O Caledonia

O Caledonia

Hardback
4.710

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Description

In diesem modernen Klassiker erzählt Elspeth Barker meisterhaft die Geschichte einer gescheiterten Erziehung. Janet wächst in den Vierziger- und Fünzigerjahren des letzten Jahrhunderts im rauen, schottischen Norden auf, auf dem abgelegenen Familiensitz inmitten von Wäldern und Schluchten. Janet ist temperamentvoll und eigensinnig, eine hochbegabte Außenseiterin. Weil sie bei ihrer Familie ständig aneckt, sucht sie irgendwann Trost in der Literatur und der Natur. Nur in ihrer exzentrischen Tante Lila glaubt sie eine Verbündete zu haben. Das Motto der Familie – „Moriens sed Invictus“ (Sterbend, aber unbesiegt) – könnte nicht passender sein für das wilde und mutige Mädchen. Ihre eiserne Entschlossenheit, sich selbst treu zu bleiben, macht sie zu einer der unvergesslichsten Heldinnen der zeitgenössischen Literatur.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
240
Price
24.70 €

Posts

3
All
5

Was für ein beeindruckendes Mädchen

O Caledonia ist eigentlich schon 1991erschienen und wurde neu aufgelegt. Ich bin sehr glücklich darüber, dass das Buch zu mir gefunden hat, denn Janet werde ich niemals vergessen. Janet lebt mit ihrer Familie in den Highland Schottlands, zuerst leben sie nach dem zweiten Weltkrieg am Meer, dort wächst Janet mit ihrer Nanny, ihrer Großmutter Ningning und ihren Eltern Hector und Vera auf. Die Familie lebt calvinistisch, wie es in Schottland zu der Zeit, stark verbreitet war. Janet bekommt mit 14 Monaten ihren ersten Bruder Francis, mit dem sie eine tiefe Liebe verbindet. Doch Janet ist anders, sie fühlt anders und ist rebellisch und wild. Nachdem noch andere Geschwister geboren werden, fühlt sie sich isoliert in der Familie und hat immer das Gefühl alles falsch zu machen und falsch zu denken. Eigentlich sieht sie die Dinge richtig, aber in der ``normalen´´Welt, sehen die Dinge nun mal so aus, wie die Erwachsenen das sehen. Janets Leben verläuft weiterhin in einem baufälligem Schloss in den schottischen Highland in dem Ort Auchnasaugh, wo ihre Whiskey trinkende Tante Lila schon lebt. Lila ist eine naturverbundene Frau, die sich auch anders verhält und zu der Janet sich sehr hingezogen fühlt. Mit ihr teilt sie die Liebe zu der Natur und auch der Tiere. Ihre Mutter strebt immer wieder an, aus Janet eine Frau zu machen, die Dinge tut, die Mädchen so tun, aber Janet dringt in eine Welt der Sprache und Literatur ab, sie liest hauptsächlich und zieht sich zurück in ihre Welt. Als sie auf ein Mädcheninternat kommt, merkt sie immer mehr, wie sehr sie anders tickt und kommt mit den Mädchen nicht sehr gut aus. Sie hat diese Feinfühligkeit, die andere einfach nicht so fühlen. Eine gewisse Düsternis und depressive Art bleibt an ihr haften, aber ich war sehr beeindruckt wie Janet ihren Weg geht. Espeth Barker schreibt wahnsinnig poetisch, die Natur ist allzeit präsent und man spürt die raue Natur Schottlands. Die Pflanzen und die Erde hatte ich regelrecht riechen können, auch den Wind. Es passte einfach wahnsinnig gut, zu der Grundstimmung des Romans. Caledonia ist der lateinische Name für das Gebiet des heutigen Schottlands, es wird für die poetische Darstellung verwendet. ▪️Calvinismus ▪️Naturverbunden ▪️ Leiche ▪️Buntglasfenster ▪️Pony Polly ▪️düstere Gedanken ▪️isoliert in der Familie ▪️ Meer ▪️Dole Claws ▪️Tierfriedhof▪️Sterben

Was für ein beeindruckendes Mädchen
5

Wundervolle Sprache

Wundervolle Sprache
5

Düstere Atmosphäre und eine eigenwillige Außenseiterin

„O Caledonia“ von Elspeth Barker erzählt die Geschichte von Janet, einem eigenwilligen, unangepassten Mädchen, das in einer emotional distanzierten Familie im schottischen Hochland aufwächst. Von Beginn an steht fest, dass ihr Leben gewaltsam enden wird. Der Roman entfaltet sich rückblickend und zeichnet in episodenhaften Szenen ihren Weg von der Kindheit bis zu diesem unausweichlichen Ende nach. Janet bleibt dabei stets eine Außenseiterin: unverstanden von ihrer Familie, fremd in gesellschaftlichen Erwartungen und zunehmend in sich selbst zurückgezogen. Was diesen Roman so besonders macht, ist weniger die Handlung als die Art, wie sie erzählt wird. Barkers Schreibstil ist außergewöhnlich dicht und bildgewaltig. Die Naturbeschreibungen, karge Landschaften, wechselhaftes Wetter, Tiere in all ihrer Rohheit, sind von einer fast poetischen Präzision. Dabei wird die Natur nicht verklärt, sondern in ihrer Härte und Gleichgültigkeit gezeigt. Gerade die Tierdarstellungen wirken oft schonungslos realistisch und spiegeln die Grausamkeit wider, die auch im menschlichen Miteinander präsent ist. Diese Detailfülle erzeugt eindringliche Bilder und eine Atmosphäre, die zugleich faszinierend und bedrückend ist. Über allem liegt eine düstere Grundstimmung, verstärkt durch die Vorwegnahme von Janets Tod. So zieht sich eine leise, beständige Spannung durch den Roman, getragen von der Unausweichlichkeit ihres Schicksals. Gewalt tritt punktuell und unvermittelt auf, nüchtern geschildert und gerade deshalb besonders wirkungsvoll. Diese Härte steht im starken Kontrast zu den immer wieder eingestreuten humorvollen Passagen: ein trockener, oft bitterer Humor, der sich vor allem in der Darstellung der Familie und gesellschaftlicher Konventionen zeigt. Die Figuren wirken dabei teils grotesk überzeichnet, was dem Roman eine subtile satirische Note verleiht. Janet selbst ist eine schwer greifbare Hauptfigur,: widerspenstig, introvertiert und konsequent außerhalb der Norm. Sie bietet wenig klassische Identifikationsfläche, gewinnt aber gerade durch ihre Unangepasstheit an Tiefe. Ihr Rückzug in eine eigene Gedankenwelt und ihr Widerstand gegen äußere Erwartungen verleihen der Geschichte eine stille Tragik, die sich nach und nach verdichtet. In diesem Zusammenhang gewinnt auch ihre Beziehung zu der Dohle Claws besondere Bedeutung: In der Verbindung zu dem Tier zeigt sich eine seltene Form von Nähe und Vertrautheit, die ihr im menschlichen Umfeld verwehrt bleibt. Die episodische Struktur unterstützt diesen Eindruck: Der Roman liest sich wie eine Folge von Erinnerungsbildern, die zusammengenommen ein Leben ergeben, das von Anfang an unter einem düsteren Vorzeichen steht. So entsteht ein Werk, das weniger durch lineare Handlung als durch Atmosphäre, Sprache und emotionale Intensität wirkt. „O Caledonia“ ist ein Roman, der seine Wirkung nicht aus Handlung, sondern aus Sprache, Struktur und Atmosphäre bezieht. Ein stilles, zugleich eindringliches Werk, das sich nachhaltig im Gedächtnis festsetzt

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