Partypeople
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Description
Book Information
Author Description
1989 geboren, wuchs in einer kleinen schwäbischen Gemeinde auf. Sein Großvater prophezeite ihm schon als Kleinkind, aus ihm könne später wohl nur ein Pfarrer oder ein Schauspieler werden. Es kam ähnlich, aber anders. Der Autor lebt heute in München und arbeitet für die Süddeutsche Zeitung und den Bayerischen Rundfunk. Er schreibt Reportagen und Essays über Popmusik, Gesellschaft, Körperpolitik, Harry Styles, Klimaaktivismus und Datingportale für Impfgegner:innen. Ausgezeichnet mit dem „International Music Journalism Award“ 2020 in der Kategorie „Beste musikjournalistische Arbeit unter 30“, dem „Ernst Schneider Preis“ für Wirtschaftsjournalismus 2021 und einem Literaturstipendium „Junge Kunst und neue Wege“ 2021 durch den Freistaat Bayern.
Posts
Man muss sich drauf einlassen, aber genau das macht den Reiz aus.
Das Buch nimmt einen mit in eine rastlose Welt aus Partys, Beziehungen und der Suche nach sich selbst. Im Mittelpunkt stehen Figuren, die sich durch Nächte voller Exzess treiben lassen, dabei immer wieder aufeinandertreffen, sich verlieren und neu orientieren. Die Handlung ist dabei weniger geradlinig erzählt, sondern wirkt wie eine Abfolge intensiver Momentaufnahmen, die zusammen ein Lebensgefühl einfangen – irgendwo zwischen Freiheit, Überforderung und Orientierungslosigkeit. 🌪️ Der Vibe? Passt total. Vor allem die rohe, direkte Sprache trägt die Atmosphäre richtig gut. 🔥 Aber: Zwischenzeitlich hat mir etwas Tiefe gefehlt – manche Figuren und Entwicklungen bleiben eher an der Oberfläche. Trotzdem: Ich habe es gern gelesen. Man muss sich drauf einlassen, aber genau das macht den Reiz aus. ✨ Danke an den @otto_mueller_verlag für das Rezensionsexemplar! 🫶🏻
•Ich sehe sie, und sie denken, sie sehen mich auch … 🙄
„Party People“ von Stefan Sommer habe ich abgebrochen, weil mir der Stil schlicht zu schnell, zu grell und zu überladen war. Der Roman wirft einen ohne Vorwarnung in ein Dauerfeuer aus Slang, Anglizismen und Szenejargon, das eher Distanz schafft als Einblick. Besonders irritierend fand ich die Selbstverständlichkeit, mit der der Text voraussetzt, man habe selbstverständlich auch noch ein bisschen Französisch im Repertoire — ein Anspruch, der eher nach elitärem Schulterzucken wirkt als nach literarischem Feinsinn. Eigentlich wollte ich mehr über diese Szene erfahren, aber die grelle Überdrehtheit des Buches hat mir eher gezeigt, warum mich diese Welt nicht interessiert. Am Ende blieb das Gefühl, dass der Roman sehr viel Lärm macht, aber wenig erzählt, das mich wirklich erreicht.

Eine spannende Reise in die Welt eines berühmten DJ, der vieles ausprobiert und über Grenzen geht, um Einsamkeit, Trauer und Selbstzweifeln zu entfliehen.
Beim Lesen liebe ich es, Ausflüge zu machen. Ausflüge in Sphären, die mir ferner nicht sein könnten. Besonders gern mache ich diese Ausflüge mit Autor*innen meines Vertrauens - damit ich sicher sein kann, nicht auf Abwege zu geraten. 🪩 Also habe ich mich einfach fallen lassen beim Lesen - in die Seiten und Kapitel. Kopfüber. Gemeinsam mit dem Ich-Erzähler, der sehr berühmter Techno-DJ ist, bin ich einmal um die Welt gereist. Habe Clubs besucht, Luxushotels mit Infinity-Pools und teure Yachten, habe obskure Longevity-Trends probiert und habe mit äußerst merkwürdigen Menschen zu Abend gegessen. So richtig viel gesehen haben wir eigentlich nicht von den Orten, klar wegen den Drogen, den Schmerzmitteln und dem Alkohol. Irgendwie muss man das Jetset-Leben ja durchhalten und vor allem das unerträgliche Gerede der Leute, die nur unser Bestes wollen. Einmal sind wir am Flughafen in Paris gestrandet und haben Christian kennengelernt, der ein Doppelleben führt (was wir aber erst später checken), der vorgibt hetero zu sein und irgendwie super schlimme Probleme mit seinem richtigen Ich hat. Stay tuned. Später dann sind die Schmerzen und Zusammenbrüche immer krasser geworden. Ich bin sicher, das kommt von dem unfassbar kranken Lebensstil, aber der DJ will das nicht wahrhaben. Es ist unfassbar weird, mal in diese Welt eintauchen zu können. Ich hab mich irgendwie selbst gefühlt wie im Rausch. Aber ich war auch traurig, richtig lost, andauernd eigentlich. Weil Maman so fehlt. Das ist vom DJ so auf mich übergeschwappt. Und irgendwie ist das mit Christian ne richtig toxische Angelegenheit. Wie kräftezehrend und aushöhlend die ganze Beziehung ist, nimmt mich richtig mit. Hart, intim und viel deeper als ich dachte, war mein Ausflug in die Welt der Partypeople. Aber Leute, ich sag’s euch, echt nur als Leserin. Never im real Life. Bin super froh, dass mich Stefan Sommer sprachlich so exzellent durchgelotst hat. Lest das mal! Große Empfehlung! 🪩

Überraschung des Monats (vermutlich Jahres)
Hier....hatte ich einen vollkommen anderen Text erwartet, als es dann war. Es ist WEIT BESSER, weit tief gehender und weit überzeugender, als ich gedacht hatte. Ja, hier hatte ich meine Vorurteile und sie wurden nicht nur entkräftet, sondern ich wurde vom Text ehrlich BEGEISTERT!!!! Hier wird Einsamkeit, Sehnsucht und Realitätsflucht beschrieben, unglaublich packend und SEHR GUT. Ich wurde von Beginn weg SO HINEINGEZOGEN, diesem Sog konnte ich bis zum Ende auch nimma entkommen. Ganz in einem Zug habe ich's ned geschafft, es zu lesen, aber FAST. WOW. Meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG!!! Haltet Taschentücher bereit... könnten gebraucht werden.

