Mirabellentage

Mirabellentage

Hardback
3.961

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Description

Mirabellentage – Ein Sommer voller Neuanfänge und der Duft von Freiheit

Flirrende Hitze über dem See, das Summen in den Feldern und der Geschmack von Mirabellen. Martina Bogdahn führt uns in einen bewegten Sommer. In ihrem neuen Roman aus dem Kosmos des »Mühlensommers« erzählt sie warmherzig und humorvoll von einem Leben zwischen Routinen, Pflichten und Loslassen. Von einem letzten Wunsch und einem lang gehüteten Geheimnis. Von einer Frau, die alles hinterfragt und eine neue Sicht aufs Leben gewinnt. Denn ihre Freiheit liegt nicht in weiter Ferne, sie ist der schmale Weg, auf dem sie geht.

Als der Ortspfarrer Josef überraschend stirbt, gerät die geordnete Welt seiner Haushälterin Anna ins Wanken. Was soll nun werden? Erst mal muss sie die Beerdigung organisieren, den jungen Ersatzpriester Fridtjof in Empfang nehmen – und dann soll auch noch Josefs Asche ans Meer.

Dafür nimmt Anna, Anfang fünfzig, Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrlehrer und heimlichen Schwarm Herrn Tanner. Gemeinsam erkunden sie die fränkische Gegend um Blumfeld und erinnern sich an ein fast vergessenes Leben. An den Geruch des Sommers, die Farbe reifer Mirabellen, an harte Arbeit und kleine Alltagsfluchten.

Je näher der Aufbruch rückt, desto drängender werden Annas Fragen, denn die Fahrt bedeutet eine Reise ins Ungewisse. Es braucht eine Entscheidung. Wie gut, dass sie die nicht alleine treffen muss.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
352
Price
23.70 €

Author Description

Martina Bogdahn, geboren 1976 in Weißenburg, ist auf einem Einödhof in Mittelfranken aufgewachsen und hat in Nürnberg Kommunikationsdesign studiert. Sie lebt und arbeitet als Fotografin in München. Ihr Debütroman »Mühlensommer« stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Posts

25
All
5

Ein Sommertag voller Erinnerungen

„Mirabellentage“ ist eines dieser Bücher, das sich leise ins Herz schleicht und dort bleibt. 🌿🍑 Schon nach den ersten Seiten war ich vollkommen in die Geschichte hineingezogen. Martina Bogdahn schafft es mit einer unglaublich warmen und authentischen Sprache, eine Atmosphäre zu erschaffen, die sich nach Sommer, Erinnerungen und innerem Ankommen anfühlt. Die Geschichte ist tiefgründig und gleichzeitig so leicht erzählt, dass man sich beim Lesen einfach treiben lassen kann. Es geht um Familie, Vergangenheit, Entscheidungen und darum, wie sehr uns unsere Wurzeln prägen, auch wenn wir es manchmal gar nicht merken. Besonders berührt hat mich, wie feinfühlig die Emotionen beschrieben sind. Nichts wirkt übertrieben, alles ist ehrlich, ruhig und unglaublich nahbar. Ich hatte mehrfach das Gefühl, selbst mitten in diesen „Mirabellentagen“ zu sein, zwischen Natur, Erinnerungen und all den kleinen Momenten, die plötzlich eine große Bedeutung bekommen. Das Buch steckt voller tiefgründiger und berührender Momente, ein Roman, der zeigt, dass es manchmal die stillen Geschichten sind, die am lautesten nachklingen. Große Empfehlung 💛

