Moor Myrte und das Zaubergarn
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Description
Eine moderne Konsum- und Gesellschaftskritik in Zeiten des Überflusses
Appell für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen
Große Themen humorvoll und kindgerecht verpackt
Im Moor, im wirklich finsteren Wald, lebt die unheimliche Moor Myrte, die jeden in eine Fliege verwandelt, der die Natur nicht respektiert. Die gutherzige Beatrice gewinnt ihr Vertrauen und bekommt von ihr ein magisches Garn, mit dem sie für ihre mürrische Schwester einen wärmenden Pullover stricken kann. Doch Magnolia interessiert nicht der Pulli, sondern nur der Profit, der sich aus dem magischen Garn schlagen lässt. Schamlos beutet sie ihre Schwester und die ihr helfenden Spinnen aus, bis … bis die Quelle für die Produktion jäh versiegt.
Sid Sharp erzählt auf humorvolle und kindgerechte Weise, wie Konsumgier und Ausbeutung unserer Gesellschaft schaden. Sid flicht märchenhafte Stoffe in die Geschichte und mahnt zum respektvollen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Eine Bilderbuch-Graphic-Novel in höchster Vollendung.
Mit kostenlosem pädagogischem Begleitmaterial zu den Themen Natur und Ressourcen (Download im Buch und auf der NordSüd-Webseite)
ORF KIDS Bestenliste im April 2025
Leselotse, Börsenblatt im April 2025
Dt. Akademie für Kinder- und Jugendliteratur - Liebe-Buchtipp des Monats im Juli 2025
Beste 7, Deutschlandfunk Kultur im Juli 2025
Book Information
Author Description
Sid Sharp (they/them) kommt aus Toronto, Kanada, und hat dort die OCAD University besucht. Sid Sharp illustriert, malt und zeichnet Comics, interessiert sich für Folklore und Grusel-Geschichten und arbeitet in einem unabhängigen Buchladen in Toronto. »Der Wolfspelz« ist Sids erstes Buch.
Posts
Nachhaltigkeit mal anders
Moor Myrte ist ein Kinderbuch der etwas anderen Art. Fast erinnert es an ein modernes Märchen. Man nehme einen dunklen Wald, eine böse Schwester und die wichtige Botschaft, dass man nicht verschwenderisch und eigennützig sein, sondern das Große-Ganze im Blick behalten sollte. Und schwupps hat man hier ein spannendes und schön anzusehendes Kinderbuch mit vielen einfachen, aber durchaus passenden und schön anzusehenden Illustrationen. Sicherlich sorgt das Buch bei Kindern für Redebedarf, da es viele tiefergehende Themen aufgreift. Warum ist eine Schwester so positiv und glücklich und die andere so griesgrämig und gemein? Warum können sich manche Menschen über Kleinigkeiten freuen und andere scheinen nie zufrieden zu sein? Was ist Nachhaltigkeit und warum ist es wichtig auf unsere Umwelt, in diesem Fall den Wald zu achten? Das Buch steckt trotz seiner Simplizität voller komplexer Gefühle und Vorgänge und gerade das lässt es aus der Menge herausstechen. Moor Myrte ist gar nicht so böse wie behauptet, aber sie hat ihre Prinzipien und schreckt nicht davor zurück, sie umzusetzen. Uns gefiel das Buch sehr gut. Es hat uns zum Nachdenken gebracht und der folkloristische Zeichenstil hat uns sehr angesprochen. Einzig und allein das Ende hätten wir uns etwas anders gewünscht. Wenn man nachhaltig mit seiner Umwelt umgehen sollte, wieso dann nicht auch mit einer griesgrämigen Schwester. Die Lösung der gutherzigen Beatrice fanden wir hier etwas gruselig
Es ist halt nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen
Es waren einmal zwei Schwestern. Die eine war lieb und hilfsbereit, die andere gemein und fordernd. Was passiert, wenn jemand gerne gibt, und die andere Person das gerne ausnutzt und nur nimmt? Das erklärt dieses einzigartige Bilderbuch mit einer Portion makaberen Humor, Bewusstsein für Nachhaltigkeit und einer Lektion fürs Leben. Ich fand es richtig toll und habe freudig darauf gewartet, was für spannende Zeichnungen auf der nächsten Seite warten! (Kann aber auch verstehen, dass es manche vielleicht zu düster finden)
Ein modernes Märchen über Nachhaltigkeit und Ausbeutung
Im wirklich finsteren Wald lebt die unheimliche Moor Myrte, die jeden in eine Fliege verwandelt, der die Natur nicht respektiert. Die gutherzige Beatrice gewinnt ihr Vertrauen und bekommt von ihr ein magisches Garn, mit dem sie für ihre mürrische Schwester einen wärmenden Pullover strickt. Doch diese interessiert nicht der Pulli, sondern nur der Profit, der sich daraus schlagen lässt. Schamlos beutet sie ihre Schwester und die ihr helfenden Spinnen aus, bis die Quelle für die Produktion jäh versiegt. 🧶 Selten gab es so viel Gesprächsbedarf bei einem Kinderbuch. Warum ist die eine Schwester so nett und die andere immer schlecht drauf? Warum verwandelt Moor Myrte Menschen in Fliegen? Warum werden die Pullover immer teurer? Und gerade das Ende zu erklären, war wirklich eine Herausforderung, denn jemand wurde nicht nur in eine Fliege verwandelt. Was danach passierte war für mein Empfinden nicht passend für ein Kinderbuch. Die Themen Nachhaltigkeit und Ausbeutung werden verständlich, aber nur bedingt kindgerecht dargestellt. Es hat mich an ein modernes Märchen erinnern und hatte etwas von Frau Holle. Die eine Schwester ist gut, die andere böse und jede bekommt was sie verdient. Das Buch wurde einfach illustriert und man findet gar nicht so viel Text auf den Seiten, hinzu kommen immer wieder Sprechblasen. Trotz den 152 Seiten konnten wir es in zwei Etappen lesen. Laut dem Verlag ist das Buch ab 8 Jahren und dem kann ich nur zustimmen. Für meine Kinder (4 und 6) war es definitiv zu früh (wir haben schon andere Bücher ab 8 Jahren gelesen). Natürlich kann man bei einer 6 Jährigen das Thema Nachhaltigkeit ansprechen, aber ich würde eine andere Art und Weise bevorzugen. Schaut euch am besten das Buch vorher an und entscheidet selbst, ob eure Kinder dafür bereit sind 😊 👕 Ein modernes Märchen über Nachhaltigkeit und Ausbeutung