Stefan Sommers „Partypeople“ ist ein Roman im Stroboskoplicht: grell, pulsierend, rauschhaft – und darunter von einer Kälte durchzogen, die lange nachwirkt. Es ist der Gesellschaftsroman einer Gegenwart, in der sich Reichtum, Selbstinszenierung und Erschöpfung gegenseitig antreiben wie Bass und Kickdrum auf dem Dancefloor. Im Zentrum steht ein namenloser Ich-Erzähler, ein international gefeierter Techno-DJ, der für Produktlaunches von Tech-Giganten, für Milliardärsgeburtstage und exklusive Privatpartys um die Welt jettet. Versailles, Mykonos, Palo Alto – die Schauplätze lesen sich wie das Instagram-Feed einer globalen Elite. Helikopterflüge, Infinity-Pools, Haute Cuisine, Designerlabels: Der Roman badet in Luxus, aber nie in Bewunderung. Sommer beschreibt diese Welt mit „kalter Komik“ – präzise, beobachtend, mit einem Blick für die Absurditäten performativer Männlichkeit und spätkapitalistischer Dekadenz. Besonders stark sind die Bühnenszenen: Wenn der DJ in Versailles hinter dem Mischpult steht, das Licht dirigiert wie ein Halbgott und mit einem gezielten Moment der Stille das Publikum elektrisiert, zeigt Sommer sein Gespür für Rhythmus auch sprachlich. Der Text pulsiert, setzt aus, beschleunigt. Man spürt die Dramaturgie eines Sets, die kalkulierte Ekstase, das Spiel mit Erwartung und Erlösung. Doch unter der Oberfläche des Glamours liegt eine tiefe Einsamkeit und dieses lakonisch eigeschobene Gefühl bringt das emotionale Zentrum des Romans auf den Punkt. Designerdrogen, Schmerzmittel und Alkohol halten den Körper funktionsfähig, aber sie betäuben nur vorübergehend. Auch die Affäre mit dem verheirateten Christian bleibt Episode – eine weitere Leerstelle in einem Leben, das nach außen hin übervoll wirkt. Allmählich wird klar: Die rastlose Weltreise ist auch Flucht. Vor allem vor dem Verlust der Mutter, deren Lieblingsblumen der Erzähler als Tattoo auf der Haut trägt – ein stilles, fast zärtliches Gegenbild zur Härte der Event-Industrie. In diesen Momenten gewinnt der Roman an Tiefe. Hinter Zynismus und Coolness blitzt Verletzlichkeit auf. Der Protagonist ist frech, charmant, klug – und zutiefst erschöpft von einem System, das ihn feiert und zugleich verschleißt. „Partypeople“ ist damit mehr als eine Milieustudie über „Rich Kids“ und Tech-Oligarchen. Es ist ein Roman über Selbstdarstellung im Zeitalter permanenter Öffentlichkeit, über den Druck, Marke und Mensch zugleich zu sein. Sommer gelingt ein Figurenporträt, das die Ambivalenz des Erfolgs ernst nimmt: Wer ganz oben mitspielt, lebt von der Gnade eines Marktes, der jederzeit nach dem nächsten Hype verlangt. Der Roman überzeugt sprachlich durch Tempo, Witz und popkulturelle Präzision. Markennamen, Musiktechnik, Modebegriffe – all das wird nicht bloß Staffage, sondern Teil einer Ästhetik, die zwischen Provokation und Glamour changiert. Gleichzeitig schimmert eine leise Traurigkeit durch, die vor bloßer Oberflächlichkeit bewahrt. Stefan Sommer hat mit „Partypeople“ einen radikal zeitgenössischen Roman geschrieben: schillernd und schonungslos, ironisch und berührend. Ein literarischer Ritt durch die Glitzerwelt des globalen Kapitalismus – und ein Blick hinter die Kulissen, wo der Beat weiterschlägt, auch wenn das Herz längst aus dem Takt geraten ist.

