Oststolz

Oststolz

Softcover
4.598

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Description

Die Wende hat ihre eigenen Kinder – doch wer erzählt ihre Geschichte?

YouTube-Star und SPIEGEL-Bestsellerautor Alexander Prinz ("Du kannst sie nicht alle töten"), selbst aufgewachsen nach der Wiedervereinigung im ländlichen Sachsen-Anhalt, gibt seiner Generation nun eine kraftvolle Stimme. In seinem neuen Buch "Oststolz" bricht er mit Klischees und liefert eine längst überfällige Perspektive auf ein noch immer gespaltenes Land.

Schonungslos ehrlich erzählt Prinz von seiner Kindheit und Jugend: Als er um die Jahrtausendwende in einem ostdeutschen 800-Seelen-Dorf groß wurde, lebte ein Drittel der Kinder an seiner Schule unter der Armutsgrenze. Beim Klettern durch die vergessenen Orte eines zerfallenen Landes fand er Abenteuer von unerwarteter Magie. Mit so etwas Exotischem wie Markenklamotten oder schnellen Autos kam er erst viel später in Berührung, während eines Urlaubs im sogenannten Westen. Denn eine "unsichtbare Mauer" aus niedrigeren Löhnen und Renten, mangelnder Anerkennung und westdeutscher Hegemonie prägt den Alltag vieler Ostdeutscher bis heute.

Dieses autobiografisch inspirierte Buch ist weit mehr als ein persönliches Memoir – "Oststolz" ist eine Gesellschaftsanalyse und ein leidenschaftliches Plädoyer für ein neues Selbstverständnis. Prinz ruft seine Nachwendegeneration auf: Seid auf eure Ost-Biografie stolz, bleibt hier und macht was draus, bevor es die Falschen tun.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Softcover
Pages
256
Price
18.50 €

Author Description

Alexander Prinz wurde 1994 in Sachsen-Anhalt geboren und wuchs im beschaulichen Nemsdorf-Göhrendorf auf, einem der letzten Funklöcher der Republik. Von dort aus entwickelte sich Der Dunkle Parabelritter erst zum erfolgreichsten Content Creator der deutschen Metalszene und bald zu einem der bekanntesten Politikkommunikatoren des Landes. In seinen Videos hilft er seiner Community, politische und gesellschaftliche Entwicklungen einzuordnen, und arbeitet Hintergründe und Zusammenhänge heraus. Mittlerweile produziert er auch für das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerk Funk. Alexander Prinz lebt in Halle an der Saale.

Posts

25
All
4.5

Sehr gut geschrieben!!!

Als gebürtiger Sachse konnte ich viele Dinge in diesem Buch sehr gut nachvollziehen, es hat mir aber auch die Augen nochmal bezüglich anderer Sichtweisen, bestimmter Dinge geöffnet. Auch etwas über den persönlichen Weg des Dunklen Parabelritters zu erfahren hat sehr viel Spaß gemacht. Gerade für "Ossis" eine klare Leseempfehlung.

4.5

Interessante Autobiografie

Ich kenne den Autor von seinen YouTube Kanälen und schaue fast jeden seiner Beiträge. Als er dann in einem Video erwähnte, dass er überrascht ist, wie wenig Interesse der Westen an seinem Buch zu haben scheint, war meine Neugier geweckt. Und ich als „Wessi“ wollte das so nicht auf mir sitzen lassen. Lesen wollte ich es zwar nicht, aber als Hörbuch von ihm selbst gelesen, wollte ich dann doch eine Chance geben. Und was soll ich sagen, für mich ist es ein gutes Buch. Es bietet interessante Einblicke nicht nur in das Leben des Autors, sondern auch in die Gesellschaft in der er Aufgewachsen ist. Dazu versucht er eine Erklärung zu geben, warum es im Osten so ist wie es ist, ohne dabei Oberlehrerhaft zu erscheinen. Kann das Hörbuch empfehlen, der Autor liest selbst. Da ich ihm schon auf seinen 3 YouTube Kanälen gerne zu höre, war es sehr angenehm ihm beim Vortrag seine eigenen Buches zu zuhören.

