Mephisto
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Description
Book Information
Author Description
Klaus Heinrich Thomas Mann (* 18. November 1906 in München; † 21. Mai 1949 in Cannes, Frankreich) war ein deutsch-amerikanischer Schriftsteller. Als ältester Sohn von Thomas Mann begann er seine literarische Karriere in der Weimarer Republik und galt aufgrund der Themenwahl in seinen frühen Werken, die damals als Tabubrüche betrachtet wurden, als Außenseiter. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte er 1933 aus Deutschland und wandte sich in seinen Schriften verstärkt gegen das NS-Regime. 1943 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Klaus Manns Werk wurde in Deutschland erst viele Jahre nach seinem Tod neu entdeckt, und heute gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschsprachigen Exilliteratur nach 1933. Mann litt stark unter seiner Exilexistenz und der sich abzeichnenden Verdrängung der Nazi-Zeit in der Bundesrepublik Deutschland. Er starb 1949 durch Selbstmord in Cannes.
Posts
Großartige Gesellschaftssatire, die den Aufstieg des Schauspielers Hendrik Höfgen im Dritten Reich beschreibt. Es ist herrlich und erschreckend zugleich, zu lesen, wie die Hauptfigur alles und jeden verrät, um in die Nähe der Macht zu kommen. Teilweise fühlte ich mich beim Lesen an Diederich Heßling aus "Der Untertan" erinnert. Dies ist aber auch kein Wunder, da Klaus Mann den Roman seines Onkels zur Vorbereitung noch einmal gelesen hat, wie man aus dem sehr interessanten Nachwort meiner Ausgabe erfährt. Dort kann man auch die schwierigere Rezeptionsgeschichte des Romans nachlesen, da Gustaf Gründgens (ein Jugendfreund und Ex-Schwager von Klaus Mann) auch in der Bundesrepublik schnell wieder an Einfluss gewann und alles tat, um die Verbreitung zu verhindern, obwohl er den Roman angeblich niemals in seinem Leben gelesen hat (merkwürdig nur, dass er viele Stellen wohl auswendig aufsagen konnte...). Erst 1981 hat der Rowohlt-Verlag in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die erste legale Ausgabe auf den Markt gebracht. "Mephisto" ist ein wirklich witziger und zugleich beklemmendes Werk, das nicht nur Zeitgeschichte, sondern erschreckend aktuell ist.
"Er lügt immer, und er lügt nie. Er glaubt alles, und er glaubt nichts. [...] Er ist Schauspieler."
Ein großes Buch, dass nachwirkt. Klaus Manns Stil gefiel mir hier außerordentlich gut. Die Figuren sind meisterhaft überzeichnet dargestellt, man könnte fast (ich betone, fast) meinen, es handele sich um eine Groteske. Aber nein. Es ist bitterer ernst. Auch Hendrik Höfgen, am Ende eben doch ein gnadenloser Opportunist, bemerkt zu spät, dass er in der Tat einen Pakt mit dem Mephistopheles eingegangen ist. "Die Sucht nach dem Ruhm - dem großen, eigentlichen Ruhm, dem Ruhm in der Kapitale - nagte an ihm, wie physischer Schmerz." Der Verführer wird zum Verführten. Zum "Affen der Macht." Und das drohende Unheil ist zu jeder Zeit präsent (wenn zunächst auch nur ganz versteckt im Hintergrund.) Die Propaganda trägt Früchte... Klaus Mann beschrieb dieses Buch einst als "kalt und böse." Dem habe ich nichts hinzuzufügen. "Wehe, der Himmel über diesem Lande ist finster geworden. Gott hat sein Antlitz weggewendet von diesem Lande, ein Strom von Blut und Tränen ergießt sich durch die Straßen aller seiner Städte."
In diesem Klassiker zeichnet Klaus Mann anhand des Schauspielers Hendrik Höfgen, der eine nur leicht fiktionalisierte Version Gustaf Gründgens, den Aufstieg eines Opportunisten zur Zeit des Nationalsozialismus nach. Ich bin mehr oder weniger durch Zufall zu diesem Buch gekommen und kann definitiv sagen, dass es sich gelohnt hat.