Ein Sommertag voller Erinnerungen
4

Sommerlich und warm 💛☀️

„Große Tragik ist etwas, das die Menschen eint.“ „Mirabellentage“ ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Das wird einem nicht einfach so serviert und schon ist man dabei. Mich hat es durch die ruhige Sprache, den lustigen Humor und die warmherzige Geschichte erreicht. „Mühlensommer“ hingegen liegt noch gemütlich und in Sicherheit auf meinem SuB und ich bin gespannt darauf. Die Bücher spielen wohl im gleichen Universum. ✨Zitate „Am Himmel ist keine einzige Wolke zu sehen. Die Geranien in den Blumenkästen vor den Fenstern leuchten rot, und eine leichte warme Brise bringt die Blätter in den Obstbäumen zum Rauschen. In der Ferne surrt ein Rasenmäher. Ein paar Schwalben fliegen hoch über den Dächern von Blumfeld. Ich bleibe stehen und sehe ihnen eine Weile nach.“ „Ich wollte damit nur sagen, dass man selbst nicht hart sein muss, bloß weil man ein hartes Leben führt.“ ✨Inhalt Annas Leben steht Kopf: Pfarrer Josef, für den sie als Haushälterin arbeitet, verstirbt und der Ersatzpriester Fridtjof steht direkt schon vor der Tür. Josefs Asche soll zu allem Überfluss auch noch heimlich an‘s Meer und dort verstreut werden und Anna ist seit 1974 nicht mehr Auto gefahren… Zum Glück ist Annas damaliger Schwarm und Fahrlehrer Manfred schnell zur Stelle… ✨Meinung Ich war mir zunächst nicht ganz sicher, wie ich das Buch finde. Der Schreibstil erschien mir etwas zu poetisch, was ich allerdings bereits aus der Leseprobe wusste. Lesen wollte ich es aber so oder so, denn irgendwas hat mich einfach dahin gezogen. Die Waage pendelte stets hin und her. Bei der Beschreibung der Kaffeefahrt 😂😂😂 offenbarte Frau Bogdahn einen richtig guten Sinn für Humor, ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber ich fand es extrem witzig, was da passiert, ich lache gerade wieder während ich das schreibe. Und so hat mich die Geschichte zunächst immer weiter eingesogen. „Segelohren“ fällt mir noch als Stichwort ein 😂😂 und Annas erste Fahrstunde seit 36 Jahren 😅😅. Der Ton des Buchs ist einfach insgesamt (aber nicht nur) sommerlich, warm und gutherzig, das hat mir sehr gut gefallen. Was mir hingegen weniger gut gefallen hat, waren die Beschreibungen von Tierquälerei und ausufernde Beschreibungen von „Essen“ in dem Zusammenhang. Kann es nicht näher ausführen. But that’s just me. Muss jeder selbst wissen, aber da ist meine Grundstimmung wieder etwas ins Negative gekippt, auch wenn ich verstehe, dass es etwas mit Dorfleben und ggf. anderen Zeiten zu tun hat. Müsste ich weitere Kritik äußern, dann würde ich sagen, dass mich die Rückblicke teilweise aus dem Konzept gebracht haben, für mich wäre es auch okay gewesen mehr in der Gegenwart zu bleiben. Aber natürlich hat man so tiefere Einblicke in die Charaktere gewonnen, was auch schön ist. Sehr berührt hat mich der erste Abend, den Josef und Anna zusammen verbracht haben, also als sie seine Haushälterin wurde (platonisch). Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, da gab es einige Situationen, bei denen ich mit den Tränen kämpfen musste. ✨Fazit Ich bin wirklich gespannt auf das andere Buch der Autorin und insgesamt wieder sehr zufrieden mit meiner Buchauswahl. Es war etwas risky und einiges hat mir nicht so gut gefallen, aber der Humor hat für mich diesmal den großen Unterschied ausgemacht. Und tatsächlich mag ich scheinbar auch ruhigere Bücher. Annas Geschichte und ihr Dorf haben mich sehr berührt und das ist ja das, was zählt. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️ Rezensionsexemplar

Sommerlich und warm 💛☀️
3.5

Heimkommen kann man nur, wenn man vorher weggeht und keine Angst vor Veränderungen hat. An diesem Buch reizte mich die Vorfreude auf Sommer und reife Früchte, die durch das hübsche Cover vermittelt werden. Und als ich hörte, dass im Mittelpunkt die ältere Haushälterin eines Pfarrers steht, war meine Neugier geweckt. Pfarrer Josef ist tod. Plötzlich und unerwartet. Seine Haushälterin erzählt seine und ihre Geschichte. Verbunden mit dem Dorfklatsch, über den die Haushälterin Anna perfekt informiert ist, erfahren wir alles über Josef, die Menschen im Dorf, den neuen Pfarrer Fridtjof. Wird er sie auch brauchen? Anna erzählt vom einfachen, arbeitsamen Leben, von Krankheiten, von Marmelade und Befindlichkeiten, von Heimat, Fremde, Schuld und Vergebung, von Geselligkeit und Einsamkeit, von Sehnsucht, aber auch vom Alltag im Dorf. Und von Fahrschulstunden, denn Anna hat seit sie 1974 den Führerschein machte, nie hinter einem Lenkrad gesessen. Doch nun muss sie ans Meer um Pfarrer Josefs letzten Wunsch zu erfüllen. All die Gefühle beschreibt Martina Bogdahn glaubhaft und nachvollziehbar. Auch das Leben im Dorf und Pfarrhaus wird vor den Augen lebendig. Die Autorin kann gut erzählen und diese Welt entstehen lassen. Die Charaktere passen gut in ihre jeweiligen Rollen. Jeder mit Stärken und Schwächen. Man spürt, die Verbundenheit der Menschen miteinander und mit ihrem Land und Dorf. Alles wird mit einem Augenzwinkern erzählt und mit Humor und teilweise fast wie Satire gewürzt. Gleichzeitig spürt der Lesende auch Unsicherheit und Ängste, die Anna hat, denn sie weiß nicht, wie es mit ihr weitergeht. Es wird nicht nur harmonisch berichtet, auch schwere, traurige Situationen werden gekonnt in Szene gesetzt, Zweifel glaubhaft gemacht. Mir hat die Geschichte, der Schreibstil, die Darstellung von Charakteren und Landschaft gut gefallen. Die Ich-Form ist für diese Geschichte gut gewählt. So bleibt man stets bei Anna, ihren Geschichten, ihrem Auftrag. Manchmal war es mir allerdings etwas zu lang, fehlte das Tempo, war es zu ausschweifend. Auch war mir der Humor etwas zu gewollt, zu künstlich. Doch die Neugier wie Hanna sich entscheidet, lies mich bis zum Ende durchhalten. Und so habe ich dieses Buch zufrieden beendet und freue mich über die Erkenntnis, die alles zusammenklammert: Man muss die Angst vor Veränderung überwinden und nur wer weggeht, kann auch wiederkommen.

