch deutlich: Die Kirche könnte beweglicher sein, als sie sich derzeit gibt. Denn die Diskussion über Reformen bewegt sich in einem dogmatisch verengten Rahmen, der sich selbst als alternativlos katholisch setzt, aber in Wirklichkeit nur eine unter vielen Möglichkeiten darstellt, Theologie zu treiben. Dieses Buch zeigt, wie es der katholischen Kirche möglich ist, sich grundlegend zu reformieren und zugleich sie selbst zu bleiben. »Die Rufe nach Reform, die manchem in der Kirche lästig erscheinen, lassen sich nicht einfach in die Verfallsnarrative angeblichen Unglaubens einordnen. Im Gegenteil: Der Einsatz für Reformen in der Kirche deutet auf eine gesteigerte Sensibilität für Missstände und ein religiös vitales Interesse an ihrer Beseitigung hin.« (Michael Seewald)
Book Information
Author Description
Michael Seewald, geboren 1987, ist Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Er hat in Tübingen, Pune, Frankfurt, Boston und München Katholische Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft studiert und wurde 2011 in München promoviert. 2015 wurde er dort habilitiert. 2013 wurde er zum Priester geweiht. Für seine exzellente Forschung wurde er mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2025 ausgezeichnet.
Posts
Mit dem Buch nimt Michael Seewald sich eine große Aufgabe vor: Er zeigt, wie die katholische Kirche sich verändern kann, ohne sich selbst zu verlieren. Seewald ist überzeugt, dass das Argument „Das war schon immer so“ nicht genügt, um notwendige Reformen abzuwehren. Dabei zieht er keine konkreten Streitpunkte der Gegenwart heran, sondern schaut sich grundsätzlicher an, wie Veränderung in der Kirche funktioniert und wo sie sinnvoll ist. Er ist dabei klar: Manche Dinge kann und sollte die Kirche ändern – und das hat sie in der Vergangenheit auch getan, sei es in der Lehre zur Religionsfreiheit oder in der Frage der Frauen im kirchlichen Dienst. Besonders spannend ist Seewalds Blick auf die Wege, wie sich Dogmen entwickelt haben. Manchmal hat die Kirche neue Sichtweisen offiziell beschlossen, manchmal auch Dinge „vergessen“ oder sogar neu interpretiert und dabei so getan, als sei es nie anders gewesen. Er fordert, dass die Kirche, wenn sie von Vernunft und Wahrheit spricht, auch Argumente nutzen sollte, statt sich auf „ewige Wahrheiten“ zu berufen, die oft gar nicht so ewig sind. Das Buch kann auf jeden Fall inspirieren – aber aus traditioneller katholischer Perspektive könnte Seewald manchen Leser fast zu weit gehen. Wo die Kirche für viele ein sicheres Fundament des Glaubens bietet, setzt er auf Dynamik. Sein Ansatz wirkt manchmal so, als könnte jeder Punkt neu verhandelt werden. Hier geht vielleicht das verloren, was für viele Katholiken heute noch wichtig ist: eine Orientierung, die über Generationen Bestand hat. Seewalds Ideen sind spannend, und sein Schreibstil ist erfreulich zugänglich. Aber der Ansatz weckt auch Fragen: Kommt hier noch eine Kirche heraus, die sich an bleibenden Werten orientiert, oder wird durch das ewige Hinterfragen am Ende alles austauschbar? Wer das Buch liest, wird anregende und herausfordernde Gedanken finden – und viel zum Nachdenken, wie stabil oder beweglich die katholische Kirche sein kann und sollte.
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Die katholische Kirche steht unter großem Druck, sich zu verändern. Die Liste der Themen, über die gestritten wird, ist lang: die Rechte von Frauen, die Bewertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die Mitwirkung von Laien. Michael Seewald, jüngster Theologieprofessor in Deutschland, macht in seinem neuen Buch deutlich: Die Kirche könnte beweglicher sein, als sie sich derzeit gibt. Denn die Diskussion über Reformen bewegt sich in einem dogmatisch verengten Rahmen, der sich selbst als alternativlos katholisch setzt, aber in Wirklichkeit nur eine unter vielen Möglichkeiten darstellt, Theologie zu treiben. Dieses Buch zeigt, wie es der katholischen Kirche möglich ist, sich grundlegend zu reformieren und zugleich sie selbst zu bleiben. »Die Rufe nach Reform, die manchem in der Kirche lästig erscheinen, lassen sich nicht einfach in die Verfallsnarrative angeblichen Unglaubens einordnen. Im Gegenteil: Der Einsatz für Reformen in der Kirche deutet auf eine gesteigerte Sensibilität für Missstände und ein religiös vitales Interesse an ihrer Beseitigung hin.« (Michael Seewald)
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Michael Seewald, geboren 1987, ist Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Er hat in Tübingen, Pune, Frankfurt, Boston und München Katholische Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft studiert und wurde 2011 in München promoviert. 2015 wurde er dort habilitiert. 2013 wurde er zum Priester geweiht. Für seine exzellente Forschung wurde er mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2025 ausgezeichnet.
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Mit dem Buch nimt Michael Seewald sich eine große Aufgabe vor: Er zeigt, wie die katholische Kirche sich verändern kann, ohne sich selbst zu verlieren. Seewald ist überzeugt, dass das Argument „Das war schon immer so“ nicht genügt, um notwendige Reformen abzuwehren. Dabei zieht er keine konkreten Streitpunkte der Gegenwart heran, sondern schaut sich grundsätzlicher an, wie Veränderung in der Kirche funktioniert und wo sie sinnvoll ist. Er ist dabei klar: Manche Dinge kann und sollte die Kirche ändern – und das hat sie in der Vergangenheit auch getan, sei es in der Lehre zur Religionsfreiheit oder in der Frage der Frauen im kirchlichen Dienst. Besonders spannend ist Seewalds Blick auf die Wege, wie sich Dogmen entwickelt haben. Manchmal hat die Kirche neue Sichtweisen offiziell beschlossen, manchmal auch Dinge „vergessen“ oder sogar neu interpretiert und dabei so getan, als sei es nie anders gewesen. Er fordert, dass die Kirche, wenn sie von Vernunft und Wahrheit spricht, auch Argumente nutzen sollte, statt sich auf „ewige Wahrheiten“ zu berufen, die oft gar nicht so ewig sind. Das Buch kann auf jeden Fall inspirieren – aber aus traditioneller katholischer Perspektive könnte Seewald manchen Leser fast zu weit gehen. Wo die Kirche für viele ein sicheres Fundament des Glaubens bietet, setzt er auf Dynamik. Sein Ansatz wirkt manchmal so, als könnte jeder Punkt neu verhandelt werden. Hier geht vielleicht das verloren, was für viele Katholiken heute noch wichtig ist: eine Orientierung, die über Generationen Bestand hat. Seewalds Ideen sind spannend, und sein Schreibstil ist erfreulich zugänglich. Aber der Ansatz weckt auch Fragen: Kommt hier noch eine Kirche heraus, die sich an bleibenden Werten orientiert, oder wird durch das ewige Hinterfragen am Ende alles austauschbar? Wer das Buch liest, wird anregende und herausfordernde Gedanken finden – und viel zum Nachdenken, wie stabil oder beweglich die katholische Kirche sein kann und sollte.




