Netzfeminismus

Netzfeminismus

Softcover
3.57

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Description

Rosafarbene Slips, babyblau gefärbtes Achselhaar, Schmollmünder auf Selfies: Was sich nach Männerphantasien anhört, ist bei Netzkünstlerinnen feministisches Statement. Sie betreten damit den Kampfplatz um das »richtige« Bild der Frau, das in den Sozialen Medien nicht nur metaphorisch zur Debatte steht. Handelt eine Frau emanzipatorisch, wenn sie sich beim Stillen zeigt – oder reduziert sie damit sich selbst und andere Frauen auf die Mutterrolle? Bestätigt ein „Girl Power“-T-Shirt die Rolle des naiven kleinen Mädchens – oder stellt es sie infrage? Die Medienwissenschaftlerin Annekathrin Kohout hat eine ebenso kurze wie prägnante Kultur- und Diskursgeschichte der weiblichen Bildpolitik verfasst, die von den Emanzipationsbewegungen im frühen 20. Jahrhundert bis zum netzfeministischen Bilderstreit der Gegenwart alle wesentlichen Phänomene weiblicher Bildpolitik in den Blick nimmt.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Softcover
Pages
80
Price
12.40 €

Posts

1
All
3.5

Einführung in den Netzfeminismus

Annekathrin Kohout gilt als eine wichtige Stimme in der Auseinandersetzung mit Digital- und Popkultur in Deutschland. Ihre Arbeit verbindet wissenschaftliche Analyse mit populären Themen wie Meme-Kultur, Nerd-Identitäten, Feminismus im Netz und digitales Bildhandeln – wodurch sie sowohl in der akademischen als auch in der öffentlichen Debatte Resonanz findet. „Netzfeminismus“ ist ein mit 80 Seiten kompakter, gut lesbarer und nicht mehr ganz so aktueller Band, der die Veränderungen feministischer Bild- und Netzpraktiken im digitalen Zeitalter sehr anschaulich darstellt. Er zeigt auf wie sich Feminismus im digitalen Raum verändert und zwr sowohl visuell, performativ als auch ästhetisch. Zudem schafft das Büchlein konkrete Alltags- und Netz-Phänomene mit historischen Strömungen feministischer Bildpolitik zu verknüpfen und zwar nicht nur „was passiert heute“, sondern „woher kommen die Bilder und Diskurse“. Kohout referiert über Instagram, Netzkunst, Selfies und liegt ein besonderes Augenmerk auf die Spirale, die manche Hashtags auslösen. Auf jeden Trend folgt ein Gegentrend. Obwohl das Buch schon 2019 erschien und sich viele, der dort genannten Beispiele weiter entwickelt haben, neue Skandälchen hinzugekommen sind und wir uns im gegenseitigen Überbieten von Empörung und dem Monopol im Recht haben hervor tun, hat es immer noch eine gewisse Gegenwärtigkeit. Einzig und allein könnte man die einzelnen Kapitel mit mehr Beispielen füllen. Hauptthesen sind dabei die Weltpolitik, weiblicher Subjekte, die Deutungshoheit von eigen und Fremddarstellung, die Polarisierung, die bei weiblicher Darstellung entsteht, aber auch Ambivalenz und Kritik. Kohout macht durch den einfachen und einprägsamen Stil ihre Argumentation gut greifbar. Die Bezüge zu damals aktuellen Themen sind noch präsent und parallel dazu sind mir viele aktuelle Beispiele eingefallen, die auch gut gepasst hätten. Bei der Kürze des Buches ist eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Thema kaum möglich. Dafür wäre dann ihr neuerer Text „Hyperreaktiv“ zu empfehlen, der ebenfalls im Wagenbach Verlag erschienen ist. Solltet ihr euch also für die Darstellung von Feminismus im Netz interessieren und euch mit diesem komplexen Thema gerne auch mal wissenschaftlicher auseinandersetzen wollen dann kann ich euch zum Einstieg dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.

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