4.5

Autobiographisch gefärbter Erklärungsversuch zu Ostdeutschland

Ich kannte den Autor überhaupt nicht, mich hatte der Titel angesprochen, da ich aktuell sehr gern zur DDR-Geschichte und Nachwendezeit abseits der Baseballschlägerjahre-Literatur *gähn* lese. Alexander Prinz schreibt aus einer Innensicht, beruft sich auf Statistiken und belegt mit Quellen, ganz klar und ohne zu "jammern". Ich fand es sehr interessant zu lesen, auch den autobiographischen Anteil, der natürlich nur exemplarisch steht. Letztendlich bleibt es ein Augenöffner, ein Appell an die Politik, strukturelle Chancenungleichheit deutschlandweit genauer zu besehen (und entsprechend zu handeln) und der Aufruf an die Ostdeutschen, stolz auf das zu sein, was sie nach der Wende trotz widriger Umstände geschafft Haben. Lesenswert! Auch oder gerade für Westdeutsche. 😉

5

Erinnerungen an die eigene Kindheit

Auch ich bin kurz nach der Wende in Ostdeutschland geboren. Vieles aus meiner Kindheit ist aus heutiger Sicht sehr von der DDR geprägt gewesen, sodass ich ein besonderes Eigeninteresse an diesem Buch hatte. Alexander Prinz folge ich schon lange und mag seine Videos zu verschiedenen politischen Themen sehr. Auch, wenn ich nicht immer alle Meinungen teile, regen diese sehr zum Perspektivwechsel an und sind durch ihre faktische Unterlegung sehr wertvoll. Daher habe ich mich auf die Buchankündigung sehr gefreut. Und wurde nicht enttäuscht, denn in vielem habe ich mich selbst, durch die Einblicke in Prinz eigene Biographie, wiedergefunden. Dieses Buch gewährt einen versöhnlichen, aber doch kritischen Blick auf den Osten, gibt einen kurzen Einblick in historische Fakten und interessante Statistiken, die in vielerlei Hinsicht augenöffnend sind. Ich mochte das Hörbuch sehr und kann es allen Interessierten durchaus empfehlen empfehlen.

Alles was ich dazu zu sagen habe ist: Lesen/Hören Nachdenken Verstehen. Und dann einfach etwas Empathie für alle Zeigen. Ich meine, wir sind Erwachsene, also sollten wir uns auch so verhalten.

4

Zwischen Wunde und Würde: Ein Buch, das Fragen stellt, die wehtun - und Antworten findet, die heilen.

Ost Stolz ist eines dieser seltenen Bücher, in denen man nicht nur liest, sondern sich wiederfindet. Alexander Prinz schafft es, persönliche Erinnerungen und gesellschaftliche Realität so zu verknüpfen, dass daraus ein eindringliches Bild ostdeutscher Identität entsteht — ohne Pathos, ohne Opferpose, sondern mit ehrlicher Verletzlichkeit. Was mich besonders bewegt hat, ist die Klarheit, mit der er die Geschichten seiner Familie und seines Umfelds erzählt. In vielen Figuren meinte ich Menschen aus meiner eigenen Biografie zu erkennen, was ein starkes Gefühl von Gemeinschaft und geteiltem Erfahrungshorizont erzeugt hat. Das Buch hat mich nostalgisch und verstanden zurückgelassen, aber auch traurig — mit Weltschmerz, Bitterkeit und dem Gefühl von tiefer Ungerechtigkeit. Seine Beobachtungen über gesellschaftliche Erwartungen, sozialen Aufstieg und das Ringen um Selbstwirksamkeit sind präzise und nahbar. Vor allem die Momente, in denen er an die Grenzen dessen stößt, was ein Einzelner verändern kann, haben mich sehr berührt - leise, ohne Drama, aber mit großer Wahrheit. Auch wenn ich mir an wenigen Stellen etwas weniger blindes Verständnis und etwas mehr kritische Distanz gewünscht hätte, bleibt das Werk in seiner Wirkung stark. Stilistisch ist es zugänglich und zugleich reflektiert; authentisch, ohne belehrend zu sein.