“Moor Myrte” von Sid Sharp ist ein modernes antikapitalistisches Märchen in Bilderbuchform. Hierin geht es um die Schwestern Beatrice und Magnolia, die arm sind und in einem kalten, zugigen Haus wohnen. Als sich die fröhliche, achtsame Beatrice mit der gefürchteten Moor Myrte anfreundet und von ihr ein Zaubergarn geschenkt bekommt, mit dem sie ihrer griesgrämigen Schwester einen “Zauberpullover” strickt, sieht diese ihre finanzielle Zukunft gesichert. Sie beutet Beatrice und ihre Helfer*innen, die Spinnen, aus, um einen Laden für Zauberpullover zu eröffnen und sich an deren Arbeit zu bereichern. Doch als ihnen das Garn ausgeht und Magnolia von Moor Myrte Nachschub holen will, nimmt das Schicksal eine unerwartete Wendung. An die grafische Gestaltung muss man sich zu Anfang gewöhnen, da die Illustrationen im Stil von Kinderzeichnungen gehalten sind, aber trotzdem witzig und in satten Farben und so einfach, das auch Kinder schon vieles nachmalen können (und untalentierte Erwachsene). Gleichzeitig ist die Seitenaufteilung abwechslungsreich (Bilder, die über mehrere Seiten reichen oder eine Aufteilung, die auch mal von oben nach unten geht), sodass es viel zu entdecken gibt. Nach den anfänglich besonders morbiden Inhalten, die man erst mal verdauen muss, ist der Schreib- und Zeichenstil aber sehr humorvoll und verpackt so die Botschaften (z.B. zum Thema Streik) auf sehr leichte, spielerische Weise (auch wenn das Ende ebenfalls von sehr schwarzem Humor geprägt ist, was sich nicht jedermanns Sache ist). Uns hat es extrem gut gefallen. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 8 Jahren, ich denke aber, dass es mit Erklärung eines Erwachsenen auch schon für jüngere Kinder ab sechs Jahren geeignet sein kann, wenn man es nicht gerade als Einschlaflektüre nutzt. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Moor Myrte von Sid Sharp Ich durfte dieses Buch vorab auf deutsch lesen und muss ehrlich sagen: Ich bin schockiert, dass es überhaupt den Weg in den Druck gefunden hat. Es gibt viele Aspekte, die mich sowohl als Leserin als auch in Bezug auf die Zielgruppe – Kinder – extrem irritiert haben. Zunächst sind die Illustrationen zu nennen: Die Figuren wirken auf mich alles andere als kindgerecht. Sie sind gruselig und düster gestaltet, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Kind sie angenehm oder ansprechend finden würde. Die Bilder schaffen eine unbehagliche Atmosphäre, die mit der eigentlichen Zielgruppe des Buches überhaupt nicht übereinstimmt. Die Geschichte selbst ist chaotisch und unlogisch. Im Mittelpunkt steht ein Mädchen, das etwas Nettes für seine griesgrämige Schwester tun möchte. Während das Mädchen als übertrieben nett und umweltbewusst dargestellt wird, erscheint die Schwester egoistisch und undankbar. Am Ende wird die Schwester von einer Moorhexe gegessen – ein mehr als fragwürdiges Ende, das Kinder sicherlich verstören dürfte. Ein weiteres Element, das mich verwirrte, sind die Spinnen. Sie beginnen als Opfer, werden später Mitarbeiter, streiken und eröffnen schließlich ein Geschäft. Dieser Handlungsstrang ist nicht nur absurd, sondern lässt die Geschichte inhaltlich völlig auseinanderfallen. Es gibt keinerlei roten Faden, die Erzählung wirkt willkürlich und unausgegoren. Der Versuch, gesellschaftliche Kritik einzubauen, ist zwar erkennbar, aber äußerst plump umgesetzt. Statt subtiler Botschaften wird man von moralischen Hinweisen förmlich erschlagen, die oft nicht kindgerecht formuliert sind oder schlicht übertrieben wirken. Zudem ist das Verhalten der Figuren inkonsistent und teilweise extrem klischeehaft: Die freundliche Protagonistin wird fast infantil dargestellt, während die Schwester nur durch negative Eigenschaften definiert wird. Fazit: Dieses Buch hat mich nicht nur enttäuscht, sondern als Erwachsene regelrecht verstört. Die Illustrationen sind unheimlich, die Geschichte sprunghaft und unlogisch, und die vermutete Botschaft wird auf eine plumpe, unangenehme Weise vermittelt. Ich würde dieses Buch weder Kindern vorlesen noch es weiterempfehlen – es ist weder unterhaltsam noch lehrreich und lässt einen mit einem unguten Gefühl zurück. ★☆☆☆☆ (1 von 5 Sternen)

Lustiges Kinderbuch über die Liebe zum Wald, Gutherzigkeit die sich auszahlt und Spinnen im Streik.