PARTY PEOPLE Stefan Sommer ET: 24.02.26 Ui, da bin ich wieder… Ich habe gerade durchgetanzt, den Beat im ganzen Körper gespürt, der Schweiß lief aus allen Poren – und die Drogen haben ihr Übriges getan. Was für ein Ritt, den ich gemeinsam mit dem Ich-Erzähler erlebt habe! Er ist DJ – entweder ganz oben, vollgepumpt mit allem, was man sich so einwerfen kann, immer an der Grenze zum „Over the Top“, oder ganz unten: vom Leben gelangweilt, einsam und genervt von den Menschen, die es eigentlich nur gut mit ihm meinen. Stefan Sommer beschreibt das Leben eines Techno-DJs unglaublich intensiv, bildgewaltig und authentisch. Die vielen englischen Dialoge passen perfekt zur Szene und wirken keineswegs aufgesetzt. Dass der Protagonist nicht besonders sympathisch ist, scheint klar beabsichtigt – und passt meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte. Weniger gefallen hat mir allerdings, dass es keinen durchgehenden Handlungsstrang gibt, sondern eher einzelne Episoden und Momentaufnahmen aus seinem Leben. Besonders stark fand ich das erste Kapitel: das Intro, wenn der DJ die Bühne betritt, der ganze Park ausrastet, der Boden bebt und die Hände in die Höhe schnellen – das war richtig intensiv und hat mich sofort gepackt. Fazit: Ein wilder, atmosphärischer Trip, der mich an meine eigene Techno-Zeit erinnert hat. Empfehlen würde ich das Buch vor allem jüngeren Leser:innen oder allen, die eine Affinität zur elektronischen Musikszene haben. 3½/5

Nichtssagend
Ohne das Cover gäbe es wohl keinen Grund, Party People zu kaufen. Eine ziemlich handlungsfreie Geschichte, in der versucht wird, durch möglichst viele fancy Wörter, französische Phrasen und hippe Anglizismen dem Ganzen Tiefgang oder Anspruch zu verleihen, was jedoch lediglich dazu führt, dass es den Lesefluss stört. Es fühlt sich stark danach an, als wolle der Autor den Leser mit seiner Weltgewandtheit beeindrucken und bewirkt dadurch genau das Gegenteil, denn es wirkt einfach nur erzwungen aufgeblasen. Auch der It-Boy-DJ-Lifestyle wird meist dadurch beschrieben, dass Stefan Sommer eine Reihe teurer Dinge wie Champusmarken, Designermöbel, Accessoires oder fancy Blumen aufzählt oder beschreibt. Zu einer pointierten Gesellschaftsstudie führt das leider nicht. Gleichzeitig haben die Teile des Buches, in denen der Protagonist mit Milliardären, Schauspielerinnen und Clubbesitzern abhängt, keinen erkennbaren Mehrwert für den einzigen interessanten und kurzen Handlungsstrang, nämlich den der komplizierten (queeren) Lovestory. Diese war, nachdem sie gerade interessant wurde, bereits wieder vorbei. Die von Drogen abgestumpfte Gefühlswelt bot wohl leider auch nicht viel Potenzial zum Eintauchen, denn diese besteht meist aus dem zynischen Verhalten des Protagonisten, der hin und wieder seine Gefühle heimlich in sein Handy tippt. Ich finde, als Autor sollte man sich fragen, was das Publikum aus einem Buch mitnehmen soll. Gibt es etwas, das man lernen kann, oder reicht es, zu unterhalten? Ich denke, Sommer hat vergessen, sich diese Frage zu stellen, denn dieses Buch macht eigentlich weder das eine noch das andere. Einziger Pluspunkt: Das Buch hat nur 160 Seiten, wodurch sich die Zeitverschwendung in Grenzen hält😅🫣 Damit 2 Sterne, weil ich es nicht gehasst habe, es zu lesen, es aber leider als maximal nichtssagend empfunden habe.
Ein Buch über den Partylifestyle? Dachte ich auch zuerst. Aber es geht um viel mehr.
In „Partypeople“ begleiten wir einen erfolgreichen Techno-DJ durch eine Welt aus Luxus, Exzess und permanenter Bewegung. Privatjets, Hotelsuiten, Champagner, Clubs und Social Media – ein Leben im Dauerzustand von „on“. Alles wirkt laut, schnell, durchgetaktet, fast wie ein endloser Beat, der nicht abreißt. Und trotzdem entsteht beim Lesen etwas ganz anderes. Zwischen all dem Glanz schiebt sich immer wieder eine Leere in den Vordergrund – leise, aber spürbar. Der Roman greift Themen wie Drogenkonsum, Alkoholmissbrauch, Leistungsdruck und Selbstinszenierung auf und zeichnet damit ein Bild einer Welt, die stark nach außen gerichtet ist: Aussehen, Status, Follower. Auch die Begegnungen bleiben oft flüchtig. Nähe entsteht, verliert sich aber wieder – besonders deutlich wird das in der Begegnung mit dem verheirateten Christian. Parallel dazu zieht sich die Trauer um die Mutter des Protagonisten durch den Roman, nicht erklärend oder ausformuliert, sondern eher unterschwellig präsent. Und hier merken wir wie „lost“ sich der Protagonist eigentlich fühlt. Was mich besonders überzeugt hat, ist der Schreibstil: modern, direkt und durchzogen von Anglizismen, die hier nicht stören, sondern genau in diese Welt passen. Kurze Szenen, schnelle Wechsel – fast wie Momentaufnahmen zwischen Clubnächten, Flughäfen und Instagram-Feeds. Man spürt das Tempo, die Rastlosigkeit, dieses ständige Unterwegssein. Und genau darin liegt für mich die Stärke des Romans: Er zeigt nicht nur die Oberfläche dieser Welt, sondern auch das Danach. Die Stille, die bleibt, wenn alles kurz stillsteht. Ein sehr aktueller, kluger Roman über Sichtbarkeit, Druck und den Preis eines Lebens, das sich hauptsächlich im Außen abspielt. | unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar |

Schade, davon habe ich mir mehr erhofft!