3.5

Ich kannte Alexander Prinz nicht bis zu diesem Buch. Er hat viele bekannte und weniger bekannte Fakten über den Osten und seine Entwicklung seit 1990 darin gesammelt. Fand seine private Geschichte am interessantesten. Am Schluss wird etwas dick aufgetragen und ich fühlte mich tatsächlich ein bißchen an einen Propaganda- Funktionär erinnert. Trotzdem durchaus ein wichtiger Beitrag.

5

Hervorragend! Leseempfehlung

3.5

Autobiographie mit Erklärungsversuchen.

4

"Mögen mir die Schlüsse, die sie ziehen, fern sein, verstehe ich doch die Gefühle, die zugrunde liegen." S.212

Ein meiner Meinung nach sehr gelungener, autobiographischer Erklärungsversuch, wieso es hier nunmal so ist, wie es ist. Mich hat das Buch wirklich abgeholt. Ich kann vielen Gedanken nur zustimmen und möchte es gern an alle verteilen, mit denen ich bereits so so oft versucht habe Worte für das zu finden, was uns umgibt, denn hier sind sie. Ich kann es nur jedem (!) empfehlen, es betrifft uns alle, egal woher wir kommen.

"Mögen mir die Schlüsse, die sie ziehen, fern sein, verstehe ich doch die Gefühle, die zugrunde liegen."  S.212
4

Persönlich und informativ

Ich verfolge den Dunklen Parabelritter mit seinen hochinformativen politischen Beiträgen schon eine Weile auf YouTube, deshalb war ich direkt neugierig auf sein Buch (auch wenn ich das Cover furchtbar finde) und habe es mir ausgeliehen, sobald es bei der Onleihe verfügbar war. "Oststolz" ist nicht einfach nur eine Autobiographie, sondern soll das Leben in Ostdeutschland der Nach-Wende Generation darstellen. Als westdeutsche Gen Z habe ich die Wende nicht miterlebt und auch keinen Bezug zum Osten (bis auf den Geschichtsunterricht), weshalb ich genau in die Zielgruppe falle und viel gelernt habe. Es geht um die strukturelle Benachteiligung der Neuen Bundesländer und dem daraus entstehenden defätistischen Lebensgefühl. Der Autor betont allerdings, dass die politische Radikalisierung aufgrunddessen kein rein ostdeutsches Phänomen ist, sondern gesamtgesellschaftlich zu beobachten ist. Alexander Prinz stellt von seinem Einzelschicksal und seinem persönlichen Umfeld ausgehend, mit wissenschaftlichen Studien den Bezug auf das Gesamtbild her. Das ist nicht nur persönlich und berührend, sondern durch die exemplarische Darstellung sehr anschaulich und verständlich. Ich konnte viel für mich daraus mitnehmen. Mit seiner persönlichen ostdeutschen Erfolgsgeschichte, allen in diesem Buch beschriebenen Widrigkeiten zum Trotz, appelliert Prinz an den Osten, sich selbst nicht aufzugeben.

5

Er beschreibt Armut, Perspektivlosigkeit und den gesellschaftlichen Umbruch, der viele Familien prägte. Gleichzeitig zeigt er, wie stark, kreativ und widerstandsfähig die Menschen dort sind. Das Buch räumt mit Vorurteilen auf und erklärt, warum viele Ostdeutsche bis heute mit Unsicherheiten und Ungleichheiten kämpfen. Alexander Prinz fordert mehr Verständnis zwischen Ost und West – und ermutigt seine Generation, ihre Herkunft nicht als Makel, sondern als Stärke und Antrieb zu sehen.

