Mein wütendes Land

Mein wütendes Land

Hardback
3.86

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Description

»Osnos erzählt die bewegende Geschichte düsterer Zeiten mit einer Menschlichkeit, die Hoffnung auf etwas Besseres verspricht.« Michael J. Sandel

Nach zehn Jahren als Korrespondent im Nahen Osten und in China zieht Evan Osnos 2013 zurück in die USA. Doch das Land, in das er heimkehrt, ist kaum wiederzuerkennen. Chancengleichheit, Rechtsstaatlichkeit, der Glaube an die Macht der Wahrheit – die fundamentalen Prinzipien der ältesten Demokratie der Welt scheinen ihre Selbstverständlichkeit eingebüßt zu haben. 2016 wird Donald Trump zum Präsidenten gewählt, vier Jahre später stürmen seine Unterstützer das Kapitol. Aus den vereinigten sind die gespaltenen Staaten von Amerika geworden.

Evan Osnos hat diese Entwicklungen über Jahre beobachtet. Er versucht zu verstehen und zu erklären: warum im reichen Greenwich an der Ostküste, wo er aufgewachsen ist, aus gemäßigten Konservativen eingefleischte Trump-Anhänger wurden. Wie sich in Clarksburg, West Virginia, wo er seinen ersten Job bei einer Zeitung annahm, die Opioid-Krise zur nationalen Katastrophe ausweiten konnte. Und was die Ursachen sind für den Rassismus, die Waffengewalt und die Ungleichheit in Chicago, wo er selbst zu einem gefragten Journalisten aufstieg. Aus eindringlichen Porträts entsteht eine große Erzählung, die vom 11. September 2001 bis zum 6. Januar 2021 reicht. Der Pulitzer-Preisträger zeichnet nach, wie die USA den moralischen Kompass verloren, der einst aus einer Vereinigung von Staaten die Vereinigten Staaten machte.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Politics
Format
Hardback
Pages
635
Price
32.90 €

Author Description

Evan Osnos, geboren 1976, ist ein US-amerikanischer Buchautor und Journalist. Seit 2008 ist er Redakteur beim Magazin The New Yorker. Zusammen mit Kollegen erhielt er 2008 den Pulitzer-Preis für investigativen Journalismus. Sein Buch Große Ambitionen. Chinas grenzenloser Traum wurde 2014 mit dem National Book Award ausgezeichnet.

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Was derzeit am anderen Ende des großen Teiches passiert, lässt einem manchmal wirklich den Atem stocken. Dass viele Menschen auf der Welt Amerika befremdlich finden, ist nichts Neues, doch man hat das Gefühl, das Land habe einen weiteren, besonders tiefen Tiefpunkt erreicht. Um die Ursachen besser zu verstehen, habe ich zur Literatur gegriffen. Evan Osnos nimmt uns in seinem Buch mit auf eine Reise durch die amerikanische Geschichte. Von den späten 1920er-Jahren bis zur Amtseinführung Joe Bidens beleuchtet er zahlreiche Facetten des politischen und gesellschaftlichen Lebens in den USA. Osnos, selbst Amerikaner, hat viele Jahre im Ausland gearbeitet und kehrte kurz vor den Anschlägen vom 11. September in seine Heimat zurück. Er kennt also sowohl den Blick von innen als auch den von außen auf sein Land. Anhand der Beispiele Greenwich, Chicago und Clarksburg zeichnet er das Bild einer Nation, deren gesellschaftliche Risse kaum mehr zu kitten scheinen. Von Arbeitslosigkeit über Gentrifizierung und Segregation bis hin zu schier unfassbarer Dekadenz – Osnos deckt alles ab. Er spricht mit Bergarbeitern und Farmern in ländlichen Regionen, die durch schlechte wirtschaftliche Entscheidungen ihre Gesundheit, ihr Land und ihre Würde verloren haben. Er spricht mit Schwarzen Amerikanern, die auch Jahrzehnte nach dem Ende der Sklaverei in nahezu allen Lebensbereichen benachteiligt werden. Sei es in Bildung, Gesundheit, Wohnungsmarkt oder Finanzen. Und er spricht mit Menschen am oberen Ende der sozialen Leiter: Finanzmanagern, Firmenchefs und Politikern, deren Egoismus und Dekadenz er schonungslos offenlegt. Osnos zeigt, wie jahrzehntelanges Streben nach Macht und Kapital einige wenige ins Paradies und den Rest der Nation in den Abgrund geführt hat. Wie Politik und Sozialsystem ausgehöhlt wurden, weil Menschen mit mehr Geld, als gut für sie ist, immer weiter bevorzugt werden. Wir erfahren, wie Arbeitgeber und Hedgefonds während der Wirtschaftskrise die Politik manipulierten, während Arbeitnehmer und Rentner ihre Krankenversicherung verloren. Der Autor macht keinen Hehl daraus, dass er von seinem Land enttäuscht ist und beim Lesen teilt man diese Enttäuschung. Enttäuschung über die Reichen und Mächtigen, über die Politik, und über jene, die Donald Trump noch immer die Treue halten. Gleichzeitig bekommt man ein Gespür für die Gründe seines Erfolgs. Für das Gefühl der Machtlosigkeit, das viele Amerikaner erfasst hat. Und doch bleibt Wut zurück, denn es wird schnell deutlich, wie festgefahren viele in ihren Meinungen sind. Eine Besserung scheint in weiter Ferne. (Wenn ich noch einmal „Dieser böse Sozialismus!“ höre, schreie ich!) Evan Osnos hat mit Mein wütendes Land eine beeindruckende Analyse der modernen amerikanischen Gesellschaft vorgelegt. Wer die USA des 21. Jahrhunderts verstehen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

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