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Netter Roadtrip für zwischendurch. Liest sich recht locker und wirkt hier und da etwas überspitzt.
Bei "Morgen mach ich bessere Fehler" handelt es sich um mein erstes Buch von Petra Hülsmann. Wir begleiten Elli, ihre Tochter Paula und ihren Großonkel Heinz auf dem Weg zur Familienfeier im Allgäu. Unterwegs gabeln sie dann den Rechtsanwalt Cano auf, der Elli direkt Geld dafür anbietet, dass sie ihn nach München bringt, denn dort wartet ein wichtiger Mandant. Da Elli das Geld gut gebrauchen kann, willigt sie schließlich ein. Das Buch hat einige sehr lustige und süße Stellen und recht symphatische Charaktere. Und ja, auch Großonkel Heinz zählt – nach anfänglicher Schwierigkeiten – am Ende zu diesen dazu, den er entwickelt sich über sein anfangs starres und schrecklich unangemessenes Weltbild hinaus. Aber auch Cano und Elli, so wie die kleine Paula konnten mich für sich gewinnen. Hier werden echt keine Gelegenheiten ausgelassen, um wichtige und aktuelle gesellschaftliche Themen anzusprechen. Ich habe jetzt schon desöfteren gelesen, dass Leute das Buch "zu woke" fanden, weil die Protagonistin Vegetarierin ist, auf einem Bauernhof lebt, der einem lesbischen Paar gehört und weil Cano türkischer Abstammung und Großonkel Heinz zu Beginn der Geschichte schlichtweg ein absolut furchtbarer Rassist ist. Es war kein Buch, das kompett fernab einer möglichen Realität spielt und diese Themen sind nun einmal aktuell und haben ihre Berechtigung. Wir müssen über Themen wie die Umwelt und Rassismus sprechen. Auch in Romanen, die der Unterhaltung dienen. Die Ausgangssituation von Elli, Paula und ihren beiden doch sehr unterschiedlichen, mehr oder minder freiwilligen Mitfahrern, fand ich deshalb sogar recht gelungen für einen gleichermaßen lustigen und nachdenklichen Roman, der Potenzial für Charakterentwicklung bei allen vier hatte. Was auf einem Roadtrip so alles schief gehen kann, zeigt das Buch auf alle Fälle eindrucksvoll. Ich hoffe doch sehr, dass niemand eine solche Horrorfahrt schon einmal erleben musste. Vom abgefallenen Auspuff bis zum 80. Geburtstag einer "sehr netten" Tante, hier waren einige Momente dabei, in denen einem die Protagonistin einfach nur leid tat. Allerdings zog sich das Buch trotz des angenehmen Schreibstils leider etwas. Stellenweise hätten es ein paar Seiten weniger auch getan. Auch konnte ich manche Handlungen nicht wirklich nachvollziehen. Gerade Elli, die Mutter ist und genau wie ich 27 Jahre zählt, wirkte manchmal fast schon trotziger als ihre Tochter. Manche Verhaltensweisen fand ich dann doch grenzwertig. Cano, der anfangs mit weniger Symphatiepunkten startete, konnte diese erfolgreich wieder zurückholen. Großonkel Heinz, der am Anfang keinerlei Symphatie bekam, hat vielleicht die größte charakterliche Entwicklung durchgemacht und unterwegs ein neues, angemesseneres Weltbild entdeckt. Und Paula ist eine kleine Prinzessin, egal was andere sagen. Sie hat Cano und Großonkel Heinz um dem Finger gewickelt und in meinen Augen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung dieser beiden Charaktere geleistet. Insgesamt also lesenswert, mit Abzügen wegen anfänglicher Unsympathien und einiger fragwürdiger Verhaltensweisen einer Gleichaltrigen, die bei allem Aktivismus trotzdem hinterfragt werden dürfen.

Feb 20, 2026
Netter Roadtrip für zwischendurch. Liest sich recht locker und wirkt hier und da etwas überspitzt.
Bei "Morgen mach ich bessere Fehler" handelt es sich um mein erstes Buch von Petra Hülsmann. Wir begleiten Elli, ihre Tochter Paula und ihren Großonkel Heinz auf dem Weg zur Familienfeier im Allgäu. Unterwegs gabeln sie dann den Rechtsanwalt Cano auf, der Elli direkt Geld dafür anbietet, dass sie ihn nach München bringt, denn dort wartet ein wichtiger Mandant. Da Elli das Geld gut gebrauchen kann, willigt sie schließlich ein. Das Buch hat einige sehr lustige und süße Stellen und recht symphatische Charaktere. Und ja, auch Großonkel Heinz zählt – nach anfänglicher Schwierigkeiten – am Ende zu diesen dazu, den er entwickelt sich über sein anfangs starres und schrecklich unangemessenes Weltbild hinaus. Aber auch Cano und Elli, so wie die kleine Paula konnten mich für sich gewinnen. Hier werden echt keine Gelegenheiten ausgelassen, um wichtige und aktuelle gesellschaftliche Themen anzusprechen. Ich habe jetzt schon desöfteren gelesen, dass Leute das Buch "zu woke" fanden, weil die Protagonistin Vegetarierin ist, auf einem Bauernhof lebt, der einem lesbischen Paar gehört und weil Cano türkischer Abstammung und Großonkel Heinz zu Beginn der Geschichte schlichtweg ein absolut furchtbarer Rassist ist. Es war kein Buch, das kompett fernab einer möglichen Realität spielt und diese Themen sind nun einmal aktuell und haben ihre Berechtigung. Wir müssen über Themen wie die Umwelt und Rassismus sprechen. Auch in Romanen, die der Unterhaltung dienen. Die Ausgangssituation von Elli, Paula und ihren beiden doch sehr unterschiedlichen, mehr oder minder freiwilligen Mitfahrern, fand ich deshalb sogar recht gelungen für einen gleichermaßen lustigen und nachdenklichen Roman, der Potenzial für Charakterentwicklung bei allen vier hatte. Was auf einem Roadtrip so alles schief gehen kann, zeigt das Buch auf alle Fälle eindrucksvoll. Ich hoffe doch sehr, dass niemand eine solche Horrorfahrt schon einmal erleben musste. Vom abgefallenen Auspuff bis zum 80. Geburtstag einer "sehr netten" Tante, hier waren einige Momente dabei, in denen einem die Protagonistin einfach nur leid tat. Allerdings zog sich das Buch trotz des angenehmen Schreibstils leider etwas. Stellenweise hätten es ein paar Seiten weniger auch getan. Auch konnte ich manche Handlungen nicht wirklich nachvollziehen. Gerade Elli, die Mutter ist und genau wie ich 27 Jahre zählt, wirkte manchmal fast schon trotziger als ihre Tochter. Manche Verhaltensweisen fand ich dann doch grenzwertig. Cano, der anfangs mit weniger Symphatiepunkten startete, konnte diese erfolgreich wieder zurückholen. Großonkel Heinz, der am Anfang keinerlei Symphatie bekam, hat vielleicht die größte charakterliche Entwicklung durchgemacht und unterwegs ein neues, angemesseneres Weltbild entdeckt. Und Paula ist eine kleine Prinzessin, egal was andere sagen. Sie hat Cano und Großonkel Heinz um dem Finger gewickelt und in meinen Augen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung dieser beiden Charaktere geleistet. Insgesamt also lesenswert, mit Abzügen wegen anfänglicher Unsympathien und einiger fragwürdiger Verhaltensweisen einer Gleichaltrigen, die bei allem Aktivismus trotzdem hinterfragt werden dürfen.
Feb 20, 2026