4

Ein warmherziger, humorvoller Roman, der über das Leben zwischen Routinen, Pflichten und Loslassen erzählt.

🍑 𝘕𝘶𝘳 𝘸𝘦𝘳 𝘷𝘰𝘯 𝘻𝘶𝘩𝘢𝘶𝘴𝘦 𝘸𝘦𝘨𝘨𝘦𝘩𝘵, 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘩𝘦𝘪𝘮𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯 💭 Ehrlich gesagt bin ich komplett ohne Erwartungen in das Buch gestartet und wurde dann richtig positiv überrascht. Im Mittelpunkt steht Anna, die als Haushälterin beim Pfarrer Josef arbeitet. Nach seinem Tod soll seine Asche ans Meer gebracht werden. Gleichzeitig kommt der neue Pfarrer Fridtjof ins Dorf, ein Ostfriese, der im bayerischen Dorf kaum verstanden wird. Genau daraus entsteht viel Humor und Herzlichkeit. Besonders schön fand ich die Idee, dass Anna ihm rät, einfach aus einem italienischen Kochbuch zu predigen. Insgesamt gibt es viele liebenswerte Figuren, die das Dorfleben sehr lebendig machen. Der Schreibstil ist warmherzig und humorvoll. Besonders der leichte, lockere Ton und die kleinen Anekdoten haben mir gut gefallen. Die Handlung bleibt eher seicht, bietet aber genau das, was man erwartet: eine angenehme, entspannte Lektüre. Der Roman hat nur eine leichte Prise Tiefgang, funktioniert aber gerade dadurch als schöner Sommerroman, der das Leben mit all seinen kleinen und großen Herausforderungen mit viel Leichtigkeit erzählt. 𝘔𝘪𝘳𝘢𝘣𝘦𝘭𝘭𝘦𝘯𝘵𝘢𝘨𝘦 ist ein warmherziger, humorvoller Roman, der über das Leben zwischen Routinen, Pflichten und Loslassen erzählt. Perfekt für entspannte Lesestunden. ⭐️⭐️⭐️⭐️☆ (8/10)

4

Ein Buch, was für mich ein totales Wohlfühlbuch ist. Das Cover ist so toll und der Inhalt steht dem in nichts nach.

4

Als Pfarrer Josef plötzlich verstirbt, hat seine Haushälterin Anna ordentlich zu tun. Sie muss die Beerdigung organisieren. Dann kommt auch noch ein neuer Pfarrer, direkt aus Rom, aber eigentlich doch aus dem Norden. Alles wird anders, als die letzten eingefahrenen Jahre. Der neue Pfarrer scheint sie gar nicht so sehr zu brauchen wie der Josef. Das ist gar nicht so einfach für Anna. Allerdings hat sie noch eine wichtige Aufgabe. Die Asche von Josef muss ans Meer. Sie selber ist seit vielen Jahren nicht mehr Auto gefahren. Jetzt nimmt sie Fahrstunden beim ehemaligen Fahrlehrer und Schwarm Herrn Tanner. Die Zeit mit ihm genießt sie immer mehr. Anna hat Zeit und beginnt herauszufinden, dass man manchmal, trotz aller Aufgaben, einfach das Leben genießen kann. Ein warmherziger, sommerlicher Roman. Haushälterin Anna schwelgt in Erinnerungen und erzählt uns Lesern so einige Geschichten. In denen geht es um sie und die Bewohner des Dorfes. So lesen wir wie Anna beim Gottesdienst den Pfarrer vertreten hat, ihr Moped frisiert wurde und eine Männergruppe eine unerwartete Busreise angetreten hat. Martina Bogdahn spielt mit Klischees, erzählt mit viel Leichtigkeit und Humor. Liebevoll gezeichnet sind die Protagonisten . Das ist ganz großartig gelungen . Anna hat ganz viel Pflichtgefühl, hält die Gemeinde zusammen. Doch jetzt ändert sich vieles. Das Loslassen fällt ihr noch nicht so leicht. Doch ganz langsam lernt sie, dass das Leben noch viel mehr für sie bereithält . Ein warmherziger Roman über Neuanfänge, den ich euch gern weiterempfehle.

4

Wohlfühleffekt

Was für ein schönes Wohlfühlbuch! Hier wird ein schöner Ort beschrieben, in dem viele authentische Personen mit einem tollen Charakter und einer schönen Geschichte leben. In Zeitsprüngen werden uns diese Menschen mit ihren verschiedenen Geschichten vorgestellt. Diese Geschichten sind teilweise sehr lustig und regen zum schmunzeln an. Ich sage nur die Asche aus Amerika endet als Pfannkuchen und durch einen Rechtschreibfehler beim Kneippen fahren viele Männer auf eine Verkaufs-Bustour. Ich musste öfters lachen und auch die aktuellen Geschehnisse gehen ins Herz. Tolles Buch für Zwischendurch, welches ich gerne gelesen habe.