Die Geschichte ist aus Sicht eines namenlosen Ich-Erzählers geschrieben, was es mir schwer gemacht hat, mich in den Protagonisten einzufinden. Es ist keine fließende Geschichte, sondern viel mehr einzelne Geschichten, die aneinander gereiht wurden. Wie viel Zeit zwischen den einzelnen Abschnitten liegt, ist dem Leser nicht bekannt. Der Roman wechselt ständig zwischen Englisch, Französisch & Deutsch und ist mit Anglizismen und Szenejargon übersäht, was für mich als Außenstehende für eine gewisse Distanz und auch fehlenden Lesefluss gesorgt hat. Der Klappentext und die Idee des Romans, der mich an die Geschichte von Avicii (Tim Bergling) erinnert, hat mich total angesprochen. Die Umsetzung war leider absolut nicht mein Fall. Es war viel zu rasant und provokant erzählt, enthielt für mich zu wenig Emotion und auch zu wenig Inhalt. ⭐️ F A Z I T Mir persönlich war die Geschichte sowohl sprachlich als auch vom Tempo zu wild. Es war alles eher oberflächlich erzählt und konnte mich dadurch nicht erreichen. Mir hat es an Tiefe und ausgelösten Emotionen beim Lesen gefehlt. Schade, davon habe ich mir mehr erhofft!

Bildgewaltig
Es gab auch in meinem Leben eine heiße Partyphase. Allerdings lag die eher so im Mainstreambereich. Die ganze Techno- und Houseszene hat mich zwar peripher berührt, aber so richtig drin im Game war ich nicht. Eine Faszination hat das auf mich trotzdem immer ausgübt – und den Style mag ich schon. Der ICH- Erzähler in diesem Roman ist als DJ sehr erfolgreich, so erfolgreich, dass er sich erlauben kann, Dinge auf sein Hotelzimmer zu bestellen, die er gar nicht benötigt. Oft sind sie einfach nur ein Test um zu sehen, ob das möglich gemacht wird. Ziemlich dekadent und abgehoben, denkt ihr zurecht! Er hadert aber mit seinem Fame. Tief drinnen ist er ziemlich einsam und versucht mit einer Palette an Drogen und Medikamenten sein Leben interessanter zu gestalten. Doch die Trauer um seine verstorbene Mutter kann er damit nicht kompensieren. Das ganze Buch wirkt wie ein einziger MDMA Trip. Mit einer großen Bildgewalt entführt uns der Autor in die Welt der Reichen und Megareichen. Das Territorium ist gepflastert von Ansprüchen und Langeweile. Mega fand ich die Eingangs-Szene, genau so stell ich mir das Machtgefühl vor, dass ein DJ über eine Menschenmasse besitzt. Dass seine Gedanken sehr ambivalent zum Geschehen sind, macht die Geschichte erst so richtig interessant. Ich musste durchaus, ab und zu den Kopf schütteln, über die Selbstverständlichkeit, mit der hier Geld auf den Kopf gehauen wird. Die Sorge um den verlebten und langsam verfallenenden Körper kann ich zwar nachvollziehen. Der finanziellen und zeitliche Aufwand, der dafür betrieben wird aber nicht. Ich bin so froh, ein Auskommen zu haben, aber auf dem Boden der Tatsachen geblieben zu sein (einen Lottogewinn würde ich jetzt trotzdem nicht ablehnen). Sprachlich ist das Buch sehr ausdrucksstark. Sommer arbeitet viel mit Anglizismen, und manche Dialoge sind komplett in Englisch, teilweise auch in Französisch. Aber in diesem Roman passt es perfekt. Das eingeworfen „Anyway“ wirkt weder aufgesetzt noch random. Der Autor versteht es einfach die popkulturellen Vibes auch sprachlich in den Roman einfließen zu lassen. Die Beschreibung der einzelnen Szenarien in den Jetset Hotspots dieser Welt waren sehr fesselnd, auch wenn ich aber zu googeln musste mir mal ein Bild davon zu verschaffen, was dort gerade in die Haut gespritzt und in den Mund geschoben wurde. Dieser Roman ist mal was ganz anderes und besonders das hat mir gut gefallen. Er gibt Einblick in eine Welt, die mir verschlossen bleiben wird und die mich gleichzeitig fasziniert und unterhält. Wenn ihr vor dem Slang nicht zurückschreckt und auf der Suche nach was Neuem seid, dann ist dieser Roman sicherlich einen Blick wert. Ich spreche auf jeden Fall eine Leseempfehlung aus.