Mit lustigen Zeichnungen und ganz viel Witz erzählt Sie Sharp eine Geschichte über ein sehr liebes Mädchen und ihre nicht ganz so liebe Schwester. Eine Geschichte über den Wald und die vielen Schätze die man darin finden kann, aber nicht mitnehmen sollte, weil sie dem Wald gehören. Und auch eine Geschichte über bessere Arbeitsbedingungen für Spinnen. Rundum tolle Geschichte die Kindern und ihren Eltern viel Freude machen wird.
Ich durfte dieses Buch vorab auf deutsch lesen und muss ehrlich sagen: Ich bin schockiert, dass es überhaupt den Weg in den Druck gefunden hat. Es gibt viele Aspekte, die mich sowohl als Leserin als auch in Bezug auf die Zielgruppe – Kinder – extrem irritiert haben. Zunächst sind die Illustrationen zu nennen: Die Figuren wirken auf mich alles andere als kindgerecht. Sie sind gruselig und düster gestaltet, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Kind sie angenehm oder ansprechend finden würde. Die Bilder schaffen eine unbehagliche Atmosphäre, die mit der eigentlichen Zielgruppe des Buches überhaupt nicht übereinstimmt. Die Geschichte selbst ist chaotisch und unlogisch. Im Mittelpunkt steht ein Mädchen, das etwas Nettes für seine griesgrämige Schwester tun möchte. Während das Mädchen als übertrieben nett und umweltbewusst dargestellt wird, erscheint die Schwester egoistisch und undankbar. Am Ende wird die Schwester von einer Moorhexe gegessen – ein mehr als fragwürdiges Ende, das Kinder sicherlich verstören dürfte. Ein weiteres Element, das mich verwirrte, sind die Spinnen. Sie beginnen als Opfer, werden später Mitarbeiter, streiken und eröffnen schließlich ein Geschäft. Dieser Handlungsstrang ist nicht nur absurd, sondern lässt die Geschichte inhaltlich völlig auseinanderfallen. Es gibt keinerlei roten Faden, die Erzählung wirkt willkürlich und unausgegoren. Der Versuch, gesellschaftliche Kritik einzubauen, ist zwar erkennbar, aber äußerst plump umgesetzt. Statt subtiler Botschaften wird man von moralischen Hinweisen förmlich erschlagen, die oft nicht kindgerecht formuliert sind oder schlicht übertrieben wirken. Zudem ist das Verhalten der Figuren inkonsistent und teilweise extrem klischeehaft: Die freundliche Protagonistin wird fast infantil dargestellt, während die Schwester nur durch negative Eigenschaften definiert wird. Fazit: Dieses Buch hat mich nicht nur enttäuscht, sondern als Erwachsene regelrecht verstört. Die Illustrationen sind unheimlich, die Geschichte sprunghaft und unlogisch, und die vermutete Botschaft wird auf eine plumpe, unangenehme Weise vermittelt. Ich würde dieses Buch weder Kindern vorlesen noch es weiterempfehlen – es ist weder unterhaltsam noch lehrreich und lässt einen mit einem unguten Gefühl zurück.