Wohlfühleffekt
4

Ab der Häfte wurde es besser, aber der „Mühlensommer“ war einfach brillanter 🫶🏽

Rezi folgt

3

Ein unbeschwertes Dorfleben, irgendwo im fränkischen Bayern am Brombachstausee gelegen: Die Autorin zeichnet ein buntes Bild einer heilen Welt. Blühende Obst- und Gemüsegärten, der Duft von frisch gebackenem Brot sowie fleißige, ehrliche und gottesfürchtige Menschen spielen in dieser stimmigen, wenn auch etwas weltfremd dargestellten Gemeinde die tragende Rolle. Inmitten dieser behüteten Gemeinschaft steht als moralische Instanz der Pfarrer Josef Heubeck zusammen mit seiner Haushälterin Anna Nass, die er seit Kindertagen kennt und schätzt. Anna ist die gute Seele der Gemeinde: Sie sorgt für den Pfarrer und organisiert unermüdlich Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Senioren. Doch als der Pfarrer eines Morgens nach dem Genuss einer Schwarzwälder Kirschtorte tot in der Küche aufgefunden wird, bricht für die 55-jährige Anna ihre wohlgeordnete Welt zusammen. Plötzlich muss sie sich völlig neuen Herausforderungen stellen – von der Organisation der Beerdigung bis hin zur Einführung des neuen Pfarrers Fridtjof, der von der Nordseeküste stammt und Plattdeutsch spricht. Doch geht es in dieser Dorfgemeinschaft tatsächlich so harmonisch und friedlich zu, wie es den Anschein hat? Die 336 Seiten konnten mich davon leider nicht überzeugen. Zwar lässt sich das Buch durch den naiven, recht einfachen und gefälligen Schreibstil sehr zügig lesen, doch der Inhalt blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Wir erfahren viel über Annas Herkunft, ihre Eltern und ihre lebenslange Freundschaft zu Josef. Durch die häufigen Rückblenden beschlich mich jedoch laufend das Gefühl, einem altbackenen Denken der 1950er-Jahre beizuwohnen – obwohl die Handlung im Jahr 2010 spielt. Zudem gab es für meinen Geschmack zu viele übertriebene, skurrile und beinahe abstruse Ereignisse mit Tieren und Menschen, die beim Lesen eher Unbehagen als Freude auslösten. Aus Spoilergründen möchte ich hier nicht zu tief ins Detail gehen, aber diese merkwürdigen Begebenheiten drängten den eigentlich ernsthaften und guten Ansatz – nämlich Annas Neuanfang und ihre Lebensplanung – völlig in den Hintergrund. Ihre tiefe Verbundenheit zur Natur, zum Wald und zu ihrem geliebten Marillenbaum im Pfarrgarten hätte eine schöne Basis gebildet. Auch die Anekdoten über die originellen Dorfbewohner wirkten auf mich oft zu überzeichnet. Ein Beispiel: Das Aufbewahren von Leichenasche in einer alten Kakaodose (auch wenn es dem Wunsch des verstorbenen Pfarrers entsprach) gab meinem Lesevergnügen einen herben Dämpfer. Das entspricht schlicht nicht meiner Vorstellung von Humor. Fazit: Ein leicht zu lesender Roman mit einer sympathischen Grundidee, der sich für mich jedoch zu sehr in skurrilen Übersteigerungen verlor. *** DREI STERNE

3

Der zweite Roman von der überaus sympathischen Martina Bogdahn. Auch die zweite Lesung, die ich von ihr besucht habe, war unglaublich komisch und äußerst unterhaltsam- wie auch bei der ersten Lesung von „Mühlensommer“ mit einem Lied zum Abschluss. Wer die Gelegenheit hat, zu einer Lesung zu gehen, sollte es unbedingt machen. Das Buch selber ist schnell durchgelesen, nett geschrieben, an einigen Stellen etwas zuviel Klamauk. Aber trotzdem wieder eine nette Geschichte.

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4.5

Nachdem das Buch Mühlensommer der Autorin für mich schon ein Highlight gewesen ist, war natürlich klar, dass Mirabellentage auch gelesen werden muss. Im Buch begegnen wir Anna, die seitdem sie eine Junge Frau war, die Haushälterin des Pfarrers war. Als dieser dann plötzlich stirbt und sein Nachfolger noch vor der Beerdigung vor der Tür steht, ändert sich ihr Leben, welches doch bisher so herrlich in geregelten Bahnen verlief. Das Buch ist eine Mischung aus der Gegenwart, die mit dem Tod Josefs, dem Pfarrer, beginnt und kleinen Anekdoten aus Vergangenen Zeiten. Der Leser erfährt, wie lang Josef und Anna sich schon kannten, wieso Josef Pfarrer geworden ist, wie Anna seine Haushälterin wurde etc., aber auch viele kleine Geschichten, die einem zum Lachen bringen, aber auch nachdenklich und traurig stimmen können. Im Mittelpunkt steht jedoch immer das kleine Dorf Blumenfeld mit seinen mehr oder weniger von Eigenheiten geprägten Bewohnern. Für mich persönlich ein fast rundum gelungenes Buch, was mich jedoch mit 2-3 offenen Fragen zurücklässt. Vielleicht ist es so gewollt und wir dürfen auf eine Fortsetzung hoffen, oder es ist alles erzählt und wir denken uns den Rest ;).