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Book Information
Author Description
1989 geboren, wuchs in einer kleinen schwäbischen Gemeinde auf. Sein Großvater prophezeite ihm schon als Kleinkind, aus ihm könne später wohl nur ein Pfarrer oder ein Schauspieler werden. Es kam ähnlich, aber anders. Der Autor lebt heute in München und arbeitet für die Süddeutsche Zeitung und den Bayerischen Rundfunk. Er schreibt Reportagen und Essays über Popmusik, Gesellschaft, Körperpolitik, Harry Styles, Klimaaktivismus und Datingportale für Impfgegner:innen. Ausgezeichnet mit dem „International Music Journalism Award“ 2020 in der Kategorie „Beste musikjournalistische Arbeit unter 30“, dem „Ernst Schneider Preis“ für Wirtschaftsjournalismus 2021 und einem Literaturstipendium „Junge Kunst und neue Wege“ 2021 durch den Freistaat Bayern.
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Man muss sich drauf einlassen, aber genau das macht den Reiz aus.
Das Buch nimmt einen mit in eine rastlose Welt aus Partys, Beziehungen und der Suche nach sich selbst. Im Mittelpunkt stehen Figuren, die sich durch Nächte voller Exzess treiben lassen, dabei immer wieder aufeinandertreffen, sich verlieren und neu orientieren. Die Handlung ist dabei weniger geradlinig erzählt, sondern wirkt wie eine Abfolge intensiver Momentaufnahmen, die zusammen ein Lebensgefühl einfangen – irgendwo zwischen Freiheit, Überforderung und Orientierungslosigkeit. 🌪️ Der Vibe? Passt total. Vor allem die rohe, direkte Sprache trägt die Atmosphäre richtig gut. 🔥 Aber: Zwischenzeitlich hat mir etwas Tiefe gefehlt – manche Figuren und Entwicklungen bleiben eher an der Oberfläche. Trotzdem: Ich habe es gern gelesen. Man muss sich drauf einlassen, aber genau das macht den Reiz aus. ✨ Danke an den @otto_mueller_verlag für das Rezensionsexemplar! 🫶🏻
•Ich sehe sie, und sie denken, sie sehen mich auch … 🙄
„Party People“ von Stefan Sommer habe ich abgebrochen, weil mir der Stil schlicht zu schnell, zu grell und zu überladen war. Der Roman wirft einen ohne Vorwarnung in ein Dauerfeuer aus Slang, Anglizismen und Szenejargon, das eher Distanz schafft als Einblick. Besonders irritierend fand ich die Selbstverständlichkeit, mit der der Text voraussetzt, man habe selbstverständlich auch noch ein bisschen Französisch im Repertoire — ein Anspruch, der eher nach elitärem Schulterzucken wirkt als nach literarischem Feinsinn. Eigentlich wollte ich mehr über diese Szene erfahren, aber die grelle Überdrehtheit des Buches hat mir eher gezeigt, warum mich diese Welt nicht interessiert. Am Ende blieb das Gefühl, dass der Roman sehr viel Lärm macht, aber wenig erzählt, das mich wirklich erreicht.

Eine spannende Reise in die Welt eines berühmten DJ, der vieles ausprobiert und über Grenzen geht, um Einsamkeit, Trauer und Selbstzweifeln zu entfliehen.
Beim Lesen liebe ich es, Ausflüge zu machen. Ausflüge in Sphären, die mir ferner nicht sein könnten. Besonders gern mache ich diese Ausflüge mit Autor*innen meines Vertrauens - damit ich sicher sein kann, nicht auf Abwege zu geraten. 🪩 Also habe ich mich einfach fallen lassen beim Lesen - in die Seiten und Kapitel. Kopfüber. Gemeinsam mit dem Ich-Erzähler, der sehr berühmter Techno-DJ ist, bin ich einmal um die Welt gereist. Habe Clubs besucht, Luxushotels mit Infinity-Pools und teure Yachten, habe obskure Longevity-Trends probiert und habe mit äußerst merkwürdigen Menschen zu Abend gegessen. So richtig viel gesehen haben wir eigentlich nicht von den Orten, klar wegen den Drogen, den Schmerzmitteln und dem Alkohol. Irgendwie muss man das Jetset-Leben ja durchhalten und vor allem das unerträgliche Gerede der Leute, die nur unser Bestes wollen. Einmal sind wir am Flughafen in Paris gestrandet und haben Christian kennengelernt, der ein Doppelleben führt (was wir aber erst später checken), der vorgibt hetero zu sein und irgendwie super schlimme Probleme mit seinem richtigen Ich hat. Stay tuned. Später dann sind die Schmerzen und Zusammenbrüche immer krasser geworden. Ich bin sicher, das kommt von dem unfassbar kranken Lebensstil, aber der DJ will das nicht wahrhaben. Es ist unfassbar weird, mal in diese Welt eintauchen zu können. Ich hab mich irgendwie selbst gefühlt wie im Rausch. Aber ich war auch traurig, richtig lost, andauernd eigentlich. Weil Maman so fehlt. Das ist vom DJ so auf mich übergeschwappt. Und irgendwie ist das mit Christian ne richtig toxische Angelegenheit. Wie kräftezehrend und aushöhlend die ganze Beziehung ist, nimmt mich richtig mit. Hart, intim und viel deeper als ich dachte, war mein Ausflug in die Welt der Partypeople. Aber Leute, ich sag’s euch, echt nur als Leserin. Never im real Life. Bin super froh, dass mich Stefan Sommer sprachlich so exzellent durchgelotst hat. Lest das mal! Große Empfehlung! 🪩

Überraschung des Monats (vermutlich Jahres)
Hier....hatte ich einen vollkommen anderen Text erwartet, als es dann war. Es ist WEIT BESSER, weit tief gehender und weit überzeugender, als ich gedacht hatte. Ja, hier hatte ich meine Vorurteile und sie wurden nicht nur entkräftet, sondern ich wurde vom Text ehrlich BEGEISTERT!!!! Hier wird Einsamkeit, Sehnsucht und Realitätsflucht beschrieben, unglaublich packend und SEHR GUT. Ich wurde von Beginn weg SO HINEINGEZOGEN, diesem Sog konnte ich bis zum Ende auch nimma entkommen. Ganz in einem Zug habe ich's ned geschafft, es zu lesen, aber FAST. WOW. Meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG!!! Haltet Taschentücher bereit... könnten gebraucht werden.