Ich hatte große Hoffnungen auf Moor Myrte und das Zaubergarn, und ein wichtiger Punkt wurde auch erfüllt. Aber ich wurde leider überwiegend enttäuscht. Aber lest selbst. Zuerst etwas, das mir gefällt: Es ist keine Neuigkeit mehr, dass uns die Erde unter den Füßen wegschmilz und -brennt, aber es mangelt meiner Meinung nach immer noch an eindrücklichen Kinderbüchern, in der die Dringlichkeit dieses Problems dargestellt wird (Solartopia für Zwölfjährige ist ein schönes aktuelles Beispiel). Ohne komplizierte Worte, mit einfachsten Mitteln erzählt. Moor Myrte setzt genau da an und überträgt „Mutter Natur“ in eine körperliche Form, die einfach irgendwann genug von menschlicher Gier und Rücksichtslosigkeit hat, aber auch verzeiht, wenn man sich nur genug bemüht. Die Idee ist nicht neu, auf dieselbe Weise funktionierten schon Märchen und Gruselgeschichten, mit denen zum Beispiel Kinder von gefährlichen Orten ferngehalten werden sollten. Und genau wie die oft gruseligen Figuren in diesen alten Geschichten ist auch der übergroße Spinnenkörper von Moor Myrte kein schöner Anblick. Sie ist nachtragend und vergibt nur langsam menschliche Fehltritte. Wer aber nur nimmt, nimmt, nimmt und keinen Gedanken daran verschwendet, dass Ressourcen endlich sind, der muss mit den Konsequenzen der eigenen Taten leben, bevor er – hier wortwörtlich – von der Natur gefressen wird. Diese bildliche Darstellung finde ich sehr gelungen. Aber damit bin ich leider auch schon bei meinem negativen Punkt: Magnolia bekommt keine Chance, aus ihren Fehlern zu lernen. Wenn dieses Buch einen Lerneffekt haben soll, wenn die jungen Lesenden verstehen sollen, wie sie es besser machen können als Magnolia, dann reicht meiner Meinung nach Beatrices verträumte Weltsicht als Vorbild nicht: Beatrice reflektiert ihr eigenes Handeln ebenso wenig wie Magnolia, ihr naiver Gang durch die Welt ist einfach ihre Art zu leben. Die beiden Schwestern sind zwar offensichtlich als Positiv- und Negativbeispiel beim Umgang mit der Natur angelegt, aber es sind solche Extreme, dass sich kaum Identifikationspotenzial für das achtjährige Zielpublikum finden lässt. So bleiben sie nur Figuren in einem Buch, keine „echten Menschen“, die etwas richtig oder falsch machen. Während Beatrices Erfahrung mit der Rachsüchtigkeit bzw. Gnade der Natur wirklich schön und sinnvoll dargestellt ist, finde ich Magnolias Erlebnis etwas zur kurz gedacht: Beatrice nimmt unter anderem den schönsten Stein des Waldes mit, Moor Myrte ist wütend und beruhigt sich, als sie von Beatrices Zurücklegen des Steins erfährt. Beide freuen sich zusammen über die Schönheit des Steins in seiner angedachten Umgebung und Moor Myrte gibt Beatrice ein Geschenk. Lektion: Nimm der Natur nichts weg und falls das doch mal nötig sein sollte, dann sorge dafür, dass sie es zurückbekommt. (Ich dachte hierbei zum Beispiel an die Wiederaufforstung von Wäldern.) Die Natur wird es dir danken. Magnolia wirft ihren Pullover, aus Zaubergarn gefertigt, einfach in den Wald und hat auch auf Nachfrage nicht vor, ihn wieder aufzuheben. Sie wird sofort in eine Fliege verwandelt und von Moor Myrte gefressen. Lektion: Hinterlasse keinen menschengemachten Müll in der Natur, auch, wenn er ursprünglich aus natürlichen Materialien bestand, sonst wirst du – getötet? An dieser Stelle habe ich kurz gestutzt und war fest davon überzeugt, dass die Geschichte hier einen Schritt zurückgehen würde, nach dem Motto „das hätte Magnolia zwar verdient, aber vorher …“ Es ist zwar nicht falsch – Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Verlust von Lebensraum und schließlich die Unmöglichkeit zu überleben ist eine logische Abfolge. Und doch fehlt mir eine kurze Szene, in der Magnolia als Lernmoment für die Lesenden genutzt werden kann. Moor Myrte hätte sie fragen können, warum sie ihren Pullover nicht wieder aufhebt. Warum sie so viel Geld verdienen will. Warum sie Beatrice so schlecht behandelt. Warum sie den Wollverkäufer aus seinem Geschäft wirft. Warum sie überhaupt so griesgrämig und freudlos ist. Das Erklären und damit Hinterfragen ihrer Handlungen hätte für Lesende meiner Meinung nach mehr Potenzial zum Aufrütteln als das schlichte Ende, das hier gewählt wurde. Ich habe kein Problem damit, wie Magnolia ihr Ende findet. Ich hätte es nur besser gefunden, wenn das fünf Seiten später passiert wäre. Optisch funktioniert der Zeichenstil gut mit der Geschichte: rund und bunt, wo Beatrice im Fokus steht, kalt, kantig und düster bei Magnolia und gleichzeitig konsequent in der Darstellung. Manche Szenen haben mich durch Gesichtsausdrücke oder Positionierung der Figuren etwas an den Struwwelpeter erinnert, was vielleicht ein Grund dafür ist, dass ich nicht recht warm damit wurde. Doch zur Erzählung passt es sehr gut. Kurzgefasst freue ich mich darüber, dass dieses Thema für Kinder in einer so unkomplizierten Form aufbereitet wurde, wenn Moor Myrte auch teilweise schwere Vokabeln verwendet („Genossenschafts-Buchhandlung“). Der Apell zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur ist vorhanden, auch der mahnende Charakter des Buches ist unübersehbar. Ich habe allerdings mehr „so kannst du es besser machen, falls du bisher auf dem falschen Weg warst“ erwartet und wurde darin enttäuscht: Es bleibt beim plakativ erhobenen, mahnenden Zeigefinger. Den erwünschten Lehrmoment für die jungen Lesenden habe ich bis zum Ende vermisst.