3.5

[Rezensionsexemplar] Mit "Oststolz – Appell eines Nachwendekindes" hat Alexander Prinz eines der ehrlichsten und authentischsten Bücher über das Leben in Ostdeutschland nach der Wende geschrieben. Prinz beschreibt eindrucksvoll seine Kindheit und Jugend in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt. Er spricht über Armut, Vorurteile, Perspektivlosigkeit – aber auch über Zusammenhalt, Werte und die Stärke einer Generation, die gelernt hat, aus wenig viel zu machen. Dabei verbindet er persönliche Erlebnisse mit klaren Worten zur gesellschaftlichen Realität: ungleiche Chancen, strukturelle Benachteiligung und das oft verzerrte Bild des Ostens in Medien und Politik. Sein Ziel ist dabei nicht Mitleid zu erregen, sondern Verständnis zu schaffen. Was "Oststolz" so besonders macht für mich, ist seine Authentizität. Prinz schreibt mit Herz. Seine Worte sind zwar direkt, aber immer respektvoll. Für mich war es ein hervorragendes Hörerlebnis, das mich zum einen zum Nachdenken anregt und zum anderen auch den Osten besser zu verstehen (als Kind des Westens). Er zeigte mir auch, wie sehr die Nachwendegeneration bis heute noch von den Folgen der Wiedervereinigung geprägt ist. Man sollte aufhören den Osten und den Westen "zu trennen" und endlich als ein Land ansehen mit der Schaffung von gleichen Möglichkeiten - das war so mein Fazit.

5

Oststolz zeigt sehr eindrücklich, dass die viel zitierte „Mauer in den Köpfen“ keine bloße Metapher ist. Viele Unterschiede zwischen Ost und West lassen sich auch statistisch belegen – bei Vermögen, Chancen und Lebenswegen. Gerade diese Verbindung aus persönlichen Erfahrungen und klaren Zahlen macht das Buch so stark. Es hilft, eigene Biografien besser einzuordnen und räumt gleichzeitig mit vielen Vorurteilen über den Osten auf. Ein sehr kluges und wichtiges Buch.

Oststolz hat bei mir auf mehreren Ebenen etwas ausgelöst. Das Buch zeigt anhand von Zahlen, Studien und Fakten, dass viele Erfahrungen aus Ostdeutschland eben keine bloßen Gefühle oder „Erzählungen“ sind, sondern strukturelle Realität. Gleichzeitig verbindet Alexander Prinz diese Analyse mit seiner eigenen Biografie – und genau diese Mischung macht das Buch so stark. Ich habe überraschend viele biografische Punkte mit dem Autor geteilt. Bei manchen Passagen habe ich mich sofort wiedererkannt, bei anderen hatte ich echte Aha-Momente, die mir geholfen haben, eigene Erfahrungen besser einzuordnen. Ich selbst komme aus einer strukturschwachen Region und habe mich bewusst entschieden, im Osten zu bleiben – trotz aller Herausforderungen. Vielleicht hat mich das Buch deshalb besonders angesprochen. Es räumt mit vielen Vorurteilen über den Osten auf und ordnet gleichzeitig ein, warum bestimmte Erfahrungen und Perspektiven hier entstanden sind. Besonders eindrücklich fand ich auch den Blick auf Chancen und Wahrscheinlichkeiten. Das Buch führt einem vor Augen, wie leicht eine Biografie auch anders hätte verlaufen können. Gleichzeitig zeigt es, wie bemerkenswert es ist, aus einer strukturschwachen Region heraus persönlichen Erfolg zu haben, sich etwas aufzubauen und – entgegen vieler statistischer Wahrscheinlichkeiten – vielleicht sogar etwas an die nächste Generation weiterzugeben. Gerade im Osten ist das keine Selbstverständlichkeit. Für mich ist Oststolz deshalb kein trotziges Abgrenzungsgefühl, sondern ein legitimes Selbstverständnis. Und vielleicht auch eines, das man viel selbstbewusster nach außen tragen darf.