Stefan Sommers „Partypeople“ ist ein Roman im Stroboskoplicht: grell, pulsierend, rauschhaft – und darunter von einer Kälte durchzogen, die lange nachwirkt. Es ist der Gesellschaftsroman einer Gegenwart, in der sich Reichtum, Selbstinszenierung und Erschöpfung gegenseitig antreiben wie Bass und Kickdrum auf dem Dancefloor. Im Zentrum steht ein namenloser Ich-Erzähler, ein international gefeierter Techno-DJ, der für Produktlaunches von Tech-Giganten, für Milliardärsgeburtstage und exklusive Privatpartys um die Welt jettet. Versailles, Mykonos, Palo Alto – die Schauplätze lesen sich wie das Instagram-Feed einer globalen Elite. Helikopterflüge, Infinity-Pools, Haute Cuisine, Designerlabels: Der Roman badet in Luxus, aber nie in Bewunderung. Sommer beschreibt diese Welt mit „kalter Komik“ – präzise, beobachtend, mit einem Blick für die Absurditäten performativer Männlichkeit und spätkapitalistischer Dekadenz. Besonders stark sind die Bühnenszenen: Wenn der DJ in Versailles hinter dem Mischpult steht, das Licht dirigiert wie ein Halbgott und mit einem gezielten Moment der Stille das Publikum elektrisiert, zeigt Sommer sein Gespür für Rhythmus auch sprachlich. Der Text pulsiert, setzt aus, beschleunigt. Man spürt die Dramaturgie eines Sets, die kalkulierte Ekstase, das Spiel mit Erwartung und Erlösung. Doch unter der Oberfläche des Glamours liegt eine tiefe Einsamkeit und dieses lakonisch eigeschobene Gefühl bringt das emotionale Zentrum des Romans auf den Punkt. Designerdrogen, Schmerzmittel und Alkohol halten den Körper funktionsfähig, aber sie betäuben nur vorübergehend. Auch die Affäre mit dem verheirateten Christian bleibt Episode – eine weitere Leerstelle in einem Leben, das nach außen hin übervoll wirkt. Allmählich wird klar: Die rastlose Weltreise ist auch Flucht. Vor allem vor dem Verlust der Mutter, deren Lieblingsblumen der Erzähler als Tattoo auf der Haut trägt – ein stilles, fast zärtliches Gegenbild zur Härte der Event-Industrie. In diesen Momenten gewinnt der Roman an Tiefe. Hinter Zynismus und Coolness blitzt Verletzlichkeit auf. Der Protagonist ist frech, charmant, klug – und zutiefst erschöpft von einem System, das ihn feiert und zugleich verschleißt. „Partypeople“ ist damit mehr als eine Milieustudie über „Rich Kids“ und Tech-Oligarchen. Es ist ein Roman über Selbstdarstellung im Zeitalter permanenter Öffentlichkeit, über den Druck, Marke und Mensch zugleich zu sein. Sommer gelingt ein Figurenporträt, das die Ambivalenz des Erfolgs ernst nimmt: Wer ganz oben mitspielt, lebt von der Gnade eines Marktes, der jederzeit nach dem nächsten Hype verlangt. Der Roman überzeugt sprachlich durch Tempo, Witz und popkulturelle Präzision. Markennamen, Musiktechnik, Modebegriffe – all das wird nicht bloß Staffage, sondern Teil einer Ästhetik, die zwischen Provokation und Glamour changiert. Gleichzeitig schimmert eine leise Traurigkeit durch, die vor bloßer Oberflächlichkeit bewahrt. Stefan Sommer hat mit „Partypeople“ einen radikal zeitgenössischen Roman geschrieben: schillernd und schonungslos, ironisch und berührend. Ein literarischer Ritt durch die Glitzerwelt des globalen Kapitalismus – und ein Blick hinter die Kulissen, wo der Beat weiterschlägt, auch wenn das Herz längst aus dem Takt geraten ist.