Description
Eine moderne Konsum- und Gesellschaftskritik in Zeiten des Überflusses
Appell für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen
Große Themen humorvoll und kindgerecht verpackt
Im Moor, im wirklich finsteren Wald, lebt die unheimliche Moor Myrte, die jeden in eine Fliege verwandelt, der die Natur nicht respektiert. Die gutherzige Beatrice gewinnt ihr Vertrauen und bekommt von ihr ein magisches Garn, mit dem sie für ihre mürrische Schwester einen wärmenden Pullover stricken kann. Doch Magnolia interessiert nicht der Pulli, sondern nur der Profit, der sich aus dem magischen Garn schlagen lässt. Schamlos beutet sie ihre Schwester und die ihr helfenden Spinnen aus, bis … bis die Quelle für die Produktion jäh versiegt.
Sid Sharp erzählt auf humorvolle und kindgerechte Weise, wie Konsumgier und Ausbeutung unserer Gesellschaft schaden. Sid flicht märchenhafte Stoffe in die Geschichte und mahnt zum respektvollen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Eine Bilderbuch-Graphic-Novel in höchster Vollendung.
Mit kostenlosem pädagogischem Begleitmaterial zu den Themen Natur und Ressourcen (Download im Buch und auf der NordSüd-Webseite)
ORF KIDS Bestenliste im April 2025
Leselotse, Börsenblatt im April 2025
Dt. Akademie für Kinder- und Jugendliteratur - Liebe-Buchtipp des Monats im Juli 2025
Beste 7, Deutschlandfunk Kultur im Juli 2025
Book Information
Author Description
Sid Sharp (they/them) kommt aus Toronto, Kanada, und hat dort die OCAD University besucht. Sid Sharp illustriert, malt und zeichnet Comics, interessiert sich für Folklore und Grusel-Geschichten und arbeitet in einem unabhängigen Buchladen in Toronto. »Der Wolfspelz« ist Sids erstes Buch.
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Nachhaltigkeit mal anders
Moor Myrte ist ein Kinderbuch der etwas anderen Art. Fast erinnert es an ein modernes Märchen. Man nehme einen dunklen Wald, eine böse Schwester und die wichtige Botschaft, dass man nicht verschwenderisch und eigennützig sein, sondern das Große-Ganze im Blick behalten sollte. Und schwupps hat man hier ein spannendes und schön anzusehendes Kinderbuch mit vielen einfachen, aber durchaus passenden und schön anzusehenden Illustrationen. Sicherlich sorgt das Buch bei Kindern für Redebedarf, da es viele tiefergehende Themen aufgreift. Warum ist eine Schwester so positiv und glücklich und die andere so griesgrämig und gemein? Warum können sich manche Menschen über Kleinigkeiten freuen und andere scheinen nie zufrieden zu sein? Was ist Nachhaltigkeit und warum ist es wichtig auf unsere Umwelt, in diesem Fall den Wald zu achten? Das Buch steckt trotz seiner Simplizität voller komplexer Gefühle und Vorgänge und gerade das lässt es aus der Menge herausstechen. Moor Myrte ist gar nicht so böse wie behauptet, aber sie hat ihre Prinzipien und schreckt nicht davor zurück, sie umzusetzen. Uns gefiel das Buch sehr gut. Es hat uns zum Nachdenken gebracht und der folkloristische Zeichenstil hat uns sehr angesprochen. Einzig und allein das Ende hätten wir uns etwas anders gewünscht. Wenn man nachhaltig mit seiner Umwelt umgehen sollte, wieso dann nicht auch mit einer griesgrämigen Schwester. Die Lösung der gutherzigen Beatrice fanden wir hier etwas gruselig
Es ist halt nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen
Es waren einmal zwei Schwestern. Die eine war lieb und hilfsbereit, die andere gemein und fordernd. Was passiert, wenn jemand gerne gibt, und die andere Person das gerne ausnutzt und nur nimmt? Das erklärt dieses einzigartige Bilderbuch mit einer Portion makaberen Humor, Bewusstsein für Nachhaltigkeit und einer Lektion fürs Leben. Ich fand es richtig toll und habe freudig darauf gewartet, was für spannende Zeichnungen auf der nächsten Seite warten! (Kann aber auch verstehen, dass es manche vielleicht zu düster finden)
Ein modernes Märchen über Nachhaltigkeit und Ausbeutung
Im wirklich finsteren Wald lebt die unheimliche Moor Myrte, die jeden in eine Fliege verwandelt, der die Natur nicht respektiert. Die gutherzige Beatrice gewinnt ihr Vertrauen und bekommt von ihr ein magisches Garn, mit dem sie für ihre mürrische Schwester einen wärmenden Pullover strickt. Doch diese interessiert nicht der Pulli, sondern nur der Profit, der sich daraus schlagen lässt. Schamlos beutet sie ihre Schwester und die ihr helfenden Spinnen aus, bis die Quelle für die Produktion jäh versiegt. 🧶 Selten gab es so viel Gesprächsbedarf bei einem Kinderbuch. Warum ist die eine Schwester so nett und die andere immer schlecht drauf? Warum verwandelt Moor Myrte Menschen in Fliegen? Warum werden die Pullover immer teurer? Und gerade das Ende zu erklären, war wirklich eine Herausforderung, denn jemand wurde nicht nur in eine Fliege verwandelt. Was danach passierte war für mein Empfinden nicht passend für ein Kinderbuch. Die Themen Nachhaltigkeit und Ausbeutung werden verständlich, aber nur bedingt kindgerecht dargestellt. Es hat mich an ein modernes Märchen erinnern und hatte etwas von Frau Holle. Die eine Schwester ist gut, die andere böse und jede bekommt was sie verdient. Das Buch wurde einfach illustriert und man findet gar nicht so viel Text auf den Seiten, hinzu kommen immer wieder Sprechblasen. Trotz den 152 Seiten konnten wir es in zwei Etappen lesen. Laut dem Verlag ist das Buch ab 8 Jahren und dem kann ich nur zustimmen. Für meine Kinder (4 und 6) war es definitiv zu früh (wir haben schon andere Bücher ab 8 Jahren gelesen). Natürlich kann man bei einer 6 Jährigen das Thema Nachhaltigkeit ansprechen, aber ich würde eine andere Art und Weise bevorzugen. Schaut euch am besten das Buch vorher an und entscheidet selbst, ob eure Kinder dafür bereit sind 😊 👕 Ein modernes Märchen über Nachhaltigkeit und Ausbeutung