Wow, wow, wow… Ab jetzt eines meiner Lieblingsbücher. Der Hauptcharakter ist unsympathisch, aber wie Klaus Mann zwischen den Zeilen Ironie und Sarkasmus einfließen lässt, wirkt auf den Leser immer wieder erschütternd und zum Nachdenken anregend. Große Kunst! Niemals hätte ich gedacht, dass mir das Werk so gut gefällt. Wahrscheinlich für mich das beste Werk, das den Nationalsozialismus aufarbeitet, das ich je gelesen habe. Jedem nur zu empfehlen.
Worte in den Abgrund
Ein exzellenter Charakterroman. Die poetische Wortwahl, mit der Mann die apokalyptische Menschenfeindlichkeit des Nationalsozialismus ausdrückt, ist genauso angenehm gealtert wie seine diversen Darstellungen des Opportunismus und Arrangements. Hat großen Wert für eine literarische Auseinandersetzung mit deutscher Vergangenheit, bei der man immer erschreckt in die Gegenwart gucken muss.
Pakt mit dem Teufel
Klaus Mann erzählt die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen, der seine Schauspielkarriere an einem kleinen Theater beginnt und sich nach der Machtübernahme den Nationalsozialisten anbiedert. So steigt er schließlich zum gefeierten Star auf. Höfgen, dem die Rolle des Mephisto in Goethes „Faust“ wie auf den Leib geschnitten ist, erkennt zu spät, dass er durch seine Kooperation mit dem NS-Regime tatsächlich einen Pakt mit dem Teufel – dem Mephistopheles – geschlossen hat. Er hat für den Ruhm seine Seele verkauft. Manns Geschichte basiert auf wahren Vorbildern und Begebenheiten: Höfgen steht stellvertretend für seinen Ex-Schwager Gustaf Gründgens. Das führte dazu, dass viele Verlage den Exilroman erst nicht in der BRD veröffentlichen wollten und dieser dann auch gänzlich verboten wurde. Dabei ist Manns Werk mehr als nur eine persönliche Abrechnung. Seine Hauptfigur ist die Personifikation von Opportunismus und rücksichtslosem Karrierestreben. Höfgen ist bereit, für den Ruhm seine ethischen Prinzipien zu opfern. Dabei geht sein gesellschaftlicher Erfolg mit einem persönlichen moralischen Niedergang einher. Wirft man einen Blick auf Gründgens Nachkriegskarriere – wie schnell er trotz seiner NS-Vergangenheit wieder arbeiten durfte und wie prägend er als Kopf führender Schauspielinstitutionen wirken konnte – lässt sich festhalten: Die Realität hat den Roman, dessen Handlung 1936 endet, fortgeschrieben. Überhaupt hat mich Klaus Manns Weitsicht beeindruckt. Die deutlichen Worte, mit denen er schon 1936 und zudem aus dem Exil die Gräuel des NS-Regimes dargestellt hat, hatte er vielen seiner Zeitgenossen voraus. Immer wieder gibt es Passagen, die einen kaum glauben lassen, dass das Werk ohne Kenntnis der Ereignisse der Jahre 1937-1945 geschrieben wurde. Welche Beziehung besteht zwischen Kunst und Macht? Wie wird Kunst von totalitären Regimes instrumentalisiert? Und wie lassen sich Künstler durch Anpassung korrumpieren? Fragen, die auch 90 Jahre nach der Entstehung des „Mephisto“ und damit in Zeiten, in welchen ein Kulturstaatsminister wieder versucht, politisch Einfluss auf Kulturinstitutionen in Deutschland zu nehmen, bedeutsamer denn je sind.

I hatte das Glück dieses Buch in der Schule zu lesen, weshalb ich mich intensiv damit beschäftigt habe. I bin tatsächlich ausgesprochen angetan von diesem Roman unter anderem aufgrund des außergewöhnlichen Schreibstiles, welcher Klaus Mann den Titel „Meister der Kommunikation” redlich verdienen lässt. Meiner Auffassung nach war der Roman stets spannend und zugleich verstörend, lustig und doch traurig in Realität, ziemlich lächerlich, aber leider mehr als ernsthaft. Schön mal eine andere Seite zu betrachten, aus welchem das NS-Regime noch charakterisiert werden kann. Erschreckend doch meiner Meinung nach erforderliche Pflichtlektüre.