PARTY PEOPLE Stefan Sommer ET: 24.02.26 Ui, da bin ich wieder… Ich habe gerade durchgetanzt, den Beat im ganzen Körper gespürt, der Schweiß lief aus allen Poren – und die Drogen haben ihr Übriges getan. Was für ein Ritt, den ich gemeinsam mit dem Ich-Erzähler erlebt habe! Er ist DJ – entweder ganz oben, vollgepumpt mit allem, was man sich so einwerfen kann, immer an der Grenze zum „Over the Top“, oder ganz unten: vom Leben gelangweilt, einsam und genervt von den Menschen, die es eigentlich nur gut mit ihm meinen. Stefan Sommer beschreibt das Leben eines Techno-DJs unglaublich intensiv, bildgewaltig und authentisch. Die vielen englischen Dialoge passen perfekt zur Szene und wirken keineswegs aufgesetzt. Dass der Protagonist nicht besonders sympathisch ist, scheint klar beabsichtigt – und passt meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte. Weniger gefallen hat mir allerdings, dass es keinen durchgehenden Handlungsstrang gibt, sondern eher einzelne Episoden und Momentaufnahmen aus seinem Leben. Besonders stark fand ich das erste Kapitel: das Intro, wenn der DJ die Bühne betritt, der ganze Park ausrastet, der Boden bebt und die Hände in die Höhe schnellen – das war richtig intensiv und hat mich sofort gepackt. Fazit: Ein wilder, atmosphärischer Trip, der mich an meine eigene Techno-Zeit erinnert hat. Empfehlen würde ich das Buch vor allem jüngeren Leser:innen oder allen, die eine Affinität zur elektronischen Musikszene haben. 3½/5

Nichtssagend
Ohne das Cover gäbe es wohl keinen Grund, Party People zu kaufen. Eine ziemlich handlungsfreie Geschichte, in der versucht wird, durch möglichst viele fancy Wörter, französische Phrasen und hippe Anglizismen dem Ganzen Tiefgang oder Anspruch zu verleihen, was jedoch lediglich dazu führt, dass es den Lesefluss stört. Es fühlt sich stark danach an, als wolle der Autor den Leser mit seiner Weltgewandtheit beeindrucken und bewirkt dadurch genau das Gegenteil, denn es wirkt einfach nur erzwungen aufgeblasen. Auch der It-Boy-DJ-Lifestyle wird meist dadurch beschrieben, dass Stefan Sommer eine Reihe teurer Dinge wie Champusmarken, Designermöbel, Accessoires oder fancy Blumen aufzählt oder beschreibt. Zu einer pointierten Gesellschaftsstudie führt das leider nicht. Gleichzeitig haben die Teile des Buches, in denen der Protagonist mit Milliardären, Schauspielerinnen und Clubbesitzern abhängt, keinen erkennbaren Mehrwert für den einzigen interessanten und kurzen Handlungsstrang, nämlich den der komplizierten (queeren) Lovestory. Diese war, nachdem sie gerade interessant wurde, bereits wieder vorbei. Die von Drogen abgestumpfte Gefühlswelt bot wohl leider auch nicht viel Potenzial zum Eintauchen, denn diese besteht meist aus dem zynischen Verhalten des Protagonisten, der hin und wieder seine Gefühle heimlich in sein Handy tippt. Ich finde, als Autor sollte man sich fragen, was das Publikum aus einem Buch mitnehmen soll. Gibt es etwas, das man lernen kann, oder reicht es, zu unterhalten? Ich denke, Sommer hat vergessen, sich diese Frage zu stellen, denn dieses Buch macht eigentlich weder das eine noch das andere. Einziger Pluspunkt: Das Buch hat nur 160 Seiten, wodurch sich die Zeitverschwendung in Grenzen hält😅🫣 Damit 2 Sterne, weil ich es nicht gehasst habe, es zu lesen, es aber leider als maximal nichtssagend empfunden habe.
Ein Buch über den Partylifestyle? Dachte ich auch zuerst. Aber es geht um viel mehr.
In „Partypeople“ begleiten wir einen erfolgreichen Techno-DJ durch eine Welt aus Luxus, Exzess und permanenter Bewegung. Privatjets, Hotelsuiten, Champagner, Clubs und Social Media – ein Leben im Dauerzustand von „on“. Alles wirkt laut, schnell, durchgetaktet, fast wie ein endloser Beat, der nicht abreißt. Und trotzdem entsteht beim Lesen etwas ganz anderes. Zwischen all dem Glanz schiebt sich immer wieder eine Leere in den Vordergrund – leise, aber spürbar. Der Roman greift Themen wie Drogenkonsum, Alkoholmissbrauch, Leistungsdruck und Selbstinszenierung auf und zeichnet damit ein Bild einer Welt, die stark nach außen gerichtet ist: Aussehen, Status, Follower. Auch die Begegnungen bleiben oft flüchtig. Nähe entsteht, verliert sich aber wieder – besonders deutlich wird das in der Begegnung mit dem verheirateten Christian. Parallel dazu zieht sich die Trauer um die Mutter des Protagonisten durch den Roman, nicht erklärend oder ausformuliert, sondern eher unterschwellig präsent. Und hier merken wir wie „lost“ sich der Protagonist eigentlich fühlt. Was mich besonders überzeugt hat, ist der Schreibstil: modern, direkt und durchzogen von Anglizismen, die hier nicht stören, sondern genau in diese Welt passen. Kurze Szenen, schnelle Wechsel – fast wie Momentaufnahmen zwischen Clubnächten, Flughäfen und Instagram-Feeds. Man spürt das Tempo, die Rastlosigkeit, dieses ständige Unterwegssein. Und genau darin liegt für mich die Stärke des Romans: Er zeigt nicht nur die Oberfläche dieser Welt, sondern auch das Danach. Die Stille, die bleibt, wenn alles kurz stillsteht. Ein sehr aktueller, kluger Roman über Sichtbarkeit, Druck und den Preis eines Lebens, das sich hauptsächlich im Außen abspielt. | unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar |

Schade, davon habe ich mir mehr erhofft!