“Moor Myrte” von Sid Sharp ist ein modernes antikapitalistisches Märchen in Bilderbuchform. Hierin geht es um die Schwestern Beatrice und Magnolia, die arm sind und in einem kalten, zugigen Haus wohnen. Als sich die fröhliche, achtsame Beatrice mit der gefürchteten Moor Myrte anfreundet und von ihr ein Zaubergarn geschenkt bekommt, mit dem sie ihrer griesgrämigen Schwester einen “Zauberpullover” strickt, sieht diese ihre finanzielle Zukunft gesichert. Sie beutet Beatrice und ihre Helfer*innen, die Spinnen, aus, um einen Laden für Zauberpullover zu eröffnen und sich an deren Arbeit zu bereichern. Doch als ihnen das Garn ausgeht und Magnolia von Moor Myrte Nachschub holen will, nimmt das Schicksal eine unerwartete Wendung. An die grafische Gestaltung muss man sich zu Anfang gewöhnen, da die Illustrationen im Stil von Kinderzeichnungen gehalten sind, aber trotzdem witzig und in satten Farben und so einfach, das auch Kinder schon vieles nachmalen können (und untalentierte Erwachsene). Gleichzeitig ist die Seitenaufteilung abwechslungsreich (Bilder, die über mehrere Seiten reichen oder eine Aufteilung, die auch mal von oben nach unten geht), sodass es viel zu entdecken gibt. Nach den anfänglich besonders morbiden Inhalten, die man erst mal verdauen muss, ist der Schreib- und Zeichenstil aber sehr humorvoll und verpackt so die Botschaften (z.B. zum Thema Streik) auf sehr leichte, spielerische Weise (auch wenn das Ende ebenfalls von sehr schwarzem Humor geprägt ist, was sich nicht jedermanns Sache ist). Uns hat es extrem gut gefallen. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 8 Jahren, ich denke aber, dass es mit Erklärung eines Erwachsenen auch schon für jüngere Kinder ab sechs Jahren geeignet sein kann, wenn man es nicht gerade als Einschlaflektüre nutzt. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Moor Myrte von Sid Sharp Ich durfte dieses Buch vorab auf deutsch lesen und muss ehrlich sagen: Ich bin schockiert, dass es überhaupt den Weg in den Druck gefunden hat. Es gibt viele Aspekte, die mich sowohl als Leserin als auch in Bezug auf die Zielgruppe – Kinder – extrem irritiert haben. Zunächst sind die Illustrationen zu nennen: Die Figuren wirken auf mich alles andere als kindgerecht. Sie sind gruselig und düster gestaltet, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Kind sie angenehm oder ansprechend finden würde. Die Bilder schaffen eine unbehagliche Atmosphäre, die mit der eigentlichen Zielgruppe des Buches überhaupt nicht übereinstimmt. Die Geschichte selbst ist chaotisch und unlogisch. Im Mittelpunkt steht ein Mädchen, das etwas Nettes für seine griesgrämige Schwester tun möchte. Während das Mädchen als übertrieben nett und umweltbewusst dargestellt wird, erscheint die Schwester egoistisch und undankbar. Am Ende wird die Schwester von einer Moorhexe gegessen – ein mehr als fragwürdiges Ende, das Kinder sicherlich verstören dürfte. Ein weiteres Element, das mich verwirrte, sind die Spinnen. Sie beginnen als Opfer, werden später Mitarbeiter, streiken und eröffnen schließlich ein Geschäft. Dieser Handlungsstrang ist nicht nur absurd, sondern lässt die Geschichte inhaltlich völlig auseinanderfallen. Es gibt keinerlei roten Faden, die Erzählung wirkt willkürlich und unausgegoren. Der Versuch, gesellschaftliche Kritik einzubauen, ist zwar erkennbar, aber äußerst plump umgesetzt. Statt subtiler Botschaften wird man von moralischen Hinweisen förmlich erschlagen, die oft nicht kindgerecht formuliert sind oder schlicht übertrieben wirken. Zudem ist das Verhalten der Figuren inkonsistent und teilweise extrem klischeehaft: Die freundliche Protagonistin wird fast infantil dargestellt, während die Schwester nur durch negative Eigenschaften definiert wird. Fazit: Dieses Buch hat mich nicht nur enttäuscht, sondern als Erwachsene regelrecht verstört. Die Illustrationen sind unheimlich, die Geschichte sprunghaft und unlogisch, und die vermutete Botschaft wird auf eine plumpe, unangenehme Weise vermittelt. Ich würde dieses Buch weder Kindern vorlesen noch es weiterempfehlen – es ist weder unterhaltsam noch lehrreich und lässt einen mit einem unguten Gefühl zurück. ★☆☆☆☆ (1 von 5 Sternen)

Lustiges Kinderbuch über die Liebe zum Wald, Gutherzigkeit die sich auszahlt und Spinnen im Streik.