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5

Ein stiller Roman, der nach dem Lesen noch nachhallt

Mirabellentage von Martina Boghdan, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch ist ein leiser Roman, der mit seinen Worten eine unbändige Stärke erzeugt und in der Stille nachhallt. Und darum geht es: Als der Dorfpfarrer Josef plötzlich verstirbt, wird das Leben von seiner Haushälterin Anna auf dem Kopf gestellt. Anna muss sich um die Beerdigung kümmern und muss schon kurz darauf den jungen Pfarrer Fridtjof empfangen, der das Amt von Josef übernimmt. Anna schwimmt auf der Welle mit, doch gleichzeitig muss sie den letzten großen Wunsch von Josef erfüllen, der sie vor einer großen Aufgabe stellt. Doch hat sie den Mut dazu, auch neue Wege zu gehen? Nachdem mir das erste Buch Mühlensommer so positiv in der Erinnerung haften geblieben ist, war es für mich ein Muss, auch das neue Werk von ihr zu lesen. Trotz das die Erwartungshaltung sehr hoch war, hat mich die Autorin nicht enttäuscht, im Gegenteil. Mit Mirabellentage präsentiert sie den Lesern eine Geschichte, die man liest und tief in sich fühlt. Das liegt sicherlich nicht nur an ihren ausdrucksstarken Schreibstil, sondern auch an ihren gezeichneten Charakteren, denn diese wurden so authentisch gezeichnet, dass ich die Zeit beim Lesen total vergaß und ich mich selber am Tisch von Anna und Fritdtjof sitzen sah. Beide mochte ich total gerne. An der Seite von Anna erlebt man ihre Geschichte hautnah mit, erlebt ihre Schritte in der Gegenwart, lernt aber auch viele Geschichten aus der Vergangenheit kennen. Mit ganz feinen Gespür, viel Witz und Charme beschreibt die Autorin das wahre Leben und verfeinert es dazu noch mit der nötigen Tiefe. Manche Texte lassen so die Gedanken abschweifen, dass man sich total darin fallen lassen konnte. An meinen Lieblingsort, steht genau ein Mirabellenbaum und jedes Mal, wenn ich dort bin, werde ich an diese Geschichte denken. Auch wenn für mein Empfinden der Fokus mehr auf der Gegenwart hätte liegen können, hat mich die Geschichte dennoch überzeugt. Manchmal muss man eben den Mut haben und etwas Neues zu wagen um dann wieder heimzukommen, denn mit dem Mut beginnen die Geschichten. Fazit: 5 Sterne

Ein stiller Roman, der nach dem Lesen noch nachhallt
4

Ein Wohlfühlroma.

4

MIRABELLENTAGE Martina Bogdahn ET: 16.04.26 Annas Leben gerät aus den Fugen, als Pfarrer Josef plötzlich stirbt. Über Jahre hinweg war sie nicht nur seine Haushälterin, sondern auch eine verlässliche Stütze der Gemeinde. Nun steht sie vor der Frage, wie es für sie weitergehen soll. Als der junge Pfarrer Fridtjof seine Nachfolge antritt, wird alles noch komplizierter: Wie soll sie ihm erklären, dass Josef gar nicht im Grab neben seiner Mutter liegt, sondern sie gebeten hat, seine Asche im Meer zu verstreuen? Doch das ist längst nicht ihr einziges Problem. Da Fridtjof keinen Führerschein besitzt, sieht sich die Fünfzigjährige gezwungen, selbst wieder ans Steuer zu gehen – obwohl sie seit 35 Jahren nicht mehr gefahren ist. Wie das alles weitergeht, solltet ihr am besten selber herausfinden. Dieser sommerliche Roman duftet förmlich nach Mirabellen, warmen Tagen und frisch gemähtem Gras. Mit viel Charme und Humor zeichnet die Autorin das Leben im kleinen Dorf Blumfeld und lässt dessen Bewohner lebendig werden. Besonders schön: Ich durfte nicht nur das Buch lesen, sondern auch das von der Autorin selbst eingesprochene Hörbuch hören. Martina Bogdahn verwebt geschickt Rückblicke in die Handlung, was der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht. Immer wieder musste ich schmunzeln oder sogar laut lachen. Fazit: Ein stimmungsvoller Wohlfühlroman mit feinem Humor und liebevollen Details. Wer leichte, herzerwärmende Geschichten mag, wird hier definitiv fündig. 4/5

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3.5

Das Cover des Buches hat mich angestrahlt. Es versprüht ganz sommerliche Vibes und hat mich deswegen neugierig gemacht. In der Geschichte geht es um Anna, die Anfang 50 ist und gefühlt ihr ganzes Leben lang als Haushaltshilfe für den Ortspfarrer gearbeitet hat. Doch als dieser überraschend verstirbt, weiß sie erstmal gar nicht wohin mit sich. Denn die beiden waren freundschaftlich sehr verbunden. Dann kommt ein neuer Pfarrer in das beschauliche Blumfeld und die Dorfgemeinschaft schaut nicht schlecht, denn er spricht Plattdeutsch und ist noch ziemlich jung. Wir begleiten Anna dabei, wie sie die Vorbereitungen für die Beerdigung trifft, den letzten Willen von Josef in die Tat umsetzen möchte und dafür Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrschullehrer Herrn Tanner nimmt. Zwischendurch schwelgt sie immer wieder in Erinnerungen an alte Zeiten. Es hat alles etwas sehr verträumtes. Und auch die Mirabellen kommen im Buch nicht zu kurz. Ich hatte beim Lesen und Hören Bilder von dem kleinen Dorf Blumfeld vor Augen. Wie die Menschen dort immer am Plaudern sind, wie sie aber auch zusammenhalten. Ich hatte angenehme Lesestunden, einzig die "Rückblenden" waren für mich innerhalb der Kapitel manchmal etwas unübersichtlich. Da fiel es mir dann schwer einzuschätzen, ob es sich gerade um die Gegenwart oder Vergangenheit handelt. Trotzdem eine tolle, lockere Geschichte, mit kleinen Prisen Humor und sommerlichen Gefühlen. "Nur wer von Zuhause weggeht, kann Heimkommen". ⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen

