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Gottfried Keller hat im "Grünen Heinrich" (ab 1854) eine ergreifende, nur etwa sieben Buchseiten umfassende Erzählung mit dem Titel "Das Meretlein" verfaßt: Eine wohlhabende Bürgerfamilie übergibt ihr ungeliebtes Kind Emerentia einem Dorfpfarrer zur Correction, zur Erziehung, Ertüchtigung und Züchtigung. Das überaus kurze Leben der Meret, ebenso wie die sehr kurze Geschichte Gottfried Kellers, entfaltet der Autor Bernd Schuchter nun auf etwa 90 Seiten. Auf den Versuch des Zürcher Protestanten, sich den Sprachgepflogenheiten des 17. Jahrhunderts zu nähern, folgt hier der Versuch des jungen Innsbrucker Autors, Gottfried Keller in Stil und Intention nachzuempfinden. Mit einem verlegerischen Vorwort. In der Darstellung des trostlosen Lebens und makabren Sterbens des Kindes, das Gegenstand geistlicher, pädagogischer und auch literarischer Bemühungen geworden ist und dem solcherart ein literarisches Denkmal errichtet wird, mag der Leser ein wichtiges Merkmal des Poetischen Realismus entdecken: "Wirklichkeit, übergoldet mit dem Schimmer der Poesie" (Keller).
ISBN9783920591711
PublisherNeues Literaturkontor
Publication Date08/01/03
Pages96

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