4

“Oststolz” von Alexander Prinz ist ein persönlicher Blick auf die Nachwendegeneration, die in Ostdeutschland aufgewachsen ist und beleuchtet auch die Hintergründe, die dazu geführt haben, dass sich hier auch heute noch viele junge Leute abgehängt fühlen. Ich kannte den Autor nicht, obwohl wir an der gleichen Uni studiert haben, auch wenn er erst kurz nach meinem Wegzug sein Studium dort begann und er anscheinend eine Art Lokalprominenz darstellt. Gleichwohl hat mich dieser Blick auf diese Region im südlichen Sachsen-Anhalt sehr interessiert. Ich fand so auch den ersten teil des Buches, indem der Autor auf Hintergründe, Ursachen und gesellschaftliche Zusammenhänge eingeht, interessanter als den mittleren/zweiten Teil, in dem er sehr dezidiert auf sein Aufwachsen und besonders seine Karriere(n) eingeht. Hier war mir zu viel losgelöst vom Kontext und zu wenig sachlicher Input, wobei dies wohl auch nur in Maßen Anspruch des Buches sein sollte. Dennoch fand ich die Blickweise sehr erfrischend, dass hier Erfahrungen und Ursachenforschung zusammen gebracht und von innen heraus anstatt dozierend von außen erzählt und erklärt wurde. In vielen Erzählungen und Erfahrungen des Autors konnte ich selbst erfahrenes wieder finden. Ich denke, durch diese sehr persönliche Form ist “Oststolz” auch ein sehr lesenswertes, leichtes Buch für Personen, die keinen Bezug zur ehemaligen DDR haben. *Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

4.5

Scharfsinnig, persönlich, witzig, klug - lesenswert und zwar nicht nur für (ostdeutsche) Nachwendekinder! Die persönliche Seite des Dunklen Parabelritters eingebettet in eine soziologisch populäre Analyse unserer Zeit - empfehlenswert!

Alexander Prinz, 1994 in Sachsen-Anhalt geboren und aufgewachsen, bekannt geworden via YouTube als der dunkle Parabelritter hat nun sein zweites Buch veröffentlicht - nicht, weil er dachte, er müsste mit Anfang 30 seine Autobiografie schreiben, sondern weil Knaur ihn tatsächlich um seine Perspektive bat: die eines Nachwendekindes, das in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen ist und dort lebt. Das Buch ist biographisch geprägt und analysiert dabei scharf die strukturellen Bedingungen, die dazu führten, das „der Osten“ gerne als das Problemkind hingestellt wird. Scharfsinnig, witzig und sehr persönlich baut er die Brücke zwischen eigenen Erfahrungen, Strukturen, Privilegien und (s)einer gesamtgesellschaftlichen Zukunftsvision. Die wirkt zuversichtlich und ermutigend, bleibt aber in Anbetracht all der vielen Studien und Quellen, die er im Laufe der des Buches unterfüttert doch erstaunlich unkonkret. Das ist vermutlich auch sehr legitim, aber mir war das Ende damit zu…? pathetisch? „Oststolz“ - eine Entscheidung auf die Resilienz* (obwohl Alexander Prinz genau die als Schwachstelle in der Narration vom Osten erläutert und eher von Zähigkeit und Leistungsbereitschaft spricht) unserer Eltern und Großeltern zu schauen und stolz darauf zu sein, was seit 1989 geschafft wurde. Das ist der Appell des Nachwendekindes Alexander Prinz. Ja, ich gebe zu, mich irritiert der Titel nach den Erläuterungen während Alexander Prinz Lesung seines neuen Buches und trotz der Erläuterungen im Buch noch immer. Er sagt, es sei kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Und sein damit verbundener Appell lautet: Macht’s euch nicht zu einfach, es ist kein Ost-Problem, sondern die soziale Frage unserer Zeit. Das Gefälle ist ein oben-unten, ein gesamtgesellschaftliches, eines dass das Verhältnis Stadt-Land betrifft und zwar sowohl im Osten als auch im Westen. Ich habe viel gelernt und ich habe mich auf vielen Seiten sehr repräsentiert und verstanden gefühlt. Einige Erlebnisse, die Alexander Prinz beschreibt, könnte auch ich genau so erzählen. Die Statistiken, die er dazu heranzieht, um den gesellschaftlichen Nährboden zu erläutern, sind erschreckend und zeigen doch: Es ist ein strukturelles Problem (und das hat wiederum eigentlich den Vorteil, das es damit darauf verweist, wie es zu ändern wäre). Besonders einleuchtend erscheint mir die These, dass die Phänomene, wie sie in Ostdeutschland beobachtet werden, in Westdeutschland im Grunde nur zeitverzögert einsetzen. Gesamtdeutsch könnte man* also aus den Beobachtungen lernen. Gemeinsam. Das ist im Grunde auch Alexanders Appell. Immer wieder betont er die gesamtgesellschaftliche Problematik und Perspektive. Das Buch ist mehr als eine Autobiographie und mehr als ein Sachbuch. Populär aufbereitet. Und genau damit vielleicht am Zahn der Zeit. Wer seine Videos kennt, der hat eine Idee davon, wie auch sein Buch geschrieben ist. Was es für mich besonders macht: Ich war am 3. Oktober, zum Tag der Deutschen Einheit zu seiner Buch-Lesung in meiner Studienstadt Halle, obwohl auch ich als ostdeutsches Nachwendekind inzwischen im westlichen Teil der Bundesrepublik lebe. Das rückte sein Werk für mich persönlich nochmal in ein ganz anderes Licht: Was kann ich tun? Was ist mein Beitrag? Was ist meine Perspektive? Und wie hinterfrage ich die mit dem angelesenen Wissen auch neu?!