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5

Wieder ein Herzensbuch, das einen oft Schmunzeln lässt. Sympathische Charaktere bringen mich zurück in meine Kindheit auf dem Land.

3

Der Pfarrer ist gestorben und die Haushälterin blickt auf ihr gemeinsames Leben zurück und in ihre eigene Zukunft

Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen und deshalb wollte ich es unbedingt lesen, auch wenn mich der Mühlensommer von ihr nicht so wirklich begeistert hat. Martina Bogdahn schreibt, wie auch schon im Mühlensommer, in Rückblicken Anekdoten aus dem Leben ihrer Personen, hier hauptsächlich von Anna. Einige dieser lustigen Episoden sind mir etwas zu platt. Das war im Mühlensommer aber auch schon so. Das Ende hat mich dann aber wieder versöhnlicher gestimmt. Insgesamt war es ein schön zu lesender Roman für Zwischendurch, aber eben auch nicht mehr.

„Mirabellentage“ ist ein leiser, warmherziger Roman, der sich Zeit nimmt – für seine Figuren, für Erinnerungen und für die kleinen Momente, die oft mehr über ein Leben erzählen als große Ereignisse. Im Mittelpunkt steht Anna, Anfang fünfzig, Pfarrhaushälterin in einem bayerischen Dorf. Ihr Leben ist geprägt von Routinen, Verlässlichkeit und Fürsorge für andere. Als der Pfarrer Josef, ihr engster Vertrauter seit Kindertagen, plötzlich stirbt, gerät dieses geordnete Leben aus dem Gleichgewicht. Doch statt in reiner Trauer zu verharren, stellt der Roman eine andere Frage in den Vordergrund: Was passiert, wenn man gezwungen ist, das eigene Leben neu zu betrachten? Die Handlung entfaltet sich ruhig und ohne große Dramatik, aber gerade darin liegt ihre Stärke. Anna muss nicht nur Josefs letzten Wunsch erfüllen – seine Asche ans Meer zu bringen –, sondern sich auch mit Dingen auseinandersetzen, die sie lange vor sich hergeschoben hat: verpasste Chancen, alte Gefühle und die Frage, ob es für einen Neuanfang nicht vielleicht doch noch Zeit ist. Besonders gelungen ist der Ton des Romans. Martina Bogdahn schreibt bildhaft und atmosphärisch, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen. Man spürt förmlich die Sommerhitze, riecht die Mirabellen und taucht tief in das Dorfleben ein. Humorvolle Szenen – etwa rund um Annas Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Schwarm – lockern die melancholischen Momente auf und schaffen eine sehr ausgewogene Mischung. Auch die Figuren sind liebevoll gezeichnet. Anna wirkt authentisch und nahbar: eine Frau, die ihr Leben lang für andere da war und nun vorsichtig beginnt, sich selbst in den Blick zu nehmen. Die Dorfgemeinschaft mit ihren Eigenheiten liefert dabei viele kleine, oft charmante Episoden, die das Buch lebendig machen. Thematisch bewegt sich „Mirabellentage“ zwischen Verlust, Freundschaft und Selbstfindung. Es geht um das Loslassen – von Menschen, von Gewohnheiten, von alten Vorstellungen – und gleichzeitig um den Mut, Neues zu wagen. Dabei bleibt der Roman stets bodenständig und lebensnah. „Mirabellentage“ ist ein stiller, berührender Wohlfühlroman mit Tiefgang. Kein Buch für große Spannung, sondern eines, das entschleunigt und nachklingt. Wer Geschichten über das einfache Leben, über zweite Chancen und über die Kraft kleiner Schritte liebt, wird hier fündig. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Auch das von der Autorin selbst eingelesene Hörbuch kann ich nur empfehlen - ein schönes Hörerlebnis!