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Klaus Heinrich Thomas Mann (* 18. November 1906 in München; † 21. Mai 1949 in Cannes, Frankreich) war ein deutsch-amerikanischer Schriftsteller. Als ältester Sohn von Thomas Mann begann er seine literarische Karriere in der Weimarer Republik und galt aufgrund der Themenwahl in seinen frühen Werken, die damals als Tabubrüche betrachtet wurden, als Außenseiter. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte er 1933 aus Deutschland und wandte sich in seinen Schriften verstärkt gegen das NS-Regime. 1943 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Klaus Manns Werk wurde in Deutschland erst viele Jahre nach seinem Tod neu entdeckt, und heute gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschsprachigen Exilliteratur nach 1933. Mann litt stark unter seiner Exilexistenz und der sich abzeichnenden Verdrängung der Nazi-Zeit in der Bundesrepublik Deutschland. Er starb 1949 durch Selbstmord in Cannes.
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Großartige Gesellschaftssatire, die den Aufstieg des Schauspielers Hendrik Höfgen im Dritten Reich beschreibt. Es ist herrlich und erschreckend zugleich, zu lesen, wie die Hauptfigur alles und jeden verrät, um in die Nähe der Macht zu kommen. Teilweise fühlte ich mich beim Lesen an Diederich Heßling aus "Der Untertan" erinnert. Dies ist aber auch kein Wunder, da Klaus Mann den Roman seines Onkels zur Vorbereitung noch einmal gelesen hat, wie man aus dem sehr interessanten Nachwort meiner Ausgabe erfährt. Dort kann man auch die schwierigere Rezeptionsgeschichte des Romans nachlesen, da Gustaf Gründgens (ein Jugendfreund und Ex-Schwager von Klaus Mann) auch in der Bundesrepublik schnell wieder an Einfluss gewann und alles tat, um die Verbreitung zu verhindern, obwohl er den Roman angeblich niemals in seinem Leben gelesen hat (merkwürdig nur, dass er viele Stellen wohl auswendig aufsagen konnte...). Erst 1981 hat der Rowohlt-Verlag in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die erste legale Ausgabe auf den Markt gebracht. "Mephisto" ist ein wirklich witziger und zugleich beklemmendes Werk, das nicht nur Zeitgeschichte, sondern erschreckend aktuell ist.
"Er lügt immer, und er lügt nie. Er glaubt alles, und er glaubt nichts. [...] Er ist Schauspieler."
Ein großes Buch, dass nachwirkt. Klaus Manns Stil gefiel mir hier außerordentlich gut. Die Figuren sind meisterhaft überzeichnet dargestellt, man könnte fast (ich betone, fast) meinen, es handele sich um eine Groteske. Aber nein. Es ist bitterer ernst. Auch Hendrik Höfgen, am Ende eben doch ein gnadenloser Opportunist, bemerkt zu spät, dass er in der Tat einen Pakt mit dem Mephistopheles eingegangen ist. "Die Sucht nach dem Ruhm - dem großen, eigentlichen Ruhm, dem Ruhm in der Kapitale - nagte an ihm, wie physischer Schmerz." Der Verführer wird zum Verführten. Zum "Affen der Macht." Und das drohende Unheil ist zu jeder Zeit präsent (wenn zunächst auch nur ganz versteckt im Hintergrund.) Die Propaganda trägt Früchte... Klaus Mann beschrieb dieses Buch einst als "kalt und böse." Dem habe ich nichts hinzuzufügen. "Wehe, der Himmel über diesem Lande ist finster geworden. Gott hat sein Antlitz weggewendet von diesem Lande, ein Strom von Blut und Tränen ergießt sich durch die Straßen aller seiner Städte."
In diesem Klassiker zeichnet Klaus Mann anhand des Schauspielers Hendrik Höfgen, der eine nur leicht fiktionalisierte Version Gustaf Gründgens, den Aufstieg eines Opportunisten zur Zeit des Nationalsozialismus nach. Ich bin mehr oder weniger durch Zufall zu diesem Buch gekommen und kann definitiv sagen, dass es sich gelohnt hat.
