Normal passiert da nichts

Normal passiert da nichts

Softcover
3.73
FamilienkonstellationÜberfallUniWg

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Description

Wir schreiben das Jahr 1999. Statt das elterliche Restaurant in Antwerpen zu übernehmen, zieht es Rafael vor, als Pizzaentwickler bei Tiefkühl-Wagner im Saarland anzuheuern. Er mietet ein Zimmer in der WG von Mike und Gabriel in Primstal, die ihn schnell in ihren Freundeskreis integrieren – wie es den offenherzigen Menschen dieser Region gerne nachgesagt wird. Aus Mike wird man nicht schlau. Bei den Frauen hat er den Dreh raus. Ansonsten handelt er nur, wenn unbedingt nötig. Gabriel, Geschichtsstudent ohne Abschluss, ist besessen von dem Gedanken, die Geschichte des Bergwerksunglücks von Luisenthal anno 1962, bei dem sein Vater ums Leben kam, neu zu schreiben. Die junge Dorf-Apothekerin Johanna hat ein Auge auf ihn geworfen und legt ihr Netz nach ihm aus. Rafael fühlt sich wohl in seiner WG und die beiden Mittdreißiger, die sich vor dem Erwachsenwerden drücken, können die zusätzlichen Mieteinnahmen gut gebrauchen. Das selbstgenügsame Boheme-Leben der beiden typischen Vertreter der Generation Golf zirkuliert zwischen Parties, Grill- und Trinkgelagen. Einen Höhepunkt setzen Mike und Gabriel mit ihrer Teilnahme am schwer alkoholischen Studentenulk 'Mariathlon' in Trier. Die beiden vaterlosen Cousins finanzieren sich dank der Unterstützung ihrer Mütter, die auch einmal im Jahr in einer herkulischen Tat den Augiasstall der zwei ausmisten und auf Vordermann bringen. Eine weitere Einkommensquelle waren bislang Schmuggelfahrten ins benachbarte Luxemburg, für Zigaretten, Spirituosen, Kaffee und Benzin. Doch das Ultimatum des Dorfpolizisten und die bevorstehende Einführung des Euro machen die Suche nach weiteren Erwerbsquellen nötig. Bei einem Raubüberfall auf die Trierer Uni-Mensa kann eigentlich nichts passieren. Doch damit fangen die Probleme erst richtig an …

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
430
Price
19.50 €

Posts

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All
3

„Normal passiert da nichts“ hatte ich mir im Rahmen des diesjährigen Indiebookday in der örtlichen Bibliothek ausgesucht. Der Conte Verlag ist ein kleiner, unabhängiger Verlag, der seinen Sitz in St. Ingbert (Saarland) hat und der mit sympathischen Mitarbeitern und Autoren sowie mit einem vielfältigen Programm einen besonderen Platz in meinem Buchalltag eingenommen hat. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das Cover nicht dazu bewogen hätte, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Die Gesichtsmasken in Verbindung mit einem Foto (statt beispielsweise einer Illustration) wirken eher abschreckend auf mich. Ich war mir nicht sicher, was mich hier erwarten würde. Wie es sich dann schnell herausstellt, passt die Verpackung nicht wirklich zum Inhalt, denn dieser ist deutlich unterhaltsamer als man beim ersten äußeren Eindruck nicht vermuten würde. Wir treffen auf eine schrullige Männer-WG im saarländischen Primstal, die Zuwachs aus Antwerpen bekommt und den Neuling erst einmal mit den hiesigen Gepflogenheiten bekannt machen muss. Dieser Teil hat mir am meisten Spaß gemacht beim Lesen, bin ich doch auch eine „Beigeplätschte“ im Saarland und musste mich erst einmal an das aus Frankreich übernommene und saarländisch neu definierte „Laissez-faire“ gewöhnen. Hier kennt jeder einen, der einen kennt, der was richten kann, eine Party entsteht spontan um einen Schwenker herum, eine Frau ist ein Neutrum („et lo“) und alles in allem nimmt man sich und das Leben nicht so bitterernst. Entsprechend locker-flockig verläuft auch die Geschichte der drei Jungs, die an ewiger Geldknappheit leiden und eine zündende Idee benötigen, um ihre Existenz zu sichern. Diese Rahmenhandlung verläuft leider ein wenig schleppend und ist in der ersten Hälfte des Buches kaum ein Thema. Erst im letzten Drittel nimmt dieser Handlungsfaden an Fahrt auf – dann aber auch richtig und mit überraschenden Wendungen. Die Figuren selbst sind ein wenig flach und verschiedene Erzählperspektiven kaum voneinander zu unterscheiden, dennoch fand ich es amüsant, ihrem Treiben zuzuschauen. „Normal passiert da nichts“ vermischt diverse Genre und verzettelt sich stellenweise ein wenig in Nebenschauplätzen. Nichtsdestotrotz vermag es zu unterhalten, insbesondere diejenigen, die einen Bezug zum Saarland haben und dessen Eigenheiten kennen und lieben.

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„Normal passiert da nichts“ hatte ich mir im Rahmen des diesjährigen Indiebookday in der örtlichen Bibliothek ausgesucht. Der Conte Verlag ist ein kleiner, unabhängiger Verlag, der seinen Sitz in St. Ingbert (Saarland) hat und der mit sympathischen Mitarbeitern und Autoren sowie mit einem vielfältigen Programm einen besonderen Platz in meinem Buchalltag eingenommen hat. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das Cover nicht dazu bewogen hätte, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Die Gesichtsmasken in Verbindung mit einem Foto (statt beispielsweise einer Illustration) wirken eher abschreckend auf mich. Ich war mir nicht sicher, was mich hier erwarten würde. Wie es sich dann schnell herausstellt, passt die Verpackung nicht wirklich zum Inhalt, denn dieser ist deutlich unterhaltsamer als man beim ersten äußeren Eindruck nicht vermuten würde. Wir treffen auf eine schrullige Männer-WG im saarländischen Primstal, die Zuwachs aus Antwerpen bekommt und den Neuling erst einmal mit den hiesigen Gepflogenheiten bekannt machen muss. Dieser Teil hat mir am meisten Spaß gemacht beim Lesen, bin ich doch auch eine „Beigeplätschte“ im Saarland und musste mich erst einmal an das aus Frankreich übernommene und saarländisch neu definierte „Laissez-faire“ gewöhnen. Hier kennt jeder einen, der einen kennt, der was richten kann, eine Party entsteht spontan um einen Schwenker herum, eine Frau ist ein Neutrum („et lo“) und alles in allem nimmt man sich und das Leben nicht so bitterernst. Entsprechend locker-flockig verläuft auch die Geschichte der drei Jungs, die an ewiger Geldknappheit leiden und eine zündende Idee benötigen, um ihre Existenz zu sichern. Diese Rahmenhandlung verläuft leider ein wenig schleppend und ist in der ersten Hälfte des Buches kaum ein Thema. Erst im letzten Drittel nimmt dieser Handlungsfaden an Fahrt auf – dann aber auch richtig und mit überraschenden Wendungen. Die Figuren selbst sind ein wenig flach und verschiedene Erzählperspektiven kaum voneinander zu unterscheiden, dennoch fand ich es amüsant, ihrem Treiben zuzuschauen. „Normal passiert da nichts“ vermischt diverse Genre und verzettelt sich stellenweise ein wenig in Nebenschauplätzen. Nichtsdestotrotz vermag es zu unterhalten, insbesondere diejenigen, die einen Bezug zum Saarland haben und dessen Eigenheiten kennen und lieben.

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