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3

Ein unbeschwertes Dorfleben, irgendwo im fränkischen Bayern am Brombachstausee gelegen: Die Autorin zeichnet ein buntes Bild einer heilen Welt. Blühende Obst- und Gemüsegärten, der Duft von frisch gebackenem Brot sowie fleißige, ehrliche und gottesfürchtige Menschen spielen in dieser stimmigen, wenn auch etwas weltfremd dargestellten Gemeinde die tragende Rolle. Inmitten dieser behüteten Gemeinschaft steht als moralische Instanz der Pfarrer Josef Heubeck zusammen mit seiner Haushälterin Anna Nass, die er seit Kindertagen kennt und schätzt. Anna ist die gute Seele der Gemeinde: Sie sorgt für den Pfarrer und organisiert unermüdlich Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Senioren. Doch als der Pfarrer eines Morgens nach dem Genuss einer Schwarzwälder Kirschtorte tot in der Küche aufgefunden wird, bricht für die 55-jährige Anna ihre wohlgeordnete Welt zusammen. Plötzlich muss sie sich völlig neuen Herausforderungen stellen – von der Organisation der Beerdigung bis hin zur Einführung des neuen Pfarrers Fridtjof, der von der Nordseeküste stammt und Plattdeutsch spricht. Doch geht es in dieser Dorfgemeinschaft tatsächlich so harmonisch und friedlich zu, wie es den Anschein hat? Die 336 Seiten konnten mich davon leider nicht überzeugen. Zwar lässt sich das Buch durch den naiven, recht einfachen und gefälligen Schreibstil sehr zügig lesen, doch der Inhalt blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Wir erfahren viel über Annas Herkunft, ihre Eltern und ihre lebenslange Freundschaft zu Josef. Durch die häufigen Rückblenden beschlich mich jedoch laufend das Gefühl, einem altbackenen Denken der 1950er-Jahre beizuwohnen – obwohl die Handlung im Jahr 2010 spielt. Zudem gab es für meinen Geschmack zu viele übertriebene, skurrile und beinahe abstruse Ereignisse mit Tieren und Menschen, die beim Lesen eher Unbehagen als Freude auslösten. Aus Spoilergründen möchte ich hier nicht zu tief ins Detail gehen, aber diese merkwürdigen Begebenheiten drängten den eigentlich ernsthaften und guten Ansatz – nämlich Annas Neuanfang und ihre Lebensplanung – völlig in den Hintergrund. Ihre tiefe Verbundenheit zur Natur, zum Wald und zu ihrem geliebten Marillenbaum im Pfarrgarten hätte eine schöne Basis gebildet. Auch die Anekdoten über die originellen Dorfbewohner wirkten auf mich oft zu überzeichnet. Ein Beispiel: Das Aufbewahren von Leichenasche in einer alten Kakaodose (auch wenn es dem Wunsch des verstorbenen Pfarrers entsprach) gab meinem Lesevergnügen einen herben Dämpfer. Das entspricht schlicht nicht meiner Vorstellung von Humor. Fazit: Ein leicht zu lesender Roman mit einer sympathischen Grundidee, der sich für mich jedoch zu sehr in skurrilen Übersteigerungen verlor. *** DREI STERNE

Rezi kommt noch (da Rezensionsexemplar) das war ein richtig schönes Buch 🥹

2.5

Ein Buch wie ein Heimatfilm aus den 50ern

Beim aktuellen Weltgeschehen wünscht man sich ja weit weg in eine kleine Blase, in der die Welt noch komplett in Ordnung ist. Wo die Sonne scheint und die Blumen blühen, die Obstbäume reiche Früchte tragen und es duftet immer nach frischgebackenen Kuchen und Unbeschwertheit. Wenn ihr in dieses Buch eintaucht, bekommt ihr genau das. Anna lebt im kleinen Dorf Blumfeld. Sie hat schon sehr jung beim Pfarrer Josef, einem Freund aus Kindertagen, den Haushalt gemacht. Und so kennt sie auch jeder. Sie fährt auf einem Moped, kleidet sich adrett, aber unspektakulär und kümmert sich darum, dass alles im Ort einen guten Weg geht. Sich selber stellt sie meist hinten an. Als Josef plötzlich stirbt, muss sie sich neuen Herausforderungen stellen. Josef möchte nämlich nicht im Ort beerdigt werden, und das würden die Blumenfelder niemals tolerieren. Auch der neue Pfarrer Fritjof ist so ganz anders, als sie das kennt. Und dann ist da noch die Sache mit dem Auto fahren. Anekdotenhaft erzählt uns Martina Bogdahn vom Leben im kleinen Idyll. Dabei steht Anna zwar als ICH-Erzählerin im Mittelpunkt des Geschehens, doch wird unser Fokus auch auf andere Personen gelenkt. Wir lernen Annas Familie kennen, ihren Werdegang, aber auch den von Josef. Wir erfahren, warum die Blumfelder Männer mit dem Ausgang der Kneipp Kur sehr unzufrieden sind, was passiert, wenn man den Beichtstuhl putzt und warum es jedes Jahr mehrere 100 Gläser Mirabellenmarmelade gibt. Dabei hüpft die Geschichte hin und her in den Zeiten, man bleibt nicht lange bei einem Ereignis, sondern hat eine Art Rahmenhandlung von der aus die Erzählerin uns in kleinen Geschichte Dorf und Menschen näher bringen möchte. Ziemlich lange hatte ich das Gefühl, ich bin in den 50er/60er Jahren des letzten Jahrhunderts unterwegs, so altbacken waren einige Ansichten. Doch wir sind im Jahr 2010. Das war für mich wirklich schwer überein zu kriegen. Es mag ja sein, dass auch heute noch Haushälterinnen in Dörfern eine Instanz waren oder Pfadfinder die Mirabellen bekamen, um daraus Schnaps zu brennen – ich musste ein ums andere Mal doch die Stirn runzeln. Leider sind die Episoden oft sehr konstruiert und verfehlen ihre Wirkung, weil vieles so unglaubwürdig ist. Ich kenne viele Menschen im Alter von Anna und hab meine Jugend auf dem Dorf verbracht, aber so hat sich das für mich nie angefühlt. Blumenfeld ist total aus der Zeit gefallen. Es gab allerdings auch viele Momente, wo ich mir gewünscht hätte, dass die Welt heute noch genauso wäre. Was für ein schöner Ort muss das sein, wo die größte Sorge ist die Asche heimlich ans Meer zu schmuggeln. Und das kleine Tradwife in mir möchte auch gerne mal Marmelade kochen und backen und damit ein halbes Dorf versorgen. Der Schreibstil von Martina Bogdan ist herzerwärmend. Dadurch, dass man sich ständig mit einer neuen Person einem neuen Ereignis auseinandersetzen muss, konnte ich aber zu niemandem, außer zu Anna, Nähe herstellen. Auch hab ich nicht so richtig gespürt, wie sehr sie Josef vermisst. Irgendwie hatte sie dafür auch gar nicht wirklich Zeit. Ob das Ende einer so integeren Person würdig ist, mag man bezweifeln. Ich dachte mir, naja, richtig ist das auf jeden Fall nicht. Dieser Roman ist eine klassische Sommerlektüre für zwischendurch. Das Buch tut keinem weh, hat mir aber jetzt auch keine horizonterweiternden Ansätze vermittelt. Kein großer Anspruch aber genügsame Unterhaltung. Wenn ihr euren Kopf gar nicht groß einschalten möchtet und ein bisschen heimatfilmartige Berieselung braucht, dann empfehle ich euch dieses Buch sehr.