Mit lustigen Zeichnungen und ganz viel Witz erzählt Sie Sharp eine Geschichte über ein sehr liebes Mädchen und ihre nicht ganz so liebe Schwester. Eine Geschichte über den Wald und die vielen Schätze die man darin finden kann, aber nicht mitnehmen sollte, weil sie dem Wald gehören. Und auch eine Geschichte über bessere Arbeitsbedingungen für Spinnen. Rundum tolle Geschichte die Kindern und ihren Eltern viel Freude machen wird.
Ich durfte dieses Buch vorab auf deutsch lesen und muss ehrlich sagen: Ich bin schockiert, dass es überhaupt den Weg in den Druck gefunden hat. Es gibt viele Aspekte, die mich sowohl als Leserin als auch in Bezug auf die Zielgruppe – Kinder – extrem irritiert haben. Zunächst sind die Illustrationen zu nennen: Die Figuren wirken auf mich alles andere als kindgerecht. Sie sind gruselig und düster gestaltet, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Kind sie angenehm oder ansprechend finden würde. Die Bilder schaffen eine unbehagliche Atmosphäre, die mit der eigentlichen Zielgruppe des Buches überhaupt nicht übereinstimmt. Die Geschichte selbst ist chaotisch und unlogisch. Im Mittelpunkt steht ein Mädchen, das etwas Nettes für seine griesgrämige Schwester tun möchte. Während das Mädchen als übertrieben nett und umweltbewusst dargestellt wird, erscheint die Schwester egoistisch und undankbar. Am Ende wird die Schwester von einer Moorhexe gegessen – ein mehr als fragwürdiges Ende, das Kinder sicherlich verstören dürfte. Ein weiteres Element, das mich verwirrte, sind die Spinnen. Sie beginnen als Opfer, werden später Mitarbeiter, streiken und eröffnen schließlich ein Geschäft. Dieser Handlungsstrang ist nicht nur absurd, sondern lässt die Geschichte inhaltlich völlig auseinanderfallen. Es gibt keinerlei roten Faden, die Erzählung wirkt willkürlich und unausgegoren. Der Versuch, gesellschaftliche Kritik einzubauen, ist zwar erkennbar, aber äußerst plump umgesetzt. Statt subtiler Botschaften wird man von moralischen Hinweisen förmlich erschlagen, die oft nicht kindgerecht formuliert sind oder schlicht übertrieben wirken. Zudem ist das Verhalten der Figuren inkonsistent und teilweise extrem klischeehaft: Die freundliche Protagonistin wird fast infantil dargestellt, während die Schwester nur durch negative Eigenschaften definiert wird. Fazit: Dieses Buch hat mich nicht nur enttäuscht, sondern als Erwachsene regelrecht verstört. Die Illustrationen sind unheimlich, die Geschichte sprunghaft und unlogisch, und die vermutete Botschaft wird auf eine plumpe, unangenehme Weise vermittelt. Ich würde dieses Buch weder Kindern vorlesen noch es weiterempfehlen – es ist weder unterhaltsam noch lehrreich und lässt einen mit einem unguten Gefühl zurück.