Wow, wow, wow… Ab jetzt eines meiner Lieblingsbücher. Der Hauptcharakter ist unsympathisch, aber wie Klaus Mann zwischen den Zeilen Ironie und Sarkasmus einfließen lässt, wirkt auf den Leser immer wieder erschütternd und zum Nachdenken anregend. Große Kunst! Niemals hätte ich gedacht, dass mir das Werk so gut gefällt. Wahrscheinlich für mich das beste Werk, das den Nationalsozialismus aufarbeitet, das ich je gelesen habe. Jedem nur zu empfehlen.
Worte in den Abgrund
Ein exzellenter Charakterroman. Die poetische Wortwahl, mit der Mann die apokalyptische Menschenfeindlichkeit des Nationalsozialismus ausdrückt, ist genauso angenehm gealtert wie seine diversen Darstellungen des Opportunismus und Arrangements. Hat großen Wert für eine literarische Auseinandersetzung mit deutscher Vergangenheit, bei der man immer erschreckt in die Gegenwart gucken muss.
Pakt mit dem Teufel
Klaus Mann erzählt die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen, der seine Schauspielkarriere an einem kleinen Theater beginnt und sich nach der Machtübernahme den Nationalsozialisten anbiedert. So steigt er schließlich zum gefeierten Star auf. Höfgen, dem die Rolle des Mephisto in Goethes „Faust“ wie auf den Leib geschnitten ist, erkennt zu spät, dass er durch seine Kooperation mit dem NS-Regime tatsächlich einen Pakt mit dem Teufel – dem Mephistopheles – geschlossen hat. Er hat für den Ruhm seine Seele verkauft. Manns Geschichte basiert auf wahren Vorbildern und Begebenheiten: Höfgen steht stellvertretend für seinen Ex-Schwager Gustaf Gründgens. Das führte dazu, dass viele Verlage den Exilroman erst nicht in der BRD veröffentlichen wollten und dieser dann auch gänzlich verboten wurde. Dabei ist Manns Werk mehr als nur eine persönliche Abrechnung. Seine Hauptfigur ist die Personifikation von Opportunismus und rücksichtslosem Karrierestreben. Höfgen ist bereit, für den Ruhm seine ethischen Prinzipien zu opfern. Dabei geht sein gesellschaftlicher Erfolg mit einem persönlichen moralischen Niedergang einher. Wirft man einen Blick auf Gründgens Nachkriegskarriere – wie schnell er trotz seiner NS-Vergangenheit wieder arbeiten durfte und wie prägend er als Kopf führender Schauspielinstitutionen wirken konnte – lässt sich festhalten: Die Realität hat den Roman, dessen Handlung 1936 endet, fortgeschrieben. Überhaupt hat mich Klaus Manns Weitsicht beeindruckt. Die deutlichen Worte, mit denen er schon 1936 und zudem aus dem Exil die Gräuel des NS-Regimes dargestellt hat, hatte er vielen seiner Zeitgenossen voraus. Immer wieder gibt es Passagen, die einen kaum glauben lassen, dass das Werk ohne Kenntnis der Ereignisse der Jahre 1937-1945 geschrieben wurde. Welche Beziehung besteht zwischen Kunst und Macht? Wie wird Kunst von totalitären Regimes instrumentalisiert? Und wie lassen sich Künstler durch Anpassung korrumpieren? Fragen, die auch 90 Jahre nach der Entstehung des „Mephisto“ und damit in Zeiten, in welchen ein Kulturstaatsminister wieder versucht, politisch Einfluss auf Kulturinstitutionen in Deutschland zu nehmen, bedeutsamer denn je sind.

I hatte das Glück dieses Buch in der Schule zu lesen, weshalb ich mich intensiv damit beschäftigt habe. I bin tatsächlich ausgesprochen angetan von diesem Roman unter anderem aufgrund des außergewöhnlichen Schreibstiles, welcher Klaus Mann den Titel „Meister der Kommunikation” redlich verdienen lässt. Meiner Auffassung nach war der Roman stets spannend und zugleich verstörend, lustig und doch traurig in Realität, ziemlich lächerlich, aber leider mehr als ernsthaft. Schön mal eine andere Seite zu betrachten, aus welchem das NS-Regime noch charakterisiert werden kann. Erschreckend doch meiner Meinung nach erforderliche Pflichtlektüre.














