Mutter

Mutter

Hardback
4.312
TrauerOrf-BestenlisteKammerspielEltern

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Description

Mit „Mutter“ legt Melitta Breznik ein intensives Kammerspiel vor, der langsame Abschied von der Mutter. Als Tochter, Pflegerin und Ärztin, die ihre Mutter in den letzten Monaten beim Sterben begleitet, schildert die Autorin mit genauem Blick die Veränderungen, die von den beiden Frauen Besitz ergreifen. Es gibt Momente der Verbundenheit, der Trauer, des Lichts, Kleinigkeiten erstrahlen in schlichter Schönheit in diesen letzten Tagen. Eine Familiengeschichte wird erzählt, bis zurück zu den beiden Kriegen. Fragen nach Schuld und Vergebung tauchen auf und nach dem, was bleibt, wenn jemand stirbt. Ein dichtes Buch über das Sterben. Tiefgründig, ehrlich, liebend und klar.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
160
Price
18.50 €

Author Description

Melitta Breznik, geb. in Kapfenberg, Österreich, studierte Humanmedizin und wurde zur Praktischen Ärztin ausgebildet, bevor sie sich als Fachärztin in Psychiatrie und Psychotherapie spezialisierte. Sie lebt in Graubünden, Schweiz. Bei Luchterhand sind von ihr bisher erschienen: »Nachtdienst« (Erzählung 1995), »Figuren« (Erzählungen 1999), »Das Umstellformat« (Erzählung 2002), »Nordlicht« (Roman 2009), »Der Sommer hat lange auf sich warten lassen« (Roman 2013).

Posts

4
All
4

Zwischen Zärtlichkeit und Wut

Die Autorin beschreibt mit einer unfassbaren Zärtlichkeit und gleichzeitig absolut schonungslos die letzten sechs Wochen mit ihrer sterbenden Mutter. Die Balance zwischen Selbstaufgabe und Hingabe wird immer wieder deutlich und hat bei mir die Frage aufgerufen, wie ich mich in dieser Situation verhalten würde. Starkes Buch, das mich tief berührt hat.

5

Meine Rezension: https://yourbookaholicgroup.blogspot.com/2020/07/mutter.html

5

4,5 Sterne In „Mutter. Chronik eines Abschieds“ berichtet Melitta Breznik von einer Zeit, in der die Welt, wie sie sie kennt, stillsteht. Unheilbarer Bauchspeicheldrüsenkrebs lautet die Diagnose ihrer 91-jährigen Mutter. Auch noch so vorbereitet, kann sich niemand der aufkommenden Ohnmacht entziehen. Es schmerzt und die Endlichkeit des Lebens wird real. Zu real. Von „Komm wir gehen heim sterben“ (S. 27) bis zum endgültigen Fortreisen der Mutter bleiben ihnen letztendlich sechs Wochen. Sechs Wochen voller innerer und äußerer Kämpfe, Aufopferung, Abschiedsschmerz und Liebe. Mild und warmherzig blickt Melitta Breznik dabei auf ihre Mutter, sieht, wie sie immer mehr dahinschwindet und fühlt, was ihr bald fehlen wird. „Ich sehe, wie sie um jede Freiheit kämpft, die ich ihr dann doch nehmen muss. Ihre Stimme ist kaum mehr zu hören, doch nach einem Räuspern ist sie wieder da, wenn auch leiser als früher, die alte vertraute Stimme, der unverkennbare Tonfall, den ich bald nicht mehr hören werde [...].“ (S. 126). Kämpferisch und zäh wie in der Blüte des Lebens, so ist es auch im Tod. „Mutter sagt, sie hadere mit dem Sterben, sie habe sich das Ganze einfacher vorgestellt. Man könnt nicht sterben, nur weil man es wolle, das habe sie inzwischen verstanden.“ (S. 84). „Der Tod braucht Zeit, er duldet keine Eile, er duldet nichts anderes neben sich.“ (S. 76). Und dann, nach sechs Wochen stückweisem Loslassen, schafft sie es - endlich. Sehr berührend, herzergreifend und liebevoll sind die Worte, mit denen Melitta Breznik die letzten Tage und Wochen mit ihrer Mutter beschreibt und es sind genau die Adjektive, mit denen ich „Mutter. Chronik eines Abschieds“ umschreiben würde. Zudem lassen der poetische Schreibstil Brezniks und die humorvolle Art beider Frauen dieses Werk weniger schwer und viel mehr lebensfroh und dankbar erscheinen. Selbst die emotionale Distanziertheit, die ich an der ein oder anderen Stelle empfunden habe, haben meiner Lesefreude keinen Abbruch getan. Ich habe „Mutter“ sehr gerne gelesen und kann es besten Gewissens weiterempfehlen. Eine wunderbare, emotional aufwühlende Lektüre.

4

Gleichzeitig schön und abgrundtief traurig. Das Buch lässt mich ziemlich schwermütig zurück. An dieses Buch werde ich mich wohl noch lange erinnern.

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