Ragtime

Ragtime

Softcover
3.45

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Description

Set in turn-of-the-century New York, E.L. Doctorow's Ragtime seamlessly blends fictional characters and realistic depictions of historical figures to bring to life the events that defined American history in the years before the First World War. This Penguin Modern Classics edition includes an introduction by Al Alvarez.

Welcome to America at the turn of the twentieth century, where the rhythms of ragtime set the beat. Harry Houdini astonishes audiences with magical feats of escape, the mighty J. P. Morgan dominates the financial world and Henry Ford manufactures cars by making men into machines. Emma Goldman preaches free love and feminism, while ex-chorus girl Evelyn Nesbitt inspires a mad millionaire to murder the architect Stanford White. In this stunningly original chronicle of an age, such real-life characters intermingle with three remarkable families, one black, one Jewish and one prosperous WASP, to create a dazzling literary mosaic that brings to life an era of dire poverty, fabulous wealth, and incredible change - in short, the era of ragtime.

E.L. Doctorow (b.1931) is one of America's most accomplished and acclaimed living writers. Winner of the National Book Award, the National Book Critics Circle Award (twice), the PEN/Faulkner Award, and the National Humanities Medal, he is the author of nine novels that have explored the drama of American life from the late 19th century to the 21st, including Ragtime, The Book of Daniel and Billy Bathgate.

If you enjoyed Ragtime, you might like John Dos Passos' U.S.A., also available in Penguin Classics.

'In its perfection it stuns and holds from beginning to end'
Daily Mail

'Witty, lyrical, put together with admirable craft ... dazzling economy and insight ... Mr Doctorow knows what he is doing and has done it beautifully'
Guardian

'One of the best American novels for years'
Economist

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
N/A
Price
13.00 €

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Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Einwanderer aus aller Herren Länder, die afroamerikanischen Nachfahren ehemaliger Sklaven und eine wohlhabende Oberschicht, die die ersteren beiden Gruppen nur mit scheinheiliger Faszination wahrnimmt – New York ist ein Schmelztiegel. Stellvertretend für die verschiedenen Bevölkerungsschichten lernen wir drei Familien kennen: eine wohlhabende weiße Familie, in New Rochelle ansässig, eine dreiköpfige jüdische Einwandererfamilie aus Osteuropa sowie Sarah, eine junge Schwarze, mit ihrem Neugeborenen und dessen Vater Coalhouse Walker, ein Ragtime-Pianist. Mehr oder weniger zufällig stellt das Schicksal eine Verbindung zwischen diesen Familien her. Der Roman des im letzten Jahr verstorbenen Autors E. L. Doctorow wird häufig zu den 100 besten englischsprachigen gezählt. Als historischer Roman mit dem Setting New York im frühen 20. Jahrhundert passt das Buch perfekt in mein Beuteschema und ich war sehr gespannt auf die Lektüre. Das Buch rechnet mit der Einstellung der höheren New Yorker Gesellschaft gegenüber schlechter Gestellten ab, so wird äußerst zynisch darauf verwiesen, dass Kinder ja von den Arbeitgebern keineswegs diskriminiert würden, nein, sie seien besonders beliebt als Arbeitskräfte. Gleichzeitig übte Armut eine Faszination auf die reiche Bevölkerungsschicht aus: ” At Palaces in New York and Chicago people gave poverty balls. Guests came dressed in rags and ate from tin platzes and drank from chipped mugs. Ballrooms were decorated to look like mines with beams, iron tracks and miner’s lamps …” (Seite 34) Das ist einfach ekelhaft und löst beim Leser eine starke emotionale Reaktion aus. Was mir außerdem gut gefiel war, dass Doctorow historische Figuren in seine Handlung einbindet, etwa die Schauspielerin Evelyn Nesbitt oder den Zauberkünstler Harry Houdini. Allerdings scheinen die Szenen, in denen diese historischen Persönlichkeiten auftreten, sehr episodenhaft und losgelöst vom Rest der Handlung, Wir erfahren etwas über sie und wie sie den Zeitgeist repräsentieren, doch dann verschwinden sie ohne Weiteres wieder von der Bildfläche. Doctorows fiktive Charaktere bleiben seltsam schemenhaft, das zeigt sich alleine schon daran, dass die meisten von ihnen nicht namentlich genannt werden, es gibt nur “Father”, “Mother”, “Mother’s younger brother” usw. Die Absicht dahinter ist wohl die Zeichnung dieser Charaktere als Stereotypen der damaligen Gesellschaft. Gleichzeitig bewirkt dies allerdings beim Leser, dass keine wirkliche Verbindung zu den Charakteren hergestellt wird – ihr Schicksal bleibt gleichgültig. Einzig Coalhouse Walker sticht als Persönlichkeit heraus, anhand seiner Erlebnisse erfährt der Leser die fürchterliche Scheinheiligkeit der amerikanischen Gesellschaft gegenüber der schwarzen Bevölkerung, die doch eigentlich dieselben Rechte genießen sollte als die weiße. In der Praxis ist das nicht der Fall: Gerechtigkeit? Nicht für Schwarze. Interessant ist, dass Doctorow die Figur des Coalhouse und seines zum Scheitern verurteilten Kampfes für Gerechtigkeit an die Figur des Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist anlehnt, was sich schon an dem ähnlich klingenden Namen zeigt. Die ergreifende Geschichte von Coalhouse Walkers ist jedoch nur ein Teil des Buches und kann für mich trotz der bissigen Sozialkritik und des hohen Sprachniveaus nicht die fehlende emotionale Bindung zu den restlichen Charakteren und der übrigen Handlung des Buches wettmachen, weshalb ich dem Buch letztendlich 3,5 von 5 Sternen gebe.

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