Professor Hieronimus
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Book Information
Author Description
Amalie Skram (1846–1905) lebte, was sie in ihren Büchern propagierte, und schrieb über das, was sie erlebte. 1846 wird sie im norwegischen Bergen geboren. Ihre Eltern besitzen einen kleinen Landwarenhandel, der Konkurs geht, als Amalie siebzehn Jahre alt ist. Ihr Vater setzt sich daraufhin in die USA ab und lässt die Mutter mit den fünf Kindern allein zurück. Mit achtzehn Jahren heiratet Amalie Skram einen Kapitän und begleitet ihn auf seinen Reisen um die Welt. 1877 lässt sie sich nach dreizehn Ehejahren und der Geburt zweier Söhne scheiden. Sie zieht nach Oslo und lebt fortan – für eine Frau zu der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich – allein von ihrer schriftstellerischen Arbeit. Ihr größter Erfolg wird die Romantrilogie »Die Leute von Felsenmoor«. In Osloer Literatenkreisen lernt sie den dänischen Schriftsteller Erik Skram kennen. Sie heiraten und bekommen eine Tochter. 1899 lässt Amalie Skram sich von ihm scheiden. Die psychischen Belastungen dieses Lebens gegen alle Konventionen führen dazu, dass sie sich in die Psychiatrie einweisen lässt, wo sie einige Monate – z. T. auch gegen ihren Willen – verbringen muss. Diese schmerzliche und demütigende Erfahrung ist die Grundlage von »Professor Hieronimus«.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Warum ist dieses Buch nicht bekannter?
Professor Hieronymus von Amalie Skram verdient eigentlich den Hype der Wiederentdeckung. Ein Klassiker von einer Frau; zu ihrer Zeit war Skram als "skandinavische Zolaïde" bekannt; dazu als Psychatrieroman in einem bis heute faszinierenden Setting. Die realistischen (naturalistischen) Beschreibungen bieten einen interessanten Einblick in die Behandlungsmethoden des späten 19. Jahrhunderts (Spoiler: hauptsächlich Schlafmittel). Skram berichtet aus eigener Erfahrung, mit ihrem Talent ergeben sich fast fotorealistisch anmutende Charaktere. Das gilt vor allem für die Hauptfigur Else Kant, die verzweifelt um ihre Unabhängigkeit kämpft. Als Leser wünscht man es ihr auch sehr, und sieht auch trotzdem, was sie selbst bald leugnet: so ganz gesund und normal ist sie nicht, auch wenn das nicht an ihrer durch Hieronymus provozierten Wut auf ihren Mann liegt. Aber nun, "Dann lassen Sie mich eben unnormal sein", wie sie auf S.396 sagt. Die, wie immer bei Guggolz, hochwertige Ausgabe enthält beide Bände der Else-Kant-Serie, eine sehr gute Entscheidung. Sie gehören unbedingt zusammen und sind einzeln unvollständig.

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Amalie Skram (1846–1905) lebte, was sie in ihren Büchern propagierte, und schrieb über das, was sie erlebte. 1846 wird sie im norwegischen Bergen geboren. Ihre Eltern besitzen einen kleinen Landwarenhandel, der Konkurs geht, als Amalie siebzehn Jahre alt ist. Ihr Vater setzt sich daraufhin in die USA ab und lässt die Mutter mit den fünf Kindern allein zurück. Mit achtzehn Jahren heiratet Amalie Skram einen Kapitän und begleitet ihn auf seinen Reisen um die Welt. 1877 lässt sie sich nach dreizehn Ehejahren und der Geburt zweier Söhne scheiden. Sie zieht nach Oslo und lebt fortan – für eine Frau zu der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich – allein von ihrer schriftstellerischen Arbeit. Ihr größter Erfolg wird die Romantrilogie »Die Leute von Felsenmoor«. In Osloer Literatenkreisen lernt sie den dänischen Schriftsteller Erik Skram kennen. Sie heiraten und bekommen eine Tochter. 1899 lässt Amalie Skram sich von ihm scheiden. Die psychischen Belastungen dieses Lebens gegen alle Konventionen führen dazu, dass sie sich in die Psychiatrie einweisen lässt, wo sie einige Monate – z. T. auch gegen ihren Willen – verbringen muss. Diese schmerzliche und demütigende Erfahrung ist die Grundlage von »Professor Hieronimus«.
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Warum ist dieses Buch nicht bekannter?
Professor Hieronymus von Amalie Skram verdient eigentlich den Hype der Wiederentdeckung. Ein Klassiker von einer Frau; zu ihrer Zeit war Skram als "skandinavische Zolaïde" bekannt; dazu als Psychatrieroman in einem bis heute faszinierenden Setting. Die realistischen (naturalistischen) Beschreibungen bieten einen interessanten Einblick in die Behandlungsmethoden des späten 19. Jahrhunderts (Spoiler: hauptsächlich Schlafmittel). Skram berichtet aus eigener Erfahrung, mit ihrem Talent ergeben sich fast fotorealistisch anmutende Charaktere. Das gilt vor allem für die Hauptfigur Else Kant, die verzweifelt um ihre Unabhängigkeit kämpft. Als Leser wünscht man es ihr auch sehr, und sieht auch trotzdem, was sie selbst bald leugnet: so ganz gesund und normal ist sie nicht, auch wenn das nicht an ihrer durch Hieronymus provozierten Wut auf ihren Mann liegt. Aber nun, "Dann lassen Sie mich eben unnormal sein", wie sie auf S.396 sagt. Die, wie immer bei Guggolz, hochwertige Ausgabe enthält beide Bände der Else-Kant-Serie, eine sehr gute Entscheidung. Sie gehören unbedingt zusammen und sind einzeln unvollständig.