Scharfsinnig, persönlich, witzig, klug - lesenswert und zwar nicht nur für (ostdeutsche) Nachwendekinder! 

Die persönliche Seite des Dunklen Parabelritters eingebettet in eine soziologisch populäre Analyse unserer Zeit - empfehlenswert!
4

Interessante Autobiographie, die einen anderen Blickwinkel auf Ostdeutschland gibt.

2.5

Schade - für mich zu biografisch

Das Buch liest sich sehr schnell und anfangs legt der Autor auch verschiedene Zahlen und Fakten zum Osten vor, die ganz interessant sind. Schnell wird es dann jedoch zu einer Biographie, die - na klar - durch die Strukturen und Systeme des Ostens geprägt sind. Oft konnte ich dem Autor aber nicht zustimmen und hatte manchmal den Eindruck, dass es scheinbar nur hier bei uns schwierig war und ist, Karriere zu machen oder Vermögen aufzubauen. Das sehe ich nicht grundsätzlich so, klar sind die Voraussetzungen und Bedingungen andere, aber zb gab es Corona für alle - auch für westdeutsche Start-Ups (wenngleich sie eventuell andere finanzielle Sicherungsanker haben mögen ). Alles in allem finde ich den Lebensweg des Autors sehr spannend, aber das Buch bleibt dann eher in der Oberfläche und biografisch.

4.5

Sehr empfehlenswert...wenn man "den Osten" verstehen möchte

Ich folge Alexander Prinz schon sehr lange. Ich liebe seinen sehr differenzierten Blick auf die Dinge. Dieses Buch lässt einen sehr privaten Einblick in das Leben vom dunklen Parabelritter. Ich bin selbst aus dem Osten der Republik und habe einige Dinge von denen er erzählt wiedererkannt. Wenn auch nicht alle, da ich nicht wie er auf einem Dorf aufwuchs. Aber ebenfalls in Sachsen-Anhalt. Seine Art zu schreiben hat dafür gesorgt, dass ich ihn in meinem Kopf quasi permanent gehört habe. Sehr authentisch. Was mir dieses Buch aber auch gegeben hat, ist ein differenzierter Blick und ein ausräumen von Vorurteilen rund um die "Ost-West-Problematik" . Das ganze ohne ständig in der Opferrolle zu hängen . Stattdessen fundierte Statistiken gepaart mit den eigenen und den Erfahrungen älterer Generationen. Ich hab es sehr sehr gern gelesen. Dieses Buch verkauft sich im Westen Deutschlands eher schlecht... für mich ein Nachweis dessen, was ich gerade in diesem Buch lesen konnte. Absolute Empfehlung für alle, die die neuen Bundesländer verstehen wollen und an dem Leben des Alexander Prinz interessiert sind.