Die Geschichte ist aus Sicht eines namenlosen Ich-Erzählers geschrieben, was es mir schwer gemacht hat, mich in den Protagonisten einzufinden. Es ist keine fließende Geschichte, sondern viel mehr einzelne Geschichten, die aneinander gereiht wurden. Wie viel Zeit zwischen den einzelnen Abschnitten liegt, ist dem Leser nicht bekannt. Der Roman wechselt ständig zwischen Englisch, Französisch & Deutsch und ist mit Anglizismen und Szenejargon übersäht, was für mich als Außenstehende für eine gewisse Distanz und auch fehlenden Lesefluss gesorgt hat. Der Klappentext und die Idee des Romans, der mich an die Geschichte von Avicii (Tim Bergling) erinnert, hat mich total angesprochen. Die Umsetzung war leider absolut nicht mein Fall. Es war viel zu rasant und provokant erzählt, enthielt für mich zu wenig Emotion und auch zu wenig Inhalt. ⭐️ F A Z I T Mir persönlich war die Geschichte sowohl sprachlich als auch vom Tempo zu wild. Es war alles eher oberflächlich erzählt und konnte mich dadurch nicht erreichen. Mir hat es an Tiefe und ausgelösten Emotionen beim Lesen gefehlt. Schade, davon habe ich mir mehr erhofft!

Bildgewaltig
Es gab auch in meinem Leben eine heiße Partyphase. Allerdings lag die eher so im Mainstreambereich. Die ganze Techno- und Houseszene hat mich zwar peripher berührt, aber so richtig drin im Game war ich nicht. Eine Faszination hat das auf mich trotzdem immer ausgübt – und den Style mag ich schon. Der ICH- Erzähler in diesem Roman ist als DJ sehr erfolgreich, so erfolgreich, dass er sich erlauben kann, Dinge auf sein Hotelzimmer zu bestellen, die er gar nicht benötigt. Oft sind sie einfach nur ein Test um zu sehen, ob das möglich gemacht wird. Ziemlich dekadent und abgehoben, denkt ihr zurecht! Er hadert aber mit seinem Fame. Tief drinnen ist er ziemlich einsam und versucht mit einer Palette an Drogen und Medikamenten sein Leben interessanter zu gestalten. Doch die Trauer um seine verstorbene Mutter kann er damit nicht kompensieren. Das ganze Buch wirkt wie ein einziger MDMA Trip. Mit einer großen Bildgewalt entführt uns der Autor in die Welt der Reichen und Megareichen. Das Territorium ist gepflastert von Ansprüchen und Langeweile. Mega fand ich die Eingangs-Szene, genau so stell ich mir das Machtgefühl vor, dass ein DJ über eine Menschenmasse besitzt. Dass seine Gedanken sehr ambivalent zum Geschehen sind, macht die Geschichte erst so richtig interessant. Ich musste durchaus, ab und zu den Kopf schütteln, über die Selbstverständlichkeit, mit der hier Geld auf den Kopf gehauen wird. Die Sorge um den verlebten und langsam verfallenenden Körper kann ich zwar nachvollziehen. Der finanziellen und zeitliche Aufwand, der dafür betrieben wird aber nicht. Ich bin so froh, ein Auskommen zu haben, aber auf dem Boden der Tatsachen geblieben zu sein (einen Lottogewinn würde ich jetzt trotzdem nicht ablehnen). Sprachlich ist das Buch sehr ausdrucksstark. Sommer arbeitet viel mit Anglizismen, und manche Dialoge sind komplett in Englisch, teilweise auch in Französisch. Aber in diesem Roman passt es perfekt. Das eingeworfen „Anyway“ wirkt weder aufgesetzt noch random. Der Autor versteht es einfach die popkulturellen Vibes auch sprachlich in den Roman einfließen zu lassen. Die Beschreibung der einzelnen Szenarien in den Jetset Hotspots dieser Welt waren sehr fesselnd, auch wenn ich aber zu googeln musste mir mal ein Bild davon zu verschaffen, was dort gerade in die Haut gespritzt und in den Mund geschoben wurde. Dieser Roman ist mal was ganz anderes und besonders das hat mir gut gefallen. Er gibt Einblick in eine Welt, die mir verschlossen bleiben wird und die mich gleichzeitig fasziniert und unterhält. Wenn ihr vor dem Slang nicht zurückschreckt und auf der Suche nach was Neuem seid, dann ist dieser Roman sicherlich einen Blick wert. Ich spreche auf jeden Fall eine Leseempfehlung aus.














