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Wenn das Leben die Rechnung präsentiert
Manchmal stolpert man in ein Buch hinein und denkt nach ein paar Seiten: Okay, hier wird es nicht gemütlich, hier wird es kompliziert. Genau so fühlt sich Offene Rechnung an. Philippe Djian wirft Nathan mitten in ein Leben, das ungefähr so stabil wirkt wie ein wackeliger Gartentisch nach drei Sommern Regen. Nathan ist Journalist, beruflich ziemlich am Boden, privat ebenfalls nicht gerade auf dem Siegerpodest. Seine Ehe mit Sylvia knirscht, die Schwiegermutter Gaby zieht ihn auf eine Art an, bei der man beim Lesen kurz die Augenbraue hebt und denkt: Junge, das wird Ärger geben. Und natürlich kommt der Ärger. Wäre ja sonst langweilig. Besonders stark ist die leicht schiefe Stimmung. Alles wirkt ein bisschen verdächtig, ein bisschen kaputt, ein bisschen wie ein Gespräch, bei dem jeder etwas verschweigt. Die Zeitung, die ominöse Investorengruppe, Nathans Jagd nach dem großen Scoop, dazu diese junge Frau mit Gedächtnisschwund. Das klingt nach Krimi, liest sich aber eher wie ein literarisches Verwirrspiel mit dunklem Humor und ordentlich zwischenmenschlichem Knistern. Nicht alles sitzt perfekt. An manchen Stellen wollte mein Kopf kurz nachfragen: Moment mal, wo genau wollen wir jetzt hin? Die Handlung bleibt manchmal absichtlich neblig, vielleicht sogar zu neblig. Wer klare Antworten und sauber sortierte Spannung sucht, könnte hier zwischendurch ungeduldig mit dem Fuß wippen. Trotzdem hat das Buch etwas. Diese Figuren sind nicht glattgebügelt, sondern herrlich angeschlagen. Nathan ist kein Held, eher so ein Mann, dem man beim Fallen zusieht und trotzdem hofft, dass er irgendwie halbwegs würdevoll landet. Genau dieser Mix aus Krise, Begehren, Machtspiel und schräger Beobachtung macht Offene Rechnung lesenswert. Kein Buch zum Wegatmen, eher eins zum Dranbleiben, Stirnrunzeln und innerlich Grinsen. Nicht perfekt, aber definitiv eigen.

7 days ago
Wenn das Leben die Rechnung präsentiert
Manchmal stolpert man in ein Buch hinein und denkt nach ein paar Seiten: Okay, hier wird es nicht gemütlich, hier wird es kompliziert. Genau so fühlt sich Offene Rechnung an. Philippe Djian wirft Nathan mitten in ein Leben, das ungefähr so stabil wirkt wie ein wackeliger Gartentisch nach drei Sommern Regen. Nathan ist Journalist, beruflich ziemlich am Boden, privat ebenfalls nicht gerade auf dem Siegerpodest. Seine Ehe mit Sylvia knirscht, die Schwiegermutter Gaby zieht ihn auf eine Art an, bei der man beim Lesen kurz die Augenbraue hebt und denkt: Junge, das wird Ärger geben. Und natürlich kommt der Ärger. Wäre ja sonst langweilig. Besonders stark ist die leicht schiefe Stimmung. Alles wirkt ein bisschen verdächtig, ein bisschen kaputt, ein bisschen wie ein Gespräch, bei dem jeder etwas verschweigt. Die Zeitung, die ominöse Investorengruppe, Nathans Jagd nach dem großen Scoop, dazu diese junge Frau mit Gedächtnisschwund. Das klingt nach Krimi, liest sich aber eher wie ein literarisches Verwirrspiel mit dunklem Humor und ordentlich zwischenmenschlichem Knistern. Nicht alles sitzt perfekt. An manchen Stellen wollte mein Kopf kurz nachfragen: Moment mal, wo genau wollen wir jetzt hin? Die Handlung bleibt manchmal absichtlich neblig, vielleicht sogar zu neblig. Wer klare Antworten und sauber sortierte Spannung sucht, könnte hier zwischendurch ungeduldig mit dem Fuß wippen. Trotzdem hat das Buch etwas. Diese Figuren sind nicht glattgebügelt, sondern herrlich angeschlagen. Nathan ist kein Held, eher so ein Mann, dem man beim Fallen zusieht und trotzdem hofft, dass er irgendwie halbwegs würdevoll landet. Genau dieser Mix aus Krise, Begehren, Machtspiel und schräger Beobachtung macht Offene Rechnung lesenswert. Kein Buch zum Wegatmen, eher eins zum Dranbleiben, Stirnrunzeln und innerlich Grinsen. Nicht perfekt, aber definitiv eigen.
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