Ich hatte große Hoffnungen auf Moor Myrte und das Zaubergarn, und ein wichtiger Punkt wurde auch erfüllt. Aber ich wurde leider überwiegend enttäuscht. Aber lest selbst. Zuerst etwas, das mir gefällt: Es ist keine Neuigkeit mehr, dass uns die Erde unter den Füßen wegschmilz und -brennt, aber es mangelt meiner Meinung nach immer noch an eindrücklichen Kinderbüchern, in der die Dringlichkeit dieses Problems dargestellt wird (Solartopia für Zwölfjährige ist ein schönes aktuelles Beispiel). Ohne komplizierte Worte, mit einfachsten Mitteln erzählt. Moor Myrte setzt genau da an und überträgt „Mutter Natur“ in eine körperliche Form, die einfach irgendwann genug von menschlicher Gier und Rücksichtslosigkeit hat, aber auch verzeiht, wenn man sich nur genug bemüht. Die Idee ist nicht neu, auf dieselbe Weise funktionierten schon Märchen und Gruselgeschichten, mit denen zum Beispiel Kinder von gefährlichen Orten ferngehalten werden sollten. Und genau wie die oft gruseligen Figuren in diesen alten Geschichten ist auch der übergroße Spinnenkörper von Moor Myrte kein schöner Anblick. Sie ist nachtragend und vergibt nur langsam menschliche Fehltritte. Wer aber nur nimmt, nimmt, nimmt und keinen Gedanken daran verschwendet, dass Ressourcen endlich sind, der muss mit den Konsequenzen der eigenen Taten leben, bevor er – hier wortwörtlich – von der Natur gefressen wird. Diese bildliche Darstellung finde ich sehr gelungen. Aber damit bin ich leider auch schon bei meinem negativen Punkt: Magnolia bekommt keine Chance, aus ihren Fehlern zu lernen. Wenn dieses Buch einen Lerneffekt haben soll, wenn die jungen Lesenden verstehen sollen, wie sie es besser machen können als Magnolia, dann reicht meiner Meinung nach Beatrices verträumte Weltsicht als Vorbild nicht: Beatrice reflektiert ihr eigenes Handeln ebenso wenig wie Magnolia, ihr naiver Gang durch die Welt ist einfach ihre Art zu leben. Die beiden Schwestern sind zwar offensichtlich als Positiv- und Negativbeispiel beim Umgang mit der Natur angelegt, aber es sind solche Extreme, dass sich kaum Identifikationspotenzial für das achtjährige Zielpublikum finden lässt. So bleiben sie nur Figuren in einem Buch, keine „echten Menschen“, die etwas richtig oder falsch machen. Während Beatrices Erfahrung mit der Rachsüchtigkeit bzw. Gnade der Natur wirklich schön und sinnvoll dargestellt ist, finde ich Magnolias Erlebnis etwas zur kurz gedacht: Beatrice nimmt unter anderem den schönsten Stein des Waldes mit, Moor Myrte ist wütend und beruhigt sich, als sie von Beatrices Zurücklegen des Steins erfährt. Beide freuen sich zusammen über die Schönheit des Steins in seiner angedachten Umgebung und Moor Myrte gibt Beatrice ein Geschenk. Lektion: Nimm der Natur nichts weg und falls das doch mal nötig sein sollte, dann sorge dafür, dass sie es zurückbekommt. (Ich dachte hierbei zum Beispiel an die Wiederaufforstung von Wäldern.) Die Natur wird es dir danken. Magnolia wirft ihren Pullover, aus Zaubergarn gefertigt, einfach in den Wald und hat auch auf Nachfrage nicht vor, ihn wieder aufzuheben. Sie wird sofort in eine Fliege verwandelt und von Moor Myrte gefressen. Lektion: Hinterlasse keinen menschengemachten Müll in der Natur, auch, wenn er ursprünglich aus natürlichen Materialien bestand, sonst wirst du – getötet? An dieser Stelle habe ich kurz gestutzt und war fest davon überzeugt, dass die Geschichte hier einen Schritt zurückgehen würde, nach dem Motto „das hätte Magnolia zwar verdient, aber vorher …“ Es ist zwar nicht falsch – Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Verlust von Lebensraum und schließlich die Unmöglichkeit zu überleben ist eine logische Abfolge. Und doch fehlt mir eine kurze Szene, in der Magnolia als Lernmoment für die Lesenden genutzt werden kann. Moor Myrte hätte sie fragen können, warum sie ihren Pullover nicht wieder aufhebt. Warum sie so viel Geld verdienen will. Warum sie Beatrice so schlecht behandelt. Warum sie den Wollverkäufer aus seinem Geschäft wirft. Warum sie überhaupt so griesgrämig und freudlos ist. Das Erklären und damit Hinterfragen ihrer Handlungen hätte für Lesende meiner Meinung nach mehr Potenzial zum Aufrütteln als das schlichte Ende, das hier gewählt wurde. Ich habe kein Problem damit, wie Magnolia ihr Ende findet. Ich hätte es nur besser gefunden, wenn das fünf Seiten später passiert wäre. Optisch funktioniert der Zeichenstil gut mit der Geschichte: rund und bunt, wo Beatrice im Fokus steht, kalt, kantig und düster bei Magnolia und gleichzeitig konsequent in der Darstellung. Manche Szenen haben mich durch Gesichtsausdrücke oder Positionierung der Figuren etwas an den Struwwelpeter erinnert, was vielleicht ein Grund dafür ist, dass ich nicht recht warm damit wurde. Doch zur Erzählung passt es sehr gut. Kurzgefasst freue ich mich darüber, dass dieses Thema für Kinder in einer so unkomplizierten Form aufbereitet wurde, wenn Moor Myrte auch teilweise schwere Vokabeln verwendet („Genossenschafts-Buchhandlung“). Der Apell zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur ist vorhanden, auch der mahnende Charakter des Buches ist unübersehbar. Ich habe allerdings mehr „so kannst du es besser machen, falls du bisher auf dem falschen Weg warst“ erwartet und wurde darin enttäuscht: Es bleibt beim plakativ erhobenen, mahnenden Zeigefinger. Den erwünschten Lehrmoment für die jungen Lesenden habe ich bis zum Ende vermisst.












