Moderato cantabile
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Description
Eine Stadt am Meer, irgendwo. Eine Frau, Anne Desbaresdes, Gattin eines Fabrikanten, ist mit ihrem kleinen Jungen bei einer Klavierlehrerin, Schreie auf der Straße, im Café drunten hat ein Mann eine Frau erschossen, man sagt, sie habe es von ihm verlangt. Anne betritt das Café, sie kehrt in den folgenden Tagen immer wieder dahin zurück, unterhält sich, in kurzen Sätzen, mit einem Unbekannten über den Mord, über die beiden, wie es dazu kam. Die Grenzen zwischen dem fremden Schicksal und ihrem eigenen verfließen. In ihrer Beziehung zu dem Unbekannten scheint sich das Verhältnis der Ermordeten zu ihrem Mörder wiederholen zu wollen.
Book Information
Author Description
Marguerite Duras wurde am 4. April 1914 in der ehemaligen französischen Kolonie Gia Dinh, dem heutigen Vietnam als Marguerite Donnadieu geboren und starb am 3. März 1996 in Paris. Sie besuchte das Lycée Français in Saigon und machte 1931 Abitur. Ein Jahr später siedelte die Familie nach Paris um, wo sie an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Paris und an der École des Sciences Politiques studierte. Von 1935 bis 1941 arbeitete sie als Sekretärin im Ministère des Colonies. 1939 heiratete sie Robert Antelme. Beide waren ab 1940 in der Résistance aktiv. Antelme wurde später ins Konzentrationslager Dachau deportiert. 1943 erschien ihr Debütroman Les Impudents (Die Schamlosen) unter dem Pseudonym Marguerite Duras, welchem keine besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zuteil kam. Mit Un Barrage contre le Pacifique (Heiße Küste), das 1950 erschien, hatte Duras größeren Erfolg. Sie schrieb nicht nur Romane, sondern verfasste auch Theaterstücke und trat als Filmregisseurin in Erscheinung.
Posts
Quand le retard devient tellement important qu'il atteint le degré où il en est maintenant pour moi, je crois que ça ne doit plus changer rien à ses conséquences que de l'aggraver encore davantage ou pas. Anne Desbaresdes begleitet ihren Jungen zur Klavierstunde. Immer wieder. Und immer wieder scheint er vergessen zu haben was "moderato cantabile" schon wieder heisst. Vielmehr noch: Er bemüht sich richtiggehend, sich nicht daran zu erinnern und so viel wie möglich in seiner Klavierstunde falsch zu machen. Eines Tages werden die beiden Zeugen eines Verbrechens. Eine junge Frau wird von einem Mann ermordet, am helllichten Tag und direkt gegenüber auf der Strasse vor einem Café. Von da an taucht Anne jeden Tag in ebendiesem Café auf und trifft dort auf Chauvin. ******************************************************************************** Genau solche Bücher haben mir gefehlt! "Moderato Cantabile" lässt mich auf eine ganz neue Art und Weise sprachlos zurück. Es passiert nicht viel, und doch so unglaublich viel. Ich habe von einem Literaturkritiker gelesen, das Ding sei nicht nur, dass in diesem Buch nichts passiere, sondern, dass über das Wenige, das passiere auch noch nicht einmal gesprochen wird. Genau darin liegt für mich aber die Kraft dieses Werkes, die einen schier umzuwerfen scheint. So viel ist in diesem Ungesagten, in der Art wie Anne und Chauvin miteinander umgehen, wie sie sich zuhören, oder eben nicht und wie der kleine Junge immer wieder unbekümmert (oder doch nicht?) wiedererscheint. Die Sprache ist so schlicht und distanziert, zu den Charakteren baut man nahezu keine Nähe auf und trotzdem rütteln einen die Emotionen in diesem Werk auf, rasen durch einen hindurch und lassen einen in einem seltsamen Schleier zurück. Absolute Empfehlung!
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Eine Stadt am Meer, irgendwo. Eine Frau, Anne Desbaresdes, Gattin eines Fabrikanten, ist mit ihrem kleinen Jungen bei einer Klavierlehrerin, Schreie auf der Straße, im Café drunten hat ein Mann eine Frau erschossen, man sagt, sie habe es von ihm verlangt. Anne betritt das Café, sie kehrt in den folgenden Tagen immer wieder dahin zurück, unterhält sich, in kurzen Sätzen, mit einem Unbekannten über den Mord, über die beiden, wie es dazu kam. Die Grenzen zwischen dem fremden Schicksal und ihrem eigenen verfließen. In ihrer Beziehung zu dem Unbekannten scheint sich das Verhältnis der Ermordeten zu ihrem Mörder wiederholen zu wollen.
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Marguerite Duras wurde am 4. April 1914 in der ehemaligen französischen Kolonie Gia Dinh, dem heutigen Vietnam als Marguerite Donnadieu geboren und starb am 3. März 1996 in Paris. Sie besuchte das Lycée Français in Saigon und machte 1931 Abitur. Ein Jahr später siedelte die Familie nach Paris um, wo sie an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Paris und an der École des Sciences Politiques studierte. Von 1935 bis 1941 arbeitete sie als Sekretärin im Ministère des Colonies. 1939 heiratete sie Robert Antelme. Beide waren ab 1940 in der Résistance aktiv. Antelme wurde später ins Konzentrationslager Dachau deportiert. 1943 erschien ihr Debütroman Les Impudents (Die Schamlosen) unter dem Pseudonym Marguerite Duras, welchem keine besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zuteil kam. Mit Un Barrage contre le Pacifique (Heiße Küste), das 1950 erschien, hatte Duras größeren Erfolg. Sie schrieb nicht nur Romane, sondern verfasste auch Theaterstücke und trat als Filmregisseurin in Erscheinung.
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Quand le retard devient tellement important qu'il atteint le degré où il en est maintenant pour moi, je crois que ça ne doit plus changer rien à ses conséquences que de l'aggraver encore davantage ou pas. Anne Desbaresdes begleitet ihren Jungen zur Klavierstunde. Immer wieder. Und immer wieder scheint er vergessen zu haben was "moderato cantabile" schon wieder heisst. Vielmehr noch: Er bemüht sich richtiggehend, sich nicht daran zu erinnern und so viel wie möglich in seiner Klavierstunde falsch zu machen. Eines Tages werden die beiden Zeugen eines Verbrechens. Eine junge Frau wird von einem Mann ermordet, am helllichten Tag und direkt gegenüber auf der Strasse vor einem Café. Von da an taucht Anne jeden Tag in ebendiesem Café auf und trifft dort auf Chauvin. ******************************************************************************** Genau solche Bücher haben mir gefehlt! "Moderato Cantabile" lässt mich auf eine ganz neue Art und Weise sprachlos zurück. Es passiert nicht viel, und doch so unglaublich viel. Ich habe von einem Literaturkritiker gelesen, das Ding sei nicht nur, dass in diesem Buch nichts passiere, sondern, dass über das Wenige, das passiere auch noch nicht einmal gesprochen wird. Genau darin liegt für mich aber die Kraft dieses Werkes, die einen schier umzuwerfen scheint. So viel ist in diesem Ungesagten, in der Art wie Anne und Chauvin miteinander umgehen, wie sie sich zuhören, oder eben nicht und wie der kleine Junge immer wieder unbekümmert (oder doch nicht?) wiedererscheint. Die Sprache ist so schlicht und distanziert, zu den Charakteren baut man nahezu keine Nähe auf und trotzdem rütteln einen die Emotionen in diesem Werk auf, rasen durch einen hindurch und lassen einen in einem seltsamen Schleier zurück. Absolute Empfehlung!





