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„Meine Mutter ist eben aus ihrem Sommerurlaub zurückgekommen. Jetzt will sie mir eine Diashow zeigen […] Hier grillen wir am Strand, sagt meine Mutter. […] Aha, sage ich. Irgendetwas stimmt nicht, sagt meine Mutter, das kann ich dir anhören. Ich schüttele den Kopf. Eine Mutter merkt alles, sagt meine Mutter. […] Ich hasse es, wenn Menschen aus meinem Leben verschwinden, sage ich. Hass ist ein starkes Wort, sagt meine Mutter.“ Die namenlose Ich-Erzählerin wird von ihrer langjährigen Freundin verlassen und zieht zu ihrem Vater ins Pfarrhaus. Ihr Vater ist Pfarrer, eingefleischter Pink Floyd Fan und hat immer positive Gedanken, glaubt, alles wird schon gut und gibt der jungen Frau Zuspruch. Die Mutter, ein ganz anderes Kaliber Mensch. Direkt, eine Empathie-Keule, nicht fähig sich in die Gefühle und Ängste ihrer Tochter einzudenken; vermutlich auch unwillig. Auf unterschiedlichen Wegen versucht sie nun ihre Exfreundin wieder zurückzugewinnen. Ihre beste Freundin Mulle ist, quasi, der Spiegel unserer Protagonistin. Die Mutter bewirft die Tochter immer ungefragt mit ihren persönlichen Sch...ißhausparolen und Glaubenssätzen (ich hatte phasenweise Augenrollen wegen der Trulla), die Protagonistin nervt ihr Umfeld mit anderen Dingen. Genial fand ich Mulle’s Oma und den Arzt. Die kurzen Kapitel lassen uns am Alltag der namenlosen Frau teilhaben. Unterbrochen werden diese durch ihre persönlichen „Seepferdchen-Monologe“, wo ich als Leserin verfolgen konnte, wie sie sich mit sich selbst auseinandersetzt, Erkenntnisse gewinnt, was die Situation mit ihr macht, welche Gefühle sie durchlebt. „Wir sind eine überlebende Ein-Mann-Armeen. Wir kreisen durch die Zirkusmanege, überall hin verfolgt, von einem selbst leuchtenden Heiligenschein aus Einsamkeit.“ Warm und mit Witz schreibt Stine Pilgaard über das Alleinsein, sich allein fühlen, Familie, Freunde und andere Katastrophen. Immer verpackt in Gedanken der Protagonistin; geschrieben aus der Ich-Perspektive. Und das fand ich extrem spannend. Auch wenn ich die Mutter gerne mal geschüttelt hätte, passen alle Personen in dem Buch wie A… auf Eimer. Ich wollte nicht, dass die Geschichte zu Ende ist. Ich habe so mitgefühlt mit ihr. Mulle ist der Burner – ich finde jede*r sollte eine Mulle haben!! Dieses Buch ist so wahr und doch so wie Ironie. Dennoch zeigt es auf, dass alles überwindbar ist und das Wunden Zeit benötigen, um zu heilen. Und dass es wichtig ist, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, um sich weiterzuentwickeln! Und, dass es manchmal eine Sauferei benötigt, auch wenn Probleme schwimmen können. ;-) Ich mag das Buch sehr und gebe eine Leseempfehlung! Und ich würde mit ihr und Mulle gerne auf einen Kaffee gehen.
Jan 2, 2023
„Meine Mutter ist eben aus ihrem Sommerurlaub zurückgekommen. Jetzt will sie mir eine Diashow zeigen […] Hier grillen wir am Strand, sagt meine Mutter. […] Aha, sage ich. Irgendetwas stimmt nicht, sagt meine Mutter, das kann ich dir anhören. Ich schüttele den Kopf. Eine Mutter merkt alles, sagt meine Mutter. […] Ich hasse es, wenn Menschen aus meinem Leben verschwinden, sage ich. Hass ist ein starkes Wort, sagt meine Mutter.“ Die namenlose Ich-Erzählerin wird von ihrer langjährigen Freundin verlassen und zieht zu ihrem Vater ins Pfarrhaus. Ihr Vater ist Pfarrer, eingefleischter Pink Floyd Fan und hat immer positive Gedanken, glaubt, alles wird schon gut und gibt der jungen Frau Zuspruch. Die Mutter, ein ganz anderes Kaliber Mensch. Direkt, eine Empathie-Keule, nicht fähig sich in die Gefühle und Ängste ihrer Tochter einzudenken; vermutlich auch unwillig. Auf unterschiedlichen Wegen versucht sie nun ihre Exfreundin wieder zurückzugewinnen. Ihre beste Freundin Mulle ist, quasi, der Spiegel unserer Protagonistin. Die Mutter bewirft die Tochter immer ungefragt mit ihren persönlichen Sch...ißhausparolen und Glaubenssätzen (ich hatte phasenweise Augenrollen wegen der Trulla), die Protagonistin nervt ihr Umfeld mit anderen Dingen. Genial fand ich Mulle’s Oma und den Arzt. Die kurzen Kapitel lassen uns am Alltag der namenlosen Frau teilhaben. Unterbrochen werden diese durch ihre persönlichen „Seepferdchen-Monologe“, wo ich als Leserin verfolgen konnte, wie sie sich mit sich selbst auseinandersetzt, Erkenntnisse gewinnt, was die Situation mit ihr macht, welche Gefühle sie durchlebt. „Wir sind eine überlebende Ein-Mann-Armeen. Wir kreisen durch die Zirkusmanege, überall hin verfolgt, von einem selbst leuchtenden Heiligenschein aus Einsamkeit.“ Warm und mit Witz schreibt Stine Pilgaard über das Alleinsein, sich allein fühlen, Familie, Freunde und andere Katastrophen. Immer verpackt in Gedanken der Protagonistin; geschrieben aus der Ich-Perspektive. Und das fand ich extrem spannend. Auch wenn ich die Mutter gerne mal geschüttelt hätte, passen alle Personen in dem Buch wie A… auf Eimer. Ich wollte nicht, dass die Geschichte zu Ende ist. Ich habe so mitgefühlt mit ihr. Mulle ist der Burner – ich finde jede*r sollte eine Mulle haben!! Dieses Buch ist so wahr und doch so wie Ironie. Dennoch zeigt es auf, dass alles überwindbar ist und das Wunden Zeit benötigen, um zu heilen. Und dass es wichtig ist, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, um sich weiterzuentwickeln! Und, dass es manchmal eine Sauferei benötigt, auch wenn Probleme schwimmen können. ;-) Ich mag das Buch sehr und gebe eine Leseempfehlung! Und ich würde mit ihr und Mulle gerne auf einen Kaffee gehen.
Jan 2, 2023