4

🗺️ Wie ist es eigentlich im Osten aufzuwachsen? 🗺️

Alexander Prinz beschreibt, wie es für ihn war, nach dem Mauerfall im Osten Deutschlands aufzuwachsen. Für mich, die nach ihm geboren wurde und auch im Osten aufgewachsen ist, ist dieses Buch ein Spiegelbild der Gesellschaft. Auch ich kenne einige Probleme, die er beschrieben hat, eigentlich undenkbar nach Jahrzehnten des Mauerfalls. Und mir war es vorher auch nicht bewusst, dass die Unterschiede doch so groß zu sein scheinen. Es ist ein Buch, das jeder mal gelesen oder gehört haben sollte, egal wo in Deutschland man geboren wurde. Wir brauchen Sichtbarkeit für das Thema, nur dann können wir daran arbeiten. Außerdem fühlt sich das Hörbuch an, als würde man ein langes YouTube-Video von ihm schauen.

4

Sehr schönes Buch. Viele der Problematiken gab es auch im Westen.

4

In "Oststolz" erzählt Alexander Prinz von seiner Kindheit im Osten Deutschlands nach der Wende und verbindet persönliche Erlebnisse mit gesellschaftlichen Beobachtungen. Er zeigt, wie die „unsichtbare Mauer“ aus Ungleichheit und Vorurteilen bis heute wirkt, und macht zugleich Mut, die eigene Herkunft selbstbewusst anzunehmen. Ich habe das Hörbuch gerne gehört und war besonders begeistert, dass Alexander Prinz es selbst eingelesen hat. Dadurch wirkt das Ganze unglaublich authentisch – man merkt, dass er hinter jedem Wort steht und seine eigene Geschichte mit viel Überzeugung und persönlicher Note erzählt. Das Buch ist eine spannende Mischung aus Biografie und Gesellschaftsanalyse. Einerseits lernt man den Autor als Person kennen, andererseits schafft er es, größere Zusammenhänge aufzuzeigen und dabei auch die besonderen Erfahrungen aus dem Osten Deutschlands einzubetten. Sehr positiv fand ich auch, dass viele seiner Aussagen nicht einfach nur Meinungen bleiben, sondern er sie mit Studien und Daten untermauert. Das gibt dem Hörbuch eine fundierte Tiefe und hebt es von reinen autobiografischen Erzählungen ab. Alles in allem ein sehr gelungenes Hörbuch, das gleichzeitig persönlich, reflektiert und gesellschaftlich relevant ist. Absolut empfehlenswert für alle, die sich für Biografien, Ost-West-Themen oder fundierte Gesellschaftsanalysen interessieren.

5

Also Westdeutsche hat mir dieses Buch eine andere Perspektive auf den Osten und die Menschen dort eröffnet. Meine Erfahrungen beschränken sich bisher auf Freunde, die ich dort besucht habe und den Schrecken, mit dem ich die dem Verfall anheim gegebenen Ortschaften wahrgenommen habe. So verstehe ich vieles besser

5

Sehr wichtige Analyse unserer Generation und der Probleme im Osten.

4

Ein sehr spannendes augenöffnendes Buch für eine eine andere Blickwinkel auf die Ost-West Geschichte. Sehr information und in Zusammenhang mit der autobiographischen Erfahrung des Autors wird das ganze sehr greifbar für den Hörer.

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