4

Als der Pfarrer Josef im beschaulichen bayerischen Dorf Blumfeld stirbt, muss Anna Naß (ein Schelm, wer hier ein Wortspiel vermutet), seine langjährige Haushälterin, rechte Hand und allwissende gute Seele, ihren Platz im Pfarrhaus, im Dorf und in ihrem Leben neu ordnen. Anna scheint sowohl das Dorf als auch seine Bewohner voll im Griff zu haben, und doch fehlt ohne Josef etwas. Vielleicht hat Josef ihr in einer gewissen Voraussicht eine letzte wichtige Aufgabe übertragen, der es sich jetzt mit allem, was dazugehört, zu stellen gilt. Gleichzeitig muss aber auch der neue Pfarrer Fridtjof, der direkt aus dem Vatikan nach Blumfeld kam, über die Besonderheiten des Dorfes informiert werden. Muss sich etwa auch das Dorf an Fridtjof gewöhnen? Wir lernen Anna, ihr Leben und die Dorfdynamik sowohl durch aktuelle Gespräche und Geschehnisse als auch durch viele Rückblendungen kennen. Die toughe Anna durchläuft im Buch eine tolle Entwicklung und befreit sich zunehmend aus ihrem „Panzer”. Aber auch viele andere Bewohner des Dorfes glänzen mit lustigen Charakterzügen. Nur der neue Pfarrer Fridtjof verliert für mich im Verlauf des Romans leider etwas an Kontur. Auf mich wirkt er zunehmend kindlicher und unscheinbarer. Die Autorin Martina Bogdahn bedient sich vieler Klischees, schafft es aber immer wieder, diese auf humorvolle Art zu brechen. Blumfeld selbst ist für mich ein gelungenes Stimmungsbild einer kleinen Gemeinde, in der die Uhren noch nicht so richtig wissen, ob sie die traditionellen Uhrzeiten präsentieren oder doch schon ein wenig Moderne zulassen wollen. Auch wenn das Buch auf den ersten Blick mit einem eher klassisch trockenen Thema beginnt - dem Ableben des Pfarrers -, löst es sich schnell in viele unkonventionelle Situationen und Momente auf. Und wer bei der Helmpflicht im Gottesdienst oder dem Mofarennen ernst bleiben kann, für den ist das Buch vielleicht zu humorvoll geschrieben. Es ist ein Roman, der lustige und ernste, aktuelle und vergangene Passagen mischt. Es ist ein wunderbar erfrischendes Buch für alle, die das Dorfleben rund um Anna nicht zu ernst nehmen wollen und Lust haben zu lachen. Beim Lesen hatte ich viele Szenen bereits bildlich vor Augen und kann mir die Handlung nur zu gut als Drehbuch für einen unterhaltsamen Film vorstellen. Ich hatte definitiv Spaß mit dem Buch und für mich waren die ‚Mirabellentage‘ eine gelungene Abwechslung!

5

Ein warmherziger Roman, der mich melancholisch stimmt, aber sich auch wie eine Umarmung anfühlt.

3

Das Buch war zu Beginn für mich super lustig und angenehm. Ich habe die Geschichte rund um Anna gerne gelesen. Doch dann wurde sie von Seite zu Seite zäher. Viele Anekdoten aus der Vergangenheit ohne die Gegenwart voran zu treiben. Klar war es immer mal wieder lustig aber eine richtige Handlungen ergab sich für mich daher nicht. Ich bleibe enttäuscht zurück.

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