Nevermore

Nevermore

Hardback
4.33

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Über das Vergehen der Zeit, über Verschwinden und Wiederkehr, Vergänglichkeit und Ewigkeit - Cécile Wajsbrots neuer Roman, kongenial übersetzt von Anne Weber. Nach dem Tod einer befreundeten Schriftstellerin zieht sich eine Übersetzerin nach Dresden zurück, um dort an der Übertragung von Virginia Woolfs Roman »To the Lighthouse« zu arbeiten. Aus ihren tastenden Versuchen, sich der fremden Sprache und Zeit anzunähern, und den Überlegungen, die sie dabei anstellt, entsteht eine betörende Musik. Bei ihren nächtlichen Spaziergängen glaubt sie der toten Freundin zu begegnen und noch einmal mit ihr reden zu können. Ihre Einsamkeit weitet sich zu einem gewaltigen Echoraum, der von dem verfallenen Haus in Virginia Woolfs Roman über das einstmals zerstörte Dresden bis zur High Line, einer ehemaligen New Yorker Industrieruine, und zur Verbotenen Zone um Tschernobyl reicht. Orte, die dem Verfall, der Zerstörung anheimgegeben sind und doch wieder aufleben, abgebrochene Welten, in denen noch Kraft schlummert für einen Neuanfang. Übersetzen als Über-Setzen zu anderen Ufern, zu den Verschwundenen; in eine andere Zeitlichkeit.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
229
Price
24.70 €

Author Description

Cécile Wajsbrot, 1954 in Paris geboren, schreibt Romane - manchmal auch Essays und Hörspiele. Sie übersetzt aus dem Englischen (u. a. Virginia Woolf) und aus dem Deutschen (u. a. Marcel Beyer, Peter Kurzeck). Sie lebt abwechselnd in Paris und in Berlin. 2007 war sie Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Seit 2017 ist Sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie seit 2019 der Akademie der Künste in Berlin. 2014 erhielt sie den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis, 2016 den Prix de l`Académie de Berlin. 2024 erhielt sie den Grand Prix de Littérature Henri Gal und den Aleksandar Tiśma International Prize. Im selben Jahr wurde sie für ihren Roman »Nevermore« mit dem Literaturpreis der Darmstädter Jury ausgezeichnet.

Posts

1
All
5

Das ist ein Buch, mit dem ich mich ständig im Dialog gefühlt habe. Es geht um das Vorhaben, To The Lighthouse von Virginia Woolf zu übersetzen, und als jemand, der Sprache und Übersetzung unglaublich interessant findet, habe ich geliebt, wie das in den Roman eingebaut wurde. Ein Absatz beginnt meist mit einem Zitat aus Woolfs Buch, gefolgt von möglichen Übertragungen, häufig mit Gedanken darüber, welche Formulierung wohl besser passt und wo die Schwierigkeiten liegen. Darauf folgen Assoziationen und Überlegungen zu den angesprochenen Themen und Problematiken, wobei oft spezielle Orte zur Sprache kommen, besonders Dresden, wo sich die Protagonistin zur Zeit der Übersetzung aufhält, und Chernobyl. So geht es um Zerstörung und Zerfall, Verödung und Veränderung und darum, was an die Stelle des Alten tritt und was zurückbleibt. Mir wurde gesagt, dass ich dieses Buch auch ohne To The Lighthouse zu kennen genießen kann. Das stimmt zwar, trotzdem habe ich mir manchmal gewünscht, den Kontext und die Motive des Werkes zu kennen, um schneller zu erfassen, was Cécile Wajsbrot mir hier sagen möchte, auch wenn das Raten und Philosophieren darüber auch seinen Reiz hatte. Insgesamt war es ein sehr besonderes und wunderschönes Buch, anspruchsvoll aber wenig prätentiös, dass zum Nachdenken und Schwelgen einlädt.